Plötzlich vegetarisch: Wenn Kinder kein Fleisch mehr essen wollen

Liebe Barbara, erzähl erstmal, wer alles zu deiner Familie gehört. 

Sehr gerne. Zu meiner Familie gehören meine 15-jährige Tochter, mein 21-jähriger Sohn, mein Mann und ich. Unser Sohn wohnt seit fast 2 Jahren nicht mehr bei uns, aber zum Glück nicht weit weg. Die Großmütter leben beide leider nicht in unserer Nähe.

Heute geht es um Vegetarismus. Erzähl mal: Wer isst bei Euch kein Fleisch mehr und seit wann und warum?

Meine Tochter hat mit 12 Jahren beschlossen, kein Fleisch mehr zu essen. Auslöser war eine Diskussion mit ihrem großen Bruder. Der hat ihr in einer seiner damaligen Klugscheißer-Phasen beim Essen erläutert, dass für ihre geliebten Würstchen Tiere ihr Leben lassen müssen. Das endete in einer Wette, ob sie es schafft, eine Woche ohne Fleisch auszukommen. Ging überraschend problemlos (zumindest aus ihrer Sicht), und seither ist sie Vegetarierin.  

Hört sich aber einfacher an als es tatsächlich war, denn eine große Gemüseliebhaberin war sie damals nicht und ich habe mir schon Sorgen gemacht wegen einer Mangelernährung. Aus meiner vergeblichen Suche nach einem guten Ratgeber zur vegetarischen Ernährung Jugendlicher ist damals die Idee für mein Buch entstanden. 

Wie isst denn der Rest der Familie?

Wegen diverser gesundheitlicher Probleme – mit denen man sich so ab 50+ leider oft herumschlägt – und weil ich den Vegetarismus auch aus vielen anderen Gründen gut finde, habe ich dann wenig später selbst auf Fleisch verzichtet. Ich esse aber hin und wieder noch Fisch. 

Mein Sohn und mein Mann fanden es ok, dass bei uns immer seltener Fleisch auf den Tisch kam (und mittlerweile überhaupt nicht mehr), obwohl sie es beide gerne essen. Mein Mann isst dann eben im Restaurant (bzw. derzeit Pandemie-bedingt als Take-away) mal ein gutes Stück Fleisch oder ein Fleischgericht. Ich denke, wir haben alle von der Ernährungsumstellung profitiert.

Wie war Euer Fleisch-Konsum vorher?

Na ja, bei uns war es wie bei vielen anderen auch: ich war der Meinung, dass wir nicht viel Fleisch und Wurst essen. Wieviel das aber dann tatsächlich ist, wird einem erst richtig klar, wenn man darauf verzichten muss. Ich habe zum Beispiel früher regelmäßig Gerichte mit Rinderhack und Putenfleisch gekocht und auch Salami, Wienerle und Schnitzel kamen doch recht häufig auf den Tisch – allerdings wann immer möglich in Bioqualität.

Bei einer befreundeten Familie von mir wollten die Kinder auch kein Fleisch mehr essen – was auf massives Unverständnis bei den Großeltern gestoßen ist. Warum hat diese Generation doch viele Vorbehalte wegen Vegetarier?

Meine Eltern gehören zur Generation der Kriegskinder und für die hat Fleisch einfach einen ganz anderen Stellenwert. Das war damals etwas sehr Besonderes und Wertvolles – und auch später noch ein Ausdruck von Wohlstand und Sicherheit. Für die meisten Senioren gehört Fleisch seit Jahrzehnten einfach zu einer „richtigen“ Mahlzeit dazu. Gemüse taucht in der Regel nur als Beilage auf, und dann meist in einer unkreativen Form, die ohne Bratensauce nicht besonders lecker schmeckt. Früher wurden auch Aspekte wie die Massentierhaltung (die sich ja auch erst mit der Zeit entwickelt hat) oder die zukünftige Versorgung der Weltbevölkerung nicht groß thematisiert. 

