Pflegeeltern, die nicht länger am Rand der Gesellschaft stehen wollen

Pflegeeltern

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Ihr Lieben, als wir neulich darüber berichteten, dass einer Familie die zwei Pflegekinder wieder weggenommen wurden, hat sich Bianca bei uns gemeldet. Sie kommt ebenfalls aus Österreich und findet nicht nur, dass die Behörden es den Pflegeeltern zu schwer machen, sondern auch, dass das Bild von Pflegefamilien in der Öffentlichkeit mal einen neuen Anstrich braucht. Kommentare wie „Es sind ja nicht mal eure leiblichen Kinder“ haben sie getriggert. Hier kommt ihr Beitrag.

Ihr Lieben, ich bin aus einer Führungsposition heraus Hausfrau und Pflegemutter geworden, wir haben zwei Kinder bei uns aufgenommen. Und ich möchte keinen Tag missen. Ich liebe die leuchtenden Kinderaugen, wenn wir Kuchen oder Brot backen, Säfte und Marmelade selber machen, den ganzen Tag draußen im Garten sind, Spaziergänge in den nahegelegenen Wald unternehmen, und abends erschöpft bei einer Gute Nacht-Geschichte einschlafen.

Pflegeeltern: Ein nichtssagender Beruf?

Auch wenn wir Pflegeeltern für einige vielleicht einen nichtssagenden Beruf ausüben, so messe ich dies alles an den Kindern. Kinder, die sich, obwohl sie einen schweren Start hatten, in einer Pflegefamilie so entwickeln können, dass ihnen das Leben gelingt, in welcher Form auch immer… ein Leben, das lebenswert und glücklich ist.

Neulich wurde hier im Blog über eine Familie berichtet, der die zwei Pflegekinder wieder weggenommen wurden, weil sie umziehen wollten. Dabei ließen sich einige zu Kommentaren hinreißen, die mir zeigten, dass es zum Teil ein recht falsches Bild von Pflegefamilien in der Öffentlichkeit gibt. Darum ist es mir wichtig, hier mal ein paar Einblicke zu geben. Wir arbeiten als Familie zum Beispiel sehr gut mit den Behörden zusammen.

Unsere zuständige Sozialarbeiterin sagt oft: „Niemand kennt die Kinder besser als Sie!“ Und das trifft in unserem Fall auch zu. Es war von Anfang an meine Aufgabe, die Kinder so gut wie möglich kennenzulernen, um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden. Dies ist vor allem eine herausfordernde Aufgabe, denn man weiß einfach nicht, was die Kinder mitbringen. Niemand weiß das. Auch die Behörde nicht. Das wurde aber auch genauso uns gegenüber kommuniziert.

Extreme Belastung, aus der Familie genommen zu werden

Wenn ein Kind in der Herkunftsfamilie nicht bleiben kann, warum auch immer, und woanders untergebracht werden muss, dann ist das vor allem für das Kind eine extreme Belastung. Die Dinge zeigen sich einfach oft erst im Alltag. Und noch viel wichtiger: Je mehr das Kind in der Pflegefamilie „ankommt“, je mehr es eine Bindung aufbaut, beginnt es im selben Ausmaß seine Traumata zu verarbeiten. Und bei Pflegekindern handelt es sich ausschließlich um Kinder, die schon einiges erlebt haben. Und zwar derart viel, dass die Pflegeeltern mit ihren Pflegekindern sehr oft vor einer großen Herausforderung stehen.

Nach wie vor mag ich übrigens den Begriff „Pflegeeltern“ genauso wenig wie „Pflegekinder“. Es handelt sich um einen uralten Begriff, dem all das große Leid der ausgenutzten und missbrauchten Pflegekinder nachhängt. Sie wurden aus Waisenhäusern auf das Land gebracht, um dort unter unmenschlichen Bedingungen meist als Arbeitskräfte missbraucht zu werden. Notwendigerweise wurde zum Schutz der Kinder reagiert und viele Veränderungen durchgebracht.

Auch heute werden hier bei uns in Österreich viele Neuerungen für Pflegeeltern gefordert, weil die Bedingungen einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Denn wer leidet am Ende darunter, wenn es an freien Plätzen mangelt? Na klar, die Kinder. Es fehlen vor allem Krisenpflegefamilien, die am stärksten von diesen Missständen betroffen sind.

