Kinderwunsch erfüllt! Zwillinge mit 44 und Nachzügler mit 46

Kinderwunsch

Ihr Lieben, unsere Leserin Jasmina lebt seit 22 Jahren in Deutschland. Mit 44 Jahren hat sie Zwillinge bekommen – und mit 46 noch ein Söhnchen hinter her. „Alle Kinder sind top gesund und ich bin überglücklich“, sagt sie. Für sie war es die BESTE ENTSCHEIDUNG EVER, so schreibt sie es. Es sei eine „Wunder-Zeit“ gerade, die sie nach vielen Jahren des Kinderwunsches sehr genieße. Wie es dazu kam, hat sie uns erzählt:

„Es war ein langer, schwieriger Weg für uns zum Glück, aber ich würde es immer wieder tun. Wir haben drei so wunderbare Kinder! Lange hatten wir damit nicht mehr gerechnet, wir haben neun Jahre gebraucht… Als ich meinen heutigen Mann kennenlernte, hatte er bereits zwei Kinder aus erster Ehe und ich einen bereits erwachsenen Sohn.

„Wir wollten unbedingt gemeinsame Kinder“

Wir wollten aber unbedingt auch gemeinsame Kinder. Wir dachten, wir würden schnell Eltern werden, aber dem war nicht so. Als ich nach zwei Jahren immer noch nicht schwanger war, begannen wir im Jahr 2015 mit allen möglichen Untersuchungen in einer Kinderwunsch-Klinik. Dort wurde festgestellt, dass meine Eileiter komplett dicht waren, während bei meinem Mann alles in Ordnung zu sein schien. Die Klinik machte uns große Hoffnungen, ich sei ja gesund, es sollte kein großes Problem sein, doch noch schwanger zu werden.

Ich hab dann gefühlte tausende Untersuchungen hinter mich gebracht. Stimulation mit Hormonen, Punktionen, drei ICSIs. Einmal war ich sogar kurz schwanger, mein HCG-Wert stieg, der Test war positiv, aber Ultraschall wurde dann leider nichts gefunden. Der Arzt schickte mich zur Ausschabung, weil er nicht wollte, dass ich auf das natürliche Ende zu lange warte.

Der Kinderwunsch erfüllte sich erstmal nicht

Es gab danach noch einiges an hin und Her. Fest stand ja nun: Ich konnte noch schwanger werden, aber irgendwie wollte es nicht gelingen, wahrscheinlich funktionierte das auch mit meinen Eizellen nicht, in einigen der untersuchten Zellen war auch das Turner-Syndrom festgestellt worden – und auch wenn der Genetiker sagte, das würde das Schwangerwerden nicht beeinflussen blieb ein fader Beigeschmack.

Unser Frauenarzt in der Kinderwunschklinik war sich nicht sicher, woran es lag, die Meinungen im Ärzteteam gingen auseinander. Ich hatte nochmal mehr Untersuchungen. Immunologie. Ich sollte jeden Transfer begleiten mit Medikamenten und Spritzen. Immunsupressiva nehmen. Das half aber alles auch nicht. Es hat einfach nur nochmal viel Geld gekostet.

Hohe Kosten: Was, wenn das nie klappte mit dem Baby?

Ich kam ins Grübeln. Was, wenn das alles nicht funktionierte? Wir hatten 21 negative Ergebnisse hinter uns. Wir zahlten und zahlten – und waren ja auch schon über 40, die Krankenkasse zahlte nicht. Wir stemmten das alles allein. So könnten wir nicht weitermachen. Also setzten wir uns irgendwann mit der Idee von Eizell-Spenden auseinander. Und wollten nun das einmal versuchen.

So suchten wir uns eine Klinik in Tschechien für unsere Eizell-„Adoption“. Mein Mann war erstmal nicht begeistert davon, er wünschte sich ja ein Kind von mir. Mir war einfach nur wichtig, ein Kind zu bekommen, auch wenn es genetisch nicht mein Kind wäre. Für mich war klar: Am Ende trage ich das Kind aus und bin die biologische Mutter.

