Lehrer ist man nicht „mal eben“ – oder: Homeschooling geht anders!

Fünf Kinder im Homeschooling

Alexandra Jäger hat fünf Kinder. Foto: privat

Genau in dem Augenblick, als der Paketbote den braunen Polsterumschlag vor der Haustür ablegt, passiert in meinem Kopf etwas. Es ist, als habe die Wut, die Verzweiflung und Unsicherheit der vergangenen Wochen auf dieses Ventil gewartet. Als habe jemand den berühmten letzten Tropfen ins Glas fallen lassen. Einen Schlüssel umgedreht. Beim „Verrückten Labyrinth“ mit der entscheidenen Karte den Weg frei gemacht.

Ich weiß, was in dem Päckchen steckt. Andreas Steinhöfels „Beschützer der Diebe“. Die neuste Deutsch-Lektüre unseres Elfjährigen. Fünfte Klasse. Gymnasium. Nur wird er das Buch diesmal nicht im Klassenverband und mit seiner Lehrerin bearbeiten, sondern mit mir. ICH werde mit ihm die ersten Schritte einer guten Beschreibung, einer Situationsanalyse oder eines „inneren Monologs“ gehen. ICH werde ihn abendlich an die zwei Kapitel erinnern, die er noch lesen und bearbeiten muss. Und ICH werde es sein, die ihm dabei helfen kann, den Anforderungen gerecht zu werden. Oder auch nicht.

Ihr merkt. Ich bin schon mitten im Thema. Und dabei habe ich mich noch nicht einmal vorgestellt.

Also. Mein Name ist Alexandra, ich bin 39 Jahre alt und Mutter von fünf Kindern. Einem Mädchen und vier Jungs. 13. 11. 5. Und doppelt 2 Jahre alt.

Ganz nebenbei bin ich auch noch Pressesprecherin (in Elternzeit) und habe mich zudem vor einem Jahr mit „extrakind“ einem – bis zur Corona-Krise – stetig wachsenden und ausgesprochen gesundem Unternehmen selbstständig gemacht. Gemeinsam mit den besten Kliniken des Landes bereiten unsere Hebammen, Ärzte und Stillberaterinnen werdende Zwillings- und Drillingseltern auf die Geburt und das Leben mit ihren mindestens zwei Neugeborenen vor. Und jetzt kommts! Weil sich Menschen derzeit nicht nahe sein dürfen, tun dies ALLE Beteiligten, vom Chefarzt bis zur über 60-jährigen Stillberatin, nun ONLINE! Ihr wisst schon… dieses alternative Kommunikationsmittel, über das nun Psychotherapeuten, Fittnesstrainer, Hebammen und sogar viele Priester ihrer ARBEIT NACHGEHEN! Und im „System Schule“ geht das nicht?!? Da stehe ich hier mit einem Buch in der Hand und weiß nicht, wie ich die nächsten 15 Wochen im homeoffice mit home-schooling, home-cooking und home-wie-gehts-denn-alles-weiter-Gehampel mit drei Kleinkindern und zwei Pubertieren überleben soll?!

Die Kleinen verstehen nicht, dass Mama arbeiten muss

Unsere Tochter besucht die siebte, unser Sohn die fünfte Klasse eines Gymnasiums. Ferner gibt es dann noch unseren Kindergartenrocker ohne Kindergarten und unsere Zwillings-Tornados, die einfach nicht verstehn wollen (komisch…!) dass Mama zwar zu Hause ist… aber irgendwie auch nicht und die man (ebenfalls komisch…!) auch so schlecht sich selbst überlassen kann, während man seiner Arbeit nachgeht…

Und nun das! 24 Aufgaben im Englisch-Workbook für die Tochter. Eine Lehrerin, die kurz darum bittet, „noch eben ein, im Kunstunterricht fertiggestelltes Skizzenbuch zur Schule zu bringen“, damit sie es bewerten kann. Und jetzt auch noch der „Beschützer der Diebe“.

Ich möchte schreien! Stopp! So geht das doch nicht! Das kann doch wohl nicht der Weg sein!

Damit Ihr mich nicht falsch versteht: In unserer Familie hat Bildung und Wissen einen sehr hohen Stellenwert. Deshalb ist es mir besonders wichtig, zu betonen, dass ich nicht grundsätzlich mit Argumenten gegen das home-schooling aufwarten möchte. Mir erschließt sich nur nicht, was gerade da draußen passiert!!

Wir ALLE nehmen nie dagewesene Einschränkungen und Veränderungen unseres gewohnten Lebens in Kauf.

Jeden von uns trifft die Corona-Krise – sicherlich mit unterschiedlich großer Wucht – aber sie trifft uns.

