Shari Dietz: Vom Leben mit Paparazzi, einmaligen Kindern und suboptimaler Kücheninsel

Shari Dietz Porträt

Ihr Lieben, neulich haben wir bei Facebook gefragt, welche Promis ihr euch als InterviewpartnerInnen wünschen würdet und da fiel der Name Shari Dietz gleich mehrfach.

Ich glaube, sie selbst würde sich niemals als Promi bezeichnen 😉, aber deswegen zeigen wir ihr diesen Vorspann auch einfach gar nicht. Wir haben das jedenfalls ernst genommen und gleich mal ein paar Fragen an sie gerichtet.

Wer sie noch nicht kennt, wir haben sie und ihren Mann, „Alles was zählt“-Darsteller André Dietz, im Rahmen ihrer Bucherscheinung („Alles Liebe“ *Affiliate Link) bereits interviewt: Spiel mir das Lied vom Kot: Auch Schauspieler-Familien kochen nur mit Wasser (echt!).

An diesem Schreibtisch verfasst Shari Dietz ihre Texte.

Liebe Shari, du warst ja eine Zeitlang bekannt als die Mama, die „freiwillig“ Hausfrau ist und gern bei ihren vier Kindern bleibt. Gab es dafür eigentlich vor allem Zuspruch oder auch Gegenwind? 

Sehr viel Zuspruch. Und den Gegenwind habe ich gekonnt pariert oder überhört! Und das ist es auch, was ich insbesondere in den letzten zwei Jahren gelernt habe: Gegenwind parieren, wenn die Kritik konstruktiv ist und ignorieren, wenn es doof oder beleidigend wird. (Zumindest den Gegenwind von Menschen, die mich nicht tangieren.)

Es ist toll, von seinem Leben zu erzählen. Die Menschen teilhaben zu lassen. Das bedeutet aber natürlich auch, dass das nicht immer allen gefällt. Und dass man Gegenwind bekommt! Weil man seine Kinder nicht in den Schlaf begleitet, weil man eine neue Küche plant obwohl die alte noch schön ist, weil man absoluter Impfbefürworter ist oder eben weil man sagt, dass man gerne putzt und den Haushalt schmeißt.

Nun hast du ja mittlerweile zusammen mit deinem Mann einen Bestseller geschrieben, ihr wart viel zusammen auf Presseterminen und unterwegs. Was hat dieses Draußensein nach der langen Zeit zu Hause mit dir gemacht? 

Meine Kinder bedanken sich selten für aufgeräumte Zimmer oder saubere Wäsche. Das Feedback fürs Buch war gewaltig. Und auch ich freue mich natürlich, wenn den Menschen gefällt, was ich tue. Denn so gerne ich Hausfrau bin, so gerne mache ich auch die Dinge, die ich gelernt habe. Mit denen ich mich in der Zeit vor den Kindern beschäftigt habe. Und das Buch hat da irgendwie einen Stein ins Rollen gebracht…

Shari und André Dietz haben auch mit vier Kindern ihren Humor nicht verloren. Foto: Catja Vedder

Wie war das für eure Beziehung, mal wieder Zeit ohne die Kinder zu verbringen und wer hat eigentlich auf sie aufgepasst in der Zeit eurer kleinen Tournee?

Das war richtig toll! Wir haben gemerkt, wie gut wir auch im Job als Team funktionieren. Nochmal mehr, wie wichtig es ist, Zeit zu zweit zu haben. Auch wenn wir in dieser Zeit überwiegend von unseren Kindern gesprochen und uns ihre Fotos angesehen haben.

Wir haben mittlerweile ein gutes Backup aus Familie und Freunden, die uns in solchen Situationen helfen. Und dazu noch eine Haushälterin, die uns im Haushalt unterstützt.

Deinen Mann kennt man ja aus dem TV, er spielt den Ingo Zadek in der Serie „Alles was zählt“. Hat so ein Promistatus eher Vorteile oder Nachteile für euer Familienleben – was würdest du sagen?

André denkt immer, die Leute sind aufgrund seiner freundlichen Art so nett zu ihm. Ich bin mir allerdings sicher, dass es an seinem Promi-Status liegt! 😉

Nee, ehrlich: In erster Linie ist sein Job wie jeder andere auch. Ich sehe da keine besonderen Vor- oder Nachteile! Allerdings ist durch André und sein Leben in der Öffentlichkeit natürlich auch das Interesse an mir und unserem Privatleben deutlich größer. Was mir automatisch eine Reichweite verschafft hat, die ich vielleicht sonst nicht so oder so schnell gehabt hätte. Was es mir wiederum leichter macht, in meinem ursprünglichen Job (Online-Redakteurin) zu arbeiten.

