Gastbeitrag: Wer sind diese Kinder und warum sagen sie Mama zu mir?

Ihr Lieben, wir freuen uns immer, wenn tolle Leute Bücher schreiben. Daniela Oefelein ist so eine Frau. Noch nicht gehört? Aber gespürt habt Ihr sie bestimmt schon, sie ist nämlich eine Strippenzieherin im Fernsehen. Als ich las, dass sie schuld war, dass Töppers Annalena betrogen hat (oder war es andersrum?), da wusste ich: Von der möchte ich mehr wissen. Das ist also die Frau, die bei Marienhof Gott spielen durfte. Leute sterben oder schwanger werden lassen dufte. Spannend! Nun hat sie ein witziges Buch über ihren Mutter-Alltag geschrieben und wir dürfen Euch einen Auszug daraus zeigen. Viel Spaß!

Wer sind diese Kinder und warum sagen sie Mama zu mir? Kommt Ihnen diese Frage bekannt vor? Ich stellte sie mir in den letzten 8 Jahren so oft, dass ich ein ganzes Buch zu dieser Frage schrieb!

Als erstes grübelte ich darüber nach – was es eigentlich bedeutet eine Mama zu sein? Ich kam zu folgender Erkenntnis: „Ob Mama, Mami, Muddi, Mudda oder Mutti – eine Mutter ist auch nur eine natürliche Person! Leider. Eigentlich gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Wir sind nur Mamas – mit uns kann man doch reden!

Darf man Wikipedia Glauben schenken, ist eine Mutter der weibliche Elternteil, die gesetzliche Vertreterin und Sorgeberechtigte ihrer minderjährigen Kinder. Mit Antritt der Mutterschaft, kommen die Elternpflichten. Im übertragenen Sinne bezeichnet der Begriff »Mutter« auch die Gründerin einer Organisation oder einer Denkrichtung: Soll heißen – Alleinherrscherin des familiären Haushaltschaos.

Babys kommen zwar mit einem Naturinstinkt auf die Welt, aber leider fehlt ihnen das »Was-ich-über-Mama-wissen-sollte-Gen«. Wenn es dieses Gen gäbe, dann wäre allen Kindern und Mamas der Welt geholfen, denn dann wäre – von Anfang an – klar: Jede Mama hat Stärken, Schwächen, große Freude und auch jede Menge Frust. Jede Mama ist so unberechenbar wie das Wetter. Und für jede Mama gilt: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus!

Was viele nicht wissen – auch in der Technik ist eine Mutter nicht wegzudenken. Dort dient sie nämlich interessanterweise dazu, den unteren Teil des meist unbekannten Schraubenvaters zu schützen und zu fixieren.

Zum Muttersein gehört ja auch immer ein Vater. Bei mir ist das glücklicherweise so. Dieser ist im Idealfall lustvoll an der Entstehung des neuen menschlichen Wesens beteiligt und befindet sich nach der Geburt gerne auf Geschäftsreisen.

Papa und Mama sind Eltern. Eltern sind Paare, die Kinder in die Welt setzen. Sobald es Mama, Papa und mindestens ein Kind gibt, spricht man von einer Familie. Als Familie bezeichnet man im Allgemeinen eine Gruppe aus drei bis unendlich vielen Menschen, die sich bei Familienfeiern um den besten Platz am Buffet oder auf dem Sofa streiten – Feiern, die natürlich alleine von Mama organisiert werden.

Mutterrechte – mehr schlecht als recht!

Was ist eigentlich ein Recht? Ein Recht ist eine juristisch erlaubte Tätigkeit. Und obwohl wir in einem Rechtsstaat leben, sieht es mit den Rechten für die Mamas eher schlecht aus.

Es gibt zwar das Mutterschutzgesetz, das eine werdende Mutter am Arbeitsplatz beschützt, solange man festangestellt ist. Ich als Freiberuflerin bin natürlich nicht in den gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschutz entflohen, sondern stoppte mein Wirken – bei allen Kindern – erst circa drei Wochen vor dem Geburtstermin. Bei meiner zweiten Schwangerschaft bereute ich meine Emsigkeit schon im Vorhinein, weil ich seit der ersten Geburt ja im Nachhinein wusste, wie blöd das von mir war.

