Ab Herbst wieder Wechselunterricht? Wir brauchen JETZT Ideen für die Kinder!

Coronakinder

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Ihr Lieben, ich hoffe, es geht euch halbwegs gut und ihr habt euch an den plötzlich wiedergekehrten Alltagsstress gewöhnt. Den Likes und Wut-Smileys bei Facebook nach zu urteilen, ging euch die lapidare Aussage unseres Gesundheitsministers Jens Spahn, dass ab Herbst wieder Wechselunterricht stattfinden könnte, auch nicht so ganz am Allerwertesten vorbei.

Homeschooling-while-working-while-durchdrehing

Und auch wenn da jetzt wieder beschwichtigt wird, hat auch mir die Vorstellung Panik bereitet, dass wir Familien ab Herbst wieder in der Mehrfachbelastung untergehen könnten: im Homeschooling-while-working-while-durchdrehing.

Denn ganz ehrlich: Es geht ja bei weitem nicht nur um die Bildung unserer Kinder. Es geht auch um ihr soziales Umfeld. Um ihre psychische Gesundheit. Es geht um ihre emotionale Begleitung, irgendwer hat ja immer irgendwas, wir Eltern sind dann wieder die Einzigen, die schlichten, trösten, Mut machen können. Während wir arbeiten. Während wir Aufgaben erklären. Während wir den Haushalt schmeißen und fürs emotionale Gleichgewicht sorgen.

Es geht aber auch um Kinder, die zu Hause Gewalt erleben, die dann wieder nicht mehr so erkannt werden kann, wie es nötig wäre. Um Kinder von Vollzeitberufstätigen oder Alleinerziehenden oder Eltern mit Behinderungen. Um Chancengleichheit, die dann einfach wieder nicht gewährt werden kann.

Zu viele Familien gingen auf dem Zahnfleisch

Ich mach das hier gern nochmal deutlich: Ich spreche sicherlich nicht für alle Familien, das würde ich mir nie anmaßen. Aber es gibt schon sehr, sehr viele, die in den letzten anderthalb Jahren krass auf dem Zahnfleisch gingen und zum Teil auch heute noch gehen. Es geht uns hier auch nicht um Präsenz auf Teufel komm raus, es geht uns um den Schutz unserer Kinder, psychisch und gesundheitlich – und ja, auch ihrer Eltern, die über die Maße gefordert und auch überfordert wurden. Was ich nicht akzeptieren will ist Stillstand. Oder Abwarten.

Kann es also wirklich sein, dass bis Herbst wieder nichts für unsere Kinder getan wird in diesem Land? Dass weder Geld für Luftfilteranlagen da ist, noch genügend Impfstoff für die ab Zwölfjährigen (ganz zu schweigen von den unter 12jährigen, für die es bislang keinen Impfschutz gibt), noch Konzepte, die übers Lüften hinausgehen?

Wir brauchen Ideen und Konzepte für die Schulen

Und wie wäre es eigentlich mit einem flächendeckenden Digitalisierungskonzept, um all die Lehrerinnen und Lehrer und Schulleiter und Schulleiterinnen mal zu entlasten und sie nicht wieder im Wust an neusten Anforderungen allein zu lassen? Das lässt sich nicht im Kleinen wuppen, liebe Leute, wir müssen da größer denken! Ja, auch im Föderalismus muss das möglich sein, dass Last und Druck nicht auf den Schultern Einzelner abgeladen werden.

Apropos Druck. Da sitzen doch hoffentlich schon Hunderte von Menschen an neuen, angepassten Konzepten und Lehrplänen für unsere Pandemiekinder, oder? Dass es nicht so weitergeht, wie es gerade läuft sollte doch allen mittlerweile bewusst geworden sein, oder?

Da kommt jetzt eine Studie daher, die besagt, dass das Homeschooling bzw. der Distanzunterricht ungefähr so viel gebracht hat wie die Sommerferien. Die Artikel dazu werden bebildert mit Kindern, die in Hängematten abchillen. Im Ernst!?! Wisst ihr eigentlich, wie unsere Jugend sich dabei fühlt? Meine Kinder sind die Wände hochgegangen, als sie das sahen und hörten.

Unsere Kinder sind keine Faulenzer!

Anderthalb Jahre lang haben sie sich in Eigenregie wirklich die Finger wundgeschrieben, zum Teil von morgens acht bis abends acht, um die Abertausenden von Arbeitsblättern irgendwie bewältigt zu bekommen – und jetzt das? Das soll wie Urlaub gewesen sein?! Denn ja, das Arbeitsaufkommen war tatsächlich zum Teil immens in der Anfangszeit, als noch keine einzige Stunde per Zoom oder Teams stattfand. Mir zieht sich jetzt noch de Überforderungskehle zu, wenn ich daran zurückdenke.