Ich kann schon nachvollziehen, dass Großeltern, die das Motto „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ verinnerlicht haben, sich Sorgen machen, dass den Enkelkindern ein wichtiger Baustein in ihrer Ernährung fehlt. Gerade auch dann, wenn diese beim Essen schon immer mäkelig waren. Zum Thema „Sonntagsbraten bei den Großeltern“ gebe ich im Buch verschiedene Tipps, wie sich hier alle unverkrampft annähern können. Unsere beiden Großmütter sind da zum Glück sehr offen und flexibel.

Immer wieder heißt es ja, dass vegetarischen Kindern bestimmte Nährstoffe fehlen würden. Was sagst du dazu?

Ich glaube tatsächlich, dass die frühere Haltung, bei Kindern in westlichen Industrienationen komme quasi kein Nährstoffmangel vor, heutzutage überholt ist. Wird die Lebensmittelauswahl durch den plötzlichen Verzicht auf Fleisch noch weiter „eingeschränkt“, kann das – insbesondere bei wählerischen Jugendlichen oder so genannten „Puddingvegetariern“ – schon dazu führen, dass sie nicht optimal und bedarfsdeckend mit Nährstoffen versorgt sind. Und das ausgerechnet in der Wachstumsphase. 

Dazu kommt, dass in Deutschland die Böden eher nährstoffarm sind. Tierische Produkte enthalten ja manche Nährstoffe nur deshalb in relevanten Mengen, weil sie dem Tierfutter zugesetzt werden.

Potentiell kritisch in der Ernährung vegetarischer Jugendlicher sind vor allem Vitamin B12, Vitamin B2, Vitamin D, Eisen, Jod, Kalzium, Selen und Zink. Auch auf eine ausreichende Zufuhr von Protein und Omega-3-Fettsäuren muss geachtet werden.
Prinzipiell lässt sich das alles mit einer guten vegetarischen Ernährung bewerkstelligen, ansonsten ist im Einzelfall in Rücksprache mit den behandelnden Kinder- und Jugendärzt:innen zu prüfen, ob eine Ergänzung über ein Supplement (insbesondere für Vitamin B12 und für Stubenhocker Vitamin D) sinnvoll ist.

Wie können wir unsere Kinder für Diskussionen stärken, wenn es darum geht, warum sie kein Fleisch essen?

Mein Eindruck ist, dass wir sie am besten dadurch stärken, indem wir sie bei der Ernährungsumstellung so gut wie möglich unterstützen. Damit befähigen wir sie, selbst und ihr Leben lang gut für sich zu sorgen. Es reicht, das nähere Umfeld kurz und sachlich darüber zu informieren, dass euer Sohn oder eure Tochter jetzt Vegetarier ist. Wer das an die große Glocke hängt, setzt sich nur unnötig unter Druck. Wenn ihr alle gut über eine bedarfsdeckende vegetarische Ernährung informiert seid und das im Alltag so gut wie möglich umsetzt, spricht aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht überhaupt nichts dagegen. Die Studienlage zeigt vielmehr, dass sich Vegetarier häufig besser ernähren als der durchschnittliche Mischköstler und seltener an Zivilisationskrankheiten wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes Typ II leiden.

Und auch sonst gibt es ja zahlreiche gute Argumente, denen nichts entgegengesetzt werden kann (z.B. Tier-, Umwelt- und Klimaschutz). Hierzu sind viele interessante Bücher und Filmbeiträge veröffentlicht worden. Vielleicht könnt ihr euch auch zusammen mit euren Teenagern dazu schlau machen? Oder es ergibt sich in der Schule die Gelegenheit, ein spannendes Referat zu halten oder ein Schulprojekt anzuregen? 

Wenn andere sich kritisch über den Vegetarismus äußern, ist den Jugendlichen sicher vor allem damit geholfen, gut informiert zu sein und Eltern zu haben, die hinter ihrer Entscheidung stehen oder diese zumindest respektieren.

Der Fokus des Buchs liegt auf den medizinischen Aspekten und mein Ansatz ist pragmatisch und undogmatisch. Essen bzw. Ernährungsstile sind für viele Menschen ein hochsensibles Thema – das muss jeder für sich entscheiden, und vom „aktiven Missionieren“ rate ich ab. 

