Kitastreiks, Schulschließungen: Bitte nehmt uns Eltern das neue Stückchen Normalität nicht direkt wieder!

Ihr Lieben, Katharina und ich müssen uns immer noch manchmal vormittags kneifen, wenn wirklich mal alle drei Kinder aus dem Haus sind und sich mit anderen Kindern treffen und wir mal ganz kurz ungestört IRGENDWAS machen können – und sei es die Steuer oder schnell solche Texte wie diesen hier verfassen – ohne dass dabei etwas umkippt, jemand auf Toilette muss, Hunger hat oder auch mal „an der Tastatur“ schreiben will.

Ehrlich: Das, was vor Corona normal war, ist es nun nicht mehr.

Und wenn das mal klappt, dass wirklich keiner Schnupfen hat und alle Familienmitglieder ihrer Wege gehen können, dann fühlt sich das für uns grad an wie auf Wolken. Nicht, weil wir unsere Kinder nicht leiden können, sondern einfach, weil dieses 24-Stunden-Aufeinanderhocken auch einfach nicht gesund ist.

Weil wir merken, wie ausgeglichen unsere Kinder sind, weil sie endlich wieder Gleichaltrige treffen können (und nicht immer nur die eigenen Geschwister zum Streiten vor sich haben, hehe).

Nun sieht es aber ja so aus, als könnte es wieder zu Einschränkungen kommen… München wird nun strenger und auch Berlin steht auf zwei Warn-Ampeln bereits auf gelb… nun denn. Gerade meldete sich eine Mutter mit folgender ängstlicher Anfrage an uns:

„Liebe StadtLandMamas, ich lese gerade die Ankündigung von Streiks in den Kitas… Und ich kriege die Panik. Jetzt sind gerade eben die Eingewöhnungen gewesen und alles ist noch ganz sensibel für die Kleinsten.

Ein Streik und damit mehrere Tage – wie viele ist ja nicht klar – würden für uns und andere bedeuten, dass wir wieder eine Unterbrechung haben, wieder die Krisen bei dem Einstieg in den Kitaalltag.

Ehrlich gesagt haben wir persönlich mit zwei Kindern in Schule und Kita mit mehrerlei Infekten schon fünf Wochen in der Kita zur Eingewöhnung gebraucht.

Ich bin gerade so dankbar für diese Phase des „EndlichmalwiederDingeschaffens“, der physischen Regeneration und des Ankommens in der Kita. Sorry, wenn ich Euch damit so den Frust auf den Schreibtisch kippe.

Aber wie seht ihr das? Wie geht ihr mit der Sorge um, dass alles wieder schließen könnte? Wie mit der ständigen Planungsunsicherheit? Plant ihr Aktionen, damit Familien besser durch die nächste Zeit kommen? Gibt es irgendetwas, mit dem wir uns gegenseitig unterstützen könnten?“

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13 Kommentare

  1. Ich finde, wir sollten hinter und mit den Erziehern stehen.
    Die paar Tage Streik wuppen wir auch noch. Die gesamte Betreuungssituation muss sich doch verbessern und wir brauchen mehr Erzieher, grad um solche Phasen wie Erkältungszeit und Corona besser zu überstehen.

  2. Was passiert denn, wenn die Kita-Gebühren angehoben werden? Oder was passiert denn wenn Kindergelderhöhung ansteht? Das erste was danach passiert ist folgendes: die Beiträge der Eltern werden erhöht! Und dies ist meiner Meinung nach vor allem in der aktuellen Situation absolut nicht richtig.

    Die meisten Erzieher/Innen leisten einen super Job – und Ihnen steht definitiv auch eine gerechte Entlohnung zu! Aber die Frage ist – wer wird dies bezahlen? Und da liegt leider das Problem, weshalb die meisten Eltern nicht für die tolle Arbeit der Erzieher/Innen einstehen werden….

  3. Warum sollen die Eltern streiken. Viele arbeiten in Branchen die durch Corona schlecht dastehen. Kurzarbeit, Arbeitsplatzverlust und keine Hoffnung auf Gehaltserhöhung. Aber der Öffentliche Dienst fordert 4,8 % mehr, wo doch klar ist das die Städte und Gemeinden das Geld nicht haben. Auch hier kostet Corona Geld und führt zu Mindereinnahmen!

  4. Streiks sollen weh tun und dieses Jahr wären sie extrem schmerzhaft … Ich hoffe wirklich, wir kommen drum herum. Keine Ahnung, wie wir Eltern das nach wochenlangem Lockdown nun auch noch aushalten können sollten 🙁

  5. Blöd gesagt, ich plane wirklich den Fall, dass es wieder zu Schließungen kommt, ob wegen Streik oder Quarantäne. Ich habe daher für jedes Kind ein „Trostpflaster“, in dem Fall ein Legoset (weitere Vorräte an Stiften und Bücher etc). Der Keller wird noch umgeräumt um ein Tobezimmer (alte Matratzen und Kissen) zu haben, denn hier werden die Kinder bei jeder Kleinigkeit aus dem Kindergarten gejagt, obwohl sie topfit sind. Bei großflächigen Schließungen steht das Netzwerk bereits wie die Kinder durch 3 Familien kreisen (Spielpartner und Luft holen). Für mein Kopf ist auch ganz wichtig, dass wir notfalls auch 2 Wochen ohne Einkaufen überleben können. Und mit den Kindern reden und erklären und eingestehen, dass das gerade echt doof und blöd ist. So bereiten wir uns vor…

  6. Moin!
    Ich bin Erzieherin. Ich war für die Kinder in der Notbetreuung da, als ihre Eltern (Ärzt*innen, Krankenpfleger*innen etc.) weiterarbeiten mussten. Ungeachtet des Risikos für mich.

