Alleinerziehend: Wie erkläre ich meinem Kind, dass der Papa keinen Kontakt will?

hausboot kind 665x435 - Alleinerziehend: Wie erkläre ich meinem Kind, dass der Papa keinen Kontakt will? - Alia lebt mit ihrer Tochter alleine. Der Papa will keinen Kontakt, worunter das Kind leidet....

Ich heiße Alia und bin alleinerziehende Mama einer 4-jährigen Tochter. Der Vater meiner Tochter spielt in unserem Leben keine Rolle, wir waren von Anfang an alleine.

Als meine Tochter ungefähr 2,5 Jahre alt war, fing sie an, nach ihrem Papa zu fragen. Ich war immer sehr ehrlich und habe gesagt, dass Papa und Mama sich nicht mehr lieben und dass er nun sehr weit weg wohnt.

Diese Erklärung hat ihr in den letzten Monaten ausgereicht, aber neulich weinte sie bitterlich: „Warum haben alle einen Papa – nur ich nicht?“ Und sie sagte auch: „Mama, wenn Du irgendwann mal weg bist, habe ich niemanden mehr.“

Diese Erkenntnis hat sie und mich total aus der Bahn geworfen. Und ich weiß momentan gar nicht, wie ich mit all dem umgehen soll. Wie erklärt man einem Kind schonend, dass der Papa keinerlei Interesse hat?

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir andere Alleinerziehende schreiben, wie sie diese Fragen schonend aber ehrlich beantwortet haben und wie sie ihren Kindern die Angst vor dem Alleinsein genommen haben.

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7 Kommentare

  1. Ich möchte Dir Mut machen: Das Positive, das dein Kind durch Dich erlebt, wird bei Weitem überwiegen!!!

    Aus eigener (kindlicher) Erfahrung kann ich sagen: Es ist nicht schlimm. Ich habe die „Hälfte meiner DNA“ zum letzten Mal gesehen, als ich 4 war, er hat sich nie gekümmert und keinen Cent (freiwillig) bezahlt. Aber durch den Rest der Familie, vor allem mit Oma, Onkel + Tanten hatte ich immer das Gefühl, geliebt in einem Kreis von Menschen aufzuwachsen!! Ich hatte eine glückliche und schöne Kindheit! Dass der „Papa“ gefehlt hat, war dann gar nicht schlimm.
    Es hat nie jemand über ihn geschimpft; wenn ich eine Frage hatte, habe ich diese immer ehrlich beantwortet bekommen. Das würde ich dir auch raten! Ich hab so auch immer verstanden, dass meine Mama nicht mit ihm leben wollte.

    Hab Dein Kind lieb! Sei ehrlich zu ihm. Bring, wenn möglich, noch andere positive Menschen (Großeltern?) in sein Leben ein. Spar Dir das Geld für den Psychologen und gib es lieber für einen schönen Ausflug aus, davon hat dein Kind mehr!

    Gib ihm das es Gefühl, dass es ein geliebtes Kind ist und alles ist gut. <3

    LG Julia

  2. Hallo,

    Fühlt euch umarmt. Das ist sicherlich ganz schwer! Wir hatten zwar keinen kompletten Kontaktabbruch. Aber immer wieder Phasen wo er sich nicht gemeldet hat und ich habe meinem Sohn gesagt, dass Papa nicht so recht weiß wie das geht, Papa zu sein. Er brauch vielleicht noch ein wenig Zeit um das zu lernen und ich so lange versuche eine doppelt so tolle Mama zu sein!

    Später hab ich ihm gesagt, dass Papa ihn lieb hat, er aber einfach überfordert ist. Er gerne würde, aber nicht weiß wie und es nichts mit ihm zu tun hat.

    Erst mit 8 Jahren hat er mir gesagt, Mama, lass mich doch einfach mal böse sein auf Papa! Er wollte keine Erklärungen mehr, er wollte einfach böse und enttäuscht sein dürfen. Ab da an gehen wir offener damit um. Ich denke, seitdem ist er bereit seinen Vater mit klarem Blick zu sehen.

    Ich bereue es aber nicht, wie ich damit umgegangen bin. Mein Sohn hatte nur selten das Gefühl, es könnte an ihm liegen und das war mir wichtig. Das Problem lag bei seinem Vater und das habe ich kindgerecht versucht herüber zu bringen.

    Leicht ist es sicher nicht. Man muss so viel eigene Wut und Enttäuschung herunterschlucken. Aber bei uns, hat sich das gelohnt.

    Aber ich denke, es kommt auch auf das Kind an und die Mama. Es muss auch zu euch und der Situation passen.

    Ich wünsche euch alles Gute!