Gibt es ein Lieblingsfamilien-Rezept von Euch? 

Wir mögen alle sehr gerne unser „Chili sin carne“ Gericht. Dabei wird das Hackfleisch einfach durch Soja-Granulat ersetzt. Für Einsteiger ist Sojagranulat eine tolle Sache, denn es lässt sich gut auf Vorrat halten, leicht verarbeiten, ist proteinreich und zusammen mit den Kidneybohnen, Tomaten, Mais, Reibekäse, Tortillachips, Avocadodip und einem knackigen Salat oder Paprikaschnitzen unter ernährungstechnischen Gesichtspunkten eine sehr gelungene Kombination. Was wir gerade in der kalten Jahreszeit auch lieben ist Raclette, allerdings dann nicht nur mit Kartoffeln, sondern mit Brokkoli, Rosenkohl, roter Beete, Paprika, Champignons ,oder was auch immer ihr gerne mögt…Ich mag es, wenn sich Gerichte schnell und ohne viel Firlefanz zubereiten lassen, zumal viele Kinder und Jugendliche geschmacklich Ausgefallenes ja (noch) nicht so schätzen.

Viele Eltern haben keine Lust, mehrere Varianten eines Essens zu kochen, damit auch alle auf ihre Kosten kommen. Hast du da einen Tipp?

Am einfachsten ist es, für alle eine leckere vegetarische Mahlzeit zu kochen und für die Omnivoren („Allesfresser“) bei Bedarf ein Stück Fischfilet, ein Putenschnitzel, eine Hähnchenbrust o.ä. zu braten, sozusagen als deren „Beilage“. Gut geht auch immer der Picknick-Ansatz, das heißt jeder sucht sich aus verschiedenen Schüsseln die Zutaten nach den eigenen Vorlieben zusammen (s. oben Raclette, oder selbst gemachte Pizza, gefüllte Reisblätter, bunte Rohkost-Salate). Es gibt auch spezielle Kochbücher mit Rezepten, die sich leicht und ohne viel Aufwand für Fleischesser bzw. Vegetarier abwandeln lassen. 

Mit der Zeit löst sich das Problem aus meiner Erfahrung von alleine, da eure Familie neue Lieblingsgerichte für sich entdeckt und auch die Fleischesser die Alternativen zunehmend zu schätzen wissen.

—-Und wer jetzt Lust hat, das Buch von Dr. Barbara Hauer zu lesen, hier könnt Ihr es bestellen! Und natürlich könnt Ihr auch zwei Exemplare bei uns gewinnen. Schreibt dazu einfach in die Kommentare, warum Ihr das Buch gewinnen wollt. Das Los entscheidet dann. Viel Glück!

Ich esse ab heute kein Fleisch mehr

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36 comments

  1. Ich habe damals mit 10 Jahren beschlossen kein Fleisch mehr zu essen, einerseits mochte ich viele Fleischsorten noch nie, andererseits waren damals Schweine meine Lieblingstiere. Ich hin nun 31 Jahre alt, es war also damals noch überhaupt nicht „in“ Vegi zu sein. Und schon gar nicht einfach, daheim null Problem, meine Mam sagte einfach klar, dass sie nicht zwei Menus koche und so ass ich eben das was auf den Tisch kam, abgesehen vom Fleisch, was es eh nicht täglich gab. Aber auswärts war sehr lange noch schwierig, Pommes und Salat oder Pizza Margherita, viel was Anderes konnte ich häufig nicht essen, oder Nudeln nur mit Käse. Das hat sich dann besonders in der Schweiz langsam aber stark verbessert. Als ich dann aber als junge Erwachsene viel im Südschwarzwald unterwegs war, gleich selbes Spiel, man wurde mitleidig angeguckt, grad als ob man krank wäre, und ass dann eben Spätzle ohne nichts mit Salat…. Ich finde es toll, ob übergangsweise oder nachhaltig wenn Kinder sich dazu Gedanken machen. Mein Partner heute ist (leider) täglich Fleisch (Bauernkind, sehr konservativ aufgewachsen), ich lasse ihn aber genauso das Fleisch essen wie ich erwarte, dass er mich auch lässt. Kochen tue ich immer vegetarisch, er macht sich sein Fleisch dann selber dazu, oder wenn es zB Lasagne gibt, hat eh jeder seine eigene kleine Gratinform, da ich dann gern auch mal Feta oder Oliven rein mache, was er nicht mag. Sollte es Kinder geben, werde ich mich allerdings durchsetzen, dass diese vegetarisch aufwachsen und das Fleisch dann eben Papas „Special“ sein wird, wie auch ich aufgewachsen bin und wegen Neurodermitis keine Milch trinken durfte, während mein Papa Sonntags seine Schokomilch trank….