Und der „Dank“ dafür ist jetzt nicht nur, dass sie als faule Rumlieger dargestellt werden, nein, es hagelt auch noch schlechte Noten. So schlechte wie nie zuvor. Das bekomme ich im Umfeld mit und an den abgesackten Notendurchschnitten vieler Klausuren. Weil der Stoff ja unverändert durchgezogen werden muss. Weil niemand den anpasst. Weil keiner sagt: Leute, es ist jetzt wichtig, dass ihr wieder in diesem Sozialgefüge namens Schule ankommt, sondern weil die Chance der Präsenz jetzt für Tests und Klausuren genutzt werden muss.

Jetzt auch noch schlechte Noten? Ein Dolchstoß für die Motivation

Ihr hört schon, mich REGT das auf. Weil mir die Kinder leidtun. Weil ich ihnen Applaus und Konfetti gönnen würde für all ihr Tun – statt jetzt auch noch mit Vieren und Fünfen „belohnt“ zu werden. Das ist der Dolchstoß für ihre Motivation. Denn was lernen sie daraus? Dass sie auch nichts hätten tun können in all der Zeit. Dass es für die Katz war. Das war es aber nicht!

Sie haben fürs Leben gelernt. Sie haben sich durchgebissen. Sie sind selbständiger geworden. Ich finde, dafür hätten sie ein Extrazeugnis verdient. Hätte man in diesem Jahr nicht einfach auf Noten verzichten können? Auf all den Druck? Einfach irgendwas anpassen oder verändern können? Und meine Kritik richtet sich hier explizit NICHT ans Lehrpersonal. Das hat zum größten Teil auch alles gegeben (und sogar noch mehr!). Das hatte und hat seinen Job zu machen. Das muss die Anforderungen der Ministerien erfüllen. Nein, diese Ansagen hätten von ganz oben kommen müssen. Druck raus, Empathie an. Aber sie kamen nicht.

Entlastung jetzt! Für Lerpersonal, Eltern – und Kinder

Und nun wird uns also in Aussicht gestellt, dass alles so weitergehen soll. Dass außer Lüften und Wechselunterricht und Masken für unsere Kinder leider immer noch keine anderen Lösungen da sind, die ihnen Schutz bieten könnten. Während die Zuschauer bei internationalen Turnieren maskenlos zusammen feiern. Ich sag euch was: Ich will das nichr mehr. Und ich mach da nicht nochmal mit.

Nicht auf dem Rücken unserer Kinder. Nicht auf dem Rücken von uns Familien. Und nein, auch nicht auf dem Rücken des Lehrpersonals. Ich fühle mich da als Mutter, als Arbeitnehmerin und Bürgerin dezent veräppelt. Wir brauchen JETZT Ideen, die angegangen werden, um im Herbst nicht wieder dazusitzen wie in den Lockdowns zuvor. Es wäre längst Zeit gewesen. Aber im Herbst ist es definitiv zu spät dafür.

P.S. Ja, auch wir können etwas dafür tun. Indem wir auch privat weiter vorsichtig sind und uns schützen. Das soll hier kein Abgeben von Verantwortung sein. Was in unserer Kraft steht, können wir tun. Aber es braucht eben auch die großen Entscheidungen, um wirklich für alle etwas zu verändern. Nicht nur für privilegierte, sondern für alle Menschen in diesem Land. Besonders für die Kinder.

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17 comments

  1. Ja, es reicht so darf es und kann es nicht weiter gehen. Wenn es noch mal zum Wechselunterricht oder Fernlernen kommt sollten alle Mamas oder Papas einfach zu Hause beliben und sich um ihre Kinder kümmern. Dann würde bestimmt schnell gehandel werden, wenn so viele Arbeitskräfte fehlen, mit das gesamt System nicht zusammen bricht. Mir ist schon bewusst, das dies nicht umzusetzen ist und nicht realistisch ist. Aber die doppelt Belastung für die Eltern geht auf dauer auch nicht gut.

  2. Und sind wir nicht zuhause geblieben, um Menschen aus Risikoklassen zu schützen und um die Intensivstationen nicht in die Überbelastung zu treiben? All diese Menschen haben doch bis Herbst ein Impfangebot erhalten und sind durch diese, sofern das Angebot angenommen wurde, weitestgehend geschützt. Warum also soll alles bleiben wie zuvor? Es gibt keinen Grund mehr für Wechselunterricht, Distanzunterricht und alle weiteren Lebenseinschränkungen!

