Dein Ernst, Mama?! Pubertät – so peinlich kommen wir nicht mehr zusammen

Skaten als Ablösung

„Pubertät ist wie ein ewig andauerndes Musikfestival. Man ist irgendwie total fertig, komplett übermüdet, aber man kann stolz sagen: Ich war dabei!“

Wenn das Handy an der Hand festgewachsen zu sein scheint und Mama und Papa nur noch peinlich sind, wenn für Hausaufgaben, Müll rausbringen und Abendessen immer erst „glaaaaheich“ Zeit ist, wenn Türen knallen und alles nur noch nervt – dann ist die Pubertät in den Haushalt eingezogen und das süße Kind, das vor einer Woche noch strahlend am Esstisch saß, plötzlich ein launiger Teenie.

Dass all das noch kein Grund zum Verzweifeln ist, zeigt Bestseller-Autor und Jugend-Experte Matthias Jung in seinem neuen Buch „Dein Ernst, Mama?! So peinlich kommen wir nicht mehr zusammen – das Pubertätsbuch für Eltern(Affiliate Link).

Nach seinem Spiegel-Bestseller „Chill Mal!“ geht es in seinem neuen Werk nun um die erste große Liebe, um Pubertätslaunen und Null-Bock-auf-die-Schule-Phasen.

Und wenn man es so durchliest oder eine seiner Shows (jungmatthias.de) besucht, versteht man schnell, warum der Autor, der übrigens eigentlich Diplom-Pädagoge ist, sein Geld auch mal als Gagschreiber für „TV Total“ und die „heute-show“ verdient hat.

Autor und Comedian Matthias Jung. Foto: Manuel Weser

Wir dürfen euch hier exklusiv einen Auszug aus dem Kapitel „Teenies und ihre Eltern:  So peinlich kommen wir nicht mehr zusammen“ präsentieren.

„Gestern war ich meinem Kind schon wieder peinlich. Ich war total entsetzt… das scheint jetzt öfter zu passieren!“ „Mein Sohn hat immer über meine Witze bei Tisch gelacht, auch wenn sie noch so schlecht waren. Kürzlich sah er mich aber konsterniert an: ‚Haha, Papa. Seeehr komisch!‘ Da wusste ich, er hat Pubertät.“

Eltern von Teenies: Seid peinlich!

Und ich möchte euch fröhlich zurufen: Seid peinlich – dann habt ihr als Eltern alles richtig gemacht! Das ist jedenfalls das Fazit dieses Kapitel, mit dem wir hier beginnen, jawohl, das ist mir gar nicht peinlich. Denn ich weiß, wie wichtig Peinlichkeit in der Pubertät ist. „Peinlichkeit kennt keine Grenzen!“, um es mal mit Hape Kerkeling zu sagen. (Dass es bei ihm um ‚Witzigkeit‘ ging, ist mir schnuppe und eben nicht peinlich).

Wir ahnen schon: Einmal mehr geht es um Grenzen, nämlich das Abgrenzen unserer Kinder, und zwar von uns und unseren komischen erwachsenen Verhaltensweisen. Dafür braucht es die Power der Peinlichkeit! Denn je blamabler die Eltern, desto nachhaltiger der Abnabelungsprozess.

Teenager, die ihre Eltern nicht beschämend finden, haben es schwer. Wenn sie uns wie in ihrer Kindheit weiterhin als Helden oder beste Freundinnen betrachteten, wie sollen sie sich dann richtig abnabeln? Womöglich hängen sie dann ein Leben lang an unserem Rockzipfel. Was für eine Vorstellung!

Seid also peinlich – auch aus reinem Selbstschutz. Betrachten wir das Peinlichsein als unsere Kernkompetenz. Und wenn wir nicht nur peinlich sein dürfen, sondern sogar peinlich sein sollen, macht das Leben auch gleich wieder viel mehr Spaß.

Fehler: Wenn Eltern Kumpel sein wollen

Eure Kinder sollen ruhig die Augen verdrehen, wenn ihr in Sichtweite kommt, wir können noch anders! Zum Beispiel wenn wir mit ihnen im Auto unterwegs sind und es läuft Helene Fischer und wir dann ganz laut mitgrölen – meine Güte, wie peinlich!

