Leserfrage: „Mein Mann will sich nicht auf Corona testen lassen“

Antigentest

Hallo Ihr Lieben, wie löse ich den Konflikt, wenn mein Mann von den Regeln zur Vermeidung der Ansteckung mit Corona gar nichts hält? Seine Argumente sind ganz lapidar: „Es nervt“ und „Was für einen Sinn hat das?“

Er möchte sich auch nicht testen, wenn wir nächste Woche meine Eltern besuchen fahren. Ich teste mich regelmäßig auf der Arbeit und werde mich auch vor dem Besuch testen. Auch ein Teil seiner Familie möchte sich nicht testen, obwohl allesamt im Hochinzidenz-Gebiet wohnen.

Was soll ich tun? Ich habe alles versucht, habe erklärt, gezeigt, vorgemacht. Nichts scheint zu fruchten. Kennt jemand das und hat Tipps? Ich kann ihm ja auch nicht aus dem Weg gehen, wir wohnen schließlich zusammen…

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22 comments

  1. Am eigentlichen Thema vorbei, aber weil hier viele über die Testung bei Kindern schreiben: Bei uns in Hessen sind zu Schulbeginn zwei Tests in der Woche vorgeschrieben, ohne die die Kinder nicht am Unterricht teilnehmen dürfen. Da ich persönlich die Testung in der Klasse suboptimal finde, da der Schulweg im Bus gar nicht mit einbezogen wird, werden wir immer Sonntags und Mittwochs Nachmittags zu unserer Teststation im Ort gehen, die auch Schnelltests anbietet. So haben wir, wenn der Test positiv sein sollte, nicht noch die Schulsituation, die vielleicht unangenehm ist, sondern können bereits ohne viel Aufhebens vorher reagieren (denn Wallung wird bei uns in der Schule schon gemacht, wenn ein positives Ergebnis vorliegt).

    Was den Mann der Schreiberin angeht: In fast jeder größeren Familie, die ich kenne, gibt es unterschiedliche Auffassungen über den Umgang mit Tests, Coronaregeln etc. Sich da aufzureiben bringt meines Erachtens in dieser Situation gar nichts und jeder sollte seine Entscheidungen treffen, die zu ihm passen. In dem speziellen Fall sollten die zu besuchenden Eltern entscheiden, ob sie das Treffen so abhalten wollen oder es vielleicht draußen stattfinden kann. Man kann reden und argumentieren, aber man kommt an seine Grenzen und die zu überschreiten kann einen großen Bruch in der Beziehung bedeuten…..

  2. Ich verstehe ehrlich nicht, wo das Problem liegen soll, sich selbst zu testen. Es dauert 2 Minuten und die Nase fällt dabei nicht ab.

    Auch wenn man selbst eine lässige Einstellung pflegt und egal was man davon hält, sollte das bereits dem anderen zu Liebe drin sein. Erst recht, wenn es um einen Familienbesuch geht.

    Und dies insbesondere unabhängig davon, ob die Eltern der Autorin auf einem Test bestehen würden, denn mancheiner hat ein ganz eigenes Interesse daran, selbst niemanden anzustecken.

  3. Ich finde es wirklich schwierig mit der Selbsttestung der Erstklässler zu argumentieren. Die Kinder werden ja nun regelrecht zu dieser unsäglichen Selbsttestung genötigt, das Stigma, das einzelne Kinder bei einem positiven Test erhalten sowie die Angst davor im Vorfeld, die sie aushalten müssen, zeigt dass dies kein sinnvolles pädagogisches Konzept sein kann. Es gibt andere Möglichkeiten, aber das sprengt hier den Rahmen.
    In diesem Kontext wird eher deutlich, dass nun endlich die Wirtschaft, d.h. erwachsene Menschen, mit gutem Beispiel vorangehen sollten.

    1. Wie bitte? Hier in Österreich testen sich die Grundschüler seit 15. Februar dreimal in der Woche, es wird niemand „stigmatisiert“ (Kinder sind nicht dumm, sie wissen dass niemand etwas dafür kann, am allerwenigsten ein Kind, und verstehen, dass es wichtig ist, dass man eine Infektion wenigstens erkennt) und bitte trauen Sie dem Kind etwas zu und übertragen Sie nicht Ihre eigenen Ängste auf Ihr Kind. Das Testen ist für die Kinder vollkommen selbstverständlich und problemlos. Abgesehen davon, dass es in der Grundschule meines Kindes noch keinen einzigen positiven Fall unter den Kindern gab und die Quote bei den Grundschüler generell sehr gering ist.