  2. Ein schöner Artikel. Bei uns ist es so, dass wir insgesamt schon immer nicht viel Fleisch essen. Gut, die Salami lassen sich der Mann und die Mädchen nicht vom Brot nehmen und Chicken Nuggets/ein Schnitzel oder mal was mit Hackfleisch kommt auch immer mal wieder gut an, aber insgesamt ist es nicht viel.
    Nun habe ich selbst aber seit über einem Jahr komplett keine Lust mehr auf Fleisch. Blöderweise weigert sich nun auch mein Kleiner seitdem (also seit er 1,5 Jahre als ist), Fleisch zu essen. Und da er insgesamt kein guter Esser ist, mache ich mir schon so meine Gedanken, ob ihm nicht doch ab und an mal ein Stück Fleisch gut tun würde. Er weigert sich aber vehement und will nicht einmal ein winziges Stück probieren.
    Nun ja, da ich es nicht ändern kann hoffe ich nun, dass der kleine Körper selbst weiß, was er braucht und sich sein eingeschränkter Geschmack irgendwann auch noch erweitert…
    Liebe Grüße,
    Uta

  3. Unsere Tochter isst seit Weihnachten kein Fleisch mehr. Da wir beide gerne Fleisch essen, eine sehr ungewohnte und schwierige Situation für uns. Wir würden uns sehr freuen, für diese familiäre Neusituation Rat und Unterstützung zu erhalten, die vielleicht auch für uns einen kleinen Ausweg aus dem Fleischdilemma bieten. Wie kann man sich einschränken, wie das Kind unterstützen, wo sich selbst informieren? Das wäre toll!

  4. Ich würde mich sehr über das Buch freuen und werde es mir – falls ich nicht gewinne – auf jeden Fall bestellen. Meine Tochter (10) ist seit kurzem Vegetarier.

  5. Unsere kleine Tochter (gerade 5 Jahre alt) äußerte jetzt schon den Wunsch kein Fleisch mehr essen zu wollen und da wir mit dem Thema sonst eigentlich keine Berührungspunkte haben, erhoffen wir uns von dem Buch ein bißchen Unterstützung…..

  6. Ich fände das Buch sehr spannend. Ich versuche wenig Fleisch zu essen, aber mein Mann und vor allem der Große würden am liebsten täglich Fleisch essen, Wurst sowieso.

  7. Hallo, ich würde mich über das Buch freuen für meine Schwester. Ihre Tochter ist Vegetarierin und muss derzeit allergiebedingt etliche weitere Lebensmittel weglassen. Da wäre neuer Input sehr hilfreich!

  8. Guten Morgen, wie passend so ein Buch – unser Größter wollte noch nie Fleisch essen, schon als 2-Jähriger war er gegen totes Tier, zum großen Unverständnis der Großeltern, was auch 4 Jahre später immer wieder zu Konflikten führt. Neue Ideen und Argumente sind da immer hilfreich

  9. Unser damals 4-Jähriger hat letztes Jahr beschlossen, kein Fleisch mehr zu essen und er ist jetzt seit fast einem Jahr strikter Vegetarier. Wir anderen essen ab und zu noch etwas Fleisch, und dieses Buch würde uns sicher helfen, auch unseren Fleischkonsum zugunsten einer ausgewogenen, vegetarischen Ernährung komplett runterzufahren.

