Geburt auf Corona-Intensivstation: Miri hat ihr Baby noch nie gesehen

Ihr Lieben, als uns eine Leserin auf die Geschichte von Miri aufmerksam machte, hatten wir schon beim Lesen der ersten Worte Gänsehaut. Denn Miri war mit ihrem sechsten Kind schwanger, als sie schwer an Corona erkrankte. So schwer, dass sie fast mit ihrem Leben bezahlte. Ihr Baby musste in der 29. Woche per Kaiserschnitt geholt werden. Miri bekam auf der Covid-Intensivstation nichts mit davon. Ihr Mann und die großen Kinder waren geimpft, Miri selbst nicht, sie sagt: „Ich habe zu lange überlegt wegen der Schwangerschaft.“ Noch sind sie und ihr kleiner Leo im Krankenhaus. Hier ist ihre Geschichte.

Hallo. Ich bin Miri, 36 Jahre, Mama von nun sechs Kids und ich habe keinerlei Vorerkrankungen, Allergien oder körperliche Einschränkungen gehabt. Am 7.11.21 beginnt mein Leben mit dieser fürchterlichen Krankheit. Am 6.11. feiern wir noch den Geburtstag meines Mannes, machen Feuer und grillen. Es ist sehr, sehr kalt, aber wunderschön.

Am 7.11.21 wache ich früh auf mit leichten Erkältungsanzeichen. Wirklich nur ganz leicht. Halsschmerzen, Schnupfen und ein bisschen Husten. Ich denk nur: Mist, ausgerechnet jetzt! Da mein Mann vom 8.11. bis 10.11. außer Haus auf einen Lehrgang muss. Er fährt hin und mir geht’s zwar nicht super gut, aber auch nicht super schlecht. Wie ne normale Erkältung halt. Ich bekomme Haushalt und Kinderbetreuung noch gut alleine hin.

Langsam fangen rings herum aber alle an, mir zu sagen, ich solle einen Coronatest machen. Mich nervt das Thema nur noch und will es dann aber schon wissen – ich mache einen Schnelltest. Dieser ist negativ. Ich schreibe allen: Es ist kein Corona und sie sollen mich damit nicht nerven… Wenn ich da nur gewusst hätte, was noch kommt. Wobei: Zum Glück hab ich es nicht gewusst.

Ich fühle mich erkältet, aber noch nicht sooo krank

Am Wochenende drauf nimmt mein Mann die Kids, damit ich mich hinlegen und wieder richtig fit werden kann. Mir geht es immer noch nicht sooo schlecht, dass ich liegen bleiben müsste, also nähe ich Weihnachtssocken und Klamotten für meinen Bauchzwerg. Am 10.11. muss dann mein Sohn vom Internat geholt werden, da es ihm nicht gut geht. Er macht einen PCR-Test beim Arzt, der aber negativ ist.

Langsam aber sicher wird die Erkältung eher stärker als besser. Am Montag, den 15.11. schlafe ich nur, kein TV, keine Musik, wirklich nur schlafen. Mein Mann nimmt sich einen Tag frei, weil bei mir gar nichts mehr geht. Am Dienstag geht es mi nochmal kurz besser, mein Mann kann arbeiten gehen. Ab dann geht es von Tag zu Tag bergab.

Freitagabend wird es so schlimm, dass ich es kaum noch aufs WC schaffe und ich langsam Angst bekomme. Also google ich, wer am Wochenende Notdienst hat. Bei uns im Krankenhaus gibt es einen ärztlichen Notdienst ab 9 Uhr. Ich fahre mit letzter Kraft am Samstag um 8 Uhr ins Krankenhaus – in der Hoffnung, gleich als Erste dran zu kommen. Dies funktioniert und ich bin Punkt 9 beim Arzt. Er untersucht mich und kann nichts finden. Für ihn ist soweit alles ok. Ich bekomme keine Medikamente, er macht auch keinen Coronatest, da der Schnelltest zu Hause ja negativ war.

Die Sauerstoffsättigung ist da auch noch okay, also ab nach Hause wieder. Ich bin irgendwie sauer und enttäuscht, da es mir wirklich hundselend geht und das Gefühl habe, der der Arzt denke, ich simuliere. Zu Hause falle ich einfach nur ins Bett. Meine Kinder stressen mich, ich will einfach alleine sein.