Pflegefamilien werden Steine in den Weg gelegt

Da geht es zum Beispiel um starke finanzielle Belastungen, die durch die Vorfinanzierung vieler Kosten für notwendige Dinge ganz zu Beginn der Unterbringung entstehen. Durch sogenannte Kann-Regelungen werden diese Kosten oft erst sehr viel später ersetzt (oder in vielen Fällen auch nicht). Je nachdem, wie die zuständige Behörde mit diesen Anträgen, die für ALLES gestellt werden müssen – und das im Vorhinein – damit umgeht. Dies gilt genauso für alle Arten von Therapien. Es fehlt aber ebenso an Entlastung in den Familien.

Erschwerend kommt hinzu, dass jedes Bundesland völlig andere Systeme hat. In einigen Bundesländern gibt es ein Anstellungsverhältnis und in anderen wird im Rahmen eines freien Dienstvertrages ein Betrag ausbezahlt. Interessant ist, dass aber finanzielle Mittel vorhanden sind, wenn es sich um Einrichtungen (früher genannt Kinderheime) handelt, die um ein Vielfaches teurer sind als ein Pflegekind in einer Pflegefamilie benötigen würde. Ein Kind in einer Einrichtung lernt allerdings kein Familienleben kennen, obwohl es natürlich absolut engagierte Betreuer gibt. Es ist etwas anderes, gerade, weil ein akuter Personalmangel für Einrichtungen herrscht.

Ein Leben, das bei der Herkunftsfamilie nicht möglich war

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Dabei ermöglichen die Pflegeeltern den Kindern ein Leben, das in der Herkunftsfamilie nicht möglich war. Sie wissen auch am besten, was genau die Kinder brauchen und erarbeiten dies gemeinsam mit den Behörden. Leider ist es momentan wie gesagt schwierig, all das zu erfüllen, da die Bedingungen dafür (nicht nur finanzieller Art, auch bei der Entlastung), die dringend für die besonderen Bedürfnisse der Kinder gebraucht würden, nicht ausreichend vorhanden sind.

Ich kenne so viele positive Geschichten Pflegeeltern, die sich toll um ihre Pflegekinder kümmern. Kinder, die in diesen Familien Fortschritte machen, ich denk da an das Kind, das ein ärztliches Attest hatte, möglicherweise niemals gehen zu können und das heute läuft, weil die Pflegeeltern nicht aufgegeben haben und ihm ein Höchstmaß an Förderung zukommen ließ. Ich kenne so viele Geschichten rund um Pflegekinder, teils auch schon Erwachsene, die nun mit beiden Beinen im Leben stehen. Pflegekinder sind so viel mehr, als die Päckchen, die sie auf ihren Schultern tragen.

„Uns Pflegefamilien liegen die Kinder am Herzen“

Das passiert, weil die Pflegeeltern die Kinder kennen. Weil sie ihnen am Herzen liegen. Und weil so Familie funktioniert. Man ist füreinander da und geht durch alle stürmischen Zeiten gemeinsam hindurch. Für meinen Teil kann ich nur sagen, dass in unserer Familie nicht nur die Kinder wachsen, sondern wir alle mit. An den Aufgaben, an den Herausforderungen, aber auch an den Entwicklungsschritten, die wir gemeinsam gehen.

Es ist eine überaus erfüllende Aufgabe, die in meinen Augen nach wie vor in der Gesellschaft recht wenig Verständnis und Anerkennung findet. Aber irgendwann, so hoffe ich doch, erkennt die Gesellschaft auch Pflegeeltern und Pflegekinder völlig an und behandelt diese nicht als Randerscheinung. So lange jedenfalls bleibe ich einmal dran an diesem Thema.

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14 comments

  1. Ich finde es so wichtig, dass dieses Thema an die Öffentlichkeit kommt und hier Bewusstsein geschaffen wird. Kinder sind unsere Zukunft und haben ein positives und förderliches Umfeld verdient. Es liegt in unserer Verantwortung, dieses in ihrem und unserem Sinne positiv zu gestalten.

  2. Als ehemaliges Pflegekind, in später Folge Adoptivkind, hatte ich das Glück, in einer Familie aufzuwachsen, die mir bedingungslose Liebe und Geborgenheit schenkten.
    Dies konnten mir leider meine biologischen Eltern nicht geben!
    Meine Adoptiveltern die mich in ihrem Herzen adoptierten, haben mir eine Welt voller Fürsorge eröffnet.