  10. Das Buch klingt toll. Mein Mann und ich sind seit 1 Jahr Vegetarier, unsere Kinder interessiert es nun auch immer mehr. Sie wollen auch auf Fleisch verzichten – aber ich bin unsicher, wie das bei Kindern gut ersetzt werden kann. Das Buch käme daher gerade zum richtigen Zeitpunkt!

  11. Wir essen gefühlt (leider) noch viel zu viel Fleisch. Leider bin ich in der Küche auch nicht besonders kreativ. Daher würde ich mich über das Buch sehr freuen, um einige neue Anregungen zu bekommen und die Fleischgerichte zumindest zu reduzieren. Im Moment isst vor allem meine Tochter mit Vorliebe Fleisch, dabei denke ich dass es insbesondere für ihre Haut besser wäre, wenn wir abwechslungsreicher essen würden.

  12. Wir wollen bzw. müssen unseren Fleischkonsum aus gesundheitlichen Gründen einschränken oder ganz einstellen. Da böte dieses Buch gewiss tolle Anregungen! 🙂

  13. Wir holten vor Weihnachten unsere Bio Pute für das Weihnachtsessen ab. Direkt vom Bauern, wo die Pute quasi bis vorgestern noch rumgelaufen war. Unsere 7 jährige Tochter sah sie eingeschweißt, zog die Nase hoch und sagte nur laut: Igitt, das esse ich auf keinen Fall! Tja, seit dem verzichtet sie auf Fleisch, ihre heiß geliebten Lachsnudeln dürfen aber bleiben. Daher würden wir uns sehr über das Buch freuen.

  14. Was sagt man da? Zu viert sind wir 2 Allesesser, das sind Papa und die Jüngste. Dann kommt noch Mama als Veganerin und die Pubertierende, als echt schwierige Vegetarierin. Wer, wenn nicht ich, braucht diese literarische Hilfestellung? Genau, ich, der Papa. Der einzige Engpass ist, gefühlt, die 14-jährige. Wir sind gut unterwegs, aber noch lange nicht angekommen. Gibt schlimmer.

    1. Liebe Stella, nein. Als Werbung werden Beiträge gekennzeichnet, für die wir eine Bezahlung erhalten. Das ist hier nicht so. Wir fanden das Thema interessant, haben uns eine Expertin zum Interview gesucht und diese hat ein Buch geschrieben, das wir zeigen, damit Interessierte sich noch mehr Infos holen können. Deinen Einschub „Schon wieder“ können wir zudem in keinem Fall nachvollziehen.

  15. Das Buch kommt bei uns gerade zur rechten Zeit: der „große“ sagt immer öfter, er möchte kein Fisch oder kein Hühnchen essen, weil er die Tiere doch mag. Und mein Mann und ich wollen auch wieder weniger Wurst und Fleisch essen (waren da schonmal besser). Oft fehlt es uns im Alltag aber an guten Rezepten und einer schnellen und unkomplizierten Umsetzung. Für mehr Input wären wir sehr dankbar!

  16. Ich wäre ja froh, wenn meine Kids mal überhaupt etwas anderes als Fleisch und Wurst essen wollten. Gemüse geht bei meinen Kids auch mit viel gutem Zureden nicht rein, nicht einmal Baby-Möhrchen, Mais oder Erbsen. Auch keine Gurken, Tomaten, Salat u.s.w.
    Obst wird gelegentlich gegessen, aber auch nur mit Sonderwünschen. Apfel, Birne oder Trauben werden oftmals verschmäht oder wenn, dann nur kernlos, geschält und verarbeitet verzehrt. Was immer geht sind Exoten wie Longan, Mango (am besten eingeflogene Honey-Mango aus Pakistan), Lychee, manchmal Jackfruit oder Rambutan. Das ist halt auf Dauer teuer und überhaupt nicht ökologisch, aber letztlich macht man es dann doch, damit die Kinder wenigstens gelegentlich mal was anderes essen, als Fleisch, Nudeln, Pommes und Ketchup.

