Stationäre Jugendhilfe: Eine WG, 6 Jugendliche, viel Wärme

Stationäre Jugendhilfe

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Ihr Lieben, wie läuft das eigentlich in einer WG der stationären Jugendhilfe? Wie arbeiten die Menschen dort, wie sieht der Alltag mit sechs Kindern aus, die nicht miteinander verwandt sind, nun aber quasi als Ersatzfamilie zusammenleben? Das haben wir unsere Leserin Sina gefragt, die uns sehr offen und teils auch anrührend geantwortet hat.

Liebe Sina, dein Arbeitsfeld ist die stationäre Jugendhilfe, was genau können wir uns darunter vorstellen? 

Ich arbeite in einer Wohngruppe (WG), in der Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters zusammenleben. Die WG ist ihr Lebensmittelpunkt und in der Regel leben sie dort bis zur Volljährigkeit (dies ist nicht in jeder WG der Fall, es gibt unterschiedliche).

Meine Arbeit besteht im Grunde darin all das zu tun, was sonst Eltern tun. Hier einmal exemplarisch ein Tagesablauf: Morgens die Kids wecken und für die Schule fertig machen, den Haushalt erledigen, Mittagessen vorbereiten, gemeinsam essen, bei den Hausaufgaben unterstützen, Freizeitgestaltung (Hobbys, Arzttermine, gemeinsame Ausflüge, etc.), Abendbrot, ins Bett bringen und nachts einfach da sein, wenn mal jemand nicht schlafen kann.

Der vermutlich größte Unterschied ist, dass ich alles dokumentieren muss. Zum Beispiel was wir an dem Tag gemacht haben, wie es den einzelnen Kindern geht, ob es besondere Vorfälle gab, Telefonate mit Schule/Ärzten etc., oder wie der Kontakt zu den Eltern verlaufen sind. Und was nicht vergessen werden darf – die Kids haben unterschiedliche traumatische Erfahrungen in ihrem Leben gemacht, die alle Auswirkung auf ihr jetziges Verhalten haben. Also kann der Alltag oft auch sehr herausfordernd sein.

Entsteht dadurch, dass die Kinder und Jugendlichen bei euch nicht nur kurzfristig untergebracht werden, sondern oft bis zur Volljährigkeit, eine Art Familiengefühl? 

Es gibt unterschiedliche Arten der Wohngruppen. Ich kann nur von der sprechen, in der ich arbeite. Wir versuchen, dass es einen familienähnlichen Charakter hat. Es wird gelacht, geweint, gestritten und vertragen. Wie in einer „normalen“ Familie auch. Und, ihr müsst euch vorstellen, dass die Kids in einer ganz klassischen Siedlung in einem stinknormalen Einfamilienhaus wohnen. Besucher, wie Familienangehörige, die zum ersten Mal da sind, waren oft verwundert, dass es so „normal“ aussieht, so als würde eine Familie da wohnen.

Bei Wohngruppen oder auch dem Begriff „Kinderheim“, wie es heutzutage eigentlich nicht mehr genannt wird, stellen sich viele oft etwas Klinisches und Steriles vor. So ist es bei uns nicht. Das bunte Leben findet in einem großen Haus statt. Jedes Kind hat ein eigenes Zimmer, was nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden darf. Dazu kommt ein Wohnzimmer, wo wir gemeinsam auf der Couch die Sonntage vor dem Fernseher verbringen, ein Esszimmer und eine Küche gehören auch dazu und natürlich ein großer Garten zum Toben.

Jedes Kind hat Familienangehörige und auf unterschiedliche Weise Kontakt zueinander. Sie werden immer „eine Mama und einen Papa“ haben und wir versuchen den Kids einfach ein Zuhause zu geben, in dem sie sicher aufwachsen können und somit eine gute Perspektive für ihr weiteres Leben haben. Je nachdem wie lang die Kids bei uns wohnen, stellt sich irgendwann das Gefühl von „das ist mein Zuhause“ bei den Kids ein. Aber es gibt dann immer noch das Zuhause von früher, bei der Herkunftsfamilie.

Was sind das für Menschen, die da zu euch kommen, welche Geschichten bringen sie mit?

Es gibt viele individuelle Geschichten. Oftmals findet die Fremdunterbringung (Lebensort außerhalb der Herkunftsfamilie) nicht auf freiwilliger Basis statt. Dann liegt das Sorgerecht zum Beispiel beim zuständigen Jugendamt. Das ist ein sehr komplexes Thema, ob und wie viele Teile des Sorgerechts den Eltern entzogen wird. Liegt das Sorgerecht bei den Eltern müssen diese der Unterbringung zustimmen, was in den meisten Fällen passiert.