„Kumpelelterntum“ macht dagegen weniger Sinn. Indem manche Eltern peinlich darauf achten, ja nicht peinlich zu sein, verlieren die Kinder die Orientierung. An wem sollen sie sich jetzt abarbeiten?

Nach der Pubertät können wir gerne wieder ziemlich beste Freunde unserer Kinder sein oder werden. Aber währenddessen sollte sich hemmungslos über uns Eltern aufregen und ihre Persönlichkeit schärfen dürfen. Also nicht anbiedern, nicht schämen, liebgewordene schlechte Gewohnheiten nicht ablegen, sondern fröhlich peinlich sein!

Matthias Jung: „Dein Ernst, Mama?! So peinlich kommen wir nicht mehr zusammen – das Pubertätsbuch für Eltern (Affiliate Link). Edel Books. 16,95 Euro.

Wer bin ich denn, dass ich mir von Menschen reinreden lasse, die nicht mal Boney M. kennen?! Ra-Ra-Rasputin, Russia’s greatest love machine! Oder Dschingis Khan: Lasst noch Wodka holen, denn wir sind Mongolen. Hohohoho!

„Ich vermisste meine Sporthose und hatte meinen Sohn im Verdacht. Also marschierte ich in sein Zimmer. Er war entsetzt: „Mann, Papa! Ich habe gerade ein OnlineGame laufen! Die können dich hören!“

Den Abnabelungsprozess zwischen Kind und Eltern fördern

Die deutsche Schlagergeschichte ist übrigens eine hervorragende Möglichkeit, den Abnabelungsprozess, der für Jugendliche so wichtig ist, zu beschleunigen. Vielleicht muss es nicht immer Helene Fischer sein, die passt auch nicht auf alle Stimmlagen, ein schmachtendes Christian Anders‘sches „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ wird den Sohn und seine Freunde sicherlich ebenso beeindrucken.

„Mama, wenn ich mit dir einkaufen gehe, dann kennen wir uns nicht!‘ Aber im Saturn wollte er dann unbedingt das Playstation-Spiel FIFA 19 haben. Unter einem Vorwand schleppte ich ihn zur Information und sagte: ‚Rufen Sie bitte die Eltern aus, der Bengel hier schnorrt mich an!“‘

Ja, es darf auch mal Spaß machen.

Irgendwann vergessen unsere Kinder auch wieder, dass wir ihnen peinlich sind oder waren. Spätestens, wenn sie selbst mit dem Problem konfrontiert werden. Hohohohoho! Wie stets gilt auch beim Thema Peinlichkeit: Die Zeit ist auf unserer Seite und spielt uns in die Karten.

„Letztens rief mir mein Sohn, als er wieder mal mit seinen Kumpels abhing, ein fröhliches ‚Hallo‘ zu. Ich war so konsterniert, dass ich umgehend meinen Mann anrief: ‚Schatz, die Pubertät lässt nach!“‘ Zusammengefasst: Lassen wir uns vom Vorwurf der Peinlichkeit nicht irritieren oder verletzen, im Gegenteil, versuchen wir, auch diese Phase zu genießen. 

„Ich habe mich gefreut, als mein Sohn mir an den Kopf warf: ‚Mama, bist du peinlich!‘ Denn das bedeutete: wieder ein Schritt in Richtung Erwachsenwerden!“

„Manchmal wuschele ich ihm über den Kopf, gerne, wenn sein bester Freund danebensteht. Er grunzt dann immer so süß: ‚Boaaah, Mama, lass das, meine Frisuuur!“‘

Mütter-Spitznamen, wie Teenies sie in ihren Handys speichern (und ein Vater hat sich reingemogelt, finden Sie ihn?)

1. MAMACUJA

2. MAMUTSCHKA

3. CHILLMAM

4. JOMUM

5. MUTTERTIER

6. BUTTER  (WAR ZU FAUL, DIE WORTERKENNUNG ZU ÄNDERN)

7. FÜHRERIN

8. EHRENFRAU

9. DARTH VADDER

10. MAMAAA!

11. WLAN-BERECHTIGTE

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