      1. Natürlich verspüren auch Kinder Ängste und natürlich gibt es auch in Schulklassen Ausgrenzung, unterschiedliche Ansichten zu verschiedenen Themen etc. Ihre Aussage ist absolut verallgemeinernd und stimmt in Bezug auf die vielen Kinder und Jugendliche, mit denen ich beruflich und privat zu tun habe, in Deutschland nicht. Ich finde, dass den Kindern aktuell verdammt viel abverlangt wird. Dass sie vollkommen unkindliche Dinge und Verhaltensweisen erlernen… Das hat wenig mit meiner eigenen Angst zu tun, die ich gar nicht so stark verspüre, sondern eher mit einem pädagogischen Blick auf unsere Kinder. Es gibt bessere Textverfahren, sog. Pool-Tests, bei denen eine ganze Klasse per PCR-Test ermittelt wird. Die Tatsache, dass es bislang keinen einzigen positiven Fall bei Ihnen gab, ist ja unabhängig von einer fragwürdigen Vorgehensweise zu sehen. Gleichzeitig stellt es den Kosten-Nutzen-Faktor infrage. Und auch hier sei auch nochmal darauf verwiesen, dass es unglaublich ist, Kindern dies abzuverlangen und ganze Unternehmen einfach so ohne Testung weiterlaufen zu lassen…

        1. „Natürlich verspüren auch Kinder Ängste und natürlich gibt es auch in Schulklassen Ausgrenzung, unterschiedliche Ansichten zu verschiedenen Themen „.. DAS nenn ich mal eine verallgemeinernde Aussage. Die meine bezog sich ausschließlich auf Covidschnelltests in Grundschulen und die Erfahrung ist nun mal, dass das spätestens beim dritten Mal so selbstverständlich ist wie Zähne putzen.
          Ja, den Kindern wurde und wird verdammt viel abverlangt und ja, sie werden zu unkindlichen Verhalten angehalten. Dieses besteht aber vor allem darin, ihre Kontakte mit anderen Kindern und Familienangehörigen einzuschränken, ihnen sportliche und musikalische Aktivitäten zu verbieten, sie permanent als Gefahrenquelle für andere hinzustellen, ihnen jeden gewohnten Alltag zu nehmen und isoliert in der Kernfamilie zu halten UND NICHT IN EINEM (anwenderfreundlichen) TEST und irgendwelcher pädagogischer Bedenken dazu. Alles was zur Rückkehr zu einem normalen, entspannten Alltag unserer Kinder hilft und diesen absichert, ist gut und wünschenswert und so leid es mir tut, Ihre Bedenken stehen in keinem Verhältnis zum Schaden einer dauerhaften Isolation eines Grundschulkindes. Warum kann man den Erfahrungsbericht nach zwei Monaten aus einem Nachbarland nicht einfach positiv aufnehmen, a la „fein zu hören, dass es gut klappt“?
          Ihren ständigen Hinweis auf die „Wirtschaft “ verstehe ich auch nicht ganz, das eine hat mit dem anderen nur bedingt zu tun. Man könnte sogar einen gesellschaftlichen Nutzen in den flächendeckenden und lückenlosen Testungen in den Schulen sehen, so kommt man an Gesellschaftsschichten ran, die sonst, wie Sie sagen und so ärgerlich das auch ist, nie getestet werden (denn wo sonst sollen sich die Kleinen anstecken wenn nicht in ihren Familien).
          Pooltests sind natürlich ein guter Ansatz.
          Alles in allem: Weniger Bedenken, mehr Pragmatismus bitte.

          1. Ich bin gespannt und lasse mich gerne eines Besseren belehren.
            Leider wirkt Ihre sehr emotionale Reaktion nicht so pragmatisch wie Ihre Forderung.
            Dennoch blicke ich gespannt auf den Teststart an unseren Schulen. Aktuell liegen leider recht wenig Informationen vor, was Bedenken nicht gerade reduziert. Ich werde gerne berichten, wie es sich in der Praxis gestaltet.

          2. Genau so sehe ich es auch und kann es an meinen Kindern auch beobachten.Die Tests sind Routine, was bisher keine Routine ist, sich endlich an die ganzen Verbote zu gewöhnen. Die Kinder verpassen nicht nur ihre Chance auf Bildung, sondern auf viele Erlebnisse. Masken und Tests sind in der Situation doch das viel kleinere Übel.
            Ich finde es erschreckend wie Eltern mit dem Eingriff in die Gesundheit ihrer Kinder argumentieren, was der Lockdown aber mit der Gesundheit mit den Kindern macht interessiert niemanden. Der Druck auf sie Kinder ist doch noch höher geworden, sie müssen noch mehr funktionieren und sind doch die leidtragenden.

