„Wir fordern einen Mutterschutz auch für Fehlgeburten vor der 20. Woche“

Fehlgeburten

Ihr Lieben, wir stellen euch heute Natascha Sagorski vor, die nicht nur das Buch „Jede 3. Frau: 25 Frauen erzählen von ihren Schwangerschaften ohne Happy End – und wie sie danach trotzdem ihren Weg gefunden haben“ geschrieben, sondern auch eine Petition für einen gestaffelten Mutterschutz nach Fehlgeburten ins Leben gerufen hat.

Sie fordert einen gestaffelten Mutterschutz für Frauen, die vor der 24. Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleiden. Denn all den Frauen, die bereits in der 19. Woche oder früher eine Fehlgeburt hatten, steht weiterhin kein Mutterschutz zu. Das bedeutet, dass Frauen, die wochen- und monatelang ihr Kind unter dem Herzen getragen haben, weiterhin kein Anrecht auf Mutterschutz haben. Hier erzählt sie ihre eigene Geschichte.

Warum wir uns alle mit Fehlgeburten beschäftigen sollten (auch wenn wir keine Lust dazu haben)

Hätte man mir vor drei Jahren erzählt, dass ich einmal ein Buch über Fehlgeburten schreiben würde, hätte ich es nicht geglaubt. Ich lese gerne Romane, die in der Sonne spielen, schaue am liebsten Filme mit Happy End und versuche mich – soweit es geht – mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen.

Deswegen habe ich zu Beginn meiner ersten Schwangerschaft auch die Doppelseite des Ratgebers für werdende Mütter, die sich mit Fehlgeburten beschäftigt hat, schnell überblättert. Lieber gar nicht erst mit so etwas negativem beschäftigen, dann passiert es dir auch nicht, war meine Devise. Tja. Die Natascha von heute würde der Natascha von damals am liebsten den dicken Ratgeberwälzer über den Schädel ziehen. Denn das war nicht besonders klug von mir.

„Ich verlor mein Baby in der 10. Woche“

Als ich mein Baby in der zehnten Schwangerschaftswoche verloren habe, war ich wie in einer Schockstarre. Mit den Worten meines Gynäkologen während des Ultraschalls „Leider kann ich keinen Herzschlag mehr finden“ hatte ich nicht gerechnet. Ich wusste nichts über Fehlgeburten, dachte eine Fehlgeburt würde zwangsläufig mit starken Schmerzen und viel Blut vonstatten gehen.

Nichts davon war bei mir der Fall. Im Gegenteil, ich hatte jede Menge Schwangerschaftssymptome und da mein Körper auch noch nicht verstanden hatte, dass das Baby in mir tot war, wuchs meine Gebärmutter fleißig und das erste kleine Schwangerschaftsbäuchlein begann sich gerade zu wölben. Und dann auf einmal so ein Satz, der deine ganze bunte Welt innerhalb von Sekunden grau färbt.

Jede dritte Frau erlebt eine Fehlgeburt im ersten Trimester

Ich wusste damals nicht, dass jede dritte Frau eine Fehlgeburt im ersten Trimester erlebt. Dass viele von ihnen sogenannte Missed Abortions, also verhaltene Fehlgeburten haben, die erst beim Ultraschall vom Arzt entdeckt werden. Und ich wusste nicht, wie man mit einer Fehlgeburt umgeht, geschweige denn, was der medizinische Weg ist.

Mein Arzt erklärte mir meine Möglichkeiten und ich entschied mich für eine Ausschabung, aber ganz ehrlich: Wirklich aufnahmefähig war ich in diesem Moment nicht. Es hatte mir im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlagen.

Der Tag der Ausschabung war schlimm

Der nächste Tag, an dem mir nach zehnstündiger Wartezeit mein Baby ausgeschabt (was für ein unpassendes Wort ist das denn bitte?) wurde, war mit der schlimmste in meinem Leben. Und die Ärztin, die mir – während ich noch blutend im Krankenbett lag – sagte, dass ich am nächsten Tag wieder ins Büro könnte und keine Krankschreibung benötigen würde, machte mich noch sprachloser.