  3. Mit 4 Jahren habe ich Nichts erklärt oder gar diskutiert. Dafür finde ich Kinder in dem Alter zu jung.
    Ehrlichkeit ist wichtig aber man sollte auch erwachsen und stark sein und eigene Probleme nicht zum Problem der Kinder machen. Meine Kinder sind weitgehend ohne Papa gross geworden aus mangelndem Interesse seinerseits aber für sie ist das total normal und kein Defizit oder Mangel. Das ist der erwachsene Blick, nicht der der Kinder. Ich war immer ehrlich aber habe nichts dramatisiert. Dass der Vater nicht wollte, habe ich nie gesagt. Meine Kinder sollen sich nicht unerwünscht fühlen.

  4. Ich will dich ermuntern dir hierbei professionelle Hilfe zu gönnen. Dein Kind scheint ernsthaft zu leiden und kein Kind sollte Verlustängste oder das gefühl verinnerlichen, nicht liebenswert zu sein. Ich bezweifle, dass Erfahrungsberichte von anderen hier einfach auf deine/eure Situation übertragbar sind. Deswegen – du musst hierauf nicht allein anworten – schaff euch einen Raum wo ihr beide, begleitet der Frage nachgehen könnt, worum es ihr geht,was ihr Sicherheit geben könnte, etc. Vlt. bieten Familienbildungsstätten oder andere Einrichtungen mit Anbeboten zur Erziehungsberatung eine erste Anlaufstelle, vlt. auch ein Kinderpsychologe. Ich bin sicher, dass ein professioneller Berater/ Therapeut, euch auch schnell wieder entlässt, wenn er/sie den Bedarf weniger krass einschätzt. Liebe Grüße und alles Gute

  5. Das kann und sollte nicht schonend erklärt werden, sondern kindgerecht. Und da muss man sogar ehrlich sein, damit das Kind nicht einerseits Doppelbotschaften hört und andererseits in die Gefahr kommt sich romantische Geschichten über den Vater auszudenken, weil zu viele Infos nicht gegeben wurden.

  6. Ich schreibe unter „XY“, weil es nicht meine Geschichte ist. Meine beste Freundin (kenne sie seit wir 3 Jahre sind) hatte jedoch eine ähnliche Geschichte – es war ein One-Night-Stand, es gab nie auch nur einen Cent Unterhalt und es ist nicht mal ein Foto vorhanden. Die Freundin hat eine liebende Familie, tolle „Omimi“ und „Opipi“ (ob die Eltern des Erzeugers überhaupt von meiner Freundin wissen, wag ich zu bezweifeln), eine ganz tolle Mama, einen fantastischen Onkel und vielen Freunde und deren Eltern, die sie immer aufgenommen haben, gerade bei uns war sie immer sehr willkommen (sogar so doll, dass sie inzwischen meinen Bruder geheiratet hat und die beiden jetzt ihr zweites Kind bekommen :D). Ich habe sie einmal gefragt, ob sie denn keinen Vater vermisst. Sie hat mir entgegnet, ob ich denn keinen Onkel vermissen würde. Vermutlich hatte sie Recht. Ihre Mutter war da aber auch immer nüchtern, „Vater gibt es nicht, Hunde auch nicht weil die stinken“. So ungefähr, der Vater als lebenswichtige Bezugsperson wurde einfach nicht thematisiert, immer unter nüchterner Aufklärung was ihr Vater für ein Mensch an dem One-Night-Stand-Abend war (ihre Mutter hat ja auch keinen Kontakt seit über 30 Jahren inzwischen).

  7. Ich kenne das nur von mir selber, ich habe meinen Vater nie kennengelernt. Als ich klein war war meine Oma viel für mich da und meine Mutter hat immer gesagt: andere haben einen Papa, du hast dafür die tollste Oma der Welt (das war sie auch!). Wir haben immer viel Wert auf gute Freunde gelegt, damit nette Leute um uns sind, dabei war mir schnell egal ob das „Familie“ oder „nur“ Freunde sind. Im Nachhinein war mir wichtig dass meine Mutter ehrlich war – in meinem Fall wollte mein Vater keine Kinder (er hatte vorher schon welche mit einer anderen Frau) und meine Mutter wollte mich behalten und so haben sie sich getrennt. Diese Geschichte hat sich später als wahr bestätigt – ich hatte im
    Studium schriftlich über das Bafög-Amt Kontakt zu meinem Vater und die 2 Briefe haben genau zu dem gepasst was meine Mutter erzählt hat. Ich denke die beiden haben sich mal geliebt, das ist gescheitert an der Frage nach einem Kind und ich bin meinem Vater eigentlich dankbar, dass er kein Gezerre veranstaltet hat, sondern uns unser Leben leben lassen hat.

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