Erziehungstalent? „Ich dacht, ich hab´s halt drauf. Dann kam mein 2. Kind“

Rabauke

Foto: pixabay

Ihr Lieben, als wir neulich einen Text von der Barbara teilten, in der eine Autorin um Verzeihung für ihre Arroganz beim ersten Kind bat, weil sie beim zweiten Kind merkte, dass das gar nicht so sehr an ihr lag, dass alles mit dem ersten Kind so gut klappte, sondern vor allem auch Charaktersache ist… da hat sich auch Jenny bei uns gemeldet, der es ähnlich ging. Ihre Tochter Hannah ist mittlerweile 13, ihr Sohn Johnny 8, also schon etwas älter. Im Interview nimmt sie uns nochmal mit in ihre ersten Jahre als Mutter. 

Liebe Jenny, du hast dein erstes Kind bekommen und dachtest selbst: Wow, ich hab´s total drauf?

So würde ich das nicht beschreiben. Aber meine Tochter Hannah kam auf die Welt und war sofort ein Easy-Baby. Die Geburt war entspannt und schön und Hannah war vom ersten Moment an ruhig und lieb, hat relativ wenig geweint, viel geschlafen und immer gut getrunken. Sobald wir zurück aus dem Krankenhaus kamen, hatte ich wahnsinnig viel Zeit, eben weil sie ständig geschlafen hat.

Ich hatte Muße zum Lesen, zum Sport machen und als wir irgendwann einen PEKiP-Kurs besucht haben, war ich immer gut frisiert. Andere Mütter dort wirkten dagegen immer so gestresst, hektisch und unausgeschlafen. Ich hatte schon Mitleid mit ihnen, wenn sie mir von ihren schlaflosen Nächten erzählten. Aber insgeheim habe ich auch manchmal gedacht: Vielleicht haben sie ja so unruhige Kinder, weil sie selbst so eine Unruhe ausstrahlen.

Irgendjemand hat mal zu mir gesagt: Entspannte Mütter – entspannte Kinder. Und ich dachte immer: Genau so isses!

Hattest du auch Besserwisser-Gedanken? Hat dich das bestätigt in deiner eigenen Mutterrolle?

Ein Besserwisser war ich nie, auch für eine Super-Mutter habe mich nie gehalten. Aber ich dachte immer, dass genau das das Geheimnis sei. Ich habe geglaubt, dass die anderen Mütter sich vielleicht zu viele Gedanken machen, sich zu viel über Ratgeber, Kinderärzte und Rezepte austauschen – und dass genau meine Haltung, all das nicht so ernstzunehmen, Hannah zu so einem entspannten Baby gemacht habe. 

Wie denkst du heute an diese Zeit zurück?

Ich denke sehr gerne an diese Zeit zurück, denn es war einfach eine sehr, sehr schöne Zeit. Nur weiß ich heute, dass das vor allem an Hannah – und nicht an mir lag…

Weil du dann ein zweites Kind bekamst, das dich eines Besseren belehrte? Bei dem du plötzlich merktest: Ui, das ist alles vielleicht doch eher Charaktersache als Erziehungskunst?

Schon als ich mit Johnny schwanger war, merkte ich, dass da irgendetwas anders war. Bereits in meinem Bauch hat er sich viel bewegt und war unruhig. Als ich ihn dann das erste Mal in meinen Armen hielt, war ich einerseits verzaubert, weil ich ihn so niedlich fand. Aber schon sein erster Blick gab mir zu verstehen: Wow, hier ist ein ganz anderes Kaliber unterwegs. Und das ist bis heute so geblieben.

Johnny war von Anfang an viel wach, brauchte viel Bewegung und Aufmerksamkeit. Und auf einmal war ich beim PEKiP auch eine von den Müttern mit den fettigen Haaren und den Augenringen. Ich erkannte: Ich habe überhaupt keinen Einfluss darauf, was ich für ein Baby bekomme.

Wie würdest du dich bei den Leuten entschuldigen, denen du dich im ersten Jahr mit deinem ersten Kind überlegen fühltest?

Bei den Frauen, mit denen ich bis heute befreundet bin, habe ich das schon mehrfach getan. Sie wissen alle, dass Johnny mich eines Besseren belehrt hat und bis heute können wir sehr gut darüber lachen.