Die erste Kinderwunsch-Klinik war nicht die richtige

Bei der ersten Klinik hatte ich zunächst einen sehr guten Eindruck und dachte: Hier bist du in guten Händen. Nach drei Transfers, die alle nicht in eine Schwangerschaft mündeten und die uns wieder viel Geld gekostet hatten, dachte ich mir aber irgendwann: Hier wird das nicht funktionieren. Ich fühlte mich nicht auf dem richtigen Weg.

Ich habe dann im Netz weitergesucht, da bin ich auf ein Kinderwunsch-Forum gestoßen, hab viel gelesen, mich ausgetauscht und geschaut, wohin die Leute fahren, welche tschechische Klinik die besten Bewertungen hat. Wir haben uns dann für eine Klinik in Prag entschieden – und wir hatten dort sofort ein sehr, sehr gutes Gefühl.

Die zweite Kinderwunschklinik würde uns Glück bringen

Die Frau Doktor vor Ort war ein wunderbarer Mensch, sie machte uns Mut: „Das wird funktionieren und Sie werden schwanger.“ Es dauerte etwa ein halbes Jahr, bis wir eine passende Eizell-Spenderin gefunden hatten. Sie hat sich stimulieren lassen ich habe mich für den Transfer vorbereitet. Und ich muss sagen: Ich bin in dieser Klinik bei jedem Transfer schwanger geworden. Zweimal hatte ich eine Fehlgeburt, einmal ein Wind-Ei und einmal einen Abgang in der siebten Woche.

Irgendwann hatten wir keine Embryonen mehr und baten die gleiche Spenderin noch einmal um ihre Hilfe. Sie willigte ein und es gab insgesamt fünf Embryonen, von denen drei so gut entwickelt waren, dass sie transferiert werden könnten. Beim ersten Versuch wurden mir zwei der drei eingesetzt und was soll ich sagen?! Drei Wochen später beim Ultraschall zeigte sich: Ich war schwanger mit Zwillingen!

Schwanger nach Eizell-Spende: Zwillinge!

Das war natürlich erstmal eine große Überraschung, eigentlich hatte die Klinik alles dafür tun wollen, dass ich keine Mehrlinge bekomme, weil das Risiko in meinem alter dadurch noch größer war, aber nun waren sie da. In meinem Bauch. Unbegreiflich!

Die ganze Schwangerschaft verlief einfach top. Zu Anfang war mir etwas übel und ich hatte auch Schwangerschaftsdiabetes, aber sonst keinerlei Beschwerden bis zum großen Bauch. Am Ende wurde ich mit zwei gesunden Kindern belohnt. Meine Tochter wog 3360 Gramm, mein Sohn 3650 Gramm. Es war ein Ausbruch von Emotionen. Große gesunde Wunder (die heute schon drei Jahre alt sind).

Ein weiteres Kind nach den Mehrlingen?

Im Hinterkopf blieb jedoch, dass noch ein Embryo „übrig“ war. Immer wieder ploppte der Gedanke daran auf. Wir überlegten, was wir mit ihm machen sollten. Irgendwann war das Gefühl aber groß, dass wir ihn nicht einfach hergeben können. Ich entschloss, nach Prag zu fahren und es einfach drauf ankommen zu lassen. Wenn es nicht sein sollte, wäre das halt so. Aber ich hätte es sonst bereut. Ich ließ alles einfach auf mich zukommen, nahm keine extra Medikamente, nur die Hormone, die ich eh nahm. Der Gedanke war: Wenn es nicht klappt, dann war der Embryo wenigstens bei Mama…  

Die Zwillinge waren anderthalb, als ich nochmal zum Transfer nach Prag fuhr. Die Pandemie hatte alles im Griff, es brauchte Masken, das Reisen war schwieriger. Aber es funktionierte alles. Ich fuhr hin, holte mir meinen Embryo ab, fuhr zurück und… war wieder schwanger!

