Familienplanung abgeschlossen – da wurde Elena ungeplant schwanger…

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Ihr Lieben, heute haben wir eine Geschichte für euch, die zeigt, wie ungewöhnlich Familie sein kann. Elena hat uns sehr ehrlich geschildert, wie turbulent ihre letzten Jahre in Sachen Familienplanung waren. Danke für diese Offenheit!

„Mein Name ist Elena und ich möchte euch heute meine Familiengeschichte erzählen. Es ist eine Geschichte mit vielen Auf und Abs, wir haben Entscheidungen getroffen, die schwer waren, aber heute geht es uns gut.

Lasst mich von vorne beginnen. Mein Freund und ich hatten 2002 einen großen Kinderwunsch. Doch drei Jahre lang wurde ich nicht schwanger. Also führte uns der Weg in eine Kinderwunschklinik. Beim ersten Versuch gab es sehr viele Eizellen, einige wurden eingefroren, drei davon eingesetzt. Und Wumms – ich war schwanger mit Drillingen. Wir waren völlig geplättet, haben uns aber sehr gefreut. In der 11. Schwangerschaftswoche bekam ich Blutungen und verlor die Babys.

Der dritte Versuch war leider eine Eileiterschwangerschaft

Glücklicherweise hatten wir ja Eizellen eingefroren, es folgten drei weitere Versuche. Beim dritten Mal gab es Anzeichen einer Schwangerschaft, aber so richtig gut sag das nicht aus. Ich wurde ins Krankenhaus eingewiesen, wo eine Eileiterschwangerschaft festgestellt wurde. Das war ein riesiger Schock, es folgten Operationen und viele traurige Momente.

Ende 2006 wagten wir einen weiteren Versuch, der leider nicht erfolgreich war. Diese Schicksalsschläge haben mich viel Kraft gekostet und wir beschlossen, erstmal keine weiteren Versuche zu unternehmen. Ich wollte endlich wieder schöne Dinge erleben und plante mit meiner besten Freundin eine USA-Reise. Zwei Wochen bevor es losgehen sollte plagte mich plötzlich Übelkeit und die Brust spannte. Ich dachte, dass ich nun komplett spinnen würde, machte aber zur Sicherheit einen Schwangerschaftstest. Wie durch ein Wunder war ich auf natürlichem Wege tatsächlich schwanger geworden, wir konnten es kaum fassen.

Unser Wunder wurde geboren

Im April 2008 wurde unsere Tochter geboren, wir waren überglücklich. Nach vier Jahren wünschten wir uns ein Geschwisterchen. Nachdem es auf natürlichem Weg nicht klappte, gingen wir wieder in eine Kinderwunschklinik. Einige Kryos später war ich wieder schwanger – diesmal mit Zwillingen. Im September 2015 kamen die Jungs zur Welt und unser Familienglück war perfekt.

Dank der vielen Untersuchungen wussten wir, dass die Spermien meines Mannes keine gute Qualität habe und ich am PCO-Syndrom leide, die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft wirklich sehr gering waren. Mit drei Kindern waren wir also gesegnet, ich fing wieder an zu arbeiten, mein Mann ist selbstständig und außerdem haben wir auch noch eine kleine Landwirtschaft. Es gab also genug zu tun für uns alle.

Ungewollt schwanger – was nun?

Im Januar 2021 spürte ich wieder diese Übelkeit. Eine Schwangerschaft schloss ich aus. Da ich eh zur Krebsvorsorge zum Frauenarzt musste, machte ich auch gar keinen Test – zu abwegig erschien mir das alles. In der Praxis stellte der Arzt die Schwangerschaft fest und ich war ehrlich gesagt total geschockt.

Wir steckten mitten in der Pandemie, die Zwillinge würden bald eingeschult, wir hatten so viel zu tun und ich hatte keinerlei Hilfe. Ich bekam die Panik. Fühlte mich zu alt für noch ein Baby, hatte Angst, dass ich die Herausforderungen nicht meistere und wieder mit psychischen Problemen reagiere.

Es ging mir mental zunehmend schlechter, ich spürte keinerlei Verbindung oder Liebe zu diesem Kind, hatte Probleme, meinen Bauch zu berühren. Wir haben lange überlegt, uns beraten lassen und uns dann für einen Abbruch entschieden.

Es geht uns gut mit dieser Entscheidung

Tatsächlich ist es so, dass ich selten an den Tag des Abbruchs denke – aber wenn ich es tue, dann fühlt es sich richtig an. Das hat es von Beginn an. Ich bin froh, dass wir diese Entscheidung damals so getroffen haben.