Ich war wirklich hilflos und fühlte mich leer, verletzt und hatte das Gefühl, dass ich mein Baby alleine gelassen hatte. Ich wollte mit niemandem sprechen, was für mich wirklich sehr ungewöhnlich ist. Nur der Austausch mit meinem Mann, der ja genauso unser Baby verloren hatte, half mir.

„Ich suchte nach der Fehlgeburt Verbündete“

Nach außen hin übernahm mein Mann auch das Sprechen für mich, organisierte eine Krankschreibung von meinem Hausarzt und informierte meine Mutter darüber, was passiert war. Ich zog mich zurück und suchte nach Literatur zu Fehlgeburten.

Ich bin Autorin, hatte damals schon mehrere Bücher geschrieben und fühlte das Bedürfnis, Texte zum Thema zu lesen, um zu heilen. Ganz besonders suchte ich nach Erfahrungsberichten von anderen Frauen. Frauen, die dasselbe erlebt hatten, aber denen es heute wieder gut ging, die es geschafft hatten, die Trauer zu überwinden und das Lachen wiederfinden konnten. Solche Geschichte wollte ich lesen.

Viel zu wenig Wissen über Fehlgeburten

Ich fand einige davon im Internet, aber kein Buch, das sich ganz solchen Geschichten widmet. So wuchs leise die Idee zu „Jede 3. Frau“ in mir. Und je mehr ich recherchierte, umso schockierter war ich, wie wenig ich, und ich würde behaupten der Großteil der Frauen, über Fehlgeburten wusste und wissen.

Für ÄrztInnen ist es völlig normal, dass jede dritte (und die Dunkelziffer halten viele für noch höher) Frau eine Fehlgeburt erleidet, aber dieses Wissen ist bei Frauen, auch bei Frauen mit Kinderwunsch nicht weit verbreitet.

Sternenkindersprechstunde und Hebammenbetreuung

Man bekommt Broschüren ohne Ende zum Einlagern von Nabelschnurblut, der richtigen Ernährung oder Yoga während der Schwangerschaft überreicht, aber die Information, dass die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt leider recht hoch ist, die wird so gut wie keiner Frau mit an die Hand gegeben.

Auch dass Frauen nach einer Fehlgeburt eine Hebammenbetreuung zusteht und es großartige Vereine wie beispielweise die Sternenkindersprechstunde München gibt, die betroffenen Eltern zur Seite stehen und unter anderem „Leere Wiege“-Kurse anbieten, wird kaum einer Schwangeren gesagt. Und ich glaube das ist ein großer Fehler.

Wissen kann schützen

Denn natürlich möchten wir uns (die alte Natascha war ja genauso) nicht proaktiv mit negativen Dingen auseinandersetzen. Doch Wissen schützt auch. Mich hätte das Wissen, wie „normal“ und häufig Fehlgeburten sind, davor bewahrt, mich so alleine und wie eine Versagerin zu fühlen.

So viele Frauen erleben dasselbe und wissen nicht voneinander. Auch das wollte ich mit meinem Buch „Jede 3. Frau“ ändern. Ich habe mit 25 Frauen (und einem Mann) über ihre Schwangerschaften ohne Happy End gesprochen und ihre Geschichten aufgeschrieben. Es sind Geschichten für die man sich nicht schämen muss, Geschichten wie sie jeden Tag passieren und Geschichten, die Betroffenen das Gefühl geben, nicht alleine zu sein.

Jede 3. Frau: Ein Buch wie ein Kaffeekranz

Eine Frau meinte zu mir, das Buch zu lesen hat sich in etwa so angefühlt, als würde sie mit vielen Freundinnen in einem Kreis sitzen, Tee trinken und jede würde den anderen ihre Geschichte erzählen. Denn dieses Gefühl, dass man nicht alleine ist und andere genauso fühlen, das ist so wichtig und wir können es nur erreichen, wenn wir über unsere Fehlgeburten sprechen.

Auch nur so werden wir mehr Rechte für Frauen nach Fehlgeburten erreichen können. Denn diese Ärztin in der Klinik, die mir sagte, ich könne am nächsten Tag wieder arbeiten gehen, war leider kein Einzelfall.

