Stadtleben

11/01/2017 - 07:15

Stadt-Mama Katharina

Passt ein drittes Kind zu uns? Die Antwort darauf und auf viele andere Fragen...

Ihr Lieben, neulich stöberte ich durch unsere alten Beiträge und stieß auf den Artikel, in dem ich davon berichte, dass es total egal war, ob das dritte Kind ein Mädchen oder ein Junge wird. Unsere Leserin Mimi kommentierte unter dem Beitrag:

"Hast du nicht Angst, dass ein Drittes die Beziehung zwischen eins und zwei auseinander wirbelt? Und dass drei vielleicht nicht so dicke sind wie zwei, da immer einer zu viel ist? Mit dem dritten Kind ist das ja so ne Sache. Eins und zwei passieren, aber über das dritte, da denkt man (und wir auch) ja so richtig nach... Passt eine Nummer 3 in unsere Familie? Kriegt man 3 unter einen Hut? Wie wird man allen gerecht? Brauchen wir ein neues Auto, eine neue Wohnung usw? Und hat der Chef vielleicht endgültig die Nase voll von der Mutti mit drei Kindern... Fragen über Fragen. Mich würde sehr interessieren, wie du/ihr sie euch beantwortet- vor allem auch im Hinblick auf die bestehende Geschwisterkonstellation/Verbindung... liebe Grüße"

Den Kommentar hatte ich, als ich den Beitrag frisch online gestellt hatte, irgendwie nicht gelesen. Aber die Fragen darin finde ich sehr spannend und deshalb beantworte ich sie jetzt gerne: 

Hast du nicht Angst, dass ein Drittes die Beziehung zwischen eins und zwei auseinander wirbelt? Und dass drei vielleicht nicht so dicke sind wie zwei, da immer einer zu viel ist?

Mhhhh, diese Frage habe ich mir tatsächlich nie gestellt. Vielleicht, weil ich selbst vier Geschwister habe und da nie einer außen vor war. Und: Meine beiden Großen haben sich zwar lieb, aber sie zoffen sich auch oft. Beide gehen sehr liebevoll mit unserem Baby um und sind total stolz. Ich glaube, dass ein drittes Geschwisterchen die Runde einfach noch bunter und aufregender macht. 

Passt eine Nummer 3 in unsere Familie?

Die Kleine war und ist mehr als willkommen in unserem Kreis. Ich wusste schon immer, dass ich mindestens drei Kinder haben möchte. 

Kriegt man 3 unter einen Hut?

Tja, das ist eine gute Frage. Ich finde schon, dass drei Kinder eine ganz schöne Herausforderung sind. Ich kann nicht behaupten, dass hier alles von alleine läuft und ich easy peasy entspannt bin. Um ehrlich zu sein: Ich sehe oft schrecklich aus. Ich bin müde und abends heilfroh, wenn alle Kinder schlafen. Aber öfter blinzeln schon wunderbare Momente in dem Chaos durch und da denke ich mir mit stolzgeschwellter Brust: "WOW, das sind MEINE Kinder!" Ob ich alles gut unter einen Hut bringe, werden wir sehen. Ich bemühe mich. Und habe auch Mut zur Lücke. 

Wie wird man allen gerecht?

Ich glaube, das schafft man gar nicht immer. Es ist nur menschlich, dass man mal ungerecht ist. Und ich glaube auch, dass Kinder lernen müssen, auch mal zurück zu stecken. Ich versuche momentan, ganz bewusst Zeit mit den Großen zu verbringen, sobald die Kleine schläft. Mich dann richtig auf sie zu konzentrieren und ihnen so zu zeigen, dass sie nach wie vor wichtig sind. 

Brauchen wir ein neues Auto, eine neue Wohnung?

Wir haben einen 19 Jahre alten Golf, in den wir nicht zu fünft passen, weil die Kindersitze so viel Platz wegnehmen. Ein neues Auto ist aber gerade nicht drin. Und ich glaube, wir kriegen das auch so irgendwie hin, weil wir im Alltag fast alles mit Bus,Bahn, dem Rad oder zu Fuß machen. Eine neue Wohnung haben wir auch erstmal nicht. Es werden sich daher zwei Kinder in den nächsten Jahren immer ein Zimmer teilen müssen. Das ist jetzt noch kein Problem, aber wenn sie erstmal Teenies sind, könnte es eins werden. Denn ich kann mich erinnern, wie sehr ich damals mein Rückzugsgebiet gebraucht habe...