Bis ein Kind in einer Wohngruppe aufgenommen wird, müssen vorher schon einige gravierende Dinge passiert sein. Dabei sprechen wir zum Beispiel von psychischem und physischem Missbrauch aller Art, der von den Eltern gegenüber den Kindern oder aber auch zwischen den Eltern oder sonstigen Familienangehörigen stattgefunden hat, sodass die Kinder es mitbekommen haben.

Auch Drogengebrauch oder Straffälligkeit der Eltern sind Gründe dafür, dass eine Unterbringung des Kindes außerhalb der Herkunftsfamilie in Erwägung gezogen wird. Aber auch eine schwere und langfristige Erkrankung oder ein Unfall der Eltern können dazu führen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ihrer elterlichen Pflicht nachzukommen.

Was ich damit deutlich machen möchte: Ja, oft sind es Geschichten, wo man sagen könnte, dass die Eltern die volle Verantwortung für die Missstände tragen. Aber manchmal sind es einfach unglückliche Umstände. So oder so – das Kind kann am allerwenigsten dafür und leidet darunter. Jedes Kind hat das Recht darauf sicher und geschützt aufzuwachsen.

Die Eltern sind in erster Linie dafür verantwortlich und es gibt verschiedene Gründe, warum sie dies nicht erfüllen können. Sind die Kinder gefährdet, sprechen wir von einer Kindeswohlgefährdung. Oft werden Nachbarn oder Institutionen wie Kindergarten und Schule zunächst auf Missstände aufmerksam. Je nachdem, wie gravierend die Situation in der Familie ist, kann eine Fremdunterbringung sehr schnell erfolgen oder aber es ist ein langer Weg, u.a. auch mit Zwischenstationen für die Kids, bis sie dann bei uns einziehen und zur Ruhe kommen können.

Zum Teil gibt es noch Familienangehörige, würdest du trotzdem sagen, dass ihr die Hauptbezugspersonen seid?

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Ja, im Alltag sind wir das definitiv. Einfach, weil wir alles Alltägliche mit ihnen machen. Es gibt Kinder, die sehen in regelmäßigen Abständen wochenends ihre Herkunftsfamilie. Das ist für alle Beteiligten eine tolle Zeit. Aber der Alltag mit Hausaufgabenstress, Mitbewohnerstreit und alles andere, ist einfach die Zeit, in der wir da sind.

Wir sind Ansprechpartner für alles und einfach Wegbegleiter. Manchmal ist es auch ganz praktisch: Hat ein „Pubertier“ Stress mit uns, kann es sich dennoch jederzeit z.B. per WhatsApp an die Verwandtschaft wenden. Andersrum auch. Wichtig dabei ist nur eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Angehörige, die gegen uns arbeiten, erschweren uns die Arbeit und folglich auch das Leben der Kinder.

Zusätzlich arbeiten wir mit einem Bezugsbetreuersystem. Jeder von uns hat ein (oder auch zwei) Kinder als sogenanntes Bezugskind. Ansprechpartner sind wir alle für die Kids, aber die einzelne Beziehung wird dann nochmal besonders gefördert, z.B. mit Einzelaktionen nur zwischen Kind und Bezugsbetreuer. Außerdem hat jeder Betreuer über sein Bezugskind den besten Überblick – wann stehen welche Termine bei Ärzten oder Ämtern an, Elterngespräche, was braucht das Kind usw.

Wie sieht so eine WG aus, wie viele Betreuende und wie viele Jugendliche gibt´s da? Wohnt ihr da alle zusammen – Tag und Nacht – oder hast du auch mal Feierabend? 

In der WG leben sechs Kinder und wir sind aktuell fünf Betreuende. Wir arbeiten in der Regel in 24-Stunden-Schichten. Dies ist, glaube ich, nur noch selten üblich in der stationären Jugendhilfe, aber wir haben uns bewusst dafür entschieden. Ich fange um 12 Uhr an zu arbeiten und am nächsten Tag um 12 Uhr habe ich Feierabend. So bekommen wir am Stück sehr viel mit von den Kids und wir müssen uns nicht mehrmals täglich die Klinke in die Hand geben.