Petition für gestaffelten Mutterschutz nach Fehlgeburten

So viele Frauen haben mir erzählt und mir geschrieben, dass sie nach ihrer Fehlgeburt schnell wieder funktionieren mussten. Denn nicht jeder Arzt ist sensibel und schreibt Frauen erstmal krank. Erstaunlich viele sind der Ansicht, das wäre nicht nötig. Deswegen setze ich mich mit einer Petition für gestaffelten Mutterschutz nach Fehlgeburten ein.

Ich habe über die Sternenkindersprechstunde München von dieser Idee erfahren und glaube, dass ein gestaffelter Mutterschutz den idealen Schutz für Frauen nach Fehlgeburten darstellt. Natürlich ist es nicht machbar, einer Frau, die ihr Baby in der sechsten Woche verliert, genauso viel Mutterschutz zu ermöglichen wie einer Frau, der das in der 40. Woche passiert.

Eine Frau, die ihr Baby verliert, sollte nicht direkt arbeiten müssen

Aber ich bin sicher, dass eine von einer Expertenkommission erarbeiteten Staffelung, einen guten Kompromiss ermöglichen kann. Denn keine Frau, die ihr Baby verloren hat, sollte am nächsten Tag wieder funktionieren oder bei ihrem Arzt um eine Krankmeldung betteln müssen. Deswegen freue ich mich über jede Unterschrift.

Tja und selbstverständlich beschäftige ich mich auch heute noch am liebsten mit positiven Dingen, aber ich habe gelernt, dass es kaum etwas Positiveres geben kann, als aus einem schrecklichen Erlebnis wieder positiv und gestärkt hervorzugehen. Das Schreiben von „Jede 3. Frau“ hat mir zum Beispiel dabei geholfen, meine Fehlgeburt zu verarbeiten und das Buch selbst hilft nun anderen Frauen, das Gleiche zu tun. Und was könnte bitte positiver sein als das?

Gewinnspiel: Wir verlosen das Buch „Jede 3. Frau“

Ihr könnt das Buch Jede 3. Frau hier nun gewinnen. Schreibt uns doch einfach kurz hier in die Kommentare, warum es euch interessieren würde, unterschreibt gern die Petition und hinterlegt eure korrekte Mailadresse, damit wir euch über einen möglichen Gewinn auch informieren können. Wir drücken die Daumen!

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42 comments

  1. Ich musste leider auch 5 Fehlgeburten erleben, die Zahl ist immer noch unfassbar für mich. Daher würde ich in dem Buch gern erfahren, wie andere Frauen ihren Weg weiter gegangen sind.

  2. Ich fühle mich auch von dem Artikel angesprochen. Meine Fehlgeburt (8. Woche) ist schon 14 Jahre her. Jedoch möchte ich einen anderen Aspekt beleuchten. Ich wollte meine Schwangerschaft damals bis zur 12. Woche geheim halten, und auf keinen Fall wollte ich, dass mein Chef vorzeitig etwas von meinem Kinderwunsch erfährt. Daher habe ich mich für den Tag der Ausschabung sowie den Tag danach ganz normal krank gemeldet. Für 2 Tage brauchte ich nicht mal ein Attest.
    Mutterschutz anzumelden hätte ich nicht gewollt. Dann hätte ich meinen Kinderwunsch ja quasi öffentlich machen müssen , und dann hätte ich mich gefühlt, als wenn mich jeder nur noch beobachtet, wann ich wieder schwanger werde… Von daher war ich sehr froh, dass es auf der Arbeit niemand gemerkt hat und ich es erst ein halbes Jahr später verkünden konnte, als ich (juhuu!) mit meiner zweiten Schwangerschaft die ersten 12 Wochen geschafft hatte.
    Mutterschutz bei einer Fehlgeburt ist daher in meinen Augen nicht für jede Frau die beste Lösung. Eine Krankschreibung, bei der der Arbeitgeber ja nicht über die Diagnose informiert wird, finde ich da immer noch besser.

    1. Bin zu 100% deiner Meinung, Chris. Bis zur 12. Woche hätte ich niemals niemanden von meinen Schwangerschaften erzählen wollen und am allerwenigsten meinem Chef und Arbeitskollegen.

  3. Ich bin aktuell in der 8 SSW und die Angst einer Fehlgeburt begleitet mich eigentlich täglich, weil ich auch im Freundes- und Bekanntenkreis viele Freundinnen habe, die dies erlebt haben. Ich finde es sehr gut, dass dieses Thema nicht mehr verschwiegen wird.

