Tischmanieren: Wichtig oder egal?

Mein Name ist Vanessa, ich habe zwei Jungs (6 und 8 Jahre alt). Bei uns gibt es immer wieder Streit um die Tischmanieren. Die Jungs lümmeln am Tisch, die Hände sind nie da, wo sie hingehören und zu oft fällt irgendwas runter. Das nervt uns Eltern extrem und jede – wirklich jede -Mahlzeit wiederholen wir: „Bitte setz dich richtig hin.“ oder „Die Hände bitte auf den Tisch.“ oder „Nur so viel auf den Löffel, wie auch in den Mund passt.“

Nach mehr als drei Jahren in dieser Dauerschleife müssen wir erkennen: Es bringt nichts. Die Jungs sitzen trotzdem weiterhin so da. Unsere Hoffnung, dass der stete Tropfen den Stein höhlt, war umsonst 🙂

Meiner Meinung nach gibt es nur zwei Möglichkeiten:

  1. Nichts mehr sagen und einfach darauf vertrauen, dass sie es irgendwann lernen. Mit 36 werden sie beim Geschäftsessen mit dem Chef dann hoffentlich nicht mehr so rumgammeln 🙂
  2. Sie vom Tisch wegschicken und sagen, dass sie erst wieder mit uns mitessen können, wenn das anders läuft.

Mich interessiert: Wie läuft das bei Euch? Sind Euch Tischmanieren wichtig? Was denkt Ihr, wie wir Eltern uns verhalten sollen?



7 comments

  1. Ich finde Tischmanieren wichtig. Die Regeln bei uns sind klar:

    -Wir machen keine lauten Ess- oder Trinkgeräusche

    -Die Hände sind auf dem Tisch.

    -Wir sitzen ordentlich am Tisch

    -Wir essen über dem Teller, damit nichts auf dem Tisch/Boden landet.

    -Wir nicht mit den Händen. (Außer Fingerfood natürlich)

    Zum zweiten Punkt ist zu erwähnen, dass es schwierig ist, für die Kleineren die linke Hand neben den Teller zu legen. Ich sag dann immer: „Bitte halte Deinen Teller fest.“

    Ich habe anfangs immer mit mir gehadert, Gast-Kinder zu tadeln, gerade wenn Mutter/Vater dabei waren. Aber irgendwann hab ich mir gedacht: „Hey, es ist mein Haushalt und es sind meine Regeln! Von daher sag ich auch anderen, dass sie sich bitte so oder so verhalten sollen.

    1. Meine Kinder kennen Regeln und Manieren am Tisch – denn mit einem gewissen Maß an Benehmen kommen sie später besser durchs Leben.
      Höflichkeit und Grundlagen des Verhaltens am Tisch/ beim Essen haben auch etwas mit Respekt für die Essenshersteller zu tun, meine 5(zwischen 7 und 28 Jahre alt) Kinder werden einbezogen, jeder ist mal dran, vorher/ mittendrin/hinterher…. Läuft es mal völlig daneben, darf das Kind gerne eine Pause machen und später alleine essen.
      Auch Tischgespräch und gegenseitiges Ausreden lassen / Zuhören üben wir von klein an, damit wir alle eine gute Familienzeit beim Essen haben.
      Schweigendes Essenreinstopfen ist schlicht wenig erbaulich, finde ich.
      Wenn die Kids die Grundlagen haben, ist auch außer Haus kein größeres Galama zu erwarten, was ich hilfreich finde.

  2. was ist euch denn wirklich wichtig? was stört euch wirklich? stört es euch auch zuhause oder nur beim essen unterwegs? stört es euch weil „man“ es eben so nxiht macht oder ist da wirklich eine persönliche grenze? wo liegt die? was stört daran das der löffle zu voll ist? wird dann das kind dreckig oder der tisch? ( da wär zb die regel das das kind dann sauber machen muss, wenn das sauber machen hinterher nervt). warum wird dauernd was umgestoßen? wann passiert das immer? müssen die kinder nach dem essen sitzen bleiben wenn sie fertig sind und „in die luft schauen“ bis alle fertig sind, kommt dann die unruhe? wie kann da vielleicht was geändert werden? mit hilft es oft heraus zu finden warum ich was möchte und was mich genau stört oder warum die Kinder es vielleicht gar nicht anderst können ( meiner schwester ist zb auch im späteren alter dauernd was runter gefallen , sie ist da einfach „tollpatschig“ udn sie dafür mit essens entzug zu bestrafen wäre da echt nicht angebracht). ich persönlich finde essensentzug und hungrig ins bett gehen lassen eh fragwürdig. aber meine kidner sind „erst“ 4 1/2 und 2. ich weiß natürlich nicht wie es in ein paar jahren bei uns läuft und was ich aus hilflosigkeit dann mal mache aber ich hoffe es funktioniert dann ohne sowas. mir kommt die idee, vielleicht hilft auch manchmal ein anderes setting, zu auf dem boden essen und da picknick machen ( um einfach das gemeinsame essen in was positives zu verwandeln und keine familienzeit während der dauernd ermahnt wird). oder nur fingerfood bei dem nix verschlappern kann….