Also bin ich zumindest für 24 Stunden Tag und Nacht da, aber wir haben alle unser eigenes Zuhause. Wir kommen nur für die Zeit unseres Dienstes dorthin. Die Kids wohnen dauerhaft da und für sie ist es ganz normal das jede Nacht jemand Anderes dort schläft. Also ja, wir können nachts auch schlafen und sofern es keine Zwischenfälle gibt und die Kids ruhig schlafen, können wir sogar durchschlafen. Feiertage und Wochenende verbringen wir ebenfalls mit den Kids und feiern zum Beispiel ganz toll Weihnachten miteinander.

Wie gestaltet ihr die Tage?

Ich wurde schon oft gefragt, was ich denn bei der Arbeit den ganzen Tag überhaupt mache. Ich beantworte die Frage gern mit einer Gegenfrage… was machst du mit deinen Kindern? 😉 Also wie schon in der ersten Frage oben beantwortet, gestalten wir die Tage vermutlich nicht viel anders als Familien. Mit allem, was dazugehört. Manchmal ist es etwas kompliziert aufgrund von den Altersunterschieden der Kids.

Bei Freizeitaktionen kann es schon mal schwierig werden auf einen Nenner zukommen. Aber selbst das werden alle Familien kennen, die Kinder unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Interessen haben. Und einen Alltag mit sechs Kindern zu organisieren, ist echt oft ein Balanceakt. Verschiedene Hobbys an verschiedenen Wochentagen, zusätzlich Arzttermine oder regelmäßige Therapietermine, Kontakte zu der Herkunftsfamilie und Verabredungen mit Freunden. Ich denke, auch das werden alle Familien mit mehreren Kindern gut nachvollziehen können.

Welche Ausbildung habt ihr BetreuerInnen und bekommt ihr auch Supervisionen und/oder Weiterbildungen?

Meine Kollegen haben eine Erzieherausbildung. Ich bin Sozialarbeiterin. Die Mindestanforderung, um bei uns arbeiten zu können, ist die Erzieherausbildung. Und ja, wir bekommen regelmäßig Supervision. Wir können uns austauschen über Arbeitsthemen, wie bestimmte Fälle oder Situationen. Es kann aber auch sehr hilfreich sein, um Spannungen im Team zu besprechen und sich einfach mal auszusprechen, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt. 

Grundsätzlich finde ich es sehr hilfreich auch bei Dienstübergaben mal zu quatschen, wenn es schwierige Situationen gab. So finden wir eigentlich immer einen guten Weg über Dinge zu sprechen, die uns belasten oder auch einfach mal tierisch nerven. Wenn ich eine Weiterbildung machen möchte, könnte ich dafür z.B. Bildungsurlaub beantragen oder diese einfach an einem freien Tag machen bzw. angepasst an meinen Dienstplan. Kommt ganz auf den Zeitumfang an. Alles eine Sache der Organisation.

Welche positive und welche nicht so schöne Situation wird/werden dir immer in Erinnerung bleiben?

Mir fällt direkt eine sehr konkrete nicht so schöne Situation ein. Ein Kind (noch sehr jung) saß vor mir, mit dem Gesicht sehr nah an meinem und hat mir mit einer unglaublichen inneren Wut folgende Worte gesagt: „Ich schlag dir gleich in deine Fresse“. Das Kind hat es – zum Glück – bei der Drohung belassen und es nicht umgesetzt.

Dieses Kind hat in jungen Jahren sehr viele, sehr unvorstellbar schlimme Dinge erlebt. Das rechtfertigt so ein Verhalten nicht, aber es ist eine Erklärung. In solchen Momenten wird mir immer wieder bewusst, wie sehr manche Kinder leiden unter dem, was sie erlebt haben. Es war einfach ein extremer Gänsehautmoment und das nicht von der guten Art. Und was ich auf jeden Fall auch erwähnen muss – die Coronazeit. Lockdown. Homeschooling. Coronafälle in der WG mit Quarantäne. Um es kurz zu fassen. Es war sowohl für Kinder als auch Betreuende eine enorm anstrengende und herausfordernde Zeit.  

Positive Situationen gibt es ganz viele. Die leuchtenden Kinderaugen an Weihnachten. Der allererste Kindergeburtstag und das Geburtstagskind, was sich noch am Tag danach ganz doll bedankt, dass ich alles dafür vorbereitet habe. Kinder, die sich sehr positiv entwickeln und tolle Wege gefunden haben, mit ihrer Geschichte umzugehen. Oder auch der gemeinsame Urlaub in den Schulferien mit unfassbar viel Spaß. Wir lachen viel, haben gemeinsame Insiderwitze. Die Kids verdrehen spaßeshalber die Augen bei meinen Marotten und ich bei ihren. Es ist oft ein großartiges Miteinander und das rufe ich mir immer ins Gedächtnis, wenn es mal nicht gut läuft.