Drei Kinder in zwei Jahren

Wir hatten uns entschieden, nicht die ganze Wahrheit über unsere Geschichte zu erzählen. Wir wohnen auf dem Land, da wird eh viel geredet. Da erregt schon eine Schwangerschaft in meinem Alter Aufsehen, aber jetzt noch eine zweite? Nach Zwillingen? Und das per Ei-Zellspende? Huiuiui. Die Leute hätten das aus ethisch-moralischer Sicht verurteilt, also sagten wir beim sich wieder wölbenden Bauch einfach: Ist passiert. Ich bin wieder schwanger.

Letztes Jahr wurde also ein weiteres Söhnchen von uns geboren. Ebenfalls kerngesund nach einer Schwangerschaft ohne Probleme. Ich denk immer, wenn man sich noch ein Kind wünscht und zutraut und der Körper das mitmacht: Warum sollten man dann kein Baby mehr mit über 40 kriegen? Wenn du die Kraft hast, deine Periode noch regelmäßig kommt und dir das zutraust: Warum denn nicht?

Ein schwerer Weg zum großen Glück

Wir haben viel Geld ausgegeben – zwischen 50.000 und 60.000 Euro. Wir haben neun Jahre lang gebangt und gehofft und jetzt ist unser Glück perfekt. Ich würde es wirklich immer wieder tun, auch wenn es natürlich nicht immer lustig war und ich manchmal nicht wusste, wie es weitergehen sollte.

Ich war am Ende meiner emotionalen Kräfte und weiß nicht, wie oft ich in Kliniken war. Aber heute sind wir eine Familie und dürfen nochmal drei wunderbare Kinder ins Leben begleiten. Für uns hat sich darum all das gelohnt.

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26 comments

  1. Ich glaube, man sollte sich einfach selbst fragen, ob man auf diese Weise gerne entstanden wäre.
    Die Adoptions- und Pflegekind-Debatte finde ich an der Stelle vollkommen fehl am Platz, weil es ja ganz andere Ausgangslagen sind.

  2. Ich habe auch eine Kinderwunsch-Behandlung hinter mir (mit eigenen Eizellen) und auch in Deutschland sind mir 2 Eizellen eingesetzt worden. Gerade da die Chancen bei einer einzelnen Eizelle sehr niedrig ist und die Hormonbehandlung anstrengend, versucht man so die Chancen zu erhöhen. Auch die Kosten für jeden Zyklus sind nicht unerheblich, so dass man hier auch als Eltern das „Risiko“ gerne eingeht. Ich bin jedenfalls inzwischen auch happy mit Zwillingen 🙂

  3. finde es totalen Blödsinn den Kindern zu sagen „du bist aus einem anderen Ei; von einem anderen Samen,..“ was soll das dem Kind bringen? Es wird sich immer unsicher, unecht fühlen u ein Leben lang 100 Fragen haben. Für mich ist die Mama die, die das Kind im Bauch heranwachsen ließ. Bei Adoption sehe ich es anders, da gehört von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Das es eine andere bauchmama gab

    1. hallo ich,

      das ist vielleicht Deine Meinung, andere können das ganz anders sehen.
      Kinder haben ein Recht darauf, etwas über ihre Herkunft zu erfahren.
      Außerdem, was ist dann mit Leihmutterschaft? Da wird es so gesehen, dass nur die genetische Herkunft die Elternschaft definiert, die „Bauchmama“ dagegen ist zweitrangig. so einfach ist das eben alles nicht. Das Wort „Bauchmama“ ist übrigens ziemlich albern und nichtssagend. Auch Eizellen wachsen in einem Bauch heran, auch adoptierte Kinder wachsen in einem Bauch heran.

