Sind wir genervt? Ja! Sind wir glücklich? Auf jeden Fall! Milena über ihren Corona-Alltag mit 5 Kindern

In der Regel fängt mein Tag wie folgt an. Sanft werde ich von der Morgensonne wachgeküsst. Ich stehe in aller Ruhe auf, schaue auf mein Handy – nur Corona, sonst keine weiteren Nachrichten – wundervoll.

In der Küche wartet der reichlich gedeckte Frühstückstisch auf mich und meine fünf Kinder sitzen Mux-Mäuschen-still mit frisch aufgebackenen Brötchen am Tisch und lassen mich meinen Latte Macchiato genießen, bis sie mir nacheinander und der Reihe nach ihre Tagesziele vortragen. Nach dem Frühstück übernehmen die Großen die Küche und ich kann mich mit meinem Mann beratschlagen, was an Projekten ansteht, während wir nach unserem frisch ausgesäten Rasen schauen. Herrlich, wie er sprießt und die Kinder genau wissen, dass sie im Moment nur über bestimmte Wege ins Trampolin dürfen.

Die kleinen drei Kinder malen in der Zwischenzeit oder spielen mit ihren Autos auf der Couch. Danach gehen die Großen beiden selbstständig zu ihrem Schulalltag über und … AM ARSCH!

Ich bin Milena, 33 Jahre jung, Mama von 5 Jungs im Alter von 1 bis 14 Jahren. Ich habe 2 Schulkinder, 2 Kindergartenkinder und leider noch keinen Betreuungsplatz für unseren Kleinsten bekommen – Selbständigkeit ist „ja keine so richtige Arbeit“.

Apropos Arbeit: mit meinem Mann habe ich eine kleine Medienagentur, bin Country Leader eines Kinder- und Erwachsenenturnkonzeptes „Wobbelturnen“ in mehreren Ländern und „nebenbei“ habe ich in den letzten Jahren noch meine eigene kleine Fitness Marke aufgebaut.

NATÜRLICH sieht mein Morgen keineswegs so aus wie ich ihn oben beschrieben habe.

Unsere Kinder rauben uns viele Nerven und manchmal geben sie auch ein paar davon wieder zurück. Während ich täglich meine Online-Kurse in unserem wegen Corona umgebauten Esszimmer gebe, verbringt mein Mann Zeit mit den Jungs und wenn er an immer wieder neuen kreativen Ideen arbeitet, kümmere ich mich um Haushalt, Homeschooling, rege zum Spielen an und fahre zum Mittagsschläfchen mit dem Kinderwagen die Straße hoch und runter.

Und ganz nebenbei sammle ich Ideen für unsere Social-Media-Accounts und Abends, wenn die Kids schlummern, wird mit Netflix am Laptop gearbeitet. Zwischendurch kochen wir mal zusammen oder wir grillen im Garten und dann geht der Spaß von vorne los.

Corona hat vieles verändert, einiges ist anstrengender geworden, anderes einfacher und unseren Tagesablauf gestalten wir spontan. Sind wir genervt? Ab und zu. Sind wir demotiviert? Nein. Sind wir glücklich? Auf jeden Fall. „Auf jeden Fall“ – Das hat mein Mann vor bald 9 Jahren übrigens auch am Traualtar zu mir gesagt hat, auf die Frage, ob er mich denn heiraten wolle.

Unser chaotisches Wohnzimmer liebe ich genauso wie meine Kinder, die jeden Tag auf „Zerstörungsmission“ in unserem Garten oder im Haus unterwegs sind. Erst gestern haben sie einen Permanent-Marker aus dem Büroschrank stibitzt und siehe da – der Klodeckel eignet sich hervorragend zum Bemalen, wenn kein Blatt Papier in der Nähe liegt. Der Rasen – oder zumindest das was stellenweise vom vielen Fußballspielen noch übrig geblieben ist – hat genauso gelitten, wie Spielzeug, das Trampolin oder der Tiefkühlschrank, der täglich heimlich nach Eis durchsucht wird. Homeschooling läuft mal besser, mal schlechter aber hey es läuft.

Ich liebe meinen Zirkus, meine Affen und mein Glück. Corona ist beruflich und privat eine Herausforderung, lässt uns als Ehepaar noch weiter zusammenrücken und aus jeder Krise können wir stärker hervortreten.

Wir haben neue Perspektiven, neue Ideen und sind in unserem neuen Alltag zusammengewachsen. Davon möchte ich „zurück“ in der Realität vieles beibehalten. Wir vermissen Freunde, Verwandte, Veranstaltungen und auch eine Hochzeit in meinem Heimatland Polen im Sommer steht auf wackeligen Beinen. Meine liebste Oma, die in Polen lebt, ist nicht mehr die Jüngste und ich hoffe, sie übersteht diese gante Zeit und ich darf sie wiedersehen. Wir machen das Beste daraus und hoffen auf baldige Besserung.

Was ich sagen will: Feiert eure Wäscheberge, lasst den Abwasch stehen, legt 2x mehr die Beine hoch, schlaft erschöpft von Abenteuern mit euren Kids ein, drückt und knutscht euren Partner und bleibt positiv. Und wenn gar nichts mehr geht dreht die Musik auf und rockt mit den Kids ab, das weckt Glückshormone. Ich schicke Euch ganz viele virtuelle Umarmungen!

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