Wie ist das, wenn jemand auszieht, gibt es da Rituale, was macht das mit dir persönlich? 

Wenn jemand auszieht, dann feiern wir zusammen Abschied. Meist gibt es einen Kuchen und wir sitzen alle zusammen und reden über Dinge, die wir gemeinsam erlebt haben. Auch gibt es ein Abschiedsgeschenk für das Kind. Seitdem ich dort arbeite, gab es schon verschiedene Abschiede. Abschiede die schwer waren, aber auch Abschiede die weniger schwer waren.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mir bei einem Abschied von einem Kind, welches ich nun seit 2,5 Jahren kenne, ein paar Tränen kommen würden. Das ist nur menschlich. Manchmal kann es Abschiede geben, die unzufriedenstellend sind, z.B. wenn ein Kind in dieser WG nicht mehr tragbar ist und in eine andere Einrichtung umziehen muss oder wenn von den Sorgeberechtigen Entscheidungen getroffen werden, die wir aus pädagogischer Sicht nicht nachvollziehen können. Letztlich können wir aber nicht jedem helfen. Wir geben unser Bestes!

Habt ihr zum Teil noch Kontakt zu Ehemaligen?

Ja, zum Teil ist das der Fall. Es ist auch spannend zu erfahren, wie der Lebensweg so weiterging. Auch die Kinder haben teilweise Kontakt zu ihren ehemaligen Mitbewohnern. Immerhin lebten sie manchmal sogar mehrere Jahre zusammen und haben eine freundschaftliche Beziehung zueinander aufgebaut.

Was lehrt dich die Arbeit und das Leben mit diesen jungen Menschen?

Ich brauche viel Geduld. Aber was ich auch schon gelernt habe: Meine Geduld muss nicht unendlich sein. Und selbst wenn ich ganz viel Verständnis für die Kinder habe, ist einfach irgendwann der Punkt gekommen, an dem meine Geduld und mein Verständnis ausgeschöpft sind. Das war für mich in den letzten Jahren auf jeden Fall ein Lernprozess. Und ich brauche viel Kreativität und Flexibilität. Denn auch wenn der Tagesablauf im Grunde immer gleich ist, ist trotzdem kein Tag wie der andere.

Wir wissen, was die Kinder erlebt haben in ihren jungen Jahren. Manchmal kennen wir gewisse Teile ihrer Vergangenheit nicht und können nur erahnen, was wahrscheinlich passiert ist. Und wie schon gesagt, die Kinder sind einfach nur unschuldig und können nichts dafür, was passiert ist. Wir tragen dazu bei, dass die Kinder, ab dem Zeitpunkt des Einzugs in die WG, einen anderen Lebensweg einschlagen und ihre Kindheit ab sofort ganz viel Positives beinhaltet. Gleichzeitig helfen wir beim Aufarbeiten des Erlebten. Es ist einfach grandios, wenn die Beziehungsarbeit gut funktioniert und dann zu spüren, wie ein Kind Vertrauen aufbaut und sich öffnet.

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12 comments

  1. wir können einen jungen mann der in so einer wohngruppe arbeitet.
    eine sehr wichtige, wertvolle und verantwortungslosvolle arbeit die dort geleistet wird!
    was er schon erzählt hat was er dort leisten muss, aber auch das leid das die kinder durch ihre erfahrungen in jungen jahren machen mussten, ist nicht zu unterschätzen.
    und jede unterstützung hierfür, auch in geldform, ist bestens angelegt! in die zukunft dieser kinder! die können nichts dafür für die umstände in denen sie aufgewachsen sind und was das für auswirkungen auf sie hat.

  2. Ein Glück, dass es solche Konzepte gibt und dann Menschen wie dich und deine Kollegen, die diese Aufgabe so herzlich ausfüllen! Eine mir bekannte Sonderpädagogin ist an einer Schule und hat da auch Kontakt mit Kindern, die in Wohngruppen wohnen, und die sich selbstbewusst und stabil entwickeln, weil ihr Umfeld ihnen dafür den Boden bereitet. Danke an euch!!!

