Elternfragen

01/08/2018 - 19:30

Stadt-Mama Katharina

Leserfrage: In wieweit darf ein neuer Partner Euer Kind miterziehen?

Mein Name ist Marion und ich bin seit knapp 5 Jahren alleinerziehend. Ich habe einen neuen Freund, aber der lebt nicht mit meinem Sohn und mir in einer Wohnung. Der Vater meines Sohnes bringt sich ab und zu ein, aber zu 99,9 Prozent meistere ich den Alltag alleine und treffe auch alle Entscheidungen alleine. Das prägt einen natürlich. 

Deshalb merke ich auch gerade, dass ich nicht so gut damit umgehen kann, wenn mein neuer Partner sich in die Erziehung "einmischt". Dabei redet er mir gar nicht in grundsätzliche Fragen rein. Es geht manchmal nur um ein "Bist Du sicher, dass er um 19 Uhr noch Fernsehen gucken sollte?" Ich fühle mich schnell bevormundet und dann gibt es Streit. 

Mich würde interessieren, wie das bei anderen Familien klappt. Wie lange haben da andere Alleinerziehende gebraucht, um den neuen Partner mitreden zu lassen? Und in welchen Bereichen? Ich freue mich auf Erfahrungsberichte. 

Foto: Pixabay

Tags: Erziehung, Eltern, Kinder, Patchwork, Alleinerziehend

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Kommentare

Birgit — Do, 08/02/2018 - 15:50

Ich finde es auch schwer, wenn mein Freund sich in die Erziehung einmischt. Zumal er selbst ein Kind hat, das er anders erzieht. Es gab viel Streit. Folgendes hat geholfen: Er nimmt sich zurück mit den Ratschlägen und ich sage erst mal Nichts, denke aber später darüber nach, ob er vielleicht recht hat. Denn ein frischer Blick ist auch eine Chance. Man ist in seiner Art eingefahren und kann davon lernen. Wichtig finde ich, UNterschiede in der Erziehung nicht vor den Kindern zu diskutieren sondern später in Ruhe.

Tatjana — Fr, 08/03/2018 - 09:55

Die einen können gut mit Kindern und haben auch einen Draht zum anleiten und führen und die anderen wissen zwar alles irgendwie besser, können das aber konsequenter Weise nicht so umsetzen. Wir sind anfangs auch immer wieder zusammen gerauscht. Aber nicht in Erziehungsfragen zu meinen ersten Kindern, dafür aber umso mehr mit unserer kleinsten Maus. Begleitet immer von dem Satz: “Die Maus ist komplett anders als deine anderen Kinder.“ Im Sinne von: alles, was ich vorher durch meine drei Kinder gelernt und an do's and don'ts erfahren hatte, sollte nun nicht mehr gelten, als wäre es mein erstes Kind. Inzwischen gibt es nicht mehr so viele Reibungspunkte. Die sind oftmals nur dann, wenn er mit seiner Mutter telefoniert und die einen Rappel hat. Denn dann ist sie auf Krawall gebürstet, redet ihm ins Gewissen, wie schlecht er als Vater sei und grinst sich eins am anderen Ende der Leitung. Das müssen wir dann ausbaden. Ich denke, wie in der Beziehung selbst, muss man sich auch hier zusammen raufen und einen Konses finden. Doch auch hier macht der Ton die Musik und eine “beiläufige“ Bemerkung, ob ich es gut finde, dass die Kinder um 19 Uhr noch fern schauen dürfen ist ganz klar am Ziel vorbei kommuniziert. Solche Sachen sollten auf Elternebene ohne Kinder besprochen werden. Dann kann man (evtl.) mit weniger Streit einen Mittelweg finden, bei dem keiner verliert.

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