  3. Hallo, ich bin auch dabei, dass ich es ungeheuerlich finde, dass Deutschland einfach keine anderen Lösungen findet, als Schulen zu schließen! Es stehen massenweise Hotels mit Sälen und Komgresszentren leer, ganze Messegelände, die ja auch verkehrstechnisch super angebunden sind, sind verwaist! Warum kann man all diese Flächen nicht nutzen um die Klassen in Kleingruppen zu entzerren? Warum eigentlich findet statt Sport- und Musikunterricht draußen einfach keiner statt? Warum werden Kinder im Hortbereich den ganzen Nachmittag im Klassenraum eingepfercht im eingeschränkten Regelbetrieb, statt den Schulhof und den Sportplatz des angrenzenden Gymnasiums zu nutzen? Da denkt doch wirklich jeder nur ein seinem Reich, da werden gar keine Lösungen über den Tellerrand hinaus gesucht! Ich hatte dieses Jahr eine Erstklässlerin, die Schule nun nachvollziehbarer Weise doof findet und einen Viertklässler, der weiterführende Schulen per Internet „besichtigen“ musste und sich so entscheiden sollte, wo er seine nächsten 8 Schuljahre verbringt! Dadurch ist bei uns der Notengalopp durch, denn die wurden für die Bildungsempfehlung zum Halbjahr gebraucht! Ach Mensch, wenn ich diese Ankündigungen schon wieder höre, dann wäre es eigentlich egal gewesen, an welchem Gymnasium er sich bewirbt, er wird vermutlich mind. die Hälfte der Zeit zu Hause sitzen! Lasst uns eine Petition starten! So geht es nicht weiter!!!

  4. Auch mir sprichst Du aus der Seele. Könntest Du das nicht mal bei der Zeitung veröffentlichen, damit es außer uns Müttern als Zielgruppe auch mal alle anderen lesen?
    Heute in der Süddeutschen plus steht ein Artikel darüber, dass die Jugend endlich auf die Barrikaden muss, weil sie der Verlierer der Gegenwart ist – das sehe ich definitiv auch so und alles was Du schreibst, untermauert genau das. Sie sind einfach viel zu wenige gegenüber den Älteren und wir Eltern sind die Einzigen, die mit ihnen solidarisch sind – aber wir sind offensichtlich zu schlecht vernetzt und haben zuviel zu tun, als dass wir noch protestieren wollten. Aber ich glaube auch, dass wir ggf. nicht darum herum kommen, wenn es tatsächlich so weiterläuft wie bisher.

  5. Oh ja ich bin so bei dir, danke. Auch ich weiss garnicht wo ich anfangen und aufhören soll und das auch noch geordnet zu Papier bringen soll bei all dem Frust. Meine inzwischen13 jährige hat sich den A*** aufgerissen in den letzten 18 Monaten. Das alles mit fehlenden Kontakten, stundenlangen alleine sein, fast keine Hobbies, eine Musikklasse deren Klassenorchester Monate nicht proben durfte. Sie ist eine gute bis sehr gute Schülerin, hat teilweise unfassbare Mengen und Zusatzleistungen abgearbeitet – aber auch eher ruhig. Vor vier Wochen ging es wieder in Präsenz, in der zweiten Woche fingen die Arbeiten an und dann gab es bei der Notengebung so zwei Varianten. Arbeit gut, Homeschooling gut aber JETZT mändlich nicht so gut, also gleich runtergestuft. Oder Arbeit nicht so gut ( hier sind vor allem in den Sprachen viele zwei Noten nach unten gerauscht), da war alles was man monatelang vorher gut gemacht hat auf einmal egal. Oder „ ja in den Videokonferenzen warst du zu still“. Hall, das war eigentlich der Gipfel. Es gab Lehrer die haben quasie die gaze Konferenz vorgetragen und somit keine Chance auf Beteiligung, wieder andere haben immer nur die gleichen drei „gesehen“ und keine Rede davon wie easy das so in dem Alter ist.
    Und ja wenn ich mir vorstelle in der 8.Klasse geht es so weiter mit immer komplexerem Stoff und Fächern die man erst 4 Wochen überhaupt real hatte.
    Jetzt hat Hessen verfügt ab Freitag keine Masken mehr im Unterricht zu brauchen und man macht sich echt Sorgen. Wir Eltern leide immer noch nicht geimpft, meine Tochter keine Aussicht überhaupt auf einen Termin da man ja erst ab 16 anmelden kann und dr Kinderarzt es nicht macht. Ohne Make kann es dann einem ja auch passieren wenn ein Fall in der Klasse auftritt in Quarantäne zu müssen = das wars dann eventuell mit dem Sommerurlaub. Hier werden schon wieder Massenparties auf Plätzen gefeiert und am Ende bezahlen unsere Kinder im Herbst den Irrsinn. Noch einen Winter wie den letzten stehe ich glaub ich auch nicht durch, meine Tochter noch viel weniger. In dr so wichtigen Phase der Pubertät alleine zu Hause, keine Erkundungstouren, kein Abgrenzen… ich hoffe so sehr, dass es anders kommt.