          3. Siehe:

            „Mobbing nach positiven Testergebnissen und Diskriminierungen, „psychischer Stress und auch das Gefühl von falscher Sicherheit wegen falschen Testergebnissen“ seien daher „handfeste Gründe gegen eine Testpflicht“. Die LSV fordert, die Schnelltests an Schulen müssten von Mobilen Teams und „medizinisch geschultem Personal“ durchgeführt werden.“

            Quelle:
            https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/schule-schliessung-corona-100.html

          4. S.T., ist dir klar, dass du hier eine Einzelaussage aus der Landesschülervertretung zitierst? Was soll’s, er oder sie wird die Sache in der Praxis erleben und dann hoffentlich anders beurteilen.
            Isabelle, du hast recht, emotional werden ist nicht gut und ich bedanke mich für dein letztes versöhnliches Statement.

            Die Leserfrage war eigentlich eine ganz andere, tut mir leid liebe Leserin und liebes Stadtlandmamateam. Ich würde dem armen Mann keinen Vorwurf mehr machen, wenn euch die Tests nicht mal als eine Maßnahme zum sicheren Schulbesuch eurer Kinder genehm sind, warum sollte er es der Schwiegermutter zuliebe machen *lach*

  4. Ganz ernsthaft: Ihn erklären lassen, warum er sagt „Welchen Sinn hat das?“
    Bzw. sich selber fragen und informieren, welchen Sinn es hat.

    Ein positives Testergebnis zB. in der Schule muss durch einen PCR Test gegengecheckt werden, da es auch falsch positive Ergebnisse gibt. Wenn nun aber der Selbsttest so wenig aussagekräftig ist, muss man dann nicht konsequenterweise auch ein negatives Ergebnis besser gegenchecken lassen?

    Wie habt ihr es bislang mit Krankheiten gehandhabt? Sind die Kinder mit einer Erkältung trotzdem zu den Großeltern zu Besuch mitgekommen?

    Du schreibst nicht, ob sich die Großeltern in einer besonderen gesundheitlichen Situation befinden. Dann könnte ich noch eher nachvollziehen, dass es ein sensibles Thema ist.

    Es gibt kein rundumdorglos Paket bei Gesundheit. Scharlach oder Ringelröteln sind schon ansteckend bevor man etwas merkt. Auch das kann gefährlich für andere Menschen sein.

    Ich bin ebenfalls sehr sehr skeptisch bei diesen privaten Selbsttests ins Blaue hinein bei Menschen ohne Symptomen. Das macht keinen Sinn.

    Vielleicht, wenn man diffuse Erkältungssymptome hat und sich etwas absichern möchte, ob es nun eventuell Corona sein könnte. Aber, wie gesagt, die Aussagekraft der Selbsttests (und auch des PCR Tests) ist mir da zu gering. „Ein PCR-Testergebnis ist der Nachweis einer Infektion – es bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Person ansteckend oder krank ist.“ (Quelle: https://correctiv.org/faktencheck/2020/11/23/nein-christian-drosten-hat-2014-nicht-gesagt-dass-er-pcr-tests-fuer-untauglich-halte/)

  5. Meine Frau und ich haben in Bezug auf die Pandemie eine Art Pakt geschlossen.

    Dieser heißt: Jeder von uns hat seinen individuellen Umgang mit dieser Pandemie und wir werten nicht, was der Andere in Bezug auf die Pandemie tut oder unterlässt.

    Der Körper meiner Frau gehört ihr, genauso wie mein Körper mir gehört. Ob jemand von uns beiden sich impfen lässt oder Tests macht, wird vom Anderen nicht bewertet oder ungefragt kommentiert.

    (Glücklicherweise sind wir beide pro-Impfung und auch pro-Test, aber wenn es anders wäre, würden wir das auch akzeptieren)

  6. Ehrlich? Ihr stellt so eine Frage in die Runde in Zeiten in denen die Zahlen mal wieder explodieren und lasst dann keine Diskussion dazu zu?
    Und der Hinweis an den betreffenden Mann war durchaus ernst gemeint: schaffst Du es so verantwortlich zu handeln wie die Erstklässler, indem selbst sie es schaffen sich selbst zu testen?

