Gastbeitrag: Und plötzlich kippte ich um… Wie Maren sich zurück ins Leben kämpfte

Ihr Lieben, neulich haben wir über Facebook gefragt, wer Lust hat, seinen schönsten Moment des Jahres 2015 mit uns zu teilen…Es haben sich viele Leserinnen gemeldet und uns so schöne Geschichten aufgeschrieben. Den Anfang macht heute Maren. Vielen Dank dafür!!!!

"Ich war im Mai auf einer Veranstaltung, die drei Tage gehen sollte. Mein Kleiner war bei den Großeltern untergebracht, es war also alles gut geregelt. Am ersten Abend der Veranstaltung haben wir ein bisschen was getrunken, am nächsten Morgen hatte ich etwas Kopfschmerzen. „Ist der Alkohol“, dachte ich und machte mir keine weiteren Sorgen. Doch dann bin ich plötzlich zusammengebrochen…An die Fahrt zum Krankenhaus kann ich mich nicht mehr erinnern und auch an die Aufnahme im Krankenhaus nur bruchstückhaft. Richtig zu mir kam ich erst wieder auf der neurologischen Intensivstation. Die Ärzte sagen mir, ich hätte ein Aneurysma an der Halsschlagader. Eine Woche später hatte ich zudem noch vier Schlaganfälle.

Es war eine harte Zeit, weil ich meinen Sohn durch meinen Krankenhausaufenthalt sehr wenig sehen konnte – die ersten zwölf Tage auf der Intensivstation gar nicht.  

Nach sieben Wochen durfte ich endlich wieder nach Hause. Nach neun Wochen habe ich wieder angefangen zu arbeiten.

Was das Ganze jetzt mit meinem schönsten Moment zu tun hat? Der Moment, in dem man feststellt, dass Freunde für eine Stunde „An-deinem-Bett sitzen“ fast zwei Stunden Zugfahrt auf sich nehmen – einfache Strecke! Der Moment, in dem man mit einer Nudelsuppe in der Thermoskanne in der Reha überrascht wird. Der Moment, in dem man neue Freundschaften schließt. Der Moment, in dem sich alles zum Guten entwickelt: neue Arbeitsstelle, weniger Stress.

Und natürlich die Nacht, in dem mein Kind endlich wieder zu mir ins Bett gekrabbelt ist. Und mir erzählt, wie sehr er sich freut, dass ich wieder da bin…

All das sind die schönsten Momente meines Jahres 2015 gewesen. Alles gehört zusammen.

Meine beste Freundin würde sagen "Das Schicksal wird es richten"  – und das hat es auch.

Mein schönster Moment? Als mir mein neues Leben geschenkt wurde.

Liebe Grüße, Maren"

 



2 comments

  1. Freut mich, dass es Dir
    Freut mich, dass es Dir wieder besser geht. Aber nach so einem Schicksalsschlag würde ich nicht wieder sofort ans Arbeiten denken, sondern mich erst einmal so richtig erholen und vielleicht mit dem Kind gemeinsam etwas unternehmen bzw. verreisen. Aber vielleicht hast Du ja das Glück, dass Dein Job wie Urlaub ist.

  2. Auf keinen Fall im Büro lesen ;D
    Ich sitze im Büro – zum Glück in meinem eigenen Zimmer – und mir laufen die Tränen. Ein wunderbarer Beitrag der mir einen dicken Kloß im Hals verursacht. Meine Ma hatte vor nicht allzu langer Zeit einen schweren Schlaganfall und es stand verdammt schlecht um sie. Heute geht es ihr phantastisch und seit Neuestem kann sie ihre verdiente Rente genießen.
    Ich dache immer, wenn jemand sagte „Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter“, der spinnt. Aber genau so ist es. Von heut auf morgen aus dem gerissen zu werden geht nunmal ohne Vorankündigung. Ich fühle und freue mich mit dir. Dir und deinem Sohn alles alles Liebe.
    Freunde und Familie und sind as A und O