Patchwork, Wechselmodell, Pubertät: Vom ganz normalen Wahnsinn

Ihr Lieben, neulich haben wir mal auf unserer Facebook-Seite gefragt, wer uns vom Leben mit seinen älteren Kindern berichten möchte. Da hat sich Jenny gemeldet, die in einer bunten Familienkonstellation lebt und zwei Teenager zu Hause hat. Wie der Alltag abläuft und über das da gerade am meisten diskutiert word, erzählt sie hier.

Liebe Jenny, ihr lebt in einer Patchwork-Familie – erzähl doch erstmal, wer alles dazu gehört.

Zu unserem bunten Haufen gehören Papa (31), unsere gemeinsamen Kinder Junior (6) und Madam (3) und ich (33). Außerdem lebt meine 14-jährige Tochter aus einer anderen Beziehung im Wechselmodell bei uns und seit dem Tod meines Stiefvaters auch meine kleine Schwester (16 Jahre alt).

Wie funktioniert das Wechselmodell mit einem Teenager?

Leider besteht zwischen uns als Eltern kaum Kommunikation, was das Wechselmodel entsprechend schwierig macht -besonders für das Kind. Mit 14 hat sie aber nun einen Weg für sich gefunden, den sie gehen kann und bei dem ich sie unterstütze. Da sie 14-tägig wechselt, ist das auch nicht ganz leicht. Zwei Wochen sind eine lange Zeit für ein Kind, da muss man sich nach jedem Wechsel neu sortieren und zusammenfinden, mit all den Problemen und sorgen, die jeder zu mit sich rumträgt und aufarbeiten möchte.

Dass meine kleine Schwester nun bei uns lebt, ist auch nicht ganz einfach. Sie und meine Tochter sind fast gleich alt, es schwankt zwischen Freundin, Schwester und dann doch wieder nichts von all dem….

Welche Themen beschäftigten euch ganz aktuell?

Oh, wir haben eine große Bandbreite. Bei den jüngeren Kindern sind es die Umgangsformen und die Essgewohnheiten. Irre, was Kinder für Flüche und Ausdrücke mitbringen, das mag ich zu Hause so schlicht nicht hören.
Bei den Großen beiden sind es wohl typische pubertäre Dinge. Da ist Schule doof, Jungs interessanter und natürlich gehts viel ums Handy
Meine Schwester hat ihren ersten Liebeskummer überstanden, lernt jetzt für ihren Abschluss und startet im Sommer ihre Ausbildung. Ich bin wahnsinnig aufgeregt wie das wird…

Und ja, mit 14 hängt meine Tochter altersmäßig dazwischen, was nicht leicht ist für sie. Bei ihr gibts auch viel Diskussionen ums Handy. Ihr Vater sieht das locker, ich eher nicht. Bei uns gibt es klare Regeln, beim Vater nicht. Bei uns gibts Geschwister, beim Vater ist sie die Einzige und Große.

Das bringt viieeeel Stoff mit und wir arbeiten da immer an allem, was so aufläuft, was allen auch Rücksicht abverlangt.

Was ist besonders toll daran, zwei ältere Kinder im Haus zu haben?

Da wir selber noch recht jung sind, kennen wir uns bei Musik und Kleidung auch noch gut aus und können da mitreden.

Meine Schwester ist eine super Tante für die Zwerge, macht mir ihnen Filmabende – so können wir Eltern auch einfach mal Zeit zu zweit haben.
Und klar, die beiden älteren Mädels haben sich gegenseitig, was in den meisten Fällen auch einfach toll ist. Die Vorstellung bei fremden Leuten: „das ist meine Tante und Ziehschwester“ sorgt immer für Lacher.

Die Pubertät ist ja kleine leichte Zeit. Was meinst du ist in dieser Zeit das Wichtigste für die Eltern-Kind-Beziehung?

Vertrauen, Ehrlichkeit (in beide Richtungen) und viel Liebe. Für Eltern zudem starke Nerven. Wobei das wohl für jedes Alter gilt (alles nur eine Phase 😉 )

Und welchen Fehler sollten Eltern lieber nicht machen?

Puh, schwer. Wir haben grundsätzlich einen lockeren Umgang, gewisse Grundregeln gelten aber für alle. Da lege ich Wert drauf und das wissen die beiden. Nachspionieren ist für mich ein Tabu, dazu passiert in der Pubertät zu viel Aufregendes und Neues, was man ja erstmal nicht mit den Eltern teilen will. 

Ich vertraue den beiden da, wir reden auch sehr viel über alles mögliche und die beiden auch miteinander. Mein Partner läuft bei beiden auch eher als „großer Bruder“ und muss in Jungssachen auch mal beraten.

Wie unterscheidet sich die Teenagerzeite heute von deiner?

Ich war viel draußen, mit Freunden unterwegs. LAN-Partys, heimlich zur Disco, Wochenende zum Zelten. Meine Schwester geht zwar viel raus, aber so richtige Cliquen gibt es nicht. Meine Tochter mag am liebsten ihre Ruhe. Da passiert heute das meiste über Handy und geschlafen wird irgendwie immer zu Hause.

Worüber hast du das letzte Mal richtig gelacht oder dich richtig gefreut in Bezug auf die Teenies? 

Da gibt es zum Glück viele Momente, weil wir uns gern aufs Korn nehmen. Letzte Woche wurden Kostüme probiert für die Abschlusswoche meiner Schwester. Sie mag sowas nicht besonders, fügt sich aber dem Schicksal und wir alle hatten so viel Spaß dabei.

Und natürlich die riesen Freude auf den Burger, den sie mir im September von ihrem ersten Lehrlingsgehalt kaufen wird. Das hat sie versprochen 🙂 Wehmut, Freude und Stolz so nah beieinander.
Meine Große hat in ihrem Verein ein Abzeichen gemacht, war super nervös und hat dann volle Punktzahl erreicht. Da muss man sich einfach mitfreuen, wenn sich die harte Arbeit lohnt.
Hier herrscht alles in allem immer viel Überschuss an Emotionen. Aber irgendwie macht auch genau das uns als Familie aus.

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