  3. Mein Kleiner ist noch nicht so groß aber der Beitrag hat mich an meinen Bruder erinnert. Zuhause hat er immer halb auf dem Tisch gelegen, wollte diese nicht essen, das nicht essen, ist aufgestanden wenn er fertig war. Bei anderen war das nieeee ein Problem. Andere Eltern haben immer nur gesagt wie gut er sich benimmt, dass er höflich und freundlich ist. Iwann, da war er 12 oder so hat meine Mutter ihn mal gefragt : Bei Gesa isst du die Kartoffeln ohne was zu sagen, hier magst du sie nicht. Seine Antwort : Hier kann ich das ja sagen und mir was anderes nehmen.
    Ich bin gespannt wie es es bei uns laufen wird. Ich werde wahrscheinlich eher der Typ ‚ich habe keine Lust auf den Kampf und das Gelaber. Mein Freund ist eher so der Typ ohne Abendessen ins Bett.

  4. Mmhh … Die Kinder sind ja eigentlich alt genug, um ihr Benehmen auch mal zu reflektieren, oder?

    Meine Jungs essen zum Glück ganz ordentlich. Wir haben aber auch klare Regeln und machen deutliche Ansagen. („Wenn du noch einmal mit dem Stuhl kippelst, ist das Essen für dich heute vorbei.“ „Füße nach vorne.“ – beim 4-Jährigen.) Beim 1,5-Jährigen sind wir natürlich softer, weil er die Ansagen noch nicht versteht: „NEEEEIIN“ und Teller kurz wegziehen. Wenn er im Hochstuhl aufsteht, wird er max 3x ermahnt, sich hinzusetzen. Danach ist auch für ihn das Essen vorbei.

    Ein paar Mal Beispiel 1 durchziehen, dann müsste das doch bei Kindern, die gerne essen, funktionieren? Sollte aber gut erklärt sein, also a) warum die Kinder jetzt alt genug für Tischmanieren sind und b) was die wichtigsten Regeln sind und welche Konsequenz das Nichteinhalten hat. Kann aber trotzdem zu ein paar traurigen Abendessen führen…

    Allerdings glaube ich auch, dass das bei uns klappt, weil wir a) alle sehr gerne essen und b) das auch als Familienzeit begreifen. Daher sind ins Manieren und gewisse Regeln (alle fangen gemeindam an zB) sehr wichtig und wir haben damit sehr früh und konsequent angefangen.

    Wie wichtig ist euch das denn wirklich? Man kann als Eltern nicht jeden Kampf kämpfen, nur die, die einem wirklich wichtig sind. Bei dem einen ist es dann das „lasst uns Eltern am Wochenende ausschlafen“ (unmöglich bei uns!), bei dem anderen gewisse Tischregeln.

    Weiterer Gedanke: Da es wohl einige Baustellen bei den Manieren gibt, vielleicht eine nach der anderen angehen? Woche 1 richtig sitzen. Woche 2 dann „Löffel nicht zu voll“ dazu?

  5. Boooaaahhh, du beschreibst genau unsere Situation. Auch mir fehlt in dieser Hinsicht die Idee. Es wird und wird nicht besser.

    Allerdings finde ich, dass es zu akzeptieren und zu hoffen keine Lösung ist. Mich stört der Anblick selbst so, dass ignorieren wohl nicht in Frage kommt. Da rückt die Überlegung, dass Tischmanieren einfach auch zum guten Ton dazugehören, sogar in den Hintergrund.

    Es hilft wohl nichts – wir machen weiter.

    Die Idee mit dem Wegschicken habe ich in Erwägung gezogen und verworfen.Ich halte die Diskussion und den Ärger der damit verbunden wäre, einfach nicht lange genug durch. Außerdem möchte ich auf unsere gemeinsame Essenzeit nicht verzichten.

    Wir versuchen es gerade mit Prioritäten setzen:Nur darauf konzentrieren, dass Kind x nicht kippelt und Kind y nicht schmatzt.Es wird dreimal was gesagt.Ansonsten nicht mehr um die Stimmung nicht völlig in den Keller abrutschen zu lassen.

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