Und hat der Chef vielleicht endgültig die Nase voll von der Mutti mit drei Kindern?

Da ich ja nach der Geburt meines zweiten Kindes schon meine Festanstellung aufgegeben habe, habe ich keinen Chef mehr - außer mich selbst. Wie ich aber meine Arbeit als freie Journalistin weiter führen kann, wird wohl eine der wichtigsten Fragen der nächsten Zeit. Vorallem im ersten Jahr, wenn die Kleine noch nicht in der Kita ist. Ich möchte unbedingt weiter arbeiten, mache mir aber auch keine Illusionen, dass das mit drei Kindern schwerer wird als mit zwei. 

--- Tja, abschließend kann ich nur sagen, dass ich auch glaube, dass es, rational gesehen, ganz viele Gründe gegen ein drittes oder viertes Kind gibt. Aber Familie ist nun mal ganz generell ein Herzens-Projekt. Und das Herz hat bei mir schon immer laut JA geschrieen, wenn ich über ein drittes Kind nachgedacht habe. Noch läuft es bei uns nicht run, noch gibt es viele offene Fragen. Es wird sich in den nächsten Monaten sicher noch vieles zurecht ruckeln müssen... Aber, ich weiß, wir schaffen das! 

PS: Wenn Ihr auch mal konkrete Fragen an Lisa oder mich habt: Her damit ;-)!

Foto: Lina Grün

 

 

 

 

Tags: Familie, Großfamilie, Kinder, Leben, Beruf, Vereinbarkeit, Geschwister

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Kommentare

Nono — Mi, 01/11/2017 - 08:37

Hallo Katharina, Auf Grund der gewöhnungsbedürftigen Raumaufteilung in unsrem Elternhaus und der Tatsache, dass Großeltern, Eltern und Kids zusammenleben, hatten wir nie ein eigenes Zimmer. Meine Schwester ist 4 Jahre jünger als ich, mein Bruder kam vor 7,5 Jahren dazu. Sein Gitterbett stand im Kinderzimmer, weil nirgendwo anders Platz war. Und es hat immer gut funktioniert. Vor 3,5 Jahren bin ich ausgezogen und bis vor knapp 2 Monaten, als mein Neffe zur Welt kam wurde das auch so praktiziert. Seit Baby da ist, ist alles ein bissl anders ;) Und wenns dann mal soweit ist, das Schwesterchens Haus fertig renoviert ist und sie einziehen kann, dann wird sie wohl weniger Durchschlafprobleme haben, solang das Zwergi in ihrem Zimmer schläft als später dann. Das ist nämlich die große Schwierigkeit dran, wenn man nie ein eigenes Zimmer hatte: man muss lernen, ohne die Geräusche eines andren daneben schlafen zu können. ;) Vielleicht liegts auch daran, dass wir es nie anders kennen gelernt haben, dass wir das so mögen. ;)

Dorothee Ballmeyer — Mi, 01/11/2017 - 08:42

Liebe Katharina! Wir sind seit Juni zu viert und der Gedanke an ein drittes Kind blitzt hier immer wieder durch. Mein Mann ist eigentlich zufrieden mit der jetzigen Situation, mein Bauch und Herz sagen da noch was anderes. Leider sind wir beide ziemliche Kopfmenschen und es spricht so viel dagegen. Naja, wir werden uns Zeit lassen und weiter drauf rum denken. Ganz liebe Grüße!

Andrea — Mi, 01/11/2017 - 10:08

Soeben habe ich den Artikel gelesen, der wie jeder andere wieder super ist. Ich bin ja auch Mama von drei Kindern. Aber anders als die meisten, war das dritte Kind überhaupt nicht geplant. Mehr als zwei wollten wir gar nicht. Aber sobald ich schwanger war, stürzten auch genau diese Fragen auf mich ein. Wobei "Fragen" zu mild gesagt ist. Es endeten bei mir in Panik-Attacken. Die größte Angst war, den beiden Großen nicht mehr gerecht zu werden. Aber ich muss gestehen, jetzt wo der Kleine da ist, fügt sich irgendwie alles wie ein passendes Puzzle zusammen. Oder wie man so schön sagt: es läuft alles wie geschmiert. Beim dritten Kind ist man als Mama irgendwie total entspannt. Man weiß was auf einen zu kommt und kann dem entspannt entgegen gehen. Klar, wir brauchten eine größere Wohnung und Geldtechnisch ist es total eng, aber wir möchten keins der Kinder je wieder missen! So wie es ist, sollte es sein!