Die Nacht zum Sonntag: Aufs WC gehen ist schon fast nicht mehr möglich und ich wünsche mir insgeheim einen Blasenkatheter. Gibt’s zu Hause nicht, also mobilisiere ich all meine Kraft. Es geht nur noch mit festhalten und einem Hustenanfall nach dem anderen. So stark, dass ich denke, ich ersticke und übergebe mich zeitgleich. Ab da bin ich nur noch mit Eimer in der Hand gelaufen. Sonntagabend, als die Kinder alle im Bett sind, sage ich dann nur noch: „Schatz, du musst den Rettungswagen rufen, ich ersticke gleich.“

Im Rettungswagen wird direkt ein Corona-Test gemacht: positiv!

Dann geht alles sehr schnell. Mein Schatz ruft den RTW, die erste Frage ist die nach Corona. Es wird sofort ein Test gemacht. Das Ergebnis: fett positiv. Die Sanitäter begeben sich sofort in Schutzkleidung, telefonieren, welches Krankenhaus eine schwangere Covid19-Patientin nimmt. Dann fahren wir los.

21.11.21: Im Krankenhaus angekommen werde ich in der Notaufnahme abgegeben und es werden allerhand Untersuchungen gemacht. PCR-Test, Blut, Lunge abgehört, Sauerstoffsättigung, der Gynäkologe ist da, um einen Ultraschall zu machen, es wird noch ein Schnelltest gemacht. Zwei Stunden vergehen in der Notaufnahme.

Laut Werten scheint alles gar nicht so schlimm zu sein, wie ich mich fühlte. Ich werde gefragt, ob ich wirklich bleiben will, ich könnte auch heim, ich bräuchte keine Angst haben. Ich will auf keinen Fall heim, obwohl ich langsam aber sicher an mir selber zweifele. Es kann doch nicht sein, dass alles okay sein soll, mir aber nach Sterben zumute ist.

Ich werde auf mein Zimmer gebracht und bekomme eine Elektrolyte-Infusion und etwas Sauerstoff über die Nasenbrille. Ab da verschlechtert sich mein Zustand stündlich. Alleine aufs WC gehen ist nicht mehr möglich. Ich bekomme eine Bettpfanne, weil ich es aus eigener Kraft nicht mal mehr auf den Nachtstuhl schaffe. Selbst die Sauerstoffbrille hilft nicht mehr und ich bekomme eine Sauerstoffmaske für Nase und Mund.

Mein Zustand verschlechtert sich: Ich muss auf die Intensivstation

25.11.2021: Der Ärztin wird mein Zustand nun zu heiß, da ich schon 15 Liter Sauerstoff gebraucht habe und mehr dort gar nicht aus der Wand zu holen ist. Dazu bin ich ja auch noch schwanger in der 29. Woche. Also ruft sie auf der Intensivstation in der nächstgrößeren Stadt an – mit der Bitte um ein Bett für mich. Ich habe Glück und es ist noch ein Bett frei.

Per Krankentransport werde ich mit Blaulicht auf die Intensivstation (ITS) gefahren. Der RTW hat 15 Liter Sauerstoff für 20 Minuten, es muss also schnell gehen. Der Ärztin gefällt mein Zustand überhaupt nicht und so begleitet sie mich im Rettungswagen. Sie ist die ganze Zeit freundlich und die Ruhe in Person. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie mich auf dem Weg zur ITS so gut ablenkt und begleitet. Ich hatte noch nie sooo Angst in meinem Leben.

Ankunft auf der ITS: Es sind wirklich alle super nett und es ist schon für Weihnachten geschmückt. Ich fühle mich gleich in guten Händen und die Angst wird weniger. Ich bekomme alle möglichen Zugänge gelegt. An der linken Hand einen Arterienkatheter, am Hals den Venenkatheter (das legen war ziemlich unangenehm, aber auszuhalten) und einen Blasenkatheter. Alles nur zur Vorsicht wird mir versichert. Dann werde ich an den Highflow (Atmungsunterstützung) angeschlossen und es wird nochmal nach meinem Baby geschaut.

