Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

ikea6

Hey Lisa, 

wie geht’s, wie steht’s? 

Keine Frage, wir haben uns nach fast zwei Jahren Elternsein, was DAS Thema angeht, zu genüge ausgetauscht, aber dann und wann poppt es mal wieder auf. Die ewige Diskussion, die auch die Eltern aus einer Bilderbuch-Ehe kennen, was, wieviel, wer, wann macht. Ist die Belastung auch gleich verteilt? Wer ist abends müder? Wer hat sich da eine Stunde ungestraft zum Friseur verzogen? Und wer hat da schon wieder einen neuen Pullover an? Er übrigens öfters als ich, aber lassen wir das…

Wenn ich den Tag aus dem Blickwinkel meines Mannes auf mich beschreiben müsste, dann sähe er so aus: 

Ich stehe gemütlich mit Sohnemann um halb 9 Uhr auf. Ja, das ist tatsächlich so, weil mein Sohn sich vom schlechtgelaunten Frühaufsteher, zum gelassenen Langschläfer entwickelt hat. Mein zufälliges Glück. 

Dann gehen wir ins Bad, duschen meistens zusammen. Neeeiiin, die Dusche mit einem Kleinkind zu teilen ist so megaentspannend, das glaubt man gar nicht. 

Wir spazieren in der Herbstsonne zur Kita und Mama setzt sich dann schön ins Café. Dass sie Bloggen, sich um ihr Buch kümmern muss, zur Uni geht, die Einkäufe macht, zuhause noch die S*****-Küche von gestern aufräumen muss, lassen wir in der Fantasie des Gattens mal außen vor, ich sitze also da mit einer Nagelfeile in der rechten Hand und überlege mir, was ich heute so Lustiges bloggen könnte und vetreibe mir dann die Langeweile mit ein paar Klatschmagazinen, bis ich den Sohn von der Kita abholen kann.

Nachmittags kommt ja dann eh die Oma vorbei und fürs Maxime-Betreuen, Kochen, Schreianfälle aushalten, den ganzen Mist wieder wegräumen und meistens noch einen lustigen Arzt/Hebammen/etc.-Termin machen, habe ich ja die Zauberfee und wenn die nicht kann, helfen die Heinzelmännchen oder das Rumpelstilzchen höchstpersönlich aus…

Das alles während ER tagsüber, meiner Meinung nach, im Büro sitzt, Besprechungen über die neueste Fifa-Version als Termine tarnt, eine rauchen geht oder mit Kollegen, die Welteroberung oder das Wochenende plant. 

Gibt es eine Lösung, eine echte Antwort auf die Frage, was, wer, wie den ganzen Tag macht? Ich glaube nicht.

Eure Caro xxx

 

d043834378b94581aacabc9a58d28cd5

Du magst vielleicht auch

6 comments

  1. Oh man.
    Ossi, du mit deinen Teenagern… Babys und Kleinkinder brauchen noch 24/7 Betreuung und darum geht es hier! In 40 Jahren können unsere Kinder hoffentlich einiges selbst. Und überhaupt, lass mal das Gemobbe!

  2. Arbeitsteilung als Paar
    Liebe Caro,

    zufällig stieß ich auf Deinen Blog.
    Ich bin zweifache Mutter (Söhne, 14 und 16), verheiratet, 43 Jahre alt, voll berufstätig als Akademikerin, kenne also die Arbeitsbelastung einer Familie gut.

    Ständig höre ich von Kollegen, dass sie ihre Frauen verlassen, weil sie sich von ihnen überfordert fühlen: Sie verdienen das Geld allein, und wenn sie nach Hause kommen, wartet dort noch die Hausarbeit. Die Frauen, obschon zuhause, erledigen sie nicht – auch dann nicht, wenn ihre Kinder Ganztagseinrichtungen besuchen.

    Es gibt kein warmes Essen, weil die Frauen oftmals gar nicht kochen können. Die Frauen beschweren sich noch, dass sie ganztags mit den Kindern spielen müssen, wenn in den Ferien die Kita zu ist. Meine Beobachtung: Die Männer, die so etwas 40 Jahre lang hinnehmen, die gibt es nicht mehr. Für die Frauen kommt früher oder späöter das böse Erwachen.

    Ich rate Dir und Deinen Leserinnen, Eure Männer stärker zu entlasten.

    Deine Ossi

  3. Kenn ich…
    … zum Glück kann ich Papamulle gerne mal das Kind „aufdrücken“, so dass er schnell merkt, wie der Hase mit Baby/Kleinkind so läuft. Es ist doch in jeder Familie iiiirgendwie das gleiche. Schön zu lesen 😉

  4. Nun…
    …nach fast zwei Jahren hat er den Verlust seiner Privatsphäre verkraftet. Ach, es ist eine ewige Acht… :-)!

    Lieben Gruß,

    Caro

  5. Ach ja…
    …beruhigend, dass es nicht nur mir/uns so geht. Immer wieder ein Streitthema, bei dem regelmässig denke, dass das was ich sage, nicht ankommt. Gar nicht rochtig nachvollziehbar ist, da er ja „nur“ ein Papatag pro Woche hat. Dabei macht mein Freund enorm viel, ich glaube es liegt eher an mir und an das akzeptieren der neuen „Rolle“…
    Wie geht denn Pausti damit um?

    Liebe Grüsse
    Claudia