      1. So viel Ignoranz will mit einer Antwort belohnt sein: „Bauchmama“ ist ein altersgemäßer Ausdruck, um Kindern, deren Herkunft eben komplizierter ist, das zu erklären und auch den Personen, die das Kind ausgetragen haben, einen guten Platz in ihrem bisherigen Leben zu geben. Hast Du was besseres auf Lager für meinen Pflegesohn bspw.? Der hat nämlich eine „Bauchmama“, die seit seinem 2. Lebensjahr nicht mehr Kontakt zu ihm hat. Die war auch seine Mama, wenn auch nur für kurze Zeit und wäre es auch geblieben, wenn es nicht um sein Kindeswohl gegangen wäre. Die einzig bekannte Mama bin aber ich. Ich könnte nun mit ihm natürlich die Akten durchgehen und Paragraphen erläutern, aber als er im dritten Lebensjahr das erste Mal fragte, hätte ihn das wohl kaum abgeholt. Für Dich ist es albern, für andere Menschen Realität.

        1. Hallo RM,
          Falls Du Dich auf mich beziehst, was soll jetzt „Ignoranz“ in dem Zusammenhang bedeuten? Leute für abweichende Meinungen verbal runter zu putzen ist ja leider hier üblich. Schade.
          Zur „Bauchmama“: hier ging es ja in der Diskussion um Jasmina, die die „Bauchmama“ ist, aber eben nicht die genetische Mutter, dies ihren Kindern aber anscheinend verschweigen will. Sie müsste ihren Kindern eigentlich erklären, dass sie die Kinder ausgetragen hat, deren genetische Wurzeln aber anderswo sind. Könnte man ihr wohl auch Ignoranz vorwerfen, oder?!
          Dein Fall mit Pflegekind ist ja nun etwas völlig anderes und hat mit der hier geschilderten Geschichte nichts zu tun. Da ist die Bauchmama nun grad nicht die, bei der das Kind aufwächst. Aber anders als Jasmina scheint ihr transparent damit umzugehen, und deshalb weiß ich gar nicht, warum Du Dich von mir eigentlich angegriffen fühlst.

          1. Warum, bitte sage mir warum die Kinder wissen sollten das sie andere genetische Wurzeln haben?? Hast du eigene Kinder? Ich denke nicht…! wenn ich mich da rein fühle…das meine eltern mir sowas gesagt hätten…das kann so viel kaputt machen! wer sagt seinem kind das er selber ausgetragen, zur welt gebracht hat, bitte sowas irrelevantes???

          2. Franzi, nö das hast Du schon sehr allgemein formuliert. Wenn Du hier das alles so eingeschränkt und friedlich meinst, dann formuliere es sauberer und bedenke Deine Wortwahl. Zum Thema “ Runterputzen“: Würdest Du das, was Du hier so schreibst auch direkt jemandem ins Gesicht sagen? Würdest Du das meinem Sohn so sagen, Jasmina? Ist Dir bewusst, dass hier Menschen mit Bauchmüttern mitlesen? Und jetzt? Nicht doch das Bedürfnis, die ein oder andere Formulierung zu überdenken?. Ich bin direkt, aber ich kann das auch so sagen, was ich schreibe. Und ja Dein Beitrag hat mich verletzt. Denn Du trampelst hier durch, während ich mit einem „albernen“ Begriff versuche, schmerzhafte und existenzielle Fakten für meinen Sohn begreiflich zu machen.

      2. Ich muss nochmal meine Antwort ergänzen von unten. Die Bauchmama bleibt das natürlich für immer. Nur in unserem Fall ist sie eben bisher nicht mehr als Mama im Leben des Kindes.

        1. Liebe Ich, ich habe mal ein bisschen gegoogelt, da es mich jetzt doch ein paar Fakten schaffen wollte. Hier ist eine Position eines Vereins von Spenderkindern.
          https://www.spenderkinder.de/die-position-des-vereins-spenderkinder-zu-eizellspende/

          Und die wünschen sich ganz klar, dass sie wissen, wenn sie nicht genetisch von ihren Eltern abstammen. Es ist eben nicht irrelevant und wenn man es den Kindern kindgerecht erklärt, können sie es gut annehmen.

          Und nochmal: das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass die Mütter von Kindern aus Eizellspende keine echten Mütter sind oder ihre Kinder nicht lieben.