  4. Ich bin Hebamme und begleite Frauen auf ihrem Weg zu den kleinen Geburten. Ich bin immer sehr dankbar über Literatur zu diesem Thema.

  5. Das ist ein sehr spannendes Thema. Für mich persönlich ist es auch eine Herzensangelegenheit, da ich selber drei Fehlgeburten hatte. Ich war mir sehr wohl bewusst, dass es häufig passiert. Wenn es einen dann selber trifft ist der Schock darüber trotz allen Wissens riesig. Und wenn es einen drei mal trifft, beginnt man gelegentlich – auch wenn man es eigentlich besser weiß – an seinem Körper zu zweifeln.
    Man muss einfach lernen damit umzugehen und das braucht Zeit. Für den einen mehr… für den anderen weniger.
    Ich wünsche allen Müttern (und auch Vätern) die so etwas durchmachen müssen viel Kraft.

  6. Auch wir haben zwei Sternenkinder und ich finde es sooooo wichtig, dass über diese noch so kleinen Menschen gesprochen wird – denn sie waren da- wenn auch nur kurz

  7. Hatte selber 2 Missed Abortion jeweils in der 7 Woche.Hatte aber das Glück immer 2 Wochen krank geschrieben worden zu sein.Es müsste mehr aufklärung geben auch das Freunde und Verwandte mehr über das Thema wissen.So das dann nicht Sprüche kommen wie das nächste mal klappt es oder dann hat was mit dem Kind nicht gestimmt.Das will man alles nicht hören.Würde mich sehr über das Buch freuen.Um auch mal andere Geschichten zu hören

  8. Ich bin selber betroffen. Habe mein Sternlein in der 11 SSW verloren. Es wurde einfach „entfernt“ da ja der Körper eine natürliche Auslese macht, wurde mir gesagt. Für mich brach eine Welt zusammen, mein Wunschkind war tot. Es gab keine Info oder Anteilnahme. Ich sollte auch sofort wieder zur Arbeit.
    Ich finde egal wie weit die Schwangerschaft ist man ist Mama ob in der 5 SSW oder ein geborenes Kind zu haben….

  9. Hallo in die Runde,

    Ich würde mich sehr über das Buch freuen. Auch mit hat es im Dezember völlig unerwartet getroffen. Nach langen hin und her, kam in der 10. Woche die Diagnose Eileiterschwangerschaft. Und so musste ich mein zweites Wunschkind am 23.12.21 zu den Sternen gehen lassen. Es fühlt sich für mich an wie Mord, hatte der Zwerg doch einen Herzschlag als sie mich operierten. Aber bei einer Eileiterschwangerschaft gibt es leider keine andere Möglichkeit.

    😔

  10. Ich finde hier Aufklärung enorm wichtig! War selbst betroffen….8.SSW….man wird völlig alleine gelassen. Der gestaffelte Mutterschutz wäre ein erster Schritt….habe die Petition unterschrieben 👍Tolle Sache!

    1. Hallo, das ist ja ein tolles Buch! Ich betreue als Hebamme sehr „gerne“ Frauen rund um die Fehlgeburt, es ist eine enorm wichtige Arbeit und ich bin auch immer wieder schockiert über die Verhaltensweise von manch medizinischem Personal. 🙁 hatte selbst zwischen meinen beiden lebenden Kindern eine FG in der 12. SWS, zu Hause und in Würde. In dem Moment war ich heilfroh, dass ich wusste, das das nicht gefährlich ist und ich nicht zwingend medizinische Hilfe brauche. Nach tiefer Traurigkeit und leere (deren Intensität ich vorher auch unterschätzt hatte), habe ich aus diesem Erlebnis sehr viel Kraft und Stärke ziehen können.