Wie würdest du die Charaktere deiner beiden Kinder beschreiben?

Die Beiden sind wie Yin und Yang. Hannah ist bis heute eher zurückhaltend, kann sich dafür sehr gut mit sich selbst beschäftigen, sie malt und liest viel, ist gut in der Schule und sehr strebsam. Johnny ist in allem das Gegenteil. Wo er ist, ist immer auch eine Horde von Kindern um ihn herum. Er ist sportlich und lustig und wenn irgendwo ein Kindergeburtstag ist, ist Johnny eingeladen. Die Schule interessiert ihn dafür leider überhaupt nicht.

Obwohl dich dein zweites Kind so fordert: Du würdest trotzdem alles für es geben, oder?

Natürlich. Ich liebe Johnny über alles. Aber ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich dieselbe Masse an Liebe für zwei Kinder so unterschiedlich anfühlen kann. Eben weil die Kinder so unterschiedlich sind.

Nur Erziehungsratgeber würdest du heute vermutlich nicht mehr schreiben wollen, richtig?

Ich habe ja noch nicht einmal welche gelesen, warum sollte ich welche schreiben?! 😉 Aber im Ernst: Meine Erfahrung ist, dass die Erziehung nur einen Bruchteil von dem ausmacht, was Kinder später für Menschen werden. Das meiste an Rüstzeug und Charakter bringen sie schon mit auf die Welt.

Ist es nicht lustig, zu erkennen, dass man doch vieles einfach erstmal selbst erlebt haben muss, um sich besser in andere hineinversetzen zu können?

Auf jeden Fall!

Was möchtest du anderen Müttern gern noch mit auf den Weg geben?

Nach zwei Kindern, die mit denselben Eltern, im selben Umfeld zu komplett unterschiedlichen Menschen geworden sind, glaube ich wirklich, dass der Einfluss unserer Erziehung auf die Kinder sehr begrenzt ist. Das heißt aber auch, dass wir uns alle ein bisschen mehr entspannen können. Denn wenn der Einfluss unserer Erziehung nur begrenzt ist, müssen wir uns auch nicht ständig die Schuld dafür geben, wenn sie nicht ganz so geraten wie wir, oder die Oma, oder wie der Klassenlehrer sich das am liebsten gewünscht hätte.

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20 comments

  1. Was war zuerst? Ist mein Kind entspannt weil ich entspannt bin oder bin ich es, weil mein Kind entspannt ist? Gleiches kann man sich mit Schwangerschaft und Geburt fragen. Eines, das wir als Mamas lernen sollten ist, keine andere zu be- oder verurteilen, weil wir nicht in der Haut der anderen stecken. Wir sollten uns zuhören, einander ermutigen und trösten. Oder auch mal ganz praktisch helfen (ein Mittagessen vorbeibringen, einen Einkauf übernehmen, die Kinder für eine Stunde mit zum Spielplatz nehmen etc.) wenn wir merken, der anderen geht es nicht gut.
    Diese Demut und Sanftmut wünsche ich mir im Umgang miteinander.

  2. Oh Gott! Vielen vielen Dank für diesen Artikel!!!! Ich habe bei meiner ersten Tochter wirklich daran gezweifelt, ob ich eine Mutter sein DARF!! Nicht, daß ich das von mir aus dachte, ich habe das aber IMMER von vielen anderen Müttern zu spüren bekommen. SIE hatten ja immer alles besser gemacht, IHRE Kinder haben immer gut getrunken, geschlafen und waren schnell ruhig. Meine Tochter war permanent unzufrieden – und mir wurde immer gesagt, es wäre meine Schuld. Jetzt, nachdem sie 7 und ihre Schwester 5 Jahre alt sind kann ich mit Sicherheit sagen – es liegt sehr vieles NICHT an mir!
    Es tut so gut, so einen Artikel mal zu lesen, ich wünschte nur, ich hätte ihn vor 7 Jahren finden können!