Frühgeburt? Vorsichtshalber bekomme ich eine Lungenreife-Spritze

Irgendwann kommt der Arzt und meint: „Frau E., Sie bekommen gleich noch die Lungenreifenspritze für Ihr Baby, damit wir im Fall der Fälle vorbereitet sind.“ Jetzt im Nachhinein denke ich: Er wusste es da schon… Er fragt noch, ob er meinen Mann anrufen darf und ich gebe ihm seine Telefonnummer. Ab da bin ich dann erstmal raus. Ich glaube, mein Körper hat in diesem Moment aufgegeben, alleine zu kämpfen. Ich habe mich und mein Baby vertrauensvoll in die Hände der Ärzte gelegt.

Ab hier habe ich nur noch sehr bruchstückhafte Erinnerungen an einige Situationen. Ich weiß weder Tag noch Zeit oder wann was war. Irgendwann scheint mir eine riesige Lampe ins Gesicht, jemand sagt: Hallo Frau E., herzlichen Glückwunsch. Dann werde ich ans Bett fixiert, da ich mir den Tubus (Beatmung) selber gezogen habe, wodurch ich dann wiederbelebt werden musste. (Dies sagten mir die Ärzte dann später.).

Irgendwann bin ich wieder wach und schaue auf eine große Uhr auf der ITS. Da sehe ich eine Schaukel, auf der meine Oma sitzt. Es wirkt wirklich total real. Dann höre ich ein Moped wie verrückt ums Krankenhaus fahren. Mein Mann ist Motorsportler und dieses Moped erinnert mich an ihn und meine Kinder. Bei dem Moped würde ich meine Hand ins Feuer legen, dass es wirklich da war, aber ich weiß es natürlich nicht.

Aufwachen aus dem Dämmerzustand: Wozu gratulieren mir alle?

Beim nächsten Wachwerden würge ich wie verrückt. Es macht mich wahnsinnig. Eine Schwester erklärt mir, ich hätte eine Magensonde und schaut, ob ich was im Magen hab. Setzt ne Spritze an der Sonde an und will meinen Magen auspumpen. Das war so ein ekelhaftes Gefühl. Irgendwann kommt jemand und befreit mich von dem Teil. Ob es der Arzt war oder dann doch ein Pfleger weiß ich nicht mehr. Ich denke, dies war in der Nacht zum 29.11., da ich ab 29.11. wieder richtig ansprechbar bin und ich übers Handy selbst mich bei meiner Familie melden kann.

Je wacher ich werde, desto mehr Schwestern und Ärzte gratulierten mir zu irgendwas. Ich weiß einfach nicht, um was es geht. Ich weiß zu dem Zeitpunkt ja noch nicht mal, dass vier Tage vorher bei mir ein Kaiserschnitt gemacht wurde. Sie geben mir Bilder mit einem Baby drauf und ich checke einfach nicht, dass das mein Kind ist. Für mich ist mein Kind noch in meinem Bauch. Ich lege die Bilder nur auf den Nachtkasten und will damit nix zu tun haben.

Irgendwann fragt mich die Schwester, ob ich mein Handy haben will. Dies bejahe ich und sehe, dass mir mein Mann auch Bilder von einem Baby geschickt hat. Erst ignoriere ich das kurz, doch dann wird mir mit einem Mal bewusst, dass das auf den Bildern wirklich mein Baby ist.

Als ich den ersten „Schock“ verdaut habe, kommt der Arzt und ich muss mich fürs Stillen oder für Medikamente entscheiden. Beides zusammen geht nicht. Sie könnten mir eine Milchpumpe organisieren und das Stillen auch unterstützen. Ich entscheide mich dagegen. Ich kann ja nicht mal sitzen oder alleine essen. Wie soll ich es da schaffen, alle zwei Stunden abzupumpen? Ich wähle also die Medikamente. Daraufhin bekomme ich eine Bluttransfusion. Leider kann ich mich nicht mehr genau erinnern, warum.

Der Arzt erzählt noch was von Antikörpertherapie, aber leider hat mein Gehirn das auf ITS alles nicht verarbeiten und es sich merken können. Auch wenn ich mit meinem Mann oder meiner Mama WhatsApps schreibe, muss ich abends oft nochmal nachlesen, da ich bis dahin vieles schon wieder vergessen habe. Was mir gar nicht so bewusst war: Dass Corona auch das Nervensystem angreifen kann und es Spätfolgen in der Merk- und Konzentrationsfähigkeit geben kann. Bei mir wird das gerade wieder besser, aber es war echt gruselig. Dir wird was erklärt und fünf Minuten später weißt du einfach überhaupt nix mehr.

