Leserfrage: „Wie finden wir Ersatzverwandte für unsere Kinder?“

Wahlverwandtschaft

Foto: pixabay

Hallo ihr Lieben, ich hoffe euch geht’s gut. Ich habe heute ein Anliegen bzw. eine Frage: Leider ist es ja nicht mehr „normal“ oder „üblich“, dass Enkelkinder mit ihren Großeltern aufwachsen – aus den verschiedensten Gründen.

Ich weiß, in Großstädten gibt es manchmal eine Art „Vermittlung“ für Leihomas/-opas. Habt ihr vielleicht eine Idee oder Möglichkeit, wie man das in ganz Deutschland integrieren könnte?

Wir sind eine Familie mit Kindern zwischen 0 und 10 Jahren. Die einen Großeltern wohnen zwar in der Nähe, zeigen aber leider kein Interesse ihrerseits. Die anderen wohnen weiter weg und könnten sich vermutlich auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr richtig kümmern.

Wir kommen grundsätzlich gut zurecht. Mein Mann ist Beamter mit verschiedenen zusätzlichen leitenden Aufgaben und ich arbeite Teilzeit als Buchhalterin. Wir haben beide zusätzlich Ehrenämter.

Unsere Kinder sind Familienmenschen, aber die Großeltern haben kein Interesse

Aber der Hauptgrund ist, meine Kinder sind wahnsinnige Familienmenschen, genau wie ich und ich hätte gerne für sie eine Oma/Opa/Tante/Onkel. Gar nicht, um sie „abzuschieben“, sondern einfach, um Familie zu leben. Es wäre natürlich gelogen, wenn es mir nicht auch eine gewisse Sicherheit gäbe, zu wissen, dass meine Kinder versorgt wären, wenn mal ein Notfall einträte…

Wie schaffen wir uns da ein Netz, das uns im Zweifel auffängt? Wie machen das andere? Gibt es weitere Optionen, um an „Leihverwandtschaft“ zu kommen oder andere Unterstützungsmöglichkeiten?

Lieben Dank & sonnige Grüße!

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19 comments

  1. Guten Morgen, wir wohnen auch 600km weit weg von den Großeltern und es ist einfach schöner, wenn man jemanden hat, der im Notfall einspringt. Zudem ist es für das Kind schön, Mal jemand anderen zu haben als immer nur Mama und Papa. Wir hatten das Glück, das z sich immer irgendwie jemand im Umkreis angeboten hat, diese Ersatzoma Rolle zu machen, mit Freuden. So hat unser Kind zusätzlich zu Omas und Opas in der Ferne, bei den sie Ferien macht, noch eine Alltags-Ersatz-Oma, die jede Woche einmal auf sie aufpasst und für Abwechslung sorgt. Das ist für alle Parteien eine win-win-Situation. Ich kann nur raten, immer offen zu sein bei neuen Kontakten, auch auf die Kinder zu hören. Die jetzige Ersatzoma hat sich meine Tochter selber ausgesucht. Die haben sich zufällig kennen gelernt.

  2. Hallo
    Ich wäre so gern eine Oma. Ich habe leibliche Enkel. Darf oder kann sie nicht sehen. Von meinem großen Sohn ( er hat zwei Kinder ) knapp 4 Jahre und knapp 1 Jahr. Er hat den Kontakt zu mir abgebrochen. Von heute auf morgen. Für mich unverständlich und sehr schmerzhaft. Meine Enkel darf ich auch nicht mehr sehen.
    Bei meinem anderen Sohn da ist es so das er ein Kind hat und Mut der Mutter des Kindes nicht mehr zusammen ist
    Ich leide sehr da ich alles für meine Kinder gegeben habe. Ich war allein erziehend. Und alles in Zukunft tun würde aber ich bekomme keine Chance. Ich wohne neben einem Kindergarten und jedesmal zerreißt es mir das Herz wenn ich die Kinder sehr
    Vllt darf ich ja eine Ersatz Oma sein. Das wäre eine tolle Lebensaufgabe und wurde mein Leben bereichern. Bei Interesse bitte melden. Wohne in Baden Württemberg zwischen stgt und Ulm. Würde aber jederzeit umziehen. Liebste Grüße
    Sabine

  3. Ich würde mich freuen wenn ich für meinen Enkel gebraucht würde aber meine Schwiegertochter vertraut niemanden. Ich darf meinen Enkel nur unteraufsicht sehen. Einen unerträgliche Situationen. Ich spiele mit dem Gedanken, dass wenn ich in Rente bin auch einer Organisation anschließ um eine gewollte Oma zu sein. Das Problem was sicher viele haben ist dass wir immer länger arbeiten müssen und dass Großeltern auch schon „sehr alt“ sind wenn sie voll zur Verfügung stehen. Ich kann nur raten Freundschaften im Umfeld zu knüpfen und darüber diese Freundschaften in die Familie einfließen zu lassen.