Mutterschutz macht wirklich Sinn. Auch nach der Geburt! Denn wer oder was beschützt uns Mamas vor Haushalt und Kindern? Niemand! Meine Rechte unterliegen meiner Familie und die übersieht – wie ich finde – meine Rechte ganz gelassen.

Wäre ich nicht Autorin, wäre ich gerne Politikerin! Ich würde mich für Mütterrechte stark machen und ganze acht Mutterschutzparagraphen zum Leben erwecken. Ich verrate Ihnen hier die zwei Wichtigsten:

§ 1 – Schlafen, schläfen, schläft!

Zunächst würde ich allen Müttern neun Stunden Schlaf am Stück garantieren. Im besten Fall allein, im eigenen Bett. Der Schlaf dürfte nie vor sieben Uhr morgens enden. Besonders Kleinkinder scheinen nämlich zu denken, dass der Schlaf einer Mama völlig überflüssig ist. Dabei braucht sie ihn doch eigentlich viel mehr als andere! Wie gesagt, ich kann ein Lied davon singen, weil mich mein Sohn Charly nachts – vier Jahre lang – wachgehalten hat. In vielen Nächten habe ich versucht, dem Wurm einzutrichtern, dass Schlaf keine böse und unsinnige Erfindung der Bettenindustrie ist, sondern überlebenswichtig!

Der Schlafentzug war wirklich die reinste Folter. Ich hatte Konzentrationsschwächeanfälle, teilweise wusste ich ja nicht mal mehr, welcher Wochentag war oder was ich am Abend zuvor gemacht hatte. Dank Schlafentzug und Konzentrationsproblemen hatte ich eine neue Freundin, die Panik. Permanent vergaß ich, wo ich gerade Schlüssel, Handy oder Geldbeutel hingelegt hatte. Die Angst – dass ich soeben mich und meine Kinder aus dem Haus ausgesperrt hatte oder den schon über den Scanner gezogenen Großeinkauf nicht zahlen könnte – war mein ständiger Begleiter.

§ 2 – Mamas kinderfreier Nachmittag

Diesen Tag gibt es wahrscheinlich erst, wenn die Papas die Kinder zur Welt bringen. Es ist sozusagen ein St. Nimmerleinstag!

Aber jetzt mal nur so vor mich hin gesponnen: Es wäre doch absolut spitze, wenn zum Beispiel der Mittwochnachmittag ein großes, schwarzes Zeitloch hätte, in dem die Kinder – nach dem Kindergarten und der Schulbetreuung – verschluckt werden würden. Abends würden sie bereits schlafend direkt in ihren Betten ausgespuckt werden. Der unbezahlbare Vorteil des Zeitloches wäre, dass Mama nirgendwo Kinder abholen oder hinbringen müsste. Kein Playdate-Stress, kein Hausaufgabenstreit, kein Horror am Abendtisch, kein Zähneputzgedöns – einfach einen entspannten Nachmittag auf dem Sofa.

Auszüge aus dem Buch: „Wer sind diese Kinder und warum sagen sie Mama zu mir?“ von Daniela Oefelein. Das Buch ist überall im Handel und als Ebook erhältlich.

Was passiert alles in diesem Buch?

 

 

Zur Autorin:

Daniela Oefelein wurde 1973 geboren. Sie ist seit vielen Jahren bekannt als Serientäterin, sie arbeitet als Redakteurin, Autorin und Producerin fürs Fernsehen. Unter ihrer Mitwirkung entstanden unzählige Folgen „Marienhof“, „Alles was zählt!“, „Headnut TV“ u.v.m. Zuletzt war sie für die regionale Kultserie „Dahoam is Dahoam“ des Bayerischen Rundfunks – als Redakteurin vor Ort – inhaltlich verantwortlich. Heute schreibt sie an so manchem lustigen, spannenden oder dramatischen TV-Plot und sitzt schon an ihrem zweiten Buch. Sie lebt mit Mann, Kindern und Katze in München.

 

Illustrationen: Claudia Weikert

Foto ganz oben: pixabay

 

Du magst vielleicht auch