Leserfrage: Sind meine Kinder zu materialistisch?

Mein Name ist Nina und ich habe zwei Söhne, sieben und vier Jahre alt. Es gibt da etwas, was mich sehr traurig macht. 

Die Eltern meines Mannes haben eine gute Rente und sind noch echt fit. Sie wohnen 150 Kilometer entfernt und immer, wenn sie zu Besuch kommen, bringen sie den Jungs etwas Tolles mit. Ich habe schon öfter gesagt, dass es nicht immer so was Großes sein muss, aber die meinten dann eben, dass sie die Kinder ja so wenig sehen und ihnen dann eine Freude machen wollen. 

Von meinen Eltern lebt nur noch meine Mama. Sie ist gesundheitlich angeschlagen und hat nur eine schmale Rente. Auch sie wohnt nicht bei uns um die Ecke, aber wir sehen sie so alle 14 Tage. Natürlich spendiert meine Mutter den Jungs mal ein Eis, aber sie bringt keine großen Geschenke mit – das wäre finanziell gar nicht drin. 

Neulich sagte mein Sohn, dass er Oma und Opa (väterlicherseits) viel lieber mag als die Oma, weil die immer so coole Sachen mitbringen. Das hat mich unheimlich traurig gemacht. Ich habe mit den Kindern gesprochen, dass es nicht darauf ankommt, dass man immer was geschenkt bekommt, sondern dass Großeltern vor allem Liebe schenken sollen. 

So richtig scheint das aber nicht bei den Kids angekommen zu sein. Wenn sich meine Schwiegereltern ankündigen, dann reden die Jungs schon tagelang von den Geschenken, die Oma und Opa sicher mitbringen. 

Ich frage mich: Ist das eben in dem Alter so, dass Geschenke einfach das Coolste sind und Menschen danach beurteilt werden, was sie mitbringen? Oder sind meine Kinder einfach zu materialistisch? Was würdet Ihr an meiner Stelle machen?

Foto: Pixabay


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5 comments

  1. Das ändert sich mit der Zeit
    Ich hab das erlebt bei meinem Neffen. Er hat damals zur Kommunion von seinem Großeltern väterlicherseits 100 € bekommen. Die schlagen aber, wenn überhaupt, nur zu Feierlichkeiten auf und haben dann auch meistens entsprechende Geschenke dabei. Ansonsten zeigen sie kaum Interesse.
    Mein Neffe ist dann zu meiner Mama gegangen und fragte, warum er von ihr nicht auch so viel Geld bekommen hätte. Sie sehen sich aber fast jeden Tag und Oma verbringt auch mehr Zeit mit ihnen. Meine Mama fragte ihn dann, was ihm lieber wäre: Zeit mit Oma oder Geld. Er überlegte nicht lange und meinte dann: die Zeit mit Oma. Da war er 9. Also keine Sorge. Irgendwann schlägt dieses Denken um.

  2. Normal
    Ich würde auch sagen, dass es normal ist. Kinder freuen sich über Geschenke, lieben die Großeltern trotzdem. Sie machen sich noch keine Gedanken, warum sie wen lieben. Ich glaube, Dich wurmt etwas, dass Deine Kinder die Eltern Deines Mannes bevorzugen, weil Du das auch im Text extra betonst. Wäre es andersherum würde es Dich vielleicht etwas weniger stören, kann das sein? Ich finde Verbote, Regeln usw. schwierig. Die Kinder freuen sich, die Großeltern freuen sich und wenn es auch noch gutes Spielzeug ist, warum sollst Du da die Spaßbremse sein. Bei uns war es immer so, dass meine Mama kleine Autos und Bücher geschenkt hat und die Eltern meines Mannes immer mit Süßigkeiten ankamen und sie z.B. kurz vor dem Essen gegeben haben. Da habe ich Ihnen gesagt, dass sie doch bitte nicht so viele Süßigkeiten mitbringen sollen, sondern vielleicht andere kleine Dinge. Leider hat sich da bisher nicht viel getan. Freue Dich einfach, dass Deine Kinder die Großeltern gern haben und sich über den Besuch freuen. Vergleichen macht nur unglücklich und Liebe kann man sich bekanntlich nicht kaufen. Das werden Deine Kinder auch noch merken.

  3. Reden
    Dieser Satz würde mich auch traurig machen, auch wenn Dein Sohn noch nicht genau weiß, was er da in dir ausgelöst hat.
    Vielleicht sprichst Du mit deinen Schwiegereltern und versuchst es nochmal denen zu erklären, am besten mit dem Satz, den dein Sohn zu dir gesagt hat. Vielleicht verstehen die es dann…

  4. Das kenne ich ähnlich.
    Meine Kinder wurden bis vor kurzem regelmäßig – einmal in der Woche – von meinen Eltern abgeholt. Jedes Mal durften sie sich etwas im Wert von 5 Euro aussuchen, zusätzlich zu Eis, Kuchen etc. Vor jedem Treffen diskutierten die Kinder, wer sich was aussucht und wie viel Geld, sie vom letzten Mal noch übrig hätten, usw. Es ging nicht mehr darum, Zeit mit den Großeltern zu verbringen, sondern um Geld/ Konsum. Auf Dauer hat es mich einfach nur noch genervt. Ich habe immer wieder mit den dreien darüber gesprochen, dass es um die gemeinsame Zeit geht. Mein ältestes Kind hat dann mit seinen Großeltern gesprochen. Es hat gesagt, dass es keine Extra-Geschenke mehr haben möchte. Seitdem bekommen sie 2 Euro Taschengeld und sie sehen sich inzwischen ca. einmal im Monat. Ich hoffe einfach, dass er das aus freien Stücken gemacht hat, weil er verstanden hat, was ich versucht habe zu erklären, und nicht, weil er sich von mir dazu unter Druck gesetzt fühlte. Er war zu dem Zeitpunkt 11 Jahre alt.
    Ich denke, dass es mit 4 und 7 Jahren altersentsprechend ist, dass Kinder den spendableren Großeltern den Vorzug geben. Ich bin mir aber sicher, dass das unabhängig von der empfundenen Liebe ist. Immer im Gespräch bleiben und auch erklären, warum sich einer mehr als der andere leisten kann.

  5. Ich glaube das ist ganz normal
    ..in diesem Alter. Da zählen große tiefgründige Werte noch nicht. Überraschungen und Materielles erzeugt schnellen Spass und das ist für Kinder natürlich irgendwie toller.
    Die meinen das garnicht böse, sind einfach nur ziemlich ehrlich. Auch typisch für Kinder, oder?
    Mach Dir nicht zu viele Gedanken drüber. Du hast es Ihnen ja schon erklärt. Die Einsicht kommt dann nur etwas später. Das nämlich die schönen Kindheitserinnerungen mit bestimmten Gerüchen, Gerichten und Situationen am Ende groß und bedeutend sind und nicht gekauftes Spielzeug im Kopf bleibt.