    Die Definition von Familie geht weit über Blutsverwandtschaft hinaus. Für mich bedeutet Familie Menschen, die mich bedingungslos lieben und unterstützen, und meine Eltern haben das von Anfang an gezeigt. Ihre Liebe hat mich geprägt und mich gelehrt, dass die Wahl der Familie genauso wertvoll ist wie die biologische Verbindung.

    Die Liebe, die ich von meinen Adoptiveltern erhielt, gab mir Sicherheit und das Vertrauen, dass ich immer auf sie zählen konnte. Dieser emotionale Anker half mir, selbstbewusst aufzuwachsen und Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen.

    Die Fürsorge, die ich erfahren habe, hat mich gelehrt, wie wichtig es ist, für andere da zu sein. Ich habe gelernt, Mitgefühl zu entwickeln und mich für das Wohl anderer einzusetzen, weil ich selbst die Liebe und Unterstützung erfahren durfte.

    Mein Leben als Adoptivkind war geprägt von den Werten der Liebe, Familie, Geborgenheit und Fürsorge. Diese Erfahrungen haben mich zu dem gemacht, der ich heute bin, und ich bin unendlich dankbar für meine besondere Familie.

    Ob nun in einer Pflegefamilie oder bei Adoptiveltern, Kinder aus der Obhut von diesen wunderbaren Menschen wieder zu entreißen, die das Wohlbefinden von den Kindern über ihr eigenes stellen, sollten immer aus allen Blickwinkeln betrachtet werden!

    ZUM WOHLE DES KINDES!

  3. Dieser Artikel hat mich sehr berührt. Hat nicht jedes Kind es verdient, in einem liebevollen Zuhause aufzuwachen? Ich wünsche mir sehr, dass diese Familien mehr Unterstützung und Anerkennung bekommen, damit noch mehr Familien bereit sind den kleinen Seelen eine neue Heimat zu geben.
    Danke.

  4. Als ehemalige Pflegetochter kann ich mich den bisherigen, kritischen, Kommentaren nur anschließen. Erstmal muss man zwischen Dauerpflege und Bereitschafts- bzw. Akutpflege unterscheiden. Überlegt doch bitte vorher, was ihr euch zutraut und zumuten wollt bevor ihr Kinder aufnehmt.
    Die Perspektive der leiblichen Eltern wird im Beitrag völlig außer Acht gelassen, das empfinde ich als ziemlich anmaßend. Mich beschlich hier einerseits das Gefühl die Pflegemutter sei eifersüchtig auf das verbliebene Band zur Herkunftsfamilie. Sie hat ja auch sehr ausführlich geschildert, dass sie sich regelrecht bestraft fühle für ihr Engagement. Wenn ich mich aber einerseits emotional auf das Pflegekind komplett einlasse, frage ich mich, weshalb es so schwer ist auf die ein oder andere finanzielle Hilfe, Erstattung usw. zu verzichten. Meine Pflegeeltern haben uns und das leibliche Kind dabei gleich gehalten, bzw. es war kein Drama, wenn das JA etwas nicht bezahlt hat. Es geht also mit einer gewissen Einstellung auch anders.

    Meine jüngere Schwester kam in eine andere Pflegefamilie, da wurden große Unterschiede zwischen leiblichen Kindern und der Pflegetochter gemacht. Schrecklich. Ab der Pubertät gabs mehrere Wechsel zwischen Pflegeeltern (teilweise mit Alkoholismus bei den Pflegeeltern und zudringlichem Pflegevater)
    und Heimen. Mit 17 das erste und Anfang 20 das 2. Kind. Zum Glück hat sie sich noch gefangen.
    Ich habe durch das Vereinsengagement meiner Pflegeeltern so einige Kinder mit ihren Biographien kennengelernt und die dazugehörigen Pflegeeltern. Im großen und ganzen haben diese unendlich wertvolle Arbeit geleistet und glücklicherweise dabei auch sehr liebevoll agiert. Es gibt nicht nur die guten Pflegeeltern und die bösen leiblichen Eltern.