  11. Meine Mutter hatte nach uns drei Töchtern noch zwei Fehlgeburten. Ich war damals 5 Jahre alt und weiß noch sehr genau, wie traurig meine Mutter war. Aber auch wie enttäuscht ich selber war, weil ich mich schon so auf mein Geschwisterchen gefreut hatte. Ich wollte so gerne auch “große Schwester“ sein (bin die Jüngste von uns Dreien).
    Das alles war zu Beginn der 70er Jahre, wo an Empathie für die Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten, noch gar nicht zu denken war. Um so trauriger, dass sich diesbezüglich auf seiten vieler ÄrtztInnen und dee Gesellschaft immer noch nicht viel getan hat!
    In meinen drei Schwsngerschaften und insbesondere in der ersten, die eine Zwillingsschwangerschaft war, hatte ich bis zur 12. Woche große Ängste, und bei den Zwillinge hielten diese Sorgen bis zur Geburt in der 34. Woche. Zum Glück ist alles gut gegangen und wir haben insgesamt 4 gesunde Söhne bekommen.
    Das Buch klingt sehr spannend und ich würde es gerne gewinnen.

  12. Liebe Frauen,
    wie bereits im Beitrag angemerkt, habt ihr auch bei einer Fehlgeburt Anspruch auf Hebammenbetreuung. Ihr müsst das nicht alleine durchstehen.
    Weiters ist eine Ausschabung (zumindest im 1. Trimester) nur in seltenen Fällen wirklich erforderlich. Der Körper schafft eine Fehlgeburt durchaus natürlicherweise und von selbst.
    Auch nach einer MA könnt ihr entweder abwarten bis der Körper den Abgang selbstständig einleitet (das ist NICHT gefährlich, sofern ihr dabei keine starken Schmerzen, Fieber oder sonstiges Unwohlsein entwickelt) oder medikamentös einen natürlichen Abgang einleiten (dafür hatte ich mich damals entschieden).
    So konnte ich meine FG würdevoll zu Hause mit der Begleitung meines Vertrauens durchstehen.
    Sehr dankbar bin ich auch für meine überaus einfühlsame Ärztin, die mich wirklich in diesem Prozess begleitet und nicht reflexartig „Ausschabung!“ gerufen hat.
    Mein Mann und ich konnten uns von unserem „Würmchen“ bewusst verabschieden und haben Vergissmeinnicht auf sein „Grab“ gepflanzt. Gerade eben blühen sie wieder und zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht, in liebevoller Erinnerung an meinen Stern.🙂
    Ich fand das ein gutes Ritual um los zu lassen und wieder nach vorne zu blicken.

  13. Wir sind ebenfalls betroffen mit drei Sternenkindern (9.SSW, 11. SSW UND 14. SSW) Eins daheim als kleine Geburt bekommen und zwei mit Kürettage im Krankenhaus“entfernt“. Insbesondere in der Klinik sind alle sehr unsensibel mit mir umgegangen und ich habe mich total allein und schuldig gefühlt. Vielleicht wäre es nicht nur schön einen Mutterschutz anzustreben, sondern ein Recht auf seelische Betreuung in den Wochen danach. Und gar einen Beistand im Krankenhaus. Durch Corona waren keine Besuche erlaubt. Ich musste stundenlang warten, bis ich mal „zwischengeschoben“
    werden durfte als unwichtige OP. Begrüßt wurde ich im OP-Saal mit: Da ist ja die Kürettage. Eigentlich sollte das Thema Fehlgeburt im Studium mehr Platz einnehmen. Besonders traurig finde ich, dass gerade das weibliche Personal so extrem unsensibel ist.

  14. Hallo, wie wahr!
    Auch ich hatte fast genau vor 14 Jahren eine missed abortion. Eigentlich war ich in der 12. Woche. Dachte, ich hätte die Risikozeit überstanden. Aber das Herzchen, was ich bereits hatte schlagen sehen, muss kurz nach dem letzten Ultraschall in der 9. Woche aufgehört haben zu schlagen.
    Dann ging alles schnell. Ausschabung, Krankschreibung für 1,5 Wochen und back to normal. Im Nachhinein hätte ich mein „Baby“ gern beerdigt und wäre gern länger zu Hause geblieben. Aber das schien keine Option.
    Nach harten 6 Monaten bin ich zum Glück wieder schwanger geworden. Meine Frauenärztin war sehr verständnisvoll und ich hatte anfangs viele Kontrolltermine. Heute ist mein Sohn 12 Jahre alt – seine Geburt hat den größten Schmerz in mir geheilt. Aber es war eine harte Zeit. Ich weiß auch nicht, was mit mir „passiert“ wäre, also wie es mir weiter ergangen wäre, hätte ich nicht zeitnah ein Kind bekommen.