Ein großer Nachteil fällt mir noch ein: Viele Leute machen heimlich Fotos von uns. Das stört uns insbesondere, wenn wir unsere Kinder dabeihaben. Erstaunlich, dass so viele Menschen jegliche Regeln und Normen der Zwischenmenschlichkeit ablegen, wenn sie jemanden begegnen, der in der Öffentlichkeit steht.

Euer zweites Kind, Mari, kam ja mit dem Angelman-Syndrom zur Welt, wie geht es ihr zurzeit, ist sie vielleicht sogar anfallsfrei grad? 

Mari geht es sehr gut. Zwar hatte sie vor zwei Wochen eine Phase mit Absencen (kleine Anfälle), bei der wir erstmal herausfinden mussten, woher die kommen und wie wir sie wieder loswerden, das haben wir aber jetzt im Griff.

Solche Phasen sind nicht einfach. Vor allem, weil auch die Ärzte oft keinen Rat wissen. Wir beraten uns dann immer. Wir beide miteinander, aber auch mit Maris Ärzten, ihrer Einzelfallhilfe und mit Eltern von anderen Angelman-Kindern.

Wie schafft ihr es, euch euren Humor zu bewahren? Als euer Sohn mit einer Analatresie zur Welt kam, schrieb André euren Freunden etwas von „Dass gerade mein Sohn ohne Poloch zur Welt kam ist jawohl eine krasse Ironie des Schicksals“. Konntest du darüber auch lachen? Hat dieser Umgang euch geholfen?

Uns hilft das total. Manche Dinge sind ohne Ironie und Humor kaum zu ertragen. In Momenten der tiefen Trauer hat André mich immer mit seinem Humor aufgebaut. Und mit diesem Satz, den André damals an unsere Freunde geschrieben hat, hat er all unseren Freunden eine Steilvorlage für einen unverkrampften Umgang mit unserer Situation gegeben. Die Antworten von allen waren rührend und sehr lustig. Das hat uns so geholfen! Ähnlich war es nach Maris Diagnose.

Das wunderschöne Schlafzimmer in der #casadeldietz. Foto: Catja Vedder

Du bloggst ja vor allem viel zu Interior und du wohnst zwar in der Nachbarschaft, aber ich trau mich kaum, dich mal zu besuchen, weil das SO TOLL bei euch aussieht. Woher hast du diesen guten Geschmack, wer hat dir den mitgegeben und wie schaffst du es, mit vier Kindern und Hund so eine Ordnung zu halten?

Vielen Dank! Meine Eltern haben ein sehr gutes Gespür für Kunst, Design und Interior. Beide arbeiten auch in diesen Bereichen. Ich habe also schon immer Berührungspunkte zu Wohndesign. Dazu habe ich einen sehr designaffinen Mann.

Und klar: Auch ich interessiere mich sehr für Design-Klassiker und Einrichtung. In Kombination mit meinen Sauberkeits- und Andrés Ordnungs-Sinn ergibt das die #casadeldietz …

Mittlerweile haben wir in unserem Haus allerdings alles mindestens einmal neugestaltet. Es wird also Zeit für ein neues Projekt. Ich hätte ja große Lust, mit André Häuser umzubauen und neu einzurichten. À la: Fixer Upper. 😉 So, und jetzt komm bitte endlich mal vorbei!

Welcher ist denn dein Lieblingsraum bei euch im Haus und warum?

Puuh. Gute Frage. Ich liebe unser Schlafzimmer. Aber auch die Kinder- und das Wohnzimmer. Unser Esszimmer. Und das Gästezimmer ist auch wunderschön, ganz zu schweigen von unserem Bad…

Leichter zu beantworten wäre wahrscheinlich die Frage, was mir nicht so gut gefällt: Die Küche. Wir haben sie geplant, als wir nur ein Kind hatten. Mit sechs Personen ist sie einfach viel zu klein. Der Kühlschrank nicht für so viele Personen gemacht, zu wenig Arbeitsfläche, der Abstand zwischen Insel und Schrankwand viel zu eng. Alles einfach suboptimal! Schreit also nach einem Makeover 😉

Eins der Kinderzimmer im Hause Dietz. Foto: Catja Vedder

Zu guter Letzt: Wie sehen denn eure nächsten Pläne aus? Worauf freust du dich in diesem Jahr ganz besonders?

Es gibt viele Projekte, die wir dieses Jahr als Paar machen (auch wenn das erstmal kein Buch sein wird). Interior steht dabei ganz oben. Es hat auch etwas mit Haushalt zu tun. Und natürlich mit unserem Leben. Mehr darf ich aber leider noch nicht verraten!

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