Menschen haben ihre Arbeit verloren, müssen mit Kurzarbeitergeld und unbezahlten Urlaubstagen ihr kleines großes Leben managen. Taufen und Hochzeiten sind abgesagt. Theater, Nähläden, Bars und Banken haben ganz ioder für den Publikumsverkehr geschlossen. Beerdigungen – für mich als Westfälin grenzt das an Beleidigung – dürfen mit nur zehn Trauergästen gefeiert werden. Menschen, die im Einzelhandel, der Pflege, der Geburtshilfe, der Polizei, den Rettungsdiensten, der Feuerwehr und all den anderen daseinssichernden Berufsfeldern arbeiten, schuften bis zur Erschöpfungsgrenze und oft darüber hinaus – und zwar OHNE gesicherte Kinderbetreuung. Menschen tippen im Homeoffice mit der einen Hand eine Mail und versuchen mit der anderen ihr kitaloses Kleinkind auf dem Schoß zu trösten. Viele Mütter haben tiefe Sorgenfalten und wenig Zeit für instagramreife Bastelarbeiten. Viele Väter haben Not. Entweder weil sie nur noch von zu Hause arbeiten können, gar nicht mehr arbeiten dürfen oder permanent außer Haus arbeiten müssen. Vielleicht ist in der Familie eine Oma, ein Onkel oder das zu früh geborene Geschwisterchen an Covid 19 erkrankt. Vielleicht gestorben?

Es muss doch irgendwie weitergehen


Auf jeden Fall und auch ohne diese extrem-Szenarien haben unsere Kinder derzeit hohe, kaum auszuhaltende Belastungen auszustehen. Oder habe ich sowohl unsere Kanzlerin, als auch den UN-Generalsekretär falsch verstanden, als diese von der „größten Herausforderung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges“ gesprochen haben? Galt das nicht für unsere Kinder?!

Es MUSS irgendwie weitergehen! Aber doch nicht so!

Wie kann das „System Schule“ nach wie vor an starren Strukturen, Noten und Lehrplänen festhalten?! Wieso wird nicht entweder umgesetzt, was beispielsweise der niedersächsische Kultusminister Grant-Henrik Tonne in seiner allerersten Pressekonferenz unmissverständlich klar gemacht und kurz vor Ostern in einem offenen Elternbrief bekräftigt hat: Es findet kein Unterricht statt! Oder es findet sehr wohl Unterricht statt! Online. Per zoom, whereby, google, Skype oder was auch immer! Und zwar von den Lehrern für unsere Kinder. Und nicht von uns Eltern. Für wen auch immer.

Wieso wird dieses – für ALLE (also Kinder, Lehrkräfte, Eltern…) verlorene Halbjahr nicht einfach endlich begraben?! Wie kann irgendjemand ernsthaft davon ausgehen, dass das home-schooling-Vorhaben für wiederum irgendjemanden gelingen könnte?!? Also das home-schooling in Form von reingereichten Arbeitsblättern und Aufgaben, die in zweiter Konsequenz ja von uns Eltern angeleitet, erklärt und kontrolliert werden müssen.

Sieht denn niemand die riesige Chancenungleichheit, die sich dadurch auftut und die viele viele viele  Kinder verschlingen wird?!

Klar. Unsere Tochter und unser Sohn werden ihre Aufgaben erledigen, werden von uns Eltern aufgefangen, motiviert und gestützt. Vielleicht können wir uns sogar einen online-Nachhilfelehrer leisten, der den Stoff mehrmals in der Woche mit den Kindern durchgeht und einen Anschluss ans Geschehen sicherstellt. Aber dieses Privileg werden nicht viele Schülerinnen und Schüler genießen.

Machen wir uns doch nichts vor: Wir haben ausreichend Computer. Wir haben einen Drucker. Wir haben Internet. Und im Grunde haben wir sogar Bock (!) auf diese Herausforderung als Familie!

Nur Verständnis für das, was nun passiert, oder besser: für das, was NICHT passiert! haben wir nicht.

Tausende Mamas und Papas da draußen haben gerade wirklich andere Sorgen, als 24 Aufgaben im Englisch-Workbook zu korrigieren, alles über den Alten Fritz herauszufinden, über Bruchzahlen zu brüten  oder sich gemeinsam mit ihren Kindern auf die spanisch-Sprechprüfung vorzubereiten!

Und zwar nicht etwa, weil ihnen wurscht wäre, wie ihre Kinder in der Schule zurechtkommen oder welche Lücken im Stoff entstehen! Sondern weil sie ARBEITEN müssen. Oder NICHT MEHR ARBEITEN dürfen. Oder weil sie ANGST HABEN, IHRE ARBEIT ZU VERLIEREN.

Also. Was nun?! Welche Kröte sollen welche Kinder und welche Eltern an dieser Stelle denn zu schlucken?!