  4. Hier ist es genauso. Meine Eltern wohnen weit weg und die Schwiegereltern ebenfalls. Und dieses: komm wir holen uns mal eben die Kids, damit du Luft holen kannst, fehlt total. Auch dieses aufwachsen mit Oma und Opa fehlt. Hier in Ostfriesland hab ich auch keine Lösung dafür gefunden. Hatte es über ebay Kleinanzeigen mal mit einer Annonce versucht. Ohne Erfolg.

  5. Ich hatte als Kind eine „Ersatz-Oma“ im Dorf, die wir durch das Ehrenamt meines Vaters kennen gelernt haben. Dort habe ich jeden Sommer 2 Wochen Urlaub gemacht. Sie kam zu Geburtstagen, zwischen den Tagen, als ich auf die weiterführende Schule kam usw.
    Ich war auch viel bei einer Nachbarsfamilie oder befreundeten Familien meiner Eltern.
    Nun bin ich selbst dabei eine ehrenamtliche Patenschaft zu übernehmen. Das läuft hier über das ADS Haus der Familie in Kooperation mit der Stadtverwaltung.
    Bei uns ist auch die Nachbarschaft über nebenan.de gut vernetzt zu kleinen Hilfsdiensten, Freizeitbeschäftigungen und Veranstaltungen.

  6. Uns geht es ähnlich mit unseren 4 Kids. Die Verwandtschaft lebt weiter weg und Oma/Oma sind nicht mehr so fit dass sie uns hier besuchen oder mithelfen könnten. Ich habe uns ein kleines aber feines „soziales Netz“ hier in unserem Dorf „gewebt“ über die Jahre, mit netten Leuten und Familien in unserer direkten Umgebung auf die man sich verlassen kann.
    Meiner Erfahrung nach muss man sich sein soziales Netz selber schaffen. Und das verlangt Zeit, Mühe und Eigeninitiative. Einfach Mal andere Familien aus der Nachbarschaft einladen, wo man denkt es könnte passen. Und dann dran bleiben. Ich wünsch dir alles Gute!!

  7. Vielleicht findest du ja über die Initiative Welcome jemand passendes. Davon habe ich kürzlich in einem Eltern-Podcast gehört.

  8. Wie gut ich das nachvollziehen kann… Ein gutes Netzwerk oder auch Familie wäre total toll. Wir haben bald auch 5 Kinder, weil wir uns eine große Familie wünschen. Aber außer der ‚Kernfamilie‘ gibt es außen rum wenig. Großeltern zu weit/gesundheitlich angeschlagen, beide ihre Onkels null Interesse. Zum Geburtstag meldet sich eine Oma, Geschenke gibts nur von uns. Finanziell wird das demnächst spannend…
    Wir bauen nach und nach uns hier ein Netz auf und ich gehe auch aktiv auf andere zu, weil ich den Kindern ein Netzwerk mit auf den Weg geben möchte. Aber es ist Nerven aufreibend und mit vielen Rückschlägen verbunden. Gerade, wenn man viele Kinder hat, wird es auch schnell eng, wenn man sich gegenseitig besucht. Feste wie Weihnachten, Ostern feiern wir derzeit noch recht alleine… Wir arbeiten aber an Änderung 😉
    Nur den Mut nicht verlieren! Es gibt ausreichend Familien denen es auch so geht, vielen geben es nur nicht zu.

  9. Entweder Familienpaten ( AWO, Diakonie…), oder
    Ein Mehrgenerationenhaus? Falls so etwas in der Nähe ist. Ansonsten über Kirchengruppen ( Familien- bzw Begegnungsstätte) oder andere Freizeitgruppen Anschluss verschiedenen Alters finden? Oder auch im “ guten“ Mehrfamilienhaus oder über Kleingartenverein? Ansonsten ergibt sich das nur wenn es ein befreundetes Paar gibt mit großer Familie wo ihr von allen“ aufgenommen“ werdet.

    1. Leider funktioniert dies nur in größeren Städten. Auf dem „platten Land“ gibt es so etwas nicht oder ist nicht vorgesehen oder man wird schief angeschaut, wenn man nach Ähnlichem fragt. Anfragen im Familienbüro wurden abgetan: „das ist ein Luxus-Problem“ (trotz chronischer Erkrankung der Mutter)“, der Vorschlag, mit Hilfe des Büros selbst so etwas zu initiieren, wurde kommentiert: “ das will ich mir nicht ans Bein binden und Sie wollen das auch nicht“ (Dankeschön auch …) , bei Anfragen in der Kirchengemeinde vor Ort war man auch nicht erfolgreich. Der Pastor sagte dann noch, er bete für mich, dass wir jemanden finden würden. (Lieb gemeint, praktischer Wert aber gleich null).

      1. Nein Antje ich lebe z.Bsp. in der Klein(st) Stadt. Das bedeutet dann im Zweifelsfall nur etwas Fahrweg weil die Unterstützung nicht direkt im gleichen Ort ist. Aber das ist heutzutage sowieso selten, direkt vor der Haustür findet man das nicht. Internet nutzen um so nahe WIE MÖGLICH etwas zu finden aber das nicht als festen Anspruch haben.