Es geht mir gut heute, uns geht es gut. Warum ich diese Geschichte erzähle? Damit ich anderen Mamas, die sich auch gegen eine Schwangerschaft entschieden haben und diese Entscheidung nie bereut haben, zeigen kann, dass sie nicht alleine sind. Glücklicherweise leben wir in einem Land, in dem wir frei darüber entscheiden dürfen.

Ich würde mich freuen, wenn meine Geschichte anderen Frauen hilft und hier von ihren Erfahrungen erzählen. Jede Familie ist einzigartig und jede Familie muss ihren eigenen Weg gehen.“

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9 comments

  1. Niemand wird leichten Herzens und wegen nichts abtreiben. Andererseits möchte auch nicht Jede alles nach außen tragen. Und wenn ich mit mir und meiner Entscheidung im Reinen bin, interessieren mich weder andere Meinungen dazu, uns ich habe dann auch nicht das Bedürfnis mich rechtfertigen zu müssen? Wozu ist diese Zustimmung Anderer nötig?

  2. Bei mir war es ähnlich. Ich habe auch eine Mail geschickt gehabt, wollte meine Geschichte hier gern teilen. Die Kurzfassung: 2013 kinderwunsch-hat gleich geklappt. Ziemlich danach wieder Kinderwunsch. 2018 Fehlgeburt 6ssw, 2021 Zwillinge, 2022 Abbruch in der 6ssw.

  3. Als Adoptivmama bin ich jeden Tag dankbar, dass die Mutter unseres Kindes sich für diesen Weg entschieden hat. Es gibt mehr Wege als Behalten oder Abtreiben. LG

  4. Ich freue mich, hier auch über solche Entscheidungen zu lesen. Sonst enden ähnliche Geschichten allzu oft mit dem Fazit „Erst war ich geschockt von der Schwangerschaft, jetzt ist es soooo schön mit dem 3./4./5. Kind!“

    Ressourcen – zeitlich, körperlich, psychisch, finanziell – können begrenzt sein. Ein Handeln in Übereinstimmung mit den eigenen Ressourcen und Bedürfnissen (und den Bedürfnissen der bereits vorhandenen Kinder) finde ich sehr wichtig, und genau das haben Elena und ihr Partner offensichtlich getan.

  5. Super, Artikel.

    Endlich Mal aufgezeigt wie die Realität wirklich ist.

    Ich finde es toll, dass es eine Frau gibt die so ehrlich und authentisch mit dieser Entscheidung umgehen und es auch offen kommuniziert.

    Heute habt ihr meine Welt wieder ein bisschen schöner gemacht.

  6. Danke für deine ehrlichen Worte. Ich war immer total gegen Abtreibung. Im Januar 2019 war ich ungeplant mit unserem vierten Kind schwanger – und habe die Schwangerschaft abgebrochen. Ich, die alle Frauen für sowas verurteilt habe. Unvorstellbar war dieser Gedanke in meiner Welt. Und dann bin ich selbst in diese Situation gekommen…Hilflosigkeit, Panik, vorherige postpartale Depressionen, körperliche Erkrankungen. Und ich habe Verantwortung für mich und meine Kinder übernehmen müssen. Gelernt habe ich, dass alles im Leben sein Berechtigung hat und man niemals urteilen darf.

    1. Anna, das ist vielleicht jetzt Korinthenkackerei von mir, aber das vierte Kind war es ja in dem Sinne dann noch nicht, sondern eine vierte Schwangerschaft mit Fötus/Embryo (halt je nachdem, wann der Abbruch war). Es hört sich so brachial an, wenn man sagt, mit dem vierten Kind schwanger und abgebrochen.

      1. Aber so ist es doch nun mal? Sollte sie sagen, als ich mit unserem vierten Fötus schwanger war? Warum nicht die Dinge beim Namen nennen, auch wenn es ‚brachial‘ klingt? Es wäre ja sonst das vierte Kind geworden. Dann dürfte man ja auch über seine Erwachsenen Kindern nicht mehr sagen ‚Ich habe drei Kinder‘. Weil sie eben keine Kinder MEHR sind. Ein Baby kann man ja auch als Kind bezeichnen, auch wenn es im engeren Sinne noch ein Baby ist. Wenn man mit Zwillingen schwanger ist kann man doch auch zb in der 10.SSW sagen ‚es sind zwei Kinder‘, oder sagt man dann ‚es sind zwei Embryonen/Föten? Jedes Kind, egal wie lange es da war, gehört zur Familiengeschichte dazu. Egal ob es auf natürlichem Wege gegangen ist oder nicht. Ich denke daran ändert auch die Wortwahl nichts. Für Frauen mit Fehlgeburt kann es z
        B. sehr verletztend sein zu sagen ‚das war ja noch gar kein Kind‘. Darauf möchte ich gerne hinweisen.

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