  3. Das kenne ich auch. Mein Sohn, 1. Kind ein fröhliches Baby, das gerne stillte und beizeiten durch schlief. Dann konnte er mit 1/2 krabbeln und bald laufen, nichts war mehr vor ihm sicher und essen ging kaum noch, da musste man ja ruhig sitzen. Wir mussten und müssen (jetzt ist er 11) echt jeden Tag mit ihm raus, ich konnte mich in seiner Gegenwart lange kaum entspannen, weil man nie sicher war, was als Nächstes passiert. Doch was immer gut war, war sein Schlaf! Meine Schwägerin bekam 1/2 Jahr später ein Mädchen, ruhig und ausgeglichen vom ersten Tag bis heute. Da bekamen wir immer so tolle Ratschläge wie klare Regeln usw… die Härte war, das sie den 1. Geburtstag ihrer Tochter in einer Flussaue feierte, wir saßen natürlich keine Minute, weil unser 1,5 Jährige nicht ertrinken sollte. 2,5 Jahre nach meinem Sohn bekam ich unsere Tochter, die leider viel schrie, schlecht trank und wenig schlief. Das ganze Gegenteil von ihrem Bruder als Baby. Je größer sie wurde, desto ruhiger und ausgeglichener wurde sie. Als sie krabbelnd ein Schubfach öffnen wollte und ich nein sagte, ließ sie einfach davon ab, ich war ganz erschrocken. Sie hat bis heute (sie ist jetzt 8) nicht einen Schrank/ Mülleimer etc. ausgeräumt, ist auf keine Leiter/ kein Dach/ kein Baum geklettert, von dem sie runter fiel. Überhaupt hatte sie noch nie eine Verletzung, die ärztlich versorgt werden musste, ist in kein Gewässer gefallen. Ich verstehe jetzt meine Schwägerin, dass sie mit ihrer ruhigen Tochter nie auf die Idee kam, dass so etwas passiert. Sie hat dann übrigens 4 Jahre nach der Tochter einen Jungen bekommen, der unserem Sohn in nichts nachsteht. Wir verstehen uns jetzt gegenseitig! Doch was soll ich sagen, trotzdem ist jedes der 4 Kinder toll so, wie es ist!

  4. OMG sage ich da nur der Artikel passt zu 💯 Prozent. Bei uns sind es zwei Mädels die sich von der Optik bis zum Charakter zu 💯 Prozent unterscheiden. Auch bei uns ist die erste das ruhig Kind bei der ich bereits jetzt (erste Klasse) sage: Wenn da kein harter Vorfall im Leben kommt, wird sie ein gerades/ruhiges/glückliches Leben führen. Bei unsre Kleinen… Wo soll ich Anfangen sie ist das Chaos auf zwei Beinen, unabhängig, eigenwillige, unheimlich wild, angstfrei an so on… Manchmal sagt meine Mutter das ich sehr unterschiedlich mit den Mädels bin, aber ja Sie brauchen das auch. Aber wir lieben Sie beide auf Ihre Art und Weise bedingungslos und zu gleichen Teilen. Manchmal muss ich drauf achten das die Kleine nicht all meine Energie zieht und durch Ihren fortlaufenden Blödsinn (inkl. Allein Ausflug zum Bäcker etc. etc. etc.) alle Aufmerksamkeit erhält und ja ich verlange oft mehr von der Großen, aber ich weiß Sie meistert nun Mal fast alles recht leicht.

  5. Endlich mal jemand der meine Erfahrung bestätigt. Mein Sohn, 3 Jahre alt ist auch ein sehr lebhaftes mutiges Energiebündel und nicht zu bremsen. Ich dachte unsere Kleine wird hingegen bestimmt eine ganz Ruhige, aber scheinbar bekomme ich nur aufgeweckte extrem aktive schlaflose Kinder und auch wenn es super anstrengend ist und ich auch gerne einmal die andere Seite kennengelernt hätte, ich mag es nicht missen.
    Die ständigen Angriffe und das Gemäkel an meinen Erziehungsstil sind nervig, aber nicht jedes Kind sitzt still schweigend und ruhig am Mittagstisch, wohl eher die Wenigsten 🙂 in diesem Sinne, nehmt eure Kinder so wie sie sind und genießt ihre Ecken und Kanten, denn ohne wäre es ziemlich langweilig.