      3. Du findest „Bauchmama“ albern und nichtssagend? Ich gebe dir den Satz zurück: Das ist vielleicht deine Meinung, andere sehen das anders! Ohne dich zu kennen merkt man anhand deines darauf rum reitens das jedes Kind ein recht darauf hat zu wissen wo es her kommt, das das bei dir nicht der fall ist.

    2. So lange das „Kind“ nicht irgendwann im Laufe seines Lebens durch Zufall von diesem Familiengeheimnis erfährt, mag das ja gut gehen.
      Man muss allerdings moralisch schon ziemlich abgebrüht sein, um das Kind, das man angeblich ja so sehr liebt, in so einer Lebenslüge aufwachsen zu lassen.

  4. Ich muss sagen, ich finde es ist schon ein Unterschied, ob eine Frau 40+ aus eigener Kraft heraus Mutter wird oder ob sie eine Eizellspende in Anspruch nimmt. Es geht hier nicht nur darum, es sich „zuzutrauen“, sondern darum, dass andere Menschen (oft aus finanzieller Not heraus) involviert sind. Ich meine, man kauft Eizellen ja nicht wie Hühnereier im Supermarkt.Mit Kinderwunschbehandlung habe ich kein Problem, Eizellspende dagegen kann ich persönlich nicht befürworten, genauso wie Leihmutterschaft. Ich finde auch, es ist eine gute Sache, das ethisch-moralisch zu diskutieren. Möchte die Autorin das ihren Kindern verschweigen, dass sie nicht die biologische Mutter ist?!

  5. Warum muss Frau sich eigentlich immer für Alter beim Kinderkriegen rechtfertigen? Und auch noch FRAUEN gegenüber, sind garnicht Männer die da rumkritisieren. Für die Kinder wünsche ich mir aber, dass sie ALLE biologischen Eltern kennenlernen, auch die Spendermutti! Darauf haben sie ein Recht.

  6. Liebe Jasmina, ich freue mich riesig für euer „spätes“ Glück und finde es toll, dass ihr euren Weg gegangen seid und so einen langen Atem hattet. Macht so weiter und lasst euch nicht entmutigen von merkwürdigen Sichtweisen anderer.
    Ich finde die Kommentare hier teilweise sehr verletztend und möchte zu bedenken geben:
    Diese Kinder hätte es niemals gegeben, wenn Jasmina und ihr Mann diesen Weg nicht gegangen wären! Sie würden schlicht nicht existieren.
    Jasmina und ihr Mann sind vor dem Gesetz und emotional gesehen die Eltern. Sie geben den Kindern Liebe und Geborgenheit, ein soziales Umfeld und sämtliche Erfahrungen und das ist wichtig, nicht wer die Eizelle oder den Samen gegeben hat.
    Selbst bei totaler Offenheit von Anfang an, kann die Suche nach biologischen Wurzeln enttäuschend enden, z.B. weil der biologische Elternteil nicht gefunden wird / schon verstorben ist / nicht so ist, wie man es sich wünscht.
    Jasmina, ihr seid eine tolle Familie, nichts anderes!

    1. Liebe Sarah, natürlich ist es eine riesen großes Glück, dass es die Kinder gibt.
      Aber ich finde, wenn über das Thema Eizellspende gesprochen wird, muss man wie bei einer Adoption auch, darüber sprechen, dass jeder Mensch ein Recht darauf hat, über seine (genetische) Herkunft die Wahrheit zu kennen. Das hat nichts damit zu tun, wie sehr man sein Kind liebt oder ob man eine weniger gut oder komplette Mutter ist. Eine Familie wird man durch Liebe, Zuwendung, Erlebnisse und vieles mehr und doch darf (das ist meine Meinung, aber zumindest für Adoption gibt es hier Forschung, Eizellspende gibt es wahrscheinlich noch nicht lange genug) keinem Menschen seine Herkunft verschwiegen werden.