    Euch allen da draußen: viel Kraft.
    Das Buch hört sich toll an und ist wichtig. Ich würde es gern lesen.
    Die Petition ist auch wichtig.

    ❤️ Katja

  15. So ein wichtiges Thema und das Buch hört sich sehr viel versprechend an.
    Wir mussten vor unserer Tochter leider auch zweimal die Erfahrung machen. Ich war grundsätzlich schon sehr ängstlich in den Schwangerschaften, da ich nur mit medizinischer Hilfe schwanger werden kann und wir vorher viele Fehlversuche hatten. Als ich dann endlich schwanger war, war die Freude riesig. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es jetzt auch noch Probleme mit dem Schwanger bleiben gibt. Bei der ersten Ausschabung wurde ich zusammen mit einer Frau, bei der gerade die Geburt ihres lebendigen Kindes eingeleitet wurde, in ein Zimmer gesteckt. Die freudige Erwartung dieser Frau mit zu erleben, hat bei mir zu einem völligen Nervenzusammenbruch gesorgt… Arbeiten sollte ich dann auch am nächsten Tag wieder. Mein Hausarzt hat mich dann zum Glück für eine Woche krank geschrieben…

    1. Ich gehe langsam auf die 40 Jahre zu, habe es bisher noch nicht geschafft schwanger zu werden, habe aber Angst davor, dass es dann schief gehen könnte. Vielleicht würde mich dieses Buch entspannter werden lassen.

  16. So wichtiges Thema! Ich finde es toll, dass sie sich so dafür einsetzt. Ich bin damals – da meine Ärztin leider im Urlaub war – auch nicht an eine besonders taktvolle Vertretung geraten und war erst im Nachhinein schockiert über so wenig Empathie.
    Das Buch wäre toll. Unsere Fehlgeburt liegt jetzt knapp zwei Jahre zurück und inzwischen haben wir unser zweites kleines Wunder, aber so richtig drüber reden konnte ich auch nie mit jemandem.

  17. Da ich selber.eine Fehlgeburt in der 19.woche hatte interessiert mich das Thema.sehr
    Mein Regenbogenkind.iat schon 2:-)es kann gut weitergehen….

  18. Finde das eine ganz tolle Sache. Hatte selbst in der 6ssw eine Fehlgeburt. Habe es nie in Frage gestellt, gleich danach wieder arbeiten zu gehen. Weil es „normal“ erschien. Aber nein, das ist es nicht. Und ja, die Dunkelziffer wird weit höher liegen, bei vielen Frauen geht mit der normalen Regelblutung der Fötus ab, wobei sie gar nichts von ihrer Ss wussten. Fast alle meine Freundinnen hatten ebenfalls eine Fehlgeburt. Ich würde das Buch gerne gewinnen, lese sowieso gerne und wenn es dann noch Erfahrungsberichte sind, umso besser. Liebe Grüße

  19. Ich selber habe drei Kinder und musste das nicht durchstehen. Ich habe es aber bei einer sehr guten Freundin miterlebt. Sie hat viele sternenkinder, auch lebende echte. Aber die sternenkinder sind immer noch ein Teil von ihr. Ich hätte dieses Buch gerne, damit ich es ihr geben kann. Damit sie im Nachhinein noch etwas aufarbeiten kann.

  20. Vor 6 Wochen und 3 Tagen passierte mir das gleiche Schicksal. Es reist einem die Füße weg und es ist schwer daran nicht zu zerbrechen. Auch ich habe nach Literatur und verbündeten Gesucht. Meine Hebamme war zum Glück für mich da. Sie kannte mich schon von den beiden großen. Gemeinsame Gespräche haben mir etwas geholfen besser damit umzugehen aber gern hätte ich mir selbst mehr Zeit gegeben…ich Petition ist so wichtig und wertvoll für alle Frauen. Es ist auch Achtung und Respekt der Frau gegenüber. Ich würde mich sehr über das Buch freuen.