  5. Auch mir fehlt hier jeglicher Bezug zu den leiblichen Eltern. Ich arbeite in der stationären Jugendhilfe und bei uns leben einige Kinder, bei denen es aus den unterschiedlichsten Gründen in der Pflegefamilie nicht mehr funktioniert hat. Dafür möchte ich auch niemanden kritisieren, da die Kinder eben häufig ein zu großes Paket mit sich tragen.
    Was ich aber in fast allen Fällen erlebe, ist dass die leiblichen Eltern in dem Leben der Kinder keine große Rolle mehr gespielt haben. Eltern die ihr Kind in Pflegefamilien haben, dürfen ihr Kind im Regelfall 2 Stunden im Monat begleitet sehen, in der stationären Jugendhilfe 2x im Monat das ganze Wochenende. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Eltern so viel anders sind, als die Eltern deren Kinder in Pflegefamilien leben. Teilweise sind es ja auch die Selben da die jüngeren Geschwister teilweise in einer Pflegefamilie leben.
    Ich bewundere Menschen aus ganzem Herzen, die Kinder dauerhaft bei sich aufnehmen, aber es gibt eben noch andere Eltern, die so gut es geht mit einbezogen werden müssen. Meiner Meinung nach.

    1. Hallo,

      Wir Birgit arbeite auch in der stationären Jugendhilfe. In den Wohngruppen haben die Kinder mehr Umgang weil es zu wenig betreuendes Personal da und die Beziehung nicht so persönlich ist. Pflegefamilien geben teils Kinder ab,weil es keine Entlastung gibt in Sinne von alle 8h kommt ein frischer Erzieher.
      Es gibt mehr Wahrheiten.

      1. Also unsere Kinder haben so weit es geht weiter Kontakt zu ihren Eltern, weil es wichtig und richtig ist und nicht weil sie nicht betreut werden könnten.

    2. Mein Mann und ich sind seit neun Jahren Pflegeeltern von einem Geschwisterpärchen.
      Anfangs fanden Besuchskontakte mit den leiblichen Eltern, in unregelmässigen Abständen statt…dies ging nicht von unserer Seite aus. Zum Teil wurden Besuchskontakte eine Stunde vor dem Termin abgesagt. Nach drei Jahren, hin und her, gab es keine mehr. Abbruch von Seiten der leiblichen Eltern.

      Ich bin selbst im Sozialbereich tätig und habe auch Einblicke wie es in Wohngruppen für Kinder- und Jugendlichen derzeit abläuft.
      Häufig finden Bezugsbegleiterwechsel, auf Grund von Burnout, Personalmangel, Überbelastung, etc. statt. Für diese Kinder bedeutet dies eine ständig Unsicherheit, welches sich auch auf ihre Bindungsfähigkeit auswirkt.

      Am Anfang unseres Weges der Pflegeelternschaft, war uns trotz der Schulungen nicht komplett klar, was auf uns zu kommt. Was ja auch nicht möglich ist, da man mit seinen Aufgaben, Herausforderung,… wächst. Vieles würde uns von offizieller Seite nicht gesagt, was aber durchaus schon bekannt war.

      Es gibt verschiedene Wege und Betrachtungsweisen der Pflegeelternschaft und meiner Meinung braucht es auch klare Rahmenbedingungen. Es ist nicht in Ordnung, das in einem Land wie Österreich, jedes Bundesland seine eigenen Gesetze des Umgangs des Pflegekinderwesens, aufstellen kann.
      Es braucht einen klaren einheitlichen Weg und auch die Möglichkeit der finanziellen Absicherung von Pflegeeltern, die auf Grund der Begleitung ihrer Pflegekinder nicht einen Beruf nachgehen können.
      Familien die Kinder in Krisensituationen bei sich aufnehmen und es dadurch schwer ist eine regelmäßige Beschäftigung nachzugehen, brauchen eine entsprechende Absicherung.

      Krisenfamilien, Pflegeeltern und alle die mit Herz in Kinder- und Jugendeinrichtungen,für die Kinder arbeiten und sie begleiten, sollten endlich gesehen und gehört werden.

  6. „Dabei ermöglichen die Pflegeeltern den Kindern ein Leben, das in der Herkunftsfamilie nicht möglich war. Sie wissen auch am besten, was genau die Kinder brauchen und erarbeiten dies gemeinsam mit den Behörden“.