      1. Danke, Marie, für deine sehr gute und differenzierte Antwort!
        Ich finde es so traurig, dass bei jeglichen Debatten um Familienzusammengehörigkeiten, Sorgerecht etc. die Perspektive der Kinder kaum bis gar keine Rolle zu spielen scheint. Kinder können meist sehr genau ihre Gefühle und Wünsche äußern, werden aber allzu selten gehört.

      2. Für ethisch-moralische Diskussionen bin ich immer zu haben, diese ist m.E. nach jedoch keine, denn es wird viel gemutmaßt und unterstellt.

        Wenn alles nach Gesetzesvorgaben gelaufen ist, dürfte lediglich eine Aufwandsentschädigung an die Spenderin gezahlt worden sein, ähnlich wie bei Samenspenden.
        Bei Samenspenden (in Deutschland) ist geregelt, dass das Kind Kontakt zum Spender aufnehmen kann, wenn es ein gewisses Alter erreicht hat (aber: es ist nicht sicher, dass der Kontakt erfreulich ist / überhaupt zustande kommt – siehe mein früherer Kommentar).
        Wäre Eizellspende in Deutschland erlaubt, wäre das sicher auch so geregelt. Wäre der Aufschrei dann kleiner?
        Ein Großteil der Kritik bezieht sich auf das Kindeswohl: mir ist keine wissenschaftliche Studie bekannt, die belegt, dass das Kindeswohl gefährdet ist durch ein Verschweigen der biologischen Herkunft. Womit wir wieder bei der ethisch-moralischen Diskussion wären.

        Mein Statement für die Diskussion: ich stehe Samen- und Eizellspende positiv gegenüber, genauso wie selbstbestimmter Verhütung oder auch einem selbstbestimmten Schwangerschaftsabbruch. Ich urteile nicht über jemanden, der das für sich in Anspruch nimmt. Und ja, Familie hat für mich rein gar nichts mit biologischer Herkunft zu tun. Meine Oma war nicht meine leibliche Oma – das hat mich nie interessiert. Meine Kinder haben 2 unterschiedliche Väter (Samenspender) und ich bin beiden Männern unglaublich dankbar für ihre Bereitschaft Samen zu spenden. Meine Kinder haben die Möglichkeit (mit 16) zu erfahren wer der Spender war. Das war uns wichtig. Ich urteile aber nicht über Menschen, die das anders sehen. Und ich belehre sie auch nicht umgefragt. Ich kann mich einfach freuen, dass sich jemand seinen Kinderwunsch erfüllen konnte und die Kinder sehr geliebt werden.

        1. hallo Sarah,
          was heißt denn Aufschrei? Hier sagen einfach nur Leute ihre Meinung. Man kann nicht so tun, als wären Eizellspenden Peanuts, oder sie mit Samenspende vergleichen. Hormonelle Stimulation sowie ein operativer Eingriff sind nötig. Keine Frau macht das für eine Aufwandsentschädigung, warum sollte sie sich das antun. Es ist eine wichtige Einnahmequelle grad in ärmeren Ländern und nicht umsonst in Deutschland verboten! Also ruhig auch mal andere Meinungen akzeptieren. Meiner Meinung nach gibt es kein Recht auf ein eigenes Kind.

          1. Hallo Sarah, es gibt Länder, da ist die Eizellspende wirklich eine alltruistische Spenede oder es wird gespendet, was „übrig“ geblieben ist von einer Kinderwunschbehandlung. Aber in Tschechien bekommen die Frauen eine richtige Bezahlung dafür (zB in den USA und Spanien meines Wissens auch). Das setzt einfach Anreize es doch aus finanzieller Not zu tun. Und es ist eine Sache in einen Becher etwas Samen abzugeben, als sich über zwei Wochen Spritzen zu geben und dann eine Punktion mit den entsprechenden Risiken zu haben. Ich habe das (Stimulation und Punktion) selber viermal durchgemacht und auch beruflich Frauen mit Komplikationen betreut. Ich selber bin aus diesen Gründen eher gegen als für die Eizellspende, da ich aber auch Frauen oder Paare (egal in welcher Konstellation) verstehe, die einen Kinderwunsch haben, bin ich auch nicht komplett dagegen. Es ist einfach ein Dilemma. Und ja, diese Kinder sind natürlich absolute Wunschkinder.
            Auch für mich ist Familie ein Gefühl und dafür sind natürlich nicht die selben Gene notwendig.
            Dennoch bleibe ich dabei, ein Mensch hat das Recht seine Wurzeln zu kennen. Außerdem kann es auch durch doofe Zufälle rauskommen. Sei es die Blutgruppe, die nicht passen kann (wenn da nicht drauf geachtet wird, das weiß ich nicht) oder warum auch immer. Das ist doch viel schlimmer für die Kinder. Ich bin gespannt, ob es in den nächsten Jahren dazu Forschungsergebnisse geben wird.