    1. Liebe Melanie, mich persönlich verletzt es beim lesen, dass du Stenenkinder als nicht „echt“ benennst. Ich denke, das Gefühl kann wohl nur ein Elternteil mit einem verlorenen Baby nachvollziehen, aber wenn du mit deiner Freundin darüber redest, kannst du ja vielleicht noch mal drüber nachdenken. Herzliche Grüße

      1. Rebecca
        Hier steht, weder im Text noch in irgendeinem Kommentar, AN KEINER STELLE etwas davon das Sternenkinder nicht “ echt“ wären? Wo lesen Sie das? Bei allem Respekt fürs Trauma bitte nichts erfinden was garnicht da steht??? Melanie und die Anderen haben sehr empathisch ihre eigene Situation dargelegt…

        1. Silvia, bitte einmal tief durchatmen! Der Kommentar von Rebecca bezieht sich auf den vorherigen Post von Fränze, die sich da tatsächlich etwas unglücklich ausgedrückt hat. Und Rebecca hat wohl in ihrer verständlichen emotionalen Betroffenheit die Kommentare von Fränze und Melanie durcheinander gebracht.

    2. Liebe Melanie,
      Ich finde Sie haben Ihren Kommentar sehr einfühlsam und offen verfasst. Diese falsche Anschuldigung würde ich nicht beachten, betrifft Sie ( oder eine Andere hier) nämlich nicht!

  21. Ein so wichtiges Thema, danke für deine Arbeit zur Aufklärung darüber! Ich hatte selbst zwei Fehlgeburten und habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht, offen damit umzugehen. Ich habe ein Erzählcafé zum Thema Fehlgeburt veranstaltet und möchte gerne weitere anbieten, dafür wäre das Buch bestimmt hilfreich. Die Petition unterzeichne und teile ich gerne. Meine Ärzt*innen hatten zum Glück Verständnis (für die Krankschreibung, für meinen Weg ohne Ausschabung jedoch nicht, weshalb ich 2 mal gewechselt habe). Trotzdem war es kompliziert und anstrengend, vor (ich hatte auch eine missed abortion) und nach der Fehlgeburt Krankenscheine zu organisieren. Einzig fände ich es problematisch, wenn es zu einem Zeitpunkt passiert, wo man den Arbeitgeber noch nicht über die Schwangerschaft informiert hat und dann nicht möchte, dass er davon erfährt, dann wäre das wohl keine Option. Aber die Möglichkeit sollte es zumindest geben.

    1. Liebe Anna,
      Die Ausschabung ist keine Böswilligkeit sondern notwendig damit keine Gewebereste im Körper der Frau zurück bleiben und eine Infektion auslösen.

      1. Silvia,
        je nach zustand kann der Frau aber dennoch ein paar tage oder wochen gegeben werden ohne gleich am nächsten tag der diagnose sofort einzuleiten oder auszuschaben.
        natürlich nur wenn es keine komplikationen gibt! gerade wenn es teils auch erst beim nächsten ultraschall erkannt wurde und teilweise die babys da schon länger tot waren. viele frauen bräuchten oft einfach ein paar tage mehr um das zu verarbeiten und sich darauf vorzubereiten. wenn das nicht gemacht wird oder das medizinische personal sehr unsensibel mit den frauen umgeht kann das einfach wunden hinterlassen.
        mir ist das zum glück nie passiert aber ich weiß von freundinnen die fehlgeburten und ausschabungen hatten das sie einfach gerne mehr zeit davor gehabt hätten um sich irgendwie vorzubereiten

