Frau Steinbrück (dreifache Mutter!) ist die Coolste, weil sie keinen Bock auf Kanzlergattin hat!

steinbruck

Liebe Lisa,

mal gleich vorweg: Ich bin kein SPD-Parteimitglied und habe auch keinenfalls vor, es zu werden! Aber die Steinbrück, die Frau Steinbrück, also die Gertrud, die Frau vom Peer, finde ich cool. Die kennt man ja eigentlich gar nicht so richtig. Die ist Lehrerin, dreifache Mutter und will nicht „Frau von“ sein.

Über die Rolle der Kanzlergattin, die vielleicht auf sie zukommt, weil ihr Mann, der Peer ja jetzt Spitzenkandidat ist, sagt sie in Richtung der Michelle Obamas und Bettina Wulffs dieser Welt:

„Wer auch nur etwas graue Substanz unter seiner Schädeldecke hat, weiß, dass die Fotos der Politiker-Familie bei Chips und Cola vor dem Fernseher gestellt sind. Sie sind ein großer Fake. Das ist geistiges Popcorn, das die Intelligenz eines jeden Bürgers beleidigt.“

Wow, was für eine Ansage. Im Grunde sagt sie: Wenn mein Mann Kanzler wird, dann ohne mich.

Lieber will sie dagegen wie der Herr Sauer sein, im Hintergrund, still und leise, außerhalb der Medien.

Und da frage ich mich so insgeheim, wie ich es halten würde, wenn mein Kerl, der Pausti, plötzlich Kanzlerkandidat sein würde.

  • Nie wieder in Shirt mit Breiflecken vor die Tür.
  • Überall lauern Fotografen, wenn ich meinem Einjährigen einen ungesunden Kinderriegel in die Hand drücke.
  • Abends mal eine rauchen und über den Durst trinken: Oh, nein, ich wittere schon die Schlagzeilen.
  • Und am schlimmsten: Jedes Mal, wenn ich einen Erfolg erringe, ob Buch oder sonstwas, heißt es dann nur: „Ja, ja, aber das hat sie nur, weil sie die `Frau von` ist“

Gertrud Steinbrück dagegen will ihr eigenes Leben behalten und ich kann sie nur zu gut verstehen.

„Ich habe meine eigene Vita, meinen eigenen Kopf, einen eigenen Beruf, eigene Interessen und bin nicht die zweite oder dritte Ableitung meines Mannes“, sagt sie.

Gertrud, die Du ja viel Wert auf Normalität legst und deshalb jetzt von mir gedutzt wirst: Ich finde Dich gut!

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4 Kommentare

  1. Die Gertrud vom Steinbrück
    Ich bin kein SPD-Mitglied, auch nicht unbedingt ein stetiger Sympathisant, aber die Gertrud vom Steinbrück gefällt mir und vielen anderen in meinem Umkreis ausgesprochen. Auch wenn mir der Steinbrück nicht immer gefällt, aber ich/wir wünschen usn so sher, dass sich endlich mal etas ändert in unserer Gesellschaft. Dass diese Heuchler und Ja-Sager aus den C-Parteien, dem Umfeld dieser, sowie der stetig „Freiheit über alles“ predigenden FDP eines über die Rübe bekommen. Was man aktuell wieder über die politischen Vorstellungen des Herrn Rössler liest im Zusammenhang mit den anstehenden Wahlen in den Ländern und im Bund, da stellt es einem die Haare zu Berge. Typen wie diese gehören endgültig in die Versenkung, zusammen mit ihren Sympathisanten.

  2. Danke!
    Na, das ist doch mal ein Kommentar! Liest sich pointiert wie ein Spiegel-Leserbrief. Wenn ich mal einen politischen Kommentar schreibe nehme ich den als Vorlage.
    Bleiben Sie bitte unsere Leserin!
    Und bei der Frau Steinbrück vermute ich mittlerweile auch etwas Tatik hinter ihrem Interview in der Welt am Sonntag. Das Herr-Sauer-Prinzip ist ja ein erfolgreiches!

  3. Die Frau vom Steinbrück
    Jetzt schreibe ich doch tatsächlich meinen ersten Blog-Kommentar zu solch einem Thema wie Gertrud Steinbrück – nicht zu glauben!

    Der Kanzlerjob ist nunmal ein besonderer und es sei dahingestellt, warum ein 67-jähriger mit Millionen-Einkünften diesen Job überhaupt noch will, aber ich finde diese wurstige „Ich-bin-aber-eigenständig-und-mach-Euch-nicht-die-Bettina!“ verlogen.

    Natürlich hat nur der Kanzler eine wirklich politische Macht und sogar die Richtlinienkompetenz, aber es gehört zu diesem Job eben dann doch der Partner dazu, egal wie er seine Rolle definiert und auslebt. Und ich finde es nunmal charmant und ziemlich richtig, wenn man als Frau seinen Mann nach Kräften darin unterstützt, dem Staat ein guter Kanzler zu sein inklusive der Repräsentationspflichten! Sie nimmt ja sicher schon seit Jahrzehnten Rücksicht auf seine politische Karriere und fängt jetzt nicht plötzlich damit an!

    By the way: 55shsvMein Mann würde – falls ich Kanzlerin oder Bundespräsident würde – ein wunderbarer First Man an meiner Seite sein, schlicht und einfach, weil das zum Job des Partners dazugehört.

    Nur mit Carla Brunis Ballerinas und der Wulff’schen Tätowierung würde er sich schwer tun!

  4. Sagen wir es mal so….
    …ich denke, dass sie Ihrem Mann wohl seinen Erfolg gönnen wird. Und da sie wohl auch nicht vor hat ihn zu verlassen, glaube ich viel eher, dass sie mit den Klischees brechen möchte und nicht pauschal daher gesagt „kein Bock auf Kanzlergattin hat“ oder „im Grunde:ohne mich“. Wenn sie es wird, dann eben eine sehr selbstbewusste, mit Beruf, eigenem Kopf etc. Passt natürlich auch ganz gut ins Wahlkonzept der SPD, nicht wahr ?!
    Michelle Obama findet das sicher auch nicht immer toll und dennoch würde ich sie nicht als „uncooler“ bezeichnen. Die Damen haben es ohnehin schon schwer genug, auch wenn sie im Luxus leben.
    Fazit: Ich würde derartige Aussagen mit Vorsicht genießen. Andere Kanzlergattinen waren und sind auch nicht alles Hündchen, die es darauf anlegen eine „von“ zu sein, auch wenn es manchmal so zu scheinen mag. Ob es ein raffinerter Schachzug ist, die emanzipierten Wählerinnen der SPD zu beeindrucken, bleibt auch nur eine vage Vermutung!