    2. Zum Argument, die Kinder hätte es nie gegeben – nun ja, dieses Argument finde ich sehr schwierig. Denn dieses Argument könnte man in jeder Situation in der verhütet wird anwenden. Jedesmal ein potenziell wunderbares Kind das es nicht geben wird.
      Es gibt Situationen und Umstände in denen man Menschen eher davon abrät ein Kind zu zeugen. Der 14-jährigen mit Babywunsch zB., obwohl diese bestimmt ein ganz fantastisches Kind bekommen würde, das es dann eben nicht gibt, wenn sie verhütet.
      Ebenso sehe ich persönlich die Samen- und Eizellspende sehr kritisch als Weg zum Wunschkind.
      Ja, das sind bestimmt sehr geliebte und über alles gewünschte Kinder, das spreche ich sicher niemandem ab.
      Aber, oftmals ist es eben doch wichtig wer die Eizelle oder den Samen gegeben hat – nämlich für die betreffende Person die daraus gezeugt wurde.
      Die meisten Menschen haben das Bedürfnis ihre genetischen Wurzeln zu kennen. „Wem sehe ich ähnlich?“ „Woher stamme ich ab?“, für sehr viele Menschen sind das durchaus essenzielle Fragen.
      Bei allem Verständnis für die Qual eines langjährigen unerfüllten Kinderwunsches, mir rücken da aber auch die Sichtweise und die Bedürfnisse des Kindes zu sehr in den Hintergrund.
      Dennoch freue ich mich für Jasmin, dass sie glücklich ist. Ich wünsche ihr von Herzen alles Gute für sie und ihre Familie!

  7. Zwei Dinge finde ich sehr problematisch.
    Was ist eine „Frau Doktor“?
    Dass die Mutter sich biologisch als Mutter sieht, heißt nicht, dass die Kinder das auch so empfinden. Haben die Kinder die Möglichkeit ihre biologische Mutter kennenzulernen?

  8. uff… was für eine Odyssee. Da bin ich doch froh, dass es bei uns auf ganz normalem Wege geklappt hat… ich selbst könnte mir nicht vorstellen, jetzt noch mal Mama zu werden, jedoch haben wir die Kinder auch noch im Haus… euch wünsche ich ganz viel Kraft mit den drei Wirbelwinden und dass ihr ihnen noch lange erhalten bleibt!

  9. Wie schön, dass Jasmina noch ihren Kinderwunsch erfüllen konnte.
    Ich möchte nur anmerken, dass die Klinik nicht alles dafür getan hat, dass sie keine Zwillinge bekommt. Dann hätte die Klinik nicht zwei Embryonen transferieren dürfen. Es ist in Deutschland (fast immer) nicht mehr üblich, dass man zwei Embryos transferiert, da eben das Risiko für Mehrlingsgeburten stark ansteigt. Das Risiko, dass sich ein Embryo noch teilt, ist nämlich auch größer, als bei natürlicher Befruchtung und dann hat man Drillinge…
    Und ich persönlich finde, dass man Kindern sagen sollte, wo sie herkommen. (aber vielleicht hat Jasmina das auch vor). Wenn sie es irgendwann selber rausfinden, verlieren sie das Vertrauen in ihre Eltern glaube ich.

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