    Das alles wundert mich, weil ich als derjenige der bei uns kocht, das eigentlich absolut nicht so vorlebe. Ich koche ganz viele asiatische Wokgerichte mit viel Gemüse und wenig Fleisch und stehe total auf Thai-Salate (mein Som Tam ist besser, als der in den meisten Thai-Restaurants). Aber für die Kids koche ich dann halt extra deren übliches Nudel-mit-Wurst-und-Ketchup-Einerlei.

    Irgendwie ist es meinen Kids auch egal, ob für das Fleisch Tiere sterben müssen. Ich fragte meine Tochter mal, ob sie es schlimm findet. Antwort: „Nö. Löwen töten doch auch Tiere.“ Als ich mal lebende Hummer zubereitet habe, wollte sie auch unbedingt dabei sein und war davon kein Bisschen verstört, eher hochinteressiert. Meine Frau ist bei solchen Sachen auch völlig indifferent. Sie will zwar bei sowas nicht dabei sein und nimmt beispielsweise auch nicht gerne selbst Fische oder Geflügel aus, aber so lange sie es nicht sieht, schaltet sie das was mit den Tieren passiert, einfach für sich ab.

    Ich glaube, der Vegetarismus wird in unserer Familie nicht ankommen. Irgendwie bin ich selbst der, der sich aus unserer Familie noch am meisten über das Wohlbefinden von Tieren Gedanken macht und ich habe da schon einen eher unsentimentalen und robusten Umgang mit dem Thema.
    Vielleicht ändert sich das aber noch mit der Pubertät der Kids und die werden irgendwann mal radikalvegan? Ich muss gestehen, ich wäre durchaus offen dafür, wenn meine Kids diesen Weg gehen würden und fände das irgendwie spannend und originell, auch wenn man mich selbst wohl nie zu so einer Lebensweise bekehren könnte.

    1. Das ist gerade genau das Thema bei uns in der Familie! Eine unserer älteren Töchter möchte kein Fleisch mehr essen, ich esse kaum noch Fleisch und wir suchen gerade familientaugliche Rezepte und weitere Informationen und würden uns daher über das Buch sehr freuen!

  17. Oh, das wäre eine tolle Bereicherung. Uns geht es ähnlich wie der Autorin. Ich denke, wir essen gar nicht so viel Fleisch und Wurst, aber wahrscheinlich ist es doch mehr als man selbst meint. Würde mich also über Alternativen freuen….

  18. Kurz vor Weihnachten gab es bei uns ein ganzes Hähnchen und unsere kleine Tochter (5 Jahre) sagte plötzlich „das arme Huhn, Tiere sind meine Freunde, ich mag das nicht mehr essen“. Hält sie bisher auch durch bis auf ihre geliebten Hackbällchen in Tomatensoße mit Nudeln.
    Daher dachte ich bei der Überschrift „hey, super passender Artikel“ – aber so richtig passend war er dann doch nicht. Ich wäre dennoch interessiert an dem Buch, da ich noch keine Ahnung habe wo uns das jetzt als Familie hinführt.

  19. Hallo ihr lieben, das war für uns wieder ein sehr interessantes Interview. Bei uns war es vor 1 Jahr mein Mann der plötzlich Fleisch verzichtete. Wir (kids sind 2 und 6) haben für uns einige Alternativen kennengelernt bzw. Es gibt denn in Maßen mal ein Stück Fleisch aber den qualitativ höherwertig als früher. Lieber 1x besser als 5x günstig. Das funktioniert ganz gut. Trotzdem bin ich oft auf der Suche nach neuen Ansätzen und Ideen und würde mich sehr über das Buch freuen. Lg anni

  20. Das ist eine gute Anregung, danke. Bei uns genau umgedreht: mein Mann und die 2 Jungs (16 und 7) essen kein Fleisch mehr (der Kleine macht’s dem Großen nach), meine Tochter (13)
    und ich essen ab und an gern Fleisch und wollen (noch?) nicht ganz darauf verzichten. Über eine mögliche Mangelernährung mache ich mir schon manchmal Gedanken….

    1. Oh das klingt toll, ich würde mich über das Buch freuen. Wir verzichten diesen Monat auch auf Fleisch und zumindest meine Tochter und ich würden das evtl. auch fortführen. Mann & Sohn sind eher skeptisch;-)

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