  6. @ Lisa: vielen Dank für deinen eindringlichen und emotionalen Beitrag! Ich kann dir in allen Punkten nur zustimmen. Nach über einem Jahr Pandemie bin ich ständig wütend und rege mich über die Untätigkeit der Politik beim Thema Bildung und Betreuung jeden Tag aufs Neue auf.

  7. Danke Lisa für diesen Text!!
    Ich kann das auch alles nicht verstehen (Umgang mit Familien und Kindern in dieser Pandemie, Konzeptlosigkeit, Prioritäten, die gesetzt werden) und nicht bestätigen (Noten etc.).
    Ich bin Lehrerin, Risikopatientin und Mutter einer Erstklässlerin.
    Meine Oberstufenkurse und die beiden Abijahrgänge des letzten und diesen Jahres hatten notentechnisch keinen Corona-Makel.
    Ich habe fast nur digital unterrichtet, aber immer wieder die Schüler*innen ins Boot geholt und abgefragt(im Plenum und einzeln), was sie brauchen, sich wünschen, wo Ängste entstehen etc. Viele hatten Probleme oder Scham, sich online zu Wort zu melden, andere konnten aber auch besser mit diesem Format arbeiten. Ich habe versucht, das individuell aufzufangen, andere Formate zur Abgabe von Hausaufgaben etc. anzubieten. Bei der gestrigen Notenbesprechung habe ich festgestellt, dass sich fast alle verbessert haben oder zumindest im gleichen Notenbereich geblieben sind.
    Von Freundinnnen höre ich aber auch, wie u.b., dass ihre Kinder massiv notentechnisch abgerutscht sind. Es ist mir unverständlich, wie man in solch einer Ausnahmesituation die Notenkeule schwingen kann / will und finde das ausgesprochen unpädagogisch.
    Was kann man tun?
    Ich verstehe absolut nicht, wieso Schulen nicht mit Lüftungsanlagen ausgestattet werden!! Da sieht man, welche Prioritäten gesetzt werden und dass Kinder/ Jugendliche einfach keine Lobby in diesem Land haben. Familien und Lehrer*innen, die ja vielfach auch Mütter/Väter sind, müssen sich vernetzen, müssen laut werden, müssen sich Gehör verschaffen… Es kann nicht sein, dass wir in den zweiten Herbst dieser Art sehenden Auges schlittern. Die Schere zwischen den Schulformen, zwischen Kindern, die Unterstützung zuhause haben und denjenigen, die abgehängt werden, wird riesig werden! Aber auch Kinder aus (vermeintlich) intakten Elternhäusern zeigen zunehmend Auffälligkeiten, entwickeln Ängste und depressive Episoden.
    Die Fassungslosigkeit ist immer noch da, aber die Wut wird immer größer!!
    Lasst uns gemeinsam Ideen entwickeln…

  8. Ich kann mich allen anschließen, die für Präsenz Unterricht sind.
    Die kinder tragen Masken und werden mehrmals in der Woche getestet.
    Die Lehrer sind weitestgehend geimpft.
    Daher denke ich, dass Schule öffnen muss.
    Kein Mensch weiß, wie lange wir diese Pandemie noch haben, sollen wir auf unbestimmte Zeit die Schulen schließen?
    Distanzunterricht entspricht ja in etwa den Sommerferien.
    Das kann also keine Lösung sein.
    Sollten die Schulen wieder schließen, müssen die Eltern das Recht ihrer kinder auf Bildung einfordern.
    Alle Eltern sollten streiken, falls die Schulen wieder geschlossen werden.

    1. Das stimmt so nicht ganz. In einigen Bundesländern ist die Maskenpflicht in den Unterrichtsräumen bereits abgeschafft.
      Die Ergebnisse der Studie beziehen sich meines Wissens nach auf die erste Homeschoolingphase im Frühjahr 2020. Dh die Ergebnisse sind für die zweite bzw. Dritte Homeschoolingphase kaum repräsentativ, da sich die Formate und auch Fähigkeiten der Lehrkräfte in der Zeit geändert haben.