Auf der ITS sind ja Männer und Frauen zusammen auf einem Zimmer und es steht nur ein Sichtschutz zwischen den Betten. Neben mir liegt ein sehr netter Mann, der echt alle Therapien über sich ergehen lässt und er muss dann doch innerhalb von Minuten ins künstliche Koma gelegt werden. Mit Luftröhrenschnitt, den die Ärzte gleich im Zimmer machen. Da ist sie wieder: Meine unendliche Angst. Dieser Mann, den ich nur von der Stimme her kenne, tut mir sooo leid. Ich stehe halb unter Schock, wie schnell das alles gehen kann und wie die Ärzte dabei vorgehen. Sie unterhalten sich über alles Mögliche dabei. Da wird mir zum ersten Mal richtig bewusst, was die Ärzte und Schwestern in dieser Zeit alles leisten müssen. Körperlich wie auch psychisch.

Nur ca. 20% der Patienten schaffen es auf der Intensiv: Auch ich

Je besser es mir geht, desto mehr erzählten mir auch die Ärzte und Schwestern. Etwa, dass es nur ca. 20% der Patienten wieder von der ITS schaffen, alle anderen sterben. Das ist so unwirklich irgendwie. Sie sagen, dass das Arbeiten so keinen Spaß mehr macht, wenn man kaum noch Erfolgserlebnisse hat. Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es kaum glauben. Alle freuen sich hier mit mir über jeden kleinsten Fortschritt. Wenn ich da jetzt so drüber nachdenke, bekomme ich selbst Gänsehaut.

Am 3.12. stehe ich das erste Mal wieder auf mit Hilfe einer Schwester und der Physiotherapeutin. Das ist ein Gefühl, sag ich euch! Es ist wirklich Schwerstarbeit und ich bin danach komplett alle. Weil es aber so gut klappt, spornt mich die Schwester spontan an, mich gleich noch zum Mittagessen in den Stuhl zu setzen. Als das klappt, bin ich soooo mega stolz auf mich. Ein riesen Meilenstein. Auch wenn ich nach 20 Minuten Sitzen den ganzen Tag völlig fertig im Bett liege.

Da ich nun langsam wieder mobiler werde, darf ich am 4.12. die ITS verlassen und werde mit einem Krankentransport auf die Wachstation der Frauenklinik gebracht. Dort, in dieser Klinik, liegt auch mein Baby.  

Ankunft auf der Wachstation: Ich erwarte, endlich in ein „normales“ Krankenhauszimmer zu kommen, werde aber in einen riesigen leeren Raum gefahren, von dem aus man nicht mal nach draußen sehen kann. Ich bin fertig mit mir und der Welt. Ich bin völlig durcheinander und weiß überhaupt nicht, warum man mich hierhin gebracht hat. Die Schwester hat scheinbar auch keinen guten Tag und mault mich an, warum ich denn keine FFP2-Maske trage. Na, weil ich von der ITS nur ne normale Maske für den Transport bekommen hab!

Irgendwie will ich hier nur wieder weg. Wobei mir natürlich bewusst ist, dass das unmöglich ist, da ich ja noch nicht wieder laufen kann und noch Sauerstoff benötige. Meine Mama beruhigt mich über WhatsApp. Sie schreibt, dass ich doch so wenigstens meine Ruhe habe. Ich gewöhne mich dran.

Am 5.12. wird dann endlich ein Rachenabstrich gemacht – er ist negativ! Ich freue mich wahnsinnig in der Hoffnung, endlich Leo sehen zu dürfen. Auch am Folgetag ist der Rachenabstrich negativ! Ich bin völlig aus dem Häuschen. Doch am nächsten Tag, am 7.12. ist das Rachenspülwasser plötzlich wieder positiv. Das kann doch nicht wahr sein.

Darf ich mein Baby jetzt sehen? Nein, der Test ist wieder positiv

Ich liege ja zu diesem Zeitpunkt im Wachraum der Gynäkologie und hier ist man damit genauso überfordert wie ich. Eigentlich war der Plan gewesen, dass ich vom Wachraum runter auf die Station in die Nähe von Leo verlegt werden sollte. Dies ist aber nun nicht mehr möglich, da der dritte Test positiv ist.