  3. Ein sehr interessantes Interview. Mein vollster Respekt für die Erzieher, die diesen Kindern ein neues Zuhause bieten! Hoffentlich gibt es immer wieder Menschen, die Kindern, deren leiblichen Familien ihnen kein geborgenes Heim bieten können, ein Zuhause geben. Bei uns nebenan ist auch eine Wohngruppe für Kinder von 3-8 Jahren. Sie spielen oft draußen auf dem Hof und ich sehe die Arbeit der Erzieher. Diese Wohngruppe ist sogar in ein Mehrfamilienhaus eingegliedert mit eigener Terrasse und Zugang zum gemeinschaftlichen Hof. Ich finde es gut, dass die Wohngruppen heute in das normale Wohnumfeldgestaltung eingegliedert sind und nicht mehr große separate Häuser, wie die Kinderheime früher waren.

  4. Sehr interessant, wie das gehandhabt wird. Da müssen die Bezugspersonen wohl ganz viel Geduld, Verständnis und hohe Frustrationsgrenzen (gerade wenn die Eltern das positiv erreichte wieder zunichte machen) mitbringen.
    Schade nur, dass unser Staat für diese Fälle wieder mal ganz viel Geld ausgibt, während es bei normalen Kindern/Familien/Kita’s/Schulen an vielem mangelt.

    1. Was ist das nur für ein populistisches Geschwätz. Es gibt Studien, die belegen, dass jeder in Jugendhilfe investierte Euro auf lange Sicht Geld spart. Trotzdem gibt es zu wenig Heimplätze, Pflegefamilien und natürlich auch Erzieher:innen. An Deiner Stelle würde ich jeden Tag dafür beten, dass Deine privilegierten Kinder nicht zu „Fällen“ werden…. Ich wusste nicht, dass man sogar bei einer Heimunterbringung eine Sozialneiddebatte stricken kann.

    2. Lieber Holger,
      an was mangelt es Ihnen/Ihrer Familie/ Ihren Kindern denn, dass es mit dem Mangel eines Kindes aufnehmen kann, nicht in ein Elternhaus geboren zu sein, was die grundlegende und notwendige Fürsorgeverantwortung für das Kind aus welchen Gründen auch immer tragen kann?
      Ich finde die staatliche Fürsorge für Kinder und Familien aller Arten auch wichtig und sähe sie in vielen Bereichen gern stärker fokussiert auch durch Kürzung anderer staatl Ausgaben, aber nicht in Bezug auf dieses konkrete Thema.
      Liebe Grüße
      A.

    3. Mich erstaunt das so däml… Aussagen hier stehen während andere korrekt formulierte Meinungen zensiert werden?
      Wie arm muss man sein um auf Kinder und Jugendliche mit schlimmen Erlebnissen neidisch zu sein??? Unterirdisches Niveau! Aber warum sind denn Deine Kinder nicht gut genug versorgt? Warum setzt Du Dich nicht für Deine Familie ein und tust vielleicht mal etwas anstatt zu jammern? Wäre vielleicht sinnvoller als immer auf Andere zu schauen? Oder die Verantwortung für Deine Familie auf Andere zu schieben?

    4. Lieber Holger, der Staat gibt nicht genug Geld für die Kinder- und Jugendhilfe aus, genau, wie er nicht genug Geld für Schulen und Kitas ausgibt. Leider! Jeder Euro, der in die Kinder fließt ist ein Euro für die Zukunft!

    5. @Holger: Schade, dass deine zunächst doch eher positiv klingenden Worte durch den nächsten Satz in den Hintergrund rücken :/ Wir reden hier von Kindern/Jugendlichen, das sind Menschen und nicht „diese Fälle“, was sehr abwertend rüberkommt.
      Niemand hat behauptet, dass es gut ist, dass anderorts zu wenig Geld ausgegeben wird.
      Ich bin in einem privilegierten Umfeld aufgewachsen – für mich war all das was dazu gehörte „normal“. Aber welche Familie ist „normal“, welches Kind? Was ist normal? An welche Norm muss ich mich halten, um ein Kind ein normales Kind nennen zu dürfen?

      Ist es normal ohne seine Eltern aufzuwachsen? Für die Kinder in einer Wohngruppe ist es normal. Ist es normal Gewalt zu erfahren und massiv vernachlässigt zu werden? Für die Kinder war(!) dies in der Vergangenheit traurige Normalität…. Nur mal als Denkanstoß. 😉

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