    2. Jeden Satz von dem Artikel möchte ich unterschreiben. Die Kinder werden am schlechtesten vor dem Virus geschützt und auch am wenigstens vor den Folgen der Pandemie. Ich hätte mir gewünscht dass man sich als Gesellschaft vor die Schwächsten stellt, wie eine Elefantenherde, die sich nachts um ihre Jungen herum stellt… Stattdessen haben wir sie isoliert, nicht ernst genommen und jetzt werden sie auch noch bestraft dafür, dass wir das mit der Schulbildung verbockt haben.
      Diese Kinder sind ja eines Tages auch erwachsen und wir müssen uns nicht wundern wenn unser Wohlergehen denen dann auch am Allerwertedten vorbei geht.

  9. Hallo, ich finde die Bilder von faulenzenden Kindern auch nicht passend. Aber was ich sehr wohl nachvollziehen kann (v.a.wenn ich höre, dass es so viele schlechte Noten gibt), ist, dass Distanzunterricht (inklusive das Abarbeiten von Arbeitsblättern) einfach keinen großartigen Lerneffekt hat. Und ja, da muss ich der Studie zustimmen. Schule ist eben doch mehr. Das wussten Lehrer*innen und Eltern allerdings schon vor der Pandemie

  10. Ich, mitten im Arbeitsleben hatte gestern und heute geht es weiter eine digitale Schulung.
    Ich arbeite zwar seit über 1 Jahr zu hause am Laptop und habe nur Teams- Konferenzen, aber gestern einem Trainer 5h mehr oder weniger am stück zuhören und neuen Lehrnstoff aufnehmen. Ich bin fast verrückt geworden. Und heute geht es weiter. Ich habe gestern schon gesagt das ich das noch ein zweites Mal erzählt brauche um es halbwegs zu verstehen. Wenn ich Schüler oder Student wäre, ich würde durch alle Klausuren durchfallen. Ernsthaft. Das digitale zuhören erfordert so viel Kraft, Disziplin und Nacharbeiten, Das packt man doch nicht im normalen Rutsch wie im Präsenzunterricht.

  11. Guten Morgen
    Wieder mal ein toller Artikel! Auch ich bin auf 300! Volle Stadien, aber Wechselunterricht ankündigen ohne Alternativen. Ohne Lösungen, die die nächsten drei Monate fokussiert werden. Dazu der Druck auf die Kinder, bis Freitag hier noch komplette Maskenpflicht auch im Freien und die Studie, im ersten Lockdown wäre nichts geschehen. Den ersten kann ich nicht beurteilen, da haben wir uns nur den A… aufgerissen mit Betreuung. Im zweiten Lockdown wurde hier unermüdlich gearbeitet, nichts mit Hängematte. Absolut dreist wie hier und während der gesamten Pandemie mit Kindern und Familien umgegangen wird. Und weiter geht es: Mama und Papa nun doppelt geimpft, aber meiner 7jährigen sage ich im Urlaub, bitte täglich testen? Warum werden nicht Haushalte betrachtet? Kinder endlich entlastet! Sie sind nicht schuld an der Pandemie, bekommen aber permanent das Gefühl!

    So, genug gemeckert. Was sind Lösungen? Petitionen? Was können wir tun? Es muss doch endlich mal voran gehen!

  12. Bravo, Lisa!!!

    Bei uns hagelt es auch gerade Fünfen. Obwohl wir uns im ganzen Lockdown den Arsch aufgerissen haben. Meine Tochter ist total demotiviert und verzweifelt. Wir überlegen, ob sie die Klasse wiederholen soll. Ich frag mich, wie das erst bei den Kindern ist, die keine Unterstützung hatten.

  13. Ich finde es ehrlich gesagt okay, auf „Teufel komm raus“ Präsenz zu fordern. Ichmeine, die Leben vieler Familien sind drauf ausgerichtet, dass beide Eltern arbeiten gehen. Da kann man nicht nebenher die Kinder hüten, das ist einach unmöglich und geht auf Kosten von Bildung und Teilhabe. Gesundheitsschutz kann m.M. nach nicht das einzige und wichtigste Argument sein (zumal es ja nicht v.a. um die Gesundheit der Kinder selbst geht, sondern um die der Angehörigen, die sie anstecken könnten). Die Kinder werden also eingesperrt, um andere zu schützen, auch die Jugendlichen, die Studenten. Ich finde das wirklich unmenschlich. Andere Länder haben es hinbekommen, die Schulen und Kitas offen zu lassen, dafür waren fast alle Erwachsenen im home-office. Und das schreibe ich als Lehrerin, die sich selbst in der Schule mit Covid infiziert hat. Trotzdem finde ich diese Vorgehensweise hier in Deutschland grundflsch und unsozial.

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