  6. Bevor ich Kinder hatte, hab ich schon immer diese Kinder furchtbar gefunden, die wegen nix einen Wutanfall bekommen haben. „Das macht mein Kind mal nicht“, dachte ich!
    Und dann bekam ich eines. Ein ganz lockeres, witziges, fröhliches Kind, das bis heute (er ist 6 Jahre alt) nicht einen Wutanfall bekommen hat. Er diskutiert und wenn man stur bleibt, dann sieht er es entweder ein oder schmollt ein bisschen. Erst dachte ich, dass das daran liegt, dass der Papa und ich einfach ruhig sind und Dinge ganz toll in Ruhe erklären und es klare Regeln gibt und ich fand uns alle ziemlich cool und dachte, wir hätten einfach alles richtig gemacht 🙂
    Hm, naja, und dann kam vor knapp 4 Jahren eine Dame zu uns dazu, die (bis heute?!) an guten Tagen nur einen Wutanfall hat und an den normalen Tagen etwa 3-4 und an den schlechten so 8-10…und die Gründe…sind für Niemanden nachzuvollziehen.
    Na ja, und jetzt schieb ich es auch auf den Charakter…

  7. Hallo
    Da habt ihr alle Glück, dass wenigstens ein „einfacheres Kind“ dabei ist. Easy peasy Kinder kenn ich leider nicht. Meine 4 sind alle sehr fordernd, auf unterschiedliche Weise, aber entspannt bin ich wenig. Ich frag mich oft, ob das unsere Gene sind, die beziehungsorientierte Erziehung…
    Es nur auf die angeborenen Charaktere zu schieben, genügt mir als Antwort nicht.
    Ich weiß es nicht!
    LG

    1. Hallo Rebecca,

      Haha – sehr gut! Ich habe auch nur 3 sehr eigenwillige, starke Kinder. Das Ding ist, ich glaube tatsächlich es ist der Charakter – denn ich bin selbst so.😜 Und gerade in meiner Jüngsten erkenne ich mich 1 zu 1. Jetzt verstehe ich auch besser das mein Mann mich manchmal sehr anstrengend findet.😉 Aber in der heutigen Welt ist es von Vorteil ganz genau zu wissen was man will und was nicht, finde ich jedenfalls. Das gute ist das es schon besser geworden ist je älter sie werden.

      Was ich dir aber auch noch als Buchtipp empfehlen kann ist: soviel Freude soviel Wut – da geht es um gefühlsstarke Kinder und in der ein oder andren Ausprägung ist da vielleicht auch eins von deinen dabei!

      Vlg und guuute Nerven weiterhin!