Es darf nicht länger nach vorne alles anders sein als jemals zuvor – und im Ergebnis erwartet dann dennoch jeder, dass sich nichts verändert, dass alles – ohne Einschränkungen – funktioniert und wir alle zu jeder Zeit alles stemmen können.

Entweder wir HABEN eine nie dagewesene Krise mit den entsprechenden Einschnitten (Einsamkeit, Existenznot, Ungewissheit, Einschränkungen, Todesangst) oder wir haben KEINE.

HABEN wir eine, sind Geschäfte und Kneipen und Kitas und Theater und eben auch die Schulen zurecht zu. Haben wir KEINE?! Dann ist ja alles gut. Dann gehts ja ab „demnächst“ alles weiter wie bisher.

Richtig. Wir HABEN eine. Und deshalb müssen sich meiner Meinung nach alle Bildungsträger sehr schnell Wege überlegen, wie sie ihrem Bildungsauftrag nachkommen können. Und zwar nicht, indem sie mir als Mutter die Verantwortung zuschieben!

Bitte! Unsere Kinder haben KEINE Ferien gehabt! Unsere Kinder vermissen ihre Freunde. Vermissen ihren Sport, ihre Hobbys, ihre Großeltern. Sie konnten sich nicht frei bewegen. Sie durften höchstens im Garten ein wenig vor sich hinpubertieren und ihre Welt stand ihnen alles andere als offen. Sie haben sich Sorgen gemacht. Haben manches nicht und anderes allzu gut verstanden. Auf jeden Fall aber haben sie nicht getan, was 6 bis 16-Jährige so tun sollten, wenn draußen vor dem Fenster der Frühling tobt und die Welt lockt. An keinem Tag der letzten Wochen.

Nochmal. WIR ALLE HABEN EINSCHNITTE erlebt! Haben verzichtet, vermisst und teuer bezahlt, haben gekämpft, gehofft und gebetet. Es gibt nun online-Geburtsvorbereitungskurse und online-Gottesdienste. Menschen gehen online zur Gruppentherapie. Oder lassen sich online ein Kinderwagenmodell vorführen.  Menschen mussten sich die Haare selbst schneiden. Und meine Schuhe sind (sehr passend für 20 grad warmes Wetter) noch gefüttert.

Warum also macht „Schule“ weiter als sei nix gewesen? Warum wird nicht etwas schneller gedacht, geplant, projektiert, pilotiert und was auch immer? Und dann schnellstmöglich angefangen mit ECHTER „zu-hause-Beschulung“? (Das hätte übrigens noch den positiven Nebeneffekt, dass die Lehrer ihre Schützlinge mehrfach die Woche sehen und sprechen würden… Wie läufts daheim? Wie geht es den Kindern überhaupt? Kommen sie zurecht? Sind sie traurig? Brauchen sie Hilfe? Sind sie in Gefahr? – Schließlich wachsen nicht alle Kinder in Bullerbü auf!)

Was soll mit den ganzen Aufgaben und Fragestellungen und Lektüren und und und bewirkt werden? Wenn sie einfach nur reingegeben werden?

Soweit ich weiß, ist „Lehrer/in“ ein durch zwei Staatsexamen abgeschlossener Studiengang. Und ein sehr  anspruchsvoller Beruf, der übrigens auch in Zeiten von Corona mit irgendwas ab Besoldungsgruppe 12 entlohnt wird.

Wie also kommt irgendjemand auf die verwegene Idee, wir Eltern könnten unsere Kinder nun halbwegs ernst zu nehmend unterrichten?! Könnten Lücken schließen, Fragen beantworten? Erklären? Oder begleiten?

Und was, wenn wir es nicht tun?!?! Wie groß wird die Leistungs-Schere innerhalb der Klassen auseinander klappen? Befeuert man mit diesem ganzen home-schooling-ohne-wirkliches-home-schooling-Ding nicht genau das, was seit Jahren nach Kräften beigelegt werden soll? Dass Bildung unabhängig(er) vom Elternhaus werden muss?! Wo bleibt die Chancengleichheit?! Worum um alles in der Welt geht es hier?!

Meiner Meinung nach müsste dieses Halbjahr entweder sofort, komplett und bundesweit (!) zu den Akten gelegt werden. (Die letzten Wochen und nächsten Monate gibt’s quasi gar nicht. Also kann auch nichts versäumt werden! Hängt ganz Deutschland eben ein halbes Jahr hinter irgendwelchen Plänen hinterher. Pläne, die umgeschrieben werden können, übrigens.) Oder wir machen das nun gescheit! Und gescheit heißt nicht, dass wir Mütter das machen! Auch nicht ein bisschen. Und auch nicht nebenbei.

Home-schooling. Geht anders. Setzen. Sechs.