    Ich nehme Eure Kinder auf den Schoß, wenn sie traurig sind. Ich wiege sie in den Schlaf, wenn sie wegen einer Verletzung und der dazugehörigen Emotionen so erschöpft sind, dass gar nichts mehr geht. Ich bin ihre Bezugsperson, damit Ihr guten Gewissens arbeiten könnt.

    Und das ungeachtet des Risikos für meine Gesundheit und mich. Würmer, Läuse, Grippe? Das ist Alltag. Jetzt kommt noch Corona dazu. Die Ungewissheit, ob ich es vielleicht in mir trage, weil die Kinder auf den Spielplätzen (völlig zu Recht!!!) keinen Abstand einhalten müssen, weil die Eltern langvermisste Freunde wiedersehen.

    Ich bin für Eure Kinder da. Und das sehr gern. Ich möchte aber davon auch bitte leben können. Ebenso wie alle anderen Erzieher*innen. Ich weiß, dass Streiks heftig sind.

    Euch steht durch die ausfallende Betreuung das Geld zu, das Ihr an die Kita gezahlt habt.

    Bitte, arbeitet mit uns zusammen, holt es Euch zurück.

    Wir wollen Eure Kinder betreuen, wir wollen Euch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Je schneller unsere Gehaltsforderungen gehört werden, desto schneller können wir wieder mit Euren Kindern spielen, lachen, tanzen, sie trösten und in Konflikten begleiten, bei den ersten Schritten, Worten, Klogängen unterstützen.

    Das macht nämlich, ehrlich gesagt, viel mehr Spaß, als stundenlang an einem Ort zu stehen und Reden anzuhören 😉

    Liebe Grüße!

    1. Es ist ein guter Zeitpunkt für einen Streik, weil es nie mehr weh getan hat. Aber ein schlechter Zeitpunkt, um Solidarität zu fordern. Eltern sind dieses Jahr zu sehr am Boden, finanziell, mental und zeitlich, um einem KiTastreik irgendetwas positives abgewinnen zu können.

    2. Vorweg: Ich habe kein Kindergartenkind mehr und wäre von entsprechenden Streiks nicht betroffen.

      Dennoch finde ich die Verknüpfung verschiedener Tatsachen in dieser Argumentation seltsam…

      Es ist mehr als legitim, dass Erzieher mehr Geld wollen und vor allem auch von einer Vollzeitstelle gut leben können wollen. Dass dies nicht wirklich möglich ist, ist ein Skandal. Nicht nur bei den Erziehern, sondern auch in anderen Berufen (Pflege usw.). Insofern kann ich den Willen zum Streik verstehen und unterstützen.

      Was hat das aber alles damit zu tun, dass man als Erzieher (auch ohne Corona) Infektionsgefahren (Würmer, Läuse, Grippe) ausgesetzt ist? Dass man die Kinder in den Schlaf wiegt? Auf den Schoß nimmt?
      Das gehört alles zum Berufsbild, das machen Erzieher, den Gefahren sind Erzieher ausgesetzt, das wusste man vorher. Wieso wird das nun so melodramatisch inszeniert?

      Und die Gefahr während Corona haben auch die Eltern, deren Kinder ihr in der Notbetreuung versorgt habt, die haben an vorderster Front gegen Corona gekämpft, damit wir alle, wenn wir krank sind, versorgt sind. Oder die Verkäufer in den Supermärkten oder…

      Von daher: ja, es gibt berechtigte Lohnforderungen, aber bitte nichts vermischen und keine melodramatischen Inszenierungen stricken.

    1. Moin 🙂
      Schade, dass das als melodramatisch empfunden wird. Das tut mir Leid.

      Ich möchte damit hervorheben, dass wir Bezugspersonen sind. Natürlich haben auch andere Berufsgruppen ein enormes Risiko und ja, das gehört mit zum Job. Klar. Und natürlich habe ich mich bewusst für diesen Beruf entschieden. Das macht die Verantwortung, die ich für Eure Kinder trage, und das Risiko, das ich damit für mich persönlich eingehe, aber nicht geringer.

      Ich finde, dass genau deswegen eine bessere Bezahlung her muss. Unbedingt auch für Pflegende! Und Verkaufende! Auf jeden Fall! Das kann ich persönlich jedoch ’nur‘ durch bewusste Wahlen erreichen, sonst habe ich da meines Wissens keine Handhabe. Für mich selbst jedoch kann ich eintreten und mir eine faire Bezahlung erstreiken.

      Mir geht es auf keinen Fall darum, irgendwem Normalität wegzunehmen. Ich bin unfassbar froh, dass ich ‚meine‘ Kinder wieder sehe, ich habe sie daheim angerufen, wenn ich arbeiten durfte, habe versucht, trotz Datenschutzbestimmungen Kontakt zu halten. Natürlich habe ich als Nicht-Mutter nur eine bruchtstückhafte Ahnung dessen, was Eltern gerade durchmachen mussten. Ich fühle sehr mit, aber die Last schultern, das musstet Ihr und davor habe ich größten Respekt.

      Lieben Gruß
      Anna

  7. Vielleicht ein „Stellvertreterstreik“? Was wäre, wenn die Eltern anstelle der /für die Erzieher streiken gehen würden? Das müsste für die Gesellschaft/Arbeitgeber/Politik doch eim ähnliches Signal aussenden?

    1. Wieso Stellvertreter. Wenn alle betroffenen Eltern sich mit den Erziehern solidarisch zeigten und ehrlich zu sich selbst wären und die Arbeit mit niederlegten, dann würde es ein deutliches Signal sein.

      Doch was wird stattdessen passieren? Eltern reißen sich den Poppes auf und betreuen die Kinder selbst während des Streiks UND gehen Arbeiten.

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