        1. Leider war es auch in der Umgebung erfolglos. Man hat ja trotzdem alle Quellen (Internet, nächst- gelegene Stadt = 30 min entfernt, Aushänge, …) genutzt. Daher werden wir wieder etwas in Richtung Heimat ziehen, auch nur eine „kleine Stadt“, aber immerhin eine Stadt und ein Teil der Familie wohnt dort, eine medizinische Versorgung ist vorhanden. Dies fühlt sich einfach besser an und im Notfall (der leider immer wieder eintreten kann), ist jemand da. Dies haben wir, trotz nettem Bekanntenkreis, hier in den ganzen Jahren nicht erfahren können.

    2. Hallo
      Bei mir ist es genau umgekehrt 71j Rentner.Da ich zu meinen Enkel keinen Kontakt habe suche ich nach einer netten Fam.
      Aber hier Raum Köln gibt es niemanden! Sok oft schon inseriert und gesucht leider ohne Erfolg

      1. Und wir sind Kölner, die im Ausland leben und über die Diakonie nicht erfolgreich waren. Leider! Wie sehr würden wir uns Kölner als Patengrosseltern wünschen.

  10. Hallo,
    Wir haben eine sehr eng befreundete Familie feierlich zu Nichtpaten erklärt. Da unsere Freunde beide Einzelkinder sind passt das gut. Wir leben über 200 km auseinander, aber wir machen mindestens einen Urlaub zusammen im Jahr, wir beschenken gegenseitig die Kinder zu ihren Anlässen. Das Grundgerüst ist eine alte Freundschaft zwischen uns Müttern. Die ist so, dass wir uns auch mal annerven können und dann kann man das auch klären. Dann gibt es eine sehr gute Akzeptanz dafür, dass jede der beteiligten Familien komplex und kompliziert ist. Das ist viel mehr als ich jemals mit irgendwelchen Verwandten hatte. Aber es stimmt, es ist für meine Kinder trotzdem wichtig, dass sie wie Tante, Onkel, Cousin und Cousine sind.
    Großeltern zu habwn ist schön, aber vielleicht ist es fast genau so schön, Freundschaften zu pflegen. Von meiner echten Cousine wurde der Weg gewählt, die Familie der besten Freunde des Kindes eng einzubeziehen. Wenn das passt, hat man auch ein gutes Netz. Und noch was von Lehrersfrau zu Lehrersfrau: der LBV muss auch Haushaltshilfen bezahlen und auch männliche Lehrer können sich in familiären Notfällen freistellen lassen…😉

    1. Hallo alle zusammen, bei mir ist es ähnlich, wir leben in Frankfurt mit unseren 3 Kids, meine Schwiegereltern wohnen eigentlich nur 10 min von uns weg. Ich merke aber meistens gleich das, wenn wir dann mal zu besuch sind, dass es ihnen doch zu laut oder zu anstrengend ist. Unsere Kinder sind 6 und Zwillinge 10 Jahre. Meine Mama und Familie die mich gerne unterstützten würden leben leider 2 Std von uns entfernt. Ich habe mir hier über den Kindergarten Kontakte mit anderen Müttern geknüpft denen es ähnlich geht. Wir kennen uns mitlerweile seit 7 Jahren und, wenn man ein Notfall ist oder die Kinder untergebracht werden müssen, ist eigentlich immer einer zu stelle. Das beruht sich dann auch Gegenseitigkeit. Versuch es mal über die Eltern von der Schule bzw. Der Kita. Meistens geht es den Eltern ähnlich

      Liebe Grüße
      Khadija

  11. Hallo. Uns geht es ganz genauso. 3 Grosselternteile sind verstorben und die letzte Oma hat leider kein Interesse an den Enkelkindern.
    Wir haben hier in München alles versucht jemanden zu finden – übers Leihoma Konzept, über die Kirchen, über Anzeigen , Caritas etc.
    Leider hat sich nie jemand gemeldet. Wir suchen nicht mal jemanden der die Kinder beaufsichtigen soll sondern jemanden den wir in unsere Familie integrieren würden.
    Aber keine Chance … es ist wirklich traurig.
    Ich bin mit einer Pflegeoma aufgewachsen und ich habe sehr gute Erinnerungen daran.

  12. Hallo! Ich kann dieses Bedürfnis nach einem Netzwerk gut nachvollziehen. Bei uns ist es so, dass eine Freundin von mir eine Art Tante für unsere Kinder ist. Sie selbst hat einen Sohn, ihr Wunsch nach weiteren Kindern wurde nicht erfüllt. Sie ist etwas älter als wir und ihr Sohn ist grade ausgezogen und hat begonnen zu studieren. Für mich ist es einfach toll, eine Ansprechpartnerin zu haben, die Erfahrung als Mutter hat, aber alles ein bisschen aus einer anderen Perspektive sieht. Und sie freut sich, unsere Kinder aufwachsen zu sehen. Wir besuchen sie öfters und sie ist auch schon einige Male als Babysitter eingesprungen. Vielleicht gibt es bei dir im Bekanntenkreis so jemanden? Ich würde mich einfach mal umhören, mit deinem Umfeld darüber sprechen, vielleicht findet sich da ja jemand, oder jemand kennt jemaden, der Interesse hat und zu eurer Familie passen würde.
    Viel Glück bei der Suche!

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