Mehr zum Thema



81 comments

  1. Hallo Alexandra,
    vielen Dank für deinen Artikel. Wohltuend, dass du nicht nur Zustände kritisierst, sondern auch Lösungen vorschlägst.
    Zum System Schule: Es knirscht an vielen Stellen in dieser Zeit. Das finde ich auch. Allerdings: Nicht nur für uns Eltern (meine Frau und ich sind Eltern von drei Kindern), auch für das System Schule ist Corona eine beispiellose Ausnahmesituation. Mängel in der Digitalisierung macht man eben nicht in einigen Wochen wett, dazu ist das System zu vielschichtig. Einen fertigen Plan B für eine solche Sondersituation kann es natürlich nicht geben. Das Schulsystem basiert auf Präsenz vor Ort, das würde selbst bei ausgebauter Digitalisierung so sein. Das jetzt erforderliche Homeschooling wäre auch in einer digitalisierten Schulzukunft nur eine Ergänzung zum Präsenzunterricht. Die Diskussion um Digitalisierung von Schule der vergangenen Jahre behandelte immer eher die Verbesserung der technischen Infrastruktur und den Umgang mit digitalen Medien IN der Schule als das unterrichtet werden zuhause. Welcher Unternehmer würde unter diesen Rahmenbedingungen ein vollständiges Homeschooling-Konzept entwickelt und für den Jetzt-Gebrauch in der Schublade haben? Niemand. Es würde als „unnötige Investition“ nicht entwickelt.
    Allerdings zeigt sich Schule gegenwärtig lernfähig. Es gibt keine auf Monate festgelegte Vorgehensweise, sondern ein „Wir-machen-Schritt-für-Schritt-Erfahrungen“ und bauen diese in weitere Lösungen ein. Analog zu vielen anderen Lebensbereichen in dieser Zeit.
    Zum System Familie: Ich bin fast der Meinung, genau dieses Schritt-für-Schritt-Vorgehen macht uns Eltern so zu schaffen. Die Verlässlichkeit der Vor-Coronazeit ist nicht mehr da. Eine Verlässlichkeit, die geradezu die Voraussetzung für unsere work-life-Balance gewesen ist. „Wo ist mein Kind wie lange und bei wem?“. Die Antworten auf diese Frage haben uns unser (work-)Leben erst ermöglicht. Vielleicht stellt sich gerade heraus, dass es bislang eher eine mywork-mylife-Balance gewesen ist. Viel weniger eine work-life-family-Balance. Wir haben uns allzu nett eingerichtet in der Betreuungsgesellschaft. Die Jüngsten im Babyalter in die Kita, die Grundschulkids bis nachmittags in die Betreuung, in der weiterführenden Schule Nachmittagsunterricht. Nehmen wir die Betreuung für unsere ältere Generation durch Pflegedienste, in Tageseinrichtungen und Altersheimen hinzu, möchte man rufen „Genießt die Zeit zwischen den Windeln!“ All das haben wir eingefordert und einrichten lassen, damit wir vor allem eines können: Ungestört unserer Arbeit nachgehen und uns dort verwirklichen. Die Auswirkungen auf andere Lebensbereiche haben wir dabei in Kauf genommen oder nicht gesehen, nicht sehen wollen. Ich finde den Wunsch nach Arbeit übrigens völlig legitim. Meine Frau und ich sind seit jeher beide Vollzeit berufstätig.
    Nun ist dieses System in Gefahr. Und uns fällt wieder mal nichts anderes ein als die Frage zu stellen „Wer bitte übernimmt denn nun die Verantwortung und löst mein Problem?“ Entschuldigung, wir haben uns für Kinder entschieden. Und wir tragen für sie die Verantwortung. Mit oder ohne Corona. Vielleicht ist es langfristig schlicht nicht machbar, Beruf, Familie und Partnerschaft erfolgreich gleichwertig zu gestalten. Und vielleicht ist das eine der Lehren aus dieser Krise. Dabei geht es mir nicht um die Alternative Job oder Nicht-Job. Mich treibt eher die Überlegung um, wie wir es schaffen können, alle wichtigen Eckpfeiler unseres Lebens erleben und genießen zu können, ohne uns entweder für eine der Komponenten entscheiden zu müssen oder keiner auch nur annähernd wirklich gerecht werden zu können. Wenn uns eine temporäre Störung wie Corona schon so aus der Bahn wirft, stimmt im Gesamtsystem etwas nicht. Da kann Schule schlecht als Buhmann herhalten.
    „Mitunter haben Eltern jetzt erst entdeckt, dass sie Kinder haben, die Zeit brauchen“ schreibt heute ein Kommentator in einer Zeitung. Recht hat er! Nur ist es diesmal unsere Zeit und nicht die Zeit der von uns finanzierten Betreuer. Was daran ist schlimm? Du schreibst an einer Stelle „Die Kleinen verstehen nicht, warum Mama (Ich ergänze: und Papa) arbeiten muss