Luna — Mi, 01/11/2017 - 10:10

Über all das denke ich ständig nach. Meine 2 Jungs sind jetzt 3 und 5 und ich denke unsere Familie ist noch nicht vollständig. Aber es gibt soviel es das gegen Nr. 3 spricht :( (Wohnung, Auto, Arbeit und dann das finanzielle zurück stecken) Ich denke schon dass sich das alles lösen lässt, aber mein Mann ist noch nicht ganz überzeugt. Und muss aufgrund meiner Arbeitssituation sowieso noch min. 1 Jahr warten, also ist noch Zeit zum Nachdenken und drüber reden :)

Bea — Mi, 01/11/2017 - 10:48

das hast du so schön geschrieben! ich könnte heulen und euch sofort alle drücken kommen. hihi. ich finde, es kostet immer mut, ein Kind zu wollen und dann zu bekommen, denn es spricht rational oft irgendetwas dagegen. egal das wievielte Kind es ist. wenn das herz es will, muss man es einfach machen und dann wird man auch bereit sein, die Kompromisse einzugehen, die nötig sind, um alles irgendwie unter einen hut zu bekommen. wie gesagt, es kostet mut. unendlich viel mut. ich bin sehr froh und dankbar, dass bei uns Kind 2 einfach so passiert ist. denn ich glaube, ich hätte mich von vielen Argumenten abschrecken lassen. ich wollte vom herz her immer 2 kinder, aber es dann tatsächlich zu wagen?! so viele dinge stellen sich in der Theorie komplizierter dar als es am ende ist. und man muss wissen, welche ansprüche man an sich und sein leben hat. kann man verzichten? können es die anderen und was ist wirklich notwendig oder einfach luxus? liebe grüße

glitzerkugel — Do, 01/12/2017 - 10:12

Heyhey, dankeschön für den Text. Seit unsere Nummer drei da ist, habe ich oft gedacht, dass sie einfach noch gefehlt hat. Und dieses Gefühl ist toll - ich war auch unsicher, wie das werden soll. Bisher gibt es deshalb nicht mehr und nicht weniger Zwist und wir haben uns vor Kurzem entschieden, jetzt erstmal keine neue Wohnung zu brauchen. Die Großen (4einhalb und fast 3) fänden es eh doof, nicht mehr zusammen ein Zimmer zu haben. Wir wollen gerne in der Stadt bleiben und sind derzeit ohnehin nur an drei Tagen zu fünft in der Wohnung. Wir versuchen auch, Prioritäten zu setzen. Wohnen gehört erstmal nicht dazu. (Ein bisschen einrichten müssen wir noch, zu fünft funktionieren die Provisorien nicht mehr.) (Schade ist nur, dass es mit einem vierten Kind erstmal richtig eng würde... aber gut, das ist sowieso eine andere Frage.)

Katharina — Do, 01/12/2017 - 16:48

DANKE!!!!!Ich habe auch 3 Kinder und fühle mich das Erste mal verstanden.Auch bin ich froh 3 Kinder haben zu dürfen.Ja"dürfen"!Denn ich kenne Frauen die wurden nie schwanger.

Mimi — Fr, 01/13/2017 - 09:59

Liebe Katharina, danke, dass du dir die Zeit genommen hast und meine vielen Fragen aufgegriffen hast. Finde ich total spannend, denn ich glaube du hast die Entscheidung bereits getroffen als du deine Festanstellung aufgegeben hast, oder? Für mich wäre ein drittes Kind irgendwie die Entscheidung gegen meinen aktuellen Job. Hört sich drastisch an, wäre aber so - zumindest bis auf längere Zeit. Und ob ich danach nochmal reinkommen könnte, ist fraglich. Vor der Freiberuflichkeit, die ich auch wählen könnte, habe ich großen Respekt - vor allem auf Dauer gesehen. Finanziell würde das schwer werden. Wie klappt das denn bei euch? Lieben Gruß, Mimi

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