In der Zwischenzeit bekomme ich dort noch Physio und lerne endlich wieder alleine laufen. Da ich nun nicht in die Station unten verlegt werden kann, ruft die Ärztin auf der Corona-Station an, ob noch ein Bett frei sei. Schließlich werde ich wieder verlegt, mit dem Krankentransport in eine weitere Klinik, meine vierte Fahrt nun schon. Und zack, bin ich wieder von meinem Baby weg. Ich kenne es nur von Fotos.

9.12.: Ankunft auf der Corona-Station: Hier werden jetzt wieder alle möglichen Abstriche, Untersuchungen, Tests und Blutkontrollen gemacht. Auf meinem Zimmer liegt eine Frau, ungefähr in meinem Alter, die auch noch sehr kleine Kinder zu Hause hat. Sie erlebt grad Ähnliches wie ich zu Beginn, auch ihr Zustand verschlechtert sich stündlich bis sie halb erstickt und schließlich auf die Intensivstation gebracht wird. Das mitzuerleben ist für meine Psyche der Horror. Mit einem Mal habe ich meine Geschichte wieder komplett vor Augen. Ich schreibe meiner Mama und sie versucht, mich wieder zu beruhigen. Ich glaube, ich hatte zu diesem Zeitpunkt eine Panikattacke.

Bald darf ich nach Hause, bald lerne ich mein Baby kennen…

12.12.: Mittlerweile geht’s mir wieder so gut, dass ich nach Hause kann. Ich brauche aber erst noch drei Tage hintereinander ein negatives Testergebnis und wenn ich dann hier entlassen werde, darf ich endlich zu Leo. Ich hoffe, wir schaffen es diese Woche noch.

13.12.: Der Arzt kommt rein und meint, wenn ich heute und morgen negativ bin, darf ich morgen heim und dann kann ich Mittwoch endlich zu meinem Baby. Zu meinem Leo, der am 25.11. mit einem Notkaiserschnitt in der 29+0 SSW geholt wurde, weil ich so schwer an Corona erkrankte. 42 cm groß und 1770 Gramm schwer. Täglich besucht von seinem Papa.

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16 comments

  1. Bei Symptomen ist die Sicherheit eines Schnelltests nicht ausreichend, sondern man braucht einen PCR-Test. Das hat sich leider noch nicht mal bis zu allen Ärzten rumgesprochen. Meinen Mitarbeitern sind im Oktober und November mehrfach PCR-Tests verweigert worden von Ärzten, die meinten, das sei doch nur ein grippaler Infekt. Die Verunsicherung der Leute und Verzögerung der klaren Diagnosen – und damit auch der Verhinderung weiterer Ansteckungen – haben wir der unklaren Kommunikation der Politiker zu verdanken und der Abschaffung der hürdenlosen Zugänglichkeit von PCR- und Schnelltests. Bei Schnelltests haben sie ja inzwischen reagiert, allerdings wurde die Infrastruktur teilweise abgebaut, so dass sich mancherorts lange Schlangen bilden, sodass die Leute lieber verzichten und ungetestet rumlaufen.

  2. Wenn man sich vor dem Hintergrund überlegt, dass ich im Mai und Juni richtig dafür kämpfen musste um schwanger geimpft zu werden…
    Ich hoffe der dritte Test war negativ und Miri kuschelt jetzt mit ihrem Leo

  3. Mir tut es, wie den Vorkommentatoren, total leid für die ganze Familie, dass sie so einen schlimmen Start mit dem Baby hatten und ich drücke die Daumen, dass es allen bald besser geht.
    Ich will auch eigentlich nicht, wie so oft (auch hier bei diesem Blog)im Kommentar nur auf anderen rumhacken, aber auch wenn mir die Mutter hier noch so leid tut, muss ich sagen, dass mich folgender Abschnitt schon echt verärgert und fassungslos gemacht hat:
    „Langsam fangen rings herum aber alle an, mir zu sagen, ich solle einen Coronatest machen. Mich nervt das Thema nur noch und will es dann aber schon wissen – ich mache einen Schnelltest. Dieser ist negativ. Ich schreibe allen: Es ist kein Corona und sie sollen mich damit nicht nerven…“
    Wie kann man im Nov 2021, zur Hochzeit von COVID ungeimpft so fahrlässig und ignorant sein und statt bei Erkältungsanzeichen selbst auf die Idee zu kommen, einen Test zu machen, auch noch über die anderen, die nerven, schimpfen?und bevor jetzt der shitstorm losgeht, Geimpfte könnten auch infiziert sein: ich bin geboostert und würde dennoch bei jedem Anzeichen einen Test machen.
    Ich finde das einfach sehr verantwortungslos.
    Weiterhin alles Gute!

