Die völlig ungeschminkte Wahrheit über Kinderhotels – ein Erlebnisbericht

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Hey Lisa, 

so endlich zu Hause! Wir waren ja nicht weit weg, nur im Allgäu, aber mit Kleinkind und halbem Haushalt dabei sind zwei Stunden Zug, dann S-Bahn und dann fliegen immer ein Erlebnis. Wie Du ja weißt hatten Pausti und ich zum ersten Mal ein Kinderhotel gebucht, so schön in den Bergen und das ist eben sehr speziell. Im Guten wie im Schlechten.

Zur Aufklärung aller: Kinderhotels sind Hotels, die wie All-Inclusive-Clubs funktionieren und in jedem Detail bemüht sind, Deinem Kind den besten Urlaub seines Lebens zu bereiten. Auf der anderen Seite dient dieses wiederum dazu, dass Du als Eltern maximal entspannen sollst und kannst, weil Dein Kind ja nur so vor Freude juchzt und ständig beschäftigt ist. Zum Programm gehören u. a. Schwimmschule, Skischule auch für die ganz Kleinen so ab zwei Jahre, Kinderbufees, Spielwelten und natürlich der Biber in diesem Fall, der als große Plüschfigur jeden Abend singt und beim Abendessen „Hallo“ sagt. Ja, Lisa, manchen mag das zu krass sein, aber die Kleinen lieben es und es gibt hysterische Szenen, wenn der Biber wieder gehen will, weil der Typ da drin mal eine rauchen will oder Pipi machen muss oder so. 

Wie gesagt, es gibt Schlechtes und auch viel Gutes in so einem Paralelluniversum namens Kinderhotel. Ich würde für meinen Teil sagen, dass ich dankbar für die Erfahrung bin, das aber ERSTMAL nicht mehr möchte. Es sei denn ich kriege spontan noch Drillinge, dann vielleicht…

Und weil mir so viele unserer Leser geschrieben haben, die wissen wollten welches ich empfehlen kann, dachte ich, ich setzte mal eine Pro und Contra-Liste auf und dann NACH dem Lesen kann ja jeder selbst entscheiden, was er so bucht.

Die positiven Seiten: 

  • Dein Kind ist TATSÄCHLICH die GANZE Zeit beschäftigt. Du bist Luft, den es gibt zu viel zu entdecken. Klettergerüste, Autos, den Streichelzoos und dann kann man natürlich noch Spielzeug fürs Zimmer leihen. Ach so: Wem das nicht reicht, Kinderbetreuung von morgens bis spät abends gibt es natürlich auch. Und die Kinder (das habe ich bei den Älteren beobachtet) gehen echt gerne dahin. Weil man ja sonst auch was verpasst…
  • Deswegen sind die Eltern auch bestens gelaunt. Gehen Skifahren, lesen viel, machen gerne bei den Ausflügen mit und kommen echt gut runter. 

Und deshalb fühle ich mich nach zehn Tagen Allgäu und dann noch dem Wochenende in München richtig erholt. Normalerweise sehnt man ja nach dem Familienurlaub dem ersten Tag Kita entgegen, aber diesmal NULL. Im Gegenteil: Ich habe Maxime, der noch ein bisschen hustet, heute nochmal zu Hause gelassen. 

Womit wir dann auch bei Nachteilen wären: 

  • Denn wo viele Kinder sind, sind auch viele böse Viren. So böse, dass sie unseren Maxime nach vier Tagen herumtollen schön erwischt haben. Gut, es war nicht sooo schlimm. Er hat sich vier Tage dann mit Fieber geplagt und dann war es wieder weg. Blieben also noch zwei gesunde Tage im Kinderhotel. Die vier Tage hat es aber schon genervt. Zum Kinderarzt fahren, schonen, vorlesen, kaum rausgehen, ein einfacher Infekt halt. Das wäre halt bei einer Städtereise nicht so schnell passiert…
  • Entscheidender Nerv-Faktor ist in solchen Fällen dann auch der Biber. Denn der hört ja nicht auf. Das heißt, auch wenn Du ohne Dein Kind unterwegs bist in Hotel und Umgebung hörst Du Kindermusik, der Biber kommt winkend auch zu DEINEM Abendessen vorbei, während Dein Kind oben im Zimmer fiebert. Dann kommt es zu akuten Biber-Hass-Zuständen. Ein Erinnen gibt es kaum. Vielleicht noch im Spa-Bereich, aber da fragt Dich die Kosmetikerin auch während der Maniküre nach Deiner Familienplanung. 

Und dann vielleicht noch ein kleiner Nachteil: Es ist oft halt auch ein bisschen zu gemütlich für meinen Geschmack. Ein bisschen mehr erleben, ein bisschen mehr echtes Leben außerhalb des Fliegenpilz-Spielplatzes brauche ich dann doch…

Und was sagst Du, Lisa mit drei Kids? Magst oder mögt Ihr Club-Urlaube.

Alles Liebe, 

Eure Caro xxx

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