    2. Hallo ihr Lieben, ich würde da gerne mal eine eventuell interessanten Blickwinkel hinzufügen. Bei mir war es ähnlich 1.Kind Traumkind und ich dachte alles richtig gemacht. 2.Kind komplettes Gegenteil. 3. Kind toppt erstes sogar. Bei den ersten zwei hatte ich ähnliche Gedanken wie sie von anderen hier bereits geäußert wurden. Als das 3. kam und das so entspannt war habe ich mich gefragt wie es sein kann dass gerade das 2. so „anders und anstrengend ist“ und dann ist mir irgendwann aufgefallen dass eben doch nicht alles gleich war. Beim ersten Kind war es das absolute Wunschkind. Man hatte genug Zeit (&vielleicht auch Nerven) um sich um das Kind zu kümmern, fördern usw. Dann kam Kind 2 dazu, das gewünscht war aber eher nach dem Motto schauen wir mal wenns passiert, passierts. Und als es dann passiert ist, hatten mein Mann und ich in der Schwangerschaft eine schwierige Phase, ich war teilweise sehr gestresst. Erst einige Monate nach der Geburt hatte sich Gott sei Dank alles wieder normalisiert. Auf einmal war aber natürlich nicht mehr so viel Zeit für das erste Kind da. Das zweite hat manchmal, obwohl man so verliebt in das neue Baby war, auch einfach genervt (im Bezug auf die Beziehung zum ersten Kind). Das Zweite „kämpft“ aber auch um Aufmerksamkeit, wohl eben auf seine „aufgeweckte“ Weise (das Erste hatte das ja gar nicht nötig) . Wir sind uns dessen als Eltern vielleicht nicht bewusst, aber ich denke was wir tatsächlich erleben in der Schwangerschaft, unsere Gefühle, Gedanken, Wohlergehen etc. wirkt sich auf das Kind aus. Beim 3. Kind in der Schwangerschaft habe ich Schwangerschaftsdepressionen bekommen, welche eine große Belastung für alle waren. Was aber da sehr besonders war ist, dass durch eine Therapie die ich dann gemacht habe, mein Mann und ich unglaublich zusammen gewachsen sind und sehr an unserer Beziehung arbeiten konnten. Ich hatte zuerst die schlimmste und dann im letzten Drittel der Schwangerschaft glücklichste Zeit mit meiner Familie erleben dürfen. Als mein 3. Kind so „glücklich und gelassen“ auf die Welt gekommen ist, habe ich mir die Frage gestellt wie dass denn sein kann bei all dem Stress und habe dabei vergessen dass das Baby dann gegen Ende hauptsächlich sehr gute Emotionen und Erfahrungen machen durfte. Und wenn ich mir von all den 3 Kindern überlege welches Kind die schlechtesten Emotionen in der gesamten Schwangerschaft davongetragen hat, dann war es definitiv das 2. Kind, weil ich einfach viel gestresster war und vergleichsweise wenig positives bzw eher neutrales an Emotionen. Und mit diesem Wissen habe ich an der Beziehung zum zweiten Kind gearbeitet und festgestellt, dass es tatsächlich auch eine Bindungssache ist. Was viele Mamas nicht wahrhaben wollen: wir lieben alle unsere Kinder aber haben oft nicht dieselbe Bildung zu allen. Und Kinder haben ganz feine Antennen. Mein Zweites hat sich nicht angenommen und angekommen gefühlt und teilweise war es auch so. Und seitdem ich bewusst damit umgehe und ihm die Aufmerksamkeit und Liebe versuche zu geben wie bei dem Ersten, ist es auch ein entspannteres Kind geworden. Es ist immernoch sehr aufgeweckt und charakterlich ganz anders als das Erste, aber nicht mehr so „anstrengend“. Vielleicht möchten manche Mamas in sich hineinhorchen und analysieren ob es bei ihnen, in der Schwangerschaft bei dem „Problemkind“ nicht doch ganz stressige Momente gab die bei den entspannten Kindern nicht vorhanden waren und ob die Bindung zu dem „Problemkind“ auch tatsächlich dieselbe ist wie die zu den anderen. 🙂 Die größte Wahrheit die ich in all den Jahren lernen konnte ist tatsächlich: die Kinder sind ein Spiegel von einem selbst und wenn die Bindung Aufbesserungsbedarf hat, wird auch das „gespiegelt“ 🙂

  8. Vielen lieben Dank dafür. Meine 4 Kinder sind alle wenig-Schläfer und ich dachte immer, es läge an meiner unruhigen Art (ich habe leichtes ADHS). Vom Charakter her sind sie wirklich sehr verschieden.

    1. Tut mir leid, aber das ist doch Unsinn!
      Natürlich wird ein Mensch auch geformt durch sein soziales Umfeld, seine Gesundheit…
      Das ist schon ähnlich unsinnig wie zu sagen, dass Kinder sich ihre Eltern aussuchen würden. Das ist doch eher Esoterik.

      1. Nein Rebecca die Gene, die Anlagen sind fertig wenn dein Kind geboren wird. Es sind eben keine Püppchen die man formen, anziehen …kann. Da hast du meinen Kommentar vollkommen missverstanden. Der ist vollkommen handfest gemeint kein bisschen wolkig. Das soziale Umfeld tut natürlich auch etwas aber du wirst keinen Menschen komplett umkrempeln/ umerziehen können. Das ist übrigens auch der schlechteste Grund ein Kind zu bekommen. Wäre das Umfeld das Einzige, würden ja alle Kinder mit gleicher Vorgeschichte exakt gleich werden. Du siehst wer verklärt daher redet?