    1. Naja, die Kinder machen das ja nicht freiwillig, sondern werden aktuell zu allerhand (unkindlichem und leider auch langfristig gesehen asozialem) Verhalten und Maßnahmen genötigt und gleichzeitig einer großen Gefahr ausgesetzt.
      Wohingegen wir ja immer noch auf eine Testpflicht in Unternehmen warten…

  7. Man kann ja von der Sinnhaftigkeit einzelner Maßnahmen halten was man will, wenn DIR der Schnelltest wichtig ist, sollte er es dir zuliebe machen. Wenn auch das für ihn kein Argument ist, ist die Situation nochmal anders zu werten, meines Erachtens.

    Da ihm der Test objektiv betrachtet nicht schadet, gibt es keinen vernünftigen Grund, ihn nicht zu machen, wenn du ihn darum bittest. Hat er eventuell Sorgen, was im Fall eines positiven Ergebnisses passiert?

  8. „was für einen Sinn hat das?“ kann man ganz einfach damit beantworten, dass man dadurch Menschen schützen kann, die einem lieb sind und dazu beitragen kann, dass das Virus endlich eingedämmt wird. Wenn jemand nichtmal kurz nasepopeln kann, wenn einen die Ehefrau für die Großfamilie darum bittet, dann weiß ich auch nicht mehr weiter… Ich würde meinen Angehörigen was erzählen, wenn sie so ei Theater machen. Erstklässler machen die Tests inzwischen ohne Murren mehrmals die Woche selbständig…vielleicht dient das ja als Ansporn 😉

    1. Naja, die Kinder werden ja eher zu (unkindlichem und auf lange Sicht asozialem) Verhalten genötigt und gleichzeitig selbst teilweise recht großer Gefahr ausgesetzt. In diesem Kontext sei nochmal auf die dringend notwendige Testpflicht in Unternehmen hingewiesen. Solange die Wirtschaft verschont wird und Erstklässler als Argumentation herangezogen werden, läuft irgendetwas falsch.

      1. Nein sie machen es leider nicht ohne murren selbstständig. Jede Früh die Tränen trocknen und das Kind zur Schule zwingen?!? Sehr schwer gerade für alle

  9. Dann soll er daheim bleiben.
    Es bringt nichts wenn er absolut nicht machen will, obwohl du alles versucht hast.

    Es gibt immer einer, der nicht ganz einverstanden ist und nicht mit der Meinung teilt.

    Meine Mutter zum Beispiel findet alles übertrieben und hält für Panikmacherei. Hat auch oft gesagt dass ich den Mundschutz runternehmen soll da wir doch eh draussen wären, als ich mit einen Menschen gesprochen hatte.
    Daher ignorieren, und für sich machen.

  10. Liebe Verfasserin.
    Ja was sollst du jetzt tun, ich wurde mal sagen an erster Stelle deinen Mann mit seinen Ansichten zu akzeptieren.
    Jeder hat doch seine Meinung, auch wenn sie mal nicht mit der eigenen kooperiert.
    Vielleicht solltet ihr Beide, vorher mit deinen Eltern sprechen, ob sie auf einen Test bestehen, oder nicht. Jegliche weiteren Fragen und Antworten ergeben sich daraus.

    Mittlerweile stelle ich mir die Frage, wo wir hingekommen sind? Wo ist die Menschlichkeit, wo ist das Verständnis für Andere?
    Wird es irgendwann so weit gehen, dass man sich scheiden lässt bzw. trennt, weil der Partner sich nicht testen oder impfen lassen möchte.
    Man sollte doch reflektieren warum man mit der Person zusammen lebt und das sollte ein wichtiger sein, statt eine Uneinigkeit.

    Atme tief durch und lass eine Nacht vergehen, meist sieht man dann die Dinge aus einem anderen Licht.

    Alles Gute!

    Ich möchte nichts verherrlichen oder beschönigen! ( Das muss man leider mittlerweile schreiben/sagen, da man sonst an den Pranger gestellt wird. )

    1. Mit Sicherheit werden Ehen diese Pandemie nicht überstehen. Aber ich denke, dass das Testen oder Impfen dann nicht der Hauptgrund sind, sondern einem wesentliche Charakterzüge am anderen und an einem selber auffallen, die nicht in Einklang zu bringen sind.

      An die Fragenstellerin:
      Tatsächlich würde ich auch die zu besuchenden Personen fragen, ob sie einen Test (der ja nur eine Minikleine Momentaufnahme ist, aber besser als nichts) befürworten. Weigert sich dein Mann, dann bleibt er halt daheim.
      Ansonsten empfehle ich mal bei Marc Raschke auf Instagram mitzulesen. Er hat viele gute und sachliche Ansätze.

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