Ihr Lieben, am Ende geht es in der Teen-Time wie im Leben doch im Grunde um Kontrolle. Manche reagieren auf die Unkontrolliertheit der Welt, indem sie sich sagen: Am Ende hab ich doch eh nichts unter Kontrolle, also lass ich vieles einfach geschehen und lass mich vom Leben überraschen.
Andere reagieren darauf, indem sie versuchen, möglichst viel unter Kontrolle zu bringen, sind drei Stunden vor Abflug am Airport, haben alle Medikamente, die es gibt, dabei für den Fall der Fälle, versuchen, sich in gewisser Weise vorzubereiten.
Und wer jetzt denkt „Das ist doch anstrengend“, der weiß nicht, wie diese Menschen sich fühlen, wenn sie sich überraschen lassen müssen (das ist für sie viel anstrengender). Sie entspannen sich, wenn alle Eventualitäten durchdacht sind.
Manche Menschen entspannen sich in der Kontrolle
Anders als die anderen, die erstmal vom Best Case ausgehen: Wird schon werden. Und wenn nicht, schauen wir halt vor Ort, wer uns wie helfen kann… Es sind einfach zwei ganz unterschiedliche Arten mit der unvermeidlichen Ohnmacht im Leben klarzukommen.
Was meint ihr, zu welchem Typ gehört ihr? Oder seid ihr eher so ein Zwischending? Seid ihr Team „Ich verbiete meinem Teenie nachts rauszugehen“ oder Team „Alles klar, schließ aber später die Tür ab, wenn du heimkommst, weil wir dann schon schlafen…“.
Seid ihr Team „Bitte sag Bescheid, wenn du die Locations wechselt oder sich der Plan ändert“, Team „Mit reicht´s, wenn du auf der Snapmap oder bei Wo ist deinen Standort freigibst, dann kann ich im Zweifel schauen, wo du bist“? Seid ihr Team „Ich schreib mir nen 5-Jahres-Plan“ oder Team „Ich schau auch mal nach den Blümchen am Wegesrand?“
Ihr merkt schon, zu welchem Typ wir gehören entscheidet schon auch maßgeblich, wie wir unsere Kinder ins Erwachsenenleben begleiten. Die einen brauchen zu Hause alles ganz aufgeräumt, weil schon genug Chaos in ihrem Kopf herrscht, die anderen arbeiten unglaublich strukturiert, lassen dafür im Haushalt aber allerhand hintenüber kippen. Und das ist ja nur eines von abertausenden Beispielen.
Und all das ist okay! Hier wird nicht geurteilt, einfach nur beschrieben. Denn indem wir uns das klar und bewusst machen, können wir uns auch besser verstehen, besser erklären, können wir in die Reflexion gehen. Und sobald wir das tun, haben wir wieder mehr Klarheit, mehr Erklärungen, weniger Ohnmacht. Mit der kommen menschliche Gehirne nicht gut zurecht!
Also schauen wir, wie wir Dinge sortieren und kontrollieren können. Und darum geht es ja! Um Handlungsfähigkeit und Verlässlichkeit. Und in allen Fällen wollen Eltern doch vor allem eines: Dass ihr Teenager einfach heile wieder zurück nach Hause kommt.
Über die Unplanbarkeit
Als Katharina mir Montagfrüh schrieb, dass eigentlich die Kita wieder gestartet wäre, ihr Kleinster aber just in der Nacht davor Fieber bekommen hat, war das auch wieder so ein Kontrollverlust. Man legt sich alle Termine auf diesen Tag, freut sich mal ganz kurz wieder ein paar Sätze ohne Unterbrechung in den Computer tippen und ein bisschen arbeiten zu können, und dann das.
Und checken nicht auch unsere Kinder von klein auf, wo wir sind: Maama? Mama, wo bist du, was machst du, wohin gehst du? Wir lernen im Laufe des Lebens Strategien, um damit umzugehen. Und es ist spannend, zu schauen, wer dann in die Hyperkontrolle geht oder ins Vertrauen, dass schon irgendwie alles gutgehen wird. Hat auch mit Kindheitserfahrungen zu tun!
Wir haben es also im Grunde in jeder Altersstufe mit Kontrollverlusten zu tun. Und damit, zu schauen, wie wir damit umgehen und welche Schlüsse wir daraus ziehen. Was würdet ihr sagen, was für ein Typ ihr seid? Und erzählt doch in den Kommentaren bitte auch mal, wie ihr mit dem gefühlten Kontrollverlust umgeht, wenn die Teenager nachts um die Häuser ziehen oder auf Ferienfreizeit sind…