    In wie fern war solches Leben wie bei Pflegeeltern in Herkunftsfanilirn nicht möglich und woher wissen Sie es, was da möglich und was nicht war? Für die Zukunft sind Sie auch so sicher? So nur zur Information: bei besten Bedingungen in anderen Orten streben Kinder normalerweise zu ihren leiblichen Eltern und Verwandten, wenn sie die nur noch in Erninnerung haben. Und es ist gut und richtig so, ohne Wurzeln ist ein Mensch ein halber Mensch.

    „Sie wissen auch am besten, was genau die Kinder brauchen“?.. Natülich besser als die leiblichen Eltern, na klar, wie können ja Mütter, die diese Kinder ausgetragen und zum Teil jahrelang erzogen haben mehr darüber wissen, als fremde Leute, die diese Kinder aufgenommen haben. Und ohne Behörden geht schon gar nichts, selbstverständlich. Kommen Sie zurück auf die Erde! Nichts und niemand ist einem Kind wichtiger als seine leibliche Familie. Das ist das, was sie vor allen Dingen brauchen.

    Und also Sie kennen viele positive Pflegeelterngeschichten? Leider kenne ich auch andere, und zwar sehr traurige.

    Die Gesellschaft muss alles dafür tun, dass Kinder in ihren leiblichen Familien bleiben und großgezogen werden können. Das ist die einzige Normalität, die es gibt. Leiblichen Familien zu helfen muss ein Ziel sein.

    Und ehrlich gesagt schreiben Sie deutlich mehr über Finanzen als über glückliche Kinderaugen. Und irgendwie Gedanken daran, ob Kinder ihre richtigen Familien vermissen und was mit richtigen Eltern ist, fehlen mir auch in diesem Bericht.

    1. Der Artikel zeigt die momentane Situation…auch finanziell! Was stört Sie daran, dass Kinder gut versorgt sind?
      Der gesamte Kommentar ist nur negativ. Ja, Sie kennen traurige Geschichten. Aber leben Sie bitte damit, dass es auch Positive gibt!

    2. Mit Tränen in den Augen lese ich diesen Text, der mir aus dem Herzen spricht. Wir sind selbst Pflegefamilie. Ich sehe hier im Text und den Kommentaren, dass zwischen zwei Bereiche unterschieden werden muss. Einerseits das System in dem die Kinder-und Jugendhilfe agiert und Entscheidungen trifft, anderseits wir Pflegeeltern die für jedes uns anvertrauten Pflegekind kämpf. Aber gleichzeitig versuchen wir jeden Tag einen Spagat zwischen Behörden, Herkunftseltern und eigener Familie zu schaffen. Das Ziel der Unterbringung in einer Pflegefamilie ist, das Kind so gut wie möglich in die Familie zu integrieren um ein aufwachsen im familiären Setting zu ermöglichen. Dazu gehört einerseits ein wertschätzender Umgang mit den Herkunftseltern umd Zusammenarbeit auf allen Ebenen, sndererseits ein gutes Gefühl dafür, wie viel Kontakt mit den Herkunftseltern den Kindern gut tut, ohne das diese in einen Loyalitätskonflikt kommen. Das gehört alles mit zu unserem Job und das wird von außen wenig gesehen. Das Problem in unserem System ist, dass das System so wie es momentan funktioniert, die Arbeit von uns Pflegeeltern sehr schwer macht. Es braucht Meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit dafür, was das Kinderpflegewesen leistet und was es braucht, damit Kinder bestmöglich in diesem Aufwachsen können. Gleichzeitig sollte natürlich auch ein Blick auf die Herkunftseltern geworfen werden. Wie können diese unterstützt und beraten werden. Durch die Arbeit in der Krisenpflege sehe ich wie genau die Kinde- und Jugendhilfe schaut, was für Perspektiven für das Kind möglich sind. Eine davon wäre ob die Perspektive zurück zu den leiblichen Eltern möglich ist. Doch wer schaut, was Pflegeeltern brauchen um auch zukünftig als Pflegefamilie agieren zu können? Fakt ist, es gibt zu wenig Menschen, die sich der Aufgabe, Verantwortung und Arbeit als Pflegefamilie auf sich nehmen möchte. Doch was schreckt Menschen und Familien davor ab? Und was bringt Pflegeeltern dazu, diese in alle Richtungen bereichernd Arbeit wieder aufzugeben? Bestimmt mit die Sicht der Gesellschaft auf uns. Doch wenn es uns nicht mehr gibt, wo soll das System dann ein Baby aus einer Krisensituation hinbringen? Ich bin Pflegemama aus vollem Herzen und mein größtes Ziel ist es, für Kinder da zu sein und sie ein Stück ihres Lebens zu begleiten, wenn ihre Eltern es gerade nicht können. Ich stehe Nachts mehrmals auu Füttern oder Trösten, bin 24 Stunden da um eine positive Bindung mit dem. Kind aufzubauen und begleite es in allen Angelegenheiten. Ich gehe nicht, anders wie in der Institutionellen Unterbringung nach 8 Stunden nachhause. Es wäre schön, wenn mich das System dabei unterstützen würde und nicht gegen mich arbeitet. Denn das System braucht Pflegeeltern und sollte nicht gegen etwas arbeiten, wovon es abhängig ist.