        1. Liebe Silvia,
          das ist nicht korrekt. In anderen Ländern (z.B. Frankreich) wird nicht wie bei uns in den meisten Fällen eine Ausschabung gemacht. Wenn das medizinisch immer notwendig wäre, hätte die Menschheit wohl kaum überlebt bei der Häufigkeit von Fehlgeburten. In den meisten Fällen kann der Körper das sehr gut selbst regeln. Meine zweite Fehlgeburt war eine missed abortion, der Embryo hatte sich seit ca 9+6 nicht weiterentwickelt, erkannt wurde es in der 11. SSW, die natürliche Fehlgeburt war bei 13+1. Es ist sinnvoll, danach zu kontrollieren, dass das HcG absinkt. Falls Gewebereste in der Gebärmutter verbleiben, das HcG aber sinkt, gehen diese meist mit der nächsten Menstruation ab. Ich denke auch nicht, dass die Ärzt*innen in Deutschland die Ausschabung aus Böswilligkeit oft als einzige Option darstellen und das habe ich auch nicht geschrieben. Ich denke sie tun es zum Einen, weil sie es einfach so gelernt haben und zum Anderen, weil man somit die ‚Kontrolle‘ über den Prozess bewahrt. Und weil viele sicher meinen, der Frau so das Warten und die natürliche Fehlgeburt zu ‚ersparen‘. Wobei das für manche (vielleicht sogar viele) Frauen der bessere Weg wäre. Zumindest finde ich es sehr wichtig, über alle Möglichkeiten zu informieren und nicht die Ausschabung als einzigen Weg darzustellen (wie es bei mir der Fall war und bei sehr vielen anderen Frauen auch der Fall ist). Mein Arzt hat mich damals direkt nach der Diagnose ins Krankenhaus überwiesen mit den Worten ‚essen und trinken sie ab jetzt nichts mehr‘. Dh. er ging davon aus, dass am selben Tag eine AS gemacht werden solle. Für mich war es der bessere Weg, abzuwarten und meinen Körper entscheiden zu lassen, wann er die Schwangerschaft beendet. Diesen Weg musste ich mir allerdings selbst erkämpfen und mich dafür bei meinem Arzt (und einer anderen Ärztin, bei der ich war) rechtfertigen. Das kostet viel Kraft, die man in der Situation eigentlich nicht unbedingt hat.

    1. Ich habe leider auch sehr schlechte Erfahrungen mit unsensiblen Ärzten gemacht und würde das Buch sehr gerne gewinnen zur Aufarbeitung! Es schmerzt auch nach fast 8 Jahren und trotz zweier Kinder an meiner Hand immer noch sehr.

      1. Selbst erlebt in der 12.SSW aber ich war 2 Wochen krank geschrieben. Erst wenn es einen selbst betrifft, hört man von vielen anderen Betroffenen. Es sollte viel offener darüber gesprochen werden. Das Buch wird vielen Frauen helfen.

  22. Ich will wirklich nicht gemein oder herzlos klingen: Und doch frage ich mich manchmal, wo diese Frauen leben und wie Scheuklappen-blind sie offensichtlich durch ihr rosarotes Leben tappen.
    Ich war mir mindestens bis zur 16. Woche grundsätzlich dessen bewusst, dass eine Fehlgeburt etwas relativ Häufiges ist. Deshalb ist die „altmodische“ Sache, bis zur 12. Woche zu warten bis man es erzählt, auch ein emotionaler Schutz für die Frau. Und ich kenne und kannte eine ganze Menge Frauen, die Fehlgeburten hatten (und die daraus übrigens auch kein „Tabu“ gemacht haben). Ich selber hatte eine Missed Abortion in der 13. Woche und das war natürlich fürchterlich. Aber ich hatte irgendwo hinten in meinem Kopf diese Möglichkeit einkalkuliert und das machte es zumindest weniger schockierend.
    Keine Frage, dass eine Fehlgeburt immer eine schlimme und traurige Sache ist.
    Wer aber auch außerhalb seiner Lebensblase mal hinhört oder hinliest, wird zumindest nicht völlig unvorbereitet davon getroffen.

    1. Sina
      Toll das Sie so eine Alleswisserin sind! Nur schade, daß Sie offenbar nicht viel merken! Zur Info, Fehlgeburt gibt es auch nach der 16. Woche noch…und so einiges mehr. Kein Wunder, dass Sie das hier ablassen müssen es wird wohl sonst keiner mehr zuhören.

      1. Liebe Silvia,
        ich lese hier öfter mit und schreibe selten-nur, wenn mich etwas wirklich betrifft/ berührt.
        Sie müssen aber ja offensichtlich überall Ihren Senf dazu geben. Ich würde Sie aber bitten, nicht nur bei diesem Thema (wie eine andere Kommentatorin geschrieben hat) mal tief durchzuatmen bevor Sie etwas schreiben.

        Ich nehme zwar bei Ihnen genauso an, dass Ihnen niemand zuhört wie Sie bei mir-sonst müssten Sie ja nicht überall etwas schreiben ( und alles viel besser wissen als jeder andere).

        Und dann versuchen Sie bitte auch Kommentare genau zu lesen und zu verstehen, dann kommt es auch nicht zu Missverständnissen.

        Mit freundlichen Grüßen
        Sina

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