    2. Die Aussage das Erziehung nur einen kleinen Teil auf die Entwicklung der Kinder hat kann ich so nicht bestätigen. Ich arbeite als Erzieherin und habe schon sehr sehr viele Kinder in ihrer Entwicklung begleitet. Und ich hatte schon oft das Vergnügen ein ehemaliges Kindergartenkind von mir als Erwachsener zu treffen. Ich bin immer wieder erstaunt welche Entwicklungsschritte die Kinder gemacht haben. In besonderer Erinnerung ist ein Mädchen das im Kindergarten salopp gesagt ein richtige Zicke war. Sie streitet ständig andere Kinder und legte ein etwas rüdes Sozialverhalten an den Tag.
      Viele Jahre später traf ich dieses Kind wieder. Mittlerweile Erwachsen. Dort hörte ich mit welchen Engagement diese Junge Frau sich für wirklich sehr arme Menschen in Asien einsetzte. Die Mutter von ihr war auch dabei und kam aus dem Schwärmen über ihre Tochter nicht mehr heraus..
      Niemals hätte ich damals gedacht als das Mädchen bei mir im Kindergarten war das es so eine soziale Ader entwickeln würde. Somit hier nur ein Beispiel das Erziehung, Umwelt und Prägung doch mitgebrachte Eigenschaften verbessern kann.

      1. S.K.
        aber man kann doch mit Erzeihung die Kinder nicht zu komplett anderen Menschen machen. ich stelle mir das nur mit enormen Druck und Erpressung oder Gewalt vor das jemand sich komplett ändert. gewisse Züge bleiben doch immer….
        manches kann sich natürlich ändern oder mit liebevoller begleitung können die kinder oder teenager vielleicht an sich arbeiten. aber so viel auf die erziehung zu schieben….

      2. Von einer Erzieherin finde ich die Aussage grenzwertig. ( ebenso wie die Lesekompetenz) Es kann eben nicht darum gehen Kinder zu brechen und meinen Willen aufzuzwingen!? Und sorry aber entsprechende Entwicklungsschritte durchlaufen ALLE Kinder. Da überhöht du eher deinen Einfluss etwas. Als Erzieherin nicht bekannt?

  9. mein erstes kind war kein „anfänger/easy-peasy-baby“ und ist es jetzt erst als 6 jähriger nicht mehr.
    meine tochter war die ersten zwei jahre super einfach ( im vergleich) zu händeln.
    bei meinem ersten kind habe ich den spruch „entspannte eltern – entspanntes kind“ gehasst. wie soll man als eltern irgendwann entspannt sein, bei dauerhaftem schlafmangel, dauernd schreiendem baby und null für einen selbst passender hilfe ?!
    und ich bin ja kein komplett anderer mensch beim zweiten kind gewesen, und es war ein „einfaches“ baby.
    die kinder kommen auf die welt so wie sie sind. vielleicht haben gegebenheiten in schwangerschaft und geburt ein wenig einfluss. und entspannte eltern sind natürlich hilfreich bzw macht es das für die eltern einfacher.
    aber wir können mit erziehung aus den kindern keine anderen charaktere machen.

  10. Danke für diesen Test.
    Seit ich Mutter bin denke ich oft an einen Satz meiner Mutter den ich früher nie verstanden habe : “ Man muss ein Kind erziehen/großziehen so wie es ist“.
    Ich sage so oft, dass mein Sohn (3Jahre) nun mal ist wie er ist, dass er nicht schlecht erzogen sondern Neugierig und Mutig …. und ich habe gelernt damit umzugehen.
    Das zweite Kind ist grade unterwegs und wir sind schon sehr gespannt…..es sollte dann eigentlich viiiiiel schlafen und sich selbst genug sein :D.

  11. Liebe Cati,
    bei uns genau so! Nr. 1 von Anfang an ein Wirbelwind der uns ständig auf Trab hält und Nr. 2 die Ruhe in Person! Wie spannend das doch mitzuerleben ist, wie unterschiedlich auch Geschwister sein können!

  12. Bei mir war es genau umgekehrt. Mein zweites easy-peasy-Anfänger-Kind hat mich gelehrt, dass ich auch eine super entspannte, lustige und ausgeglichene Mutter sein kann. Beim ersten dachte ich tatsächlich, ich mache alles falsch, weil es einfach nicht läuft…. heute weiß ich auch, es ist tatsächlich Charaktersache… meine beiden Kinder haben heute noch die selben Eigenschaften, wie damals als Babys… Und ich und meine Erziehung können daran (zum Glück) einfach nichts ändern…. 🙂

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