    3. wie können ja Mütter, die diese Kinder ausgetragen und zum Teil jahrelang erzogen haben mehr darüber wissen, als fremde Leute, die diese Kinder aufgenommen haben. Und ohne Behörden geht schon gar nichts, selbstverständlich. Kommen Sie zurück auf die Erde! Nichts und niemand ist einem Kind wichtiger als seine leibliche Familie. Das ist das, was sie vor allen Dingen brauchen.

      Liebe Alice,
      es klingt so, als hättest du selbst schon mit Pflegeeltern und Behörden zu tun gehabt…
      Leider ist es häufig der Fall, dass PflegeKinder nicht zu ihren leiblichen Eltern zurück möchten, weil diese sich eben nicht um sie kümmern- manche wollen es nicht, manche können es nicht.
      Kinder kommen nicht einfach so in eine Pflegefamilie und daher wissen diese oftmals tatsächlich besser, was für das Kind gut ist als die leiblichen Eltern. Leider heißt ein Kind gebären zu können, nicht automatisch auch eine Mutter sein zu können, die für ein Kind gut genug .

  7. Pflegeeltern sind nicht stigmatisiert! Aber, wie bei jeder anderen Inobhutnahme/ Unterbringung müssen die leiblichen Eltern natürlich die Chance haben, ihre Kinder wieder zu bekommen! Selbstverständlich müssen die Bedingungen für Rückgabe erfüllt sein um das Kindeswohl zu gewährleisten. ABER es geht nun mal nicht, dass Eltern sofort und dauerhaft ihre Rechte verlieren. Da muss Zeit gegeben werden. Und ich verstehe, dass gerade diese Umstände für Pflegeeltern und -Kinder hart sind, aber das muss Pflegeeltern bewusst sein! Ich bin ewig dankbar für die gute 2wöchige Aufnahme meines Sohnes in einer Kurzzeitpflege ( alleinerziehend, OP). Ohne Angst haben zu müssen, das Kind gleich zu verlieren! Da müssen Pflegeeltern ehrlich in sich gehen ob Pflege mit diesem Unterschied geht oder lieber doch nur Adoptivkind mit der “ Sicherheit “ das Kind zu behalten. Diese Sicherheit gibt es für Pflegeeltern, besonders in der Akutpflege, eben nicht.

    1. Hallo ich kenne mich mit der Finanzierung in Österreich nicht aus. Ich Frage mich aber gerade wie viel Geld man für die Erstausttatung eines Kindes benötigen soll.
      Wenn ich mich dazu entschließe mein ganzes Leben umzustellen und auch weniger zu arbeiten dann sollte es nicht an 200 Euro für Kleidung uns Kindersitz scheitern. Machen Sie diesen Job für die Kinder oder für Ihr Bild in der Gesellschaft? Natürlich ist eine Heimunterbrinung teurer, dort muss ja aber auch im Schichtbetrieb ausgebildetes Personal bezahlt werden. Viele Eltern sind nicht in der Lage ihre Kinder zurückzunehmen und dann bin ich sehr froh wenn diese Kinder kompetente Pflegeeltern haben die sich um sie kümmern, aber das bringt leider mit sich das es nicht die eigenen Kinder sind und der Staat ein Mitsparachereht hat. Das soll auch nur dem Schutz dieser Kinder dienen. Es wird nie alles richtig laufen egal wo dafür machenmenschen zu viele Fehler, wir können nur versuchen das beste daraus zu machen.
      lg

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