Mamarazzi: Ist es okay, die Geburten seiner Babys auf Blogs öffentlich zu posten?

before-and-after-epidural

Morning Lisa!

Puh, was für eine Nacht vor dem großen Tag der Buchmesse. In einem Hostel 200 Meter weg vom Frankfurter Flughafen mit Baby Maxime. Von Schlafen konnte wegen Flug- und Baby-Lärm keine Rede sein! Und dann die Aufregung vor dem großen Tag.

Hach, dieses Wachliegen und Rumwälzen mit Baby halb auf Dir drauf, das mit seiner kleinen Hand dein Gesicht massiert…

Also hing ich bis nach Mitternacht am Rechner (freies W-Lan auf dem Zimmer, yeah!) und hab’ mich durch meinen RRS-Reader gelesen.

Hauptsächlich lese ich amerikanische Mütterblogs. Die sind so herrlich neurotisch, dass ich mir – trotz Bio-Fetisch und Früherziehungsambitionen – erfrischend normal vorkomme.

Allerdings war ich dann gestern doch ein bisschen geschockt als ich in der Dunkelheit meines Hotelbettes, den Rechner auf den Knien, das Phänomen der Blogger-Mami-Geburten feststellte.

Wie soll ich sagen: Offenbar gehört es für die Mami-Bloggerinnen in den USA zum guten Ton, ihre Vorwehen, Presswehen und die Geburt ihres Babys als Fotostrecke zu verewigen und online zu stellen.

Wer mal reinschauen will, kann das zum Beispiel hier und hier tun.

Keine Sorge, die Inhalte sind keineswegs schockierend, blutig und brennen sich auch nicht als Bilder im Kopf ein.

Im Gegenteil: Sie sind romantisch wie ein Laura-Ashley-Schlafzimmer und geleckt wie eine Hollywood-Bubblegum-Komödie.

So schön, dass Frau sich beim Anblick schwer gegen den Gedanken wehren kann, kurz zu denken: „Oh ja, ich will jetzt unbedingt eine dieser Geburten. Wo ist denn hier der Klickbutton zum Online-Shop?“

Nein, ehrlich, Lisa. Diese Lifestyle-Youtube-Geburten sind jetzt echt im Kommen.

Prominentestes Beispiel dafür ist Kourtney Kardashian.

Der Star aus der megaerfolgreichen US-Reality-Serie „Keeping Up With The Kardashians“ ließ die Kameraleute des Fernsehsenders E!Entertainment mitschneiden wie sie ihre kleine Tochter Penelope im Kreissaal aus sich heraus zog.

Mit beiden Händen.

Wusste gar nicht, dass das geht, aber die gute Kourtney erklärt das Rausziehen daraufhin in einer Off-Sequenz noch – und dass sie das bereits bei ihrem ersten Kind, ihrem Sohn Mason, so gemacht hat.

Ja, hmm, Lisa: Wie finden wir das  denn jetzt?

Ist das öffentliche Zeigen von Geburten gelebter Feminismus? Oder ist es eine Schande, den intimsten Moment, den man jemals mit seinem Kind haben wird, zu vermarkten und im Internet zu verewigen?

Brauch’ jetzt mal ne’ Meinung!

Bildquelle: Nickmoms.com

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3 Kommentare

  1. Mir gefällt’s
    Ich finde die Fotos toll und hätte gerne auch solche von mir. Allerdings hätte ich während der Geburt nicht gerne einen Fotografen dabei gehabt, und wenn ich solche Bilder von mir hätte, würde ich sie nicht ins Netz stellen. In der Tat ist das solch ein intimer Moment, den man mit seinem Baby hat, daß er keinen außer meinen Mann und der Hebamme was angeht.

  2. ich finds super, dass sich
    ich finds super, dass sich diese mütter trauen das im netz zu zeigen. so bekommt man ja erstmal eine vorstellung wie sowas aussieht. außerdem sind geburten etwas ganz natürliches und nicht etwas was man zwingend hinter verschlossenen türen machen muss, so als sei es verpönt.
    und dieser tolle mann von erin loechner, der zu jedem schritt für sie da ist. wirklich schön zu sehen, dass es solche typen gibt.

  3. Interessanter Trend!
    Interessanter Trend!
    Ich habe noch während des Krankenhausaufenthaltes über die Tage dort gebloggt, einschließlich der Geburt, allerdings ohne Bilder.
    Also ich finde die Bilder sehr schön und vielleicht hätten sie mir damals die Angst vor der Geburt ein wenig genommen, denn die Dokumentationsfilm, den wir bei unserem Geburtsvorbereitungskurs gesehen haben, hatte mich ein wenig verunsichert.
    Im nachhinein hätten wir auch gerne mehr Bilder gehabt, ich kann mir unseren kleinen Mann nicht mehr so klein vorstellen…