    1. Ich stimme dir zu! Was mich auch sehr gewundert hat, dass nach einem negativen Schnelltest trotz stärker werdender Symptome keine weiteren folgten. Verstehe ich nicht.

    2. @Anna H.: Und Ich finde es anstandslos, unter einen Text, in dem die Person um ihr Leben ringt, solch einen Kommentar zu schreiben. Warum kann es denn nicht reichen die Geschichten zu erzählen?

      1. Nein, das ist nicht anstandslos! Wenn der Text irgendetwas bewirken soll, dann müssen diese beiden Punkte (der zweite ist die fehlende Impfung) thematisiert werden.
        Und das hat Anne H. sehr taktvoll und empathisch getan!

  4. Wenn ich sowas lese, bin ich so erleichtert, dass bei mir alles gut gegangen ist. Mein Sohn ist im Mai zur Welt gekommen und heißt auch Leo! Ich wäre so gerne bereits in der Schwangerschaft geimpft worden, aber es gab ja noch keine ausdrückliche Empfehlung von der Stiko und mein Arzt wollte mich deswegen nicht impfen. Einen Monat nach der Geburt habe ich dann meine erste Impfung bekommen. Gestern meine dritte.
    Man weiß vorher nicht, wie schwer Corona einen erwischt, aber ich weiß, dass ich es nicht ausprobieren will!
    Ich hoffe, Miri und ihr Baby überstehen alles gut!

  5. Ich bin gerade selber in der 39. SSW und Miris Geschichte macht mich schwer betroffen. Ich drücke ganz fest alle Daumen, dass Miri und Leo sich bald kennenlernen dürfen und sie das alles ohne Folgen überstehen.
    Ich selber habe mich gegen Covid impfen lassen, nachdem die Empfehlung im September kam. Ich gebe zu, dass natürlich Bedenken bleiben, wenn man sich schwanger impfen lässt, aber es ist alles gut gegangen und ich fühle mich jetzt einfach besser geschützt. Auch gegen Grippe und Keuchhusten habe ich mich in den letzten Wochen noch impfen lassen.
    Es wird ja auch grundsätzlich von der Stiko empfohlen und ich habe schon Vertrauen in das, was Ärzte und Wissenschaftler raten.

  6. Armes kleines Würmchen, ohne diesen verdammten Virus würde es jetzt noch friedlich im Bauch seiner Mama schlummern 🙁 Und arme Mama, es muss schrecklich sein, sein neugeborenes Baby so lange nicht sehen zu können. Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Ich wünsche der kleinen Familie alles Gute, auf dass ihr bald kuscheln und das Kennenlernen zumindest ein bisschen nachholen könnt. Ich hoffe, andere Schwangere lassen sich nach den Lesen dieses Berichts impfen. Eine Freundin von mir ist Krankenschwester und hat auch grad mehrere Schwangere auf der Corona-Station 🙁 Ich habe mich in der Stillzeit impfen und boostern lassen und bin sehr froh darüber.

  7. Ich bin seit Mai diesen Jahres schwanger und erlebe eine ganz unangenehme Schwangerschaft. Von Anfang an war immer etwas. Über 12 Wochen gab es bei mir nur Übelkeit und Übergeben. Wenn Corona nicht wäre, hätten meine Gynäkologinnen mich ins Krankenhaus geschickt. Nach der schweren Phase kamen Kreislaufprobleme, Diabetes und viel Wasser in den Beinen dazu. Meine Ärzte und Ärztinnen haben deswegen abgeraten, mir eine Impfung geben zu lassen. Man wusste und weiß ja teils noch nicht, wie Frauen mit solch schweren Schwangerschaften noch zusätzlich auf eine Impfung reagieren. Also, da wollte keiner ein Risiko eingehen. Allein schon deswegen, weil mein Mann und ich seit über 3,5 Jahren versucht hatten, ein Kind zu zeugen und es nach Problemen mit der Fruchtbarkeit und Besuchen der Kinderwunschklinik auf natürliche Weise geklappt hatte.

    Vor nun bald vier Wochen dann die Nachricht am Tag meines Geburtstages: ich hatte Covid19. Natürlich hatte ich mir Sorgen gemacht, dass es mich eventuell schlimm erwischen könnte. Es war kein milder Verlauf, ich hatte alles Mögliche mitgenommen, was man mitnehmen kann. Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Hautausschlag, Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Verlust des Geruchssinns. Aber es verging relativ schnell, innerhalb von einer Woche wurden die Symptome milder. Mein Mann hatte ähnliche Symptome trotz Impfung und meine Tochter, die lange negativ war, aber zu jung, als dass wir uns hätten isolieren können, hatte nun nach zwei Wochen in der Quarantäne Corona bekommen und gar keine Symptome. Jetzt müssen wir noch bis Ende dieser Woche warten und können bei negativen Tests ab nächster Woche wieder aufleben.

    Woher ich den Virus habe? Meine Tochter wurde zuvor zweimal die Woche getestet und war stets negativ. Mein Mann wurde nach mir positiv getestet und sonst hatte ich nur Kontakt zu geimpften Familienmitgliedern und Freunden, aber das waren genau zweimalige Treffen jeweils versetzt. Einkaufen oder Busfahren? Hätte davon kommen können. Es stellte sich heraus, dass meine Schwägerin als Geimpfte den Virus mit sich trug und nichts davon merkte. Tja, für uns kleine Familie dann unglücklich gelaufen.

    Daher: auch wenn ihr geimpft seid, könnt ihr anstecken. Bitte vergesst das nicht. Und wenn ihr eine Schwangerschaft durchlebt, die gut verläuft, würde ich raten, es vielleicht doch mit einer Impfung zu wagen. Der Bericht von Miri zeigt einmal deutlich, wie heftig und lebensgefährlich die Krankheit verlaufen kann.

  8. Ich hoffe sehr, dass alle Schwangeren, die diesen Bericht lesen, sich impfen lassen. So schrecklich die Geschichte ist, hat Miri nochmal Glück gehabt, wenn es Leo hoffentlich auch gut geht. Ich erlebe es als Frauenärztin leider immer noch viel zu viele Frauen nicht impfen lassen, wenn sie schwanger sind und dann schlimme Verläufe haben oder sogar versterben. Ich habe mich selber schwanger boostern lassen, dass ist dann ein Argument, dass zum Glück zumindest bei manchen Frauen hilft.
    @Sina: ich kann verstehen, dass du Sorge hast, in der Schwangerschaft eine Impfung zu machen. Aber zB bei Keuchhusten tust du deinem Kind sogar was gutes (bei andern Impfungen vermutlich auch), da es deine Antikörper bekommt über die Plazenta und dann über die Muttermilch.

  9. Ich schließe mich KaLuNe an und hoffe, dass es keine Long Covid Probleme geben wird! Sicher hast du dir den Start mit deinem Baby gaaanz anders vorgestellt. Ich hoffe, dass du irgendwann deinen Frieden damit finden kannst, auch wenn ich weiß, dass dies sicher schwer fallen wird.

    Ich muss gestehen, mir hätte das auch passieren können. Ich habe dieses Jahr im August mein zweites Kind bekommen und war dementsprechend auch ungeimpft. Damals lag auch keine Empfehlung für Schwangere vor. Allerdings befürchte ich, dass ich mich auch mit Empfehlung nicht hätte impfen lassen. Es war immer klar, dass ich mich nach der Entbindung impfen lassen werden (bin jetzt auch durchgeimpft). Ich lass mich aber schwanger generell nicht impfen. Weder gegen Keuchhusten noch Grippe. Das hat also nichts mit dem „neuen“ Impfstoff zu tun. Ist einfach so ein Bauchgefühl, wenn auch wahrscheinlich irrational. Diese Geschichte gibt einem aber zu denken!

  10. Danke, dass du deine bedrückende Geschichte mit uns geteilt hast.
    Sie sollte von den vielen Menschen gelesen werden, die sich für unbesiegbar halten.
    Ich wünsche euch alles Gute!

    1. Ich musste gerade bitterlich weinen als das gelesen habe. Ich habe vor genau einem Jahr fast das gleiche durch gemacht. Du hast es um einiges schlimmer getroffen aber ich fühle mit dir. Ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft. D

      Suche dir auch am besten Hilfe sowas kann man nicht einfach so allein verarbeiten.

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