Ich habe mich in der Schwangerschaft vom Kindsvater getrennt – Interview mit Denise

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Ihr Lieben, statistisch gesehen trennen sich viele Paare im ersten Lebensjahr des Kindes. Weil es eben gar nicht so leicht ist, aus einem Paar zu Eltern zu werden. Wir haben auf Facebook nach Euren Geschichten gefragt – heute erzählt bei uns Denise von ihrer Trennung während der Schwangerschaft: 

Liebe Denise, wie lange wart Ihr ein Paar, bevor Du schwanger wurdest und wolltet Ihr beide das Kind?

Wir waren etwa. 6 Monate zusammen, als ich schwanger wurde. Ab dem Moment, an dem ich wusste, dass ich schwanger bin, war mir klar, dass ich das Kind behalten möchte. Die Reaktion des Vaters war: "Kannst Du es wegmachen lassen?" Er hat Zeit gebraucht, um die neue Situation zu begreifen. Er hat dann auch seinen Abtreibungs-Gedanken verworfen – aber richtig gefreut hat er sich aucht nicht. 

Wie würdest Du Eure Partnerschaft vor der Schwangerschaft beschreiben?

Eigentlich sehr schön, wir hatten viel Spaß und haben viel unternommen. Aber: Er war auch viel am PC, spielte viel World of Warcraft. Ich fühlte mich schon öfter mal vernachlässigt. 

Wann hast Du gemerkt, dass sich die Beziehung verändert hat? Und wie hat sie sich verändert?

Er spielte immer mehr am PC, wurde immer Ich-Bezogener. Teilweise kam es mir so vor, als sei ich mit einem 14-jährigen Teenie zusammen. 

Wie und wann kam es dann zur Trennung?

In meinem Job gab es Schichtdienste, ich hatte also Früh- und Spätschichten. Er hat auf 450€ Basis im Einzelhandel gearbeitet und hatte eigentlich mehr Zeit als ich. Trotzdem war es so, dass ich den kompletten Haushalt gemacht habe, auch wenn ich von einer harten Spätschicht nach Hause kam. Ich fühlte mich total einsam und im Stich gelassen. Irgendwann hab ich gemerkt, das geht nicht mehr so weiter und habe Schluss gemacht. Als ich dann von der Arbeit nach Hause kam, war er schon weg. 

 Kannst Du beschreiben, wie es Dir ging, als die Trennung vollzogen war?

Es ging mir schlagartig besser, ich fühlte mich wieder frei. Es war der richtige Schritt. 

Wie hat die Trennung die Schwangerschaft beeinflusst?

Klar war da die Traurigkeit, dass kein werdender Vater an meiner Seite ist, der mit zum Ultraschall kommt oder abends meinen Bauch streichelt. Mit dem ich über all die kleinen Dinge reden kann. Natürlich habe ich deshalb auch geweint. Aber auf der anderen Seite habe ich auch erfahren, wie viele Leute an meiner Seite sind, wenn es hart auf hart kommt. Ich habe wunderbare Freunde, die mich sehr unterstützt haben und meine Mama war mir auch eine riesen Stütze. 

War Dein Ex dann bei der Geburt dabei?

Nein, war er nicht. Das wollte ich auch nicht. Ich hatte ihn nämlich fast vier Monate nicht gesehen. Bei der Geburt war meine Mama dabei,  wofür ich ihr immer noch sehr dankbar bin. Mein Ex kam allerdings ins Krankenhaus und hat das Baby da auch gesehen. 

Wie habt Ihr das Rechtliche geregelt?

Ich habe das alleinige Sorgerecht. Mein Ex kommt seit vier Jahren einmal die Woche ca. für 4 Stunden vorbei. Das ist nicht viel, aber er scheint kein Interesse an mehr Umgang zu haben. Und auch mein Sohn hat langsam keine Lust mehr. Mir ist aber wichtig zu sagen, dass ich vor dem Kind nie schlecht über den Vater gesprochen habe. Das Finanzielle läuft leider auch nicht reibungslos. Mein Ex hatte einige Monate keinen Job, jetzt endich arbeitet er wieder – sieht aber auch nicht so wirklich ein, dass er zahlen muss. Ich bekomme also Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt. 

Wie ist Euer Verhältnis heute?

Nun ja, es ist so ein neutrales-Muss-ja-Verhältnis.

Warum glaubst Du, gehen so viele Beziehungen im ersten Jahr zu Bruch?

Ich denke, dass liegt daran, dass da ein kleiner neuer Mensch ist. Die Hormone spielen verrückt, es gibt Schlafmangel. Manchmal werden die Prioritäten falsch gesetzt und man hat Schwierigkeiten, sein Ego zurück zu stecken. Eins ist jedenfalls für mich klar: Ein Kind kann keine wackelige Beziehung retten! 

 

Foto: Pixabay

 

 

 

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4 Kommentare

  1. Rabenmutter
    Statt sich gemeinsam hinzusetzen und ne Lösung zu suchen werden Beziehungen weggeworfen, Väter entsorgt und zu Zahlhanseln degradiert. Mit der Gesetzlichen Regelung alle 14 Tage ist kein normaler väterlicher Umgang möglich, kein Wunder das Männer da komplett es Interesse verlieren.
    Für die Frauen is die rechtliche Situation toll, sie bekommen von allen Seiten Hilfe und können sich oben drauf auf den Unterhaltszahlungen des Kerls ausruhen ohne irgendwas auch nur für ihn im Gegenzug tun zu müssen. Eine Politik wie diese fördert Alleinerziehende, aber diese wachen wenn überhaupt auch erst auf wenn ihrem eigenen Sohn ähnliches wiederfährt. Dann wird auf einmal gespuckt wie scheiße die Frauen doch heutzutage sind und wie sie das ihrem Sohn antun können…

    1. Quatsch mit Soße
      Du tust ja gerade so, als ob der Vater in der Geschichte ein total passives Geschöpf sei. Er „wurde degradiert“. Hätte er nicht selbst etwas daran ändern können? Den Computer ausmachen, teilnehmen? Und später: sich melden, um mehr Zeit mit dem Kind bitten? Um ein Gespräch bitten, die Initiative ergreifen? Du schreibst, man hätte alles in einem Gespräch klären können. Nun, wieso kam denn dann keines zustande? In dieser Geschichte klingt es so, als ob der Vater in seinem Elternhaus nie gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur den eigenen Wünschen (Entspannung beim Onlinespiel usw.) zu folgen wie ein kleines Kind, sondern sich erwachsen zu verhalten. Ich finde es auch reichlich weltfremd, wenn du schreibst, alleinerziehenden Müttern werde von allen Seiten geholfen. Die, die ich kenne, müssen quasi jedem Cent hinterherrennen und haben, da sie für Job und Kinder allein verantwortlich sind, nie frei und mehr Stress als Manager eines Großkonzerns. Ich möchte nie mit einer von ihnen tauschen. Ich lebe seit mehr als 15 Jahren glücklich mit meinem Partner zusammen, wir haben zwei Kinder und teilen alles – Arbeitsstunden, Haushalt, Verantwortung – gerecht auf. Beide arbeiten Teilzeit. Beide putzen, beide haben die Versicherungen im Blick, beide kümmern sich um neue Gummistiefel für die Kinder. Wenn einer sich erschöpft fühlt, sprechen wir darüber und einer versucht, dem anderen eine Auszeit zu ermöglichen. Nie würde mein Mann sich einfach stundenlang ohne Absprache vor den Computer fläzen oder ich mich lesend aufs Sofa setzen. Wie ich unseren Alltag ohne ihn schaffen könnte, mag ich mir nichtmal vorstellen. Von daher tun mir Alleinerziehende so krass leid.

  2. Rabenmutter
    Statt sich gemeinsam hinzusetzen und ne Lösung zu suchen werden Beziehungen weggeworfen, Väter entsorgt und zu Zahlhanseln degradiert. Mit der Gesetzlichen Regelung alle 14 Tage ist kein normaler väterlicher Umgang möglich, kein Wunder das Männer da komplett es Interesse verlieren.
    Für die Frauen is die rechtliche Situation toll, sie bekommen von allen Seiten Hilfe und können sich oben drauf auf den Unterhaltszahlungen des Kerls ausruhen ohne irgendwas auch nur für ihn im Gegenzug tun zu müssen. Eine Politik wie diese fördert Alleinerziehende, aber diese wachen wenn überhaupt auch erst auf wenn ihrem eigenen Sohn ähnliches wiederfährt. Dann wird auf einmal gespuckt wie scheiße die Frauen doch heutzutage sind und wie sie das ihrem Sohn antun können…

    1. Quatsch mit Soße
      Du tust ja gerade so, als ob der Vater in der Geschichte ein total passives Geschöpf sei. Er „wurde degradiert“. Hätte er nicht selbst etwas daran ändern können? Den Computer ausmachen, teilnehmen? Und später: sich melden, um mehr Zeit mit dem Kind bitten? Um ein Gespräch bitten, die Initiative ergreifen? Du schreibst, man hätte alles in einem Gespräch klären können. Nun, wieso kam denn dann keines zustande? In dieser Geschichte klingt es so, als ob der Vater in seinem Elternhaus nie gelernt hat, Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur den eigenen Wünschen (Entspannung beim Onlinespiel usw.) zu folgen wie ein kleines Kind, sondern sich erwachsen zu verhalten. Ich finde es auch reichlich weltfremd, wenn du schreibst, alleinerziehenden Müttern werde von allen Seiten geholfen. Die, die ich kenne, müssen quasi jedem Cent hinterherrennen und haben, da sie für Job und Kinder allein verantwortlich sind, nie frei und mehr Stress als Manager eines Großkonzerns. Ich möchte nie mit einer von ihnen tauschen. Ich lebe seit mehr als 15 Jahren glücklich mit meinem Partner zusammen, wir haben zwei Kinder und teilen alles – Arbeitsstunden, Haushalt, Verantwortung – gerecht auf. Beide arbeiten Teilzeit. Beide putzen, beide haben die Versicherungen im Blick, beide kümmern sich um neue Gummistiefel für die Kinder. Wenn einer sich erschöpft fühlt, sprechen wir darüber und einer versucht, dem anderen eine Auszeit zu ermöglichen. Nie würde mein Mann sich einfach stundenlang ohne Absprache vor den Computer fläzen oder ich mich lesend aufs Sofa setzen. Wie ich unseren Alltag ohne ihn schaffen könnte, mag ich mir nichtmal vorstellen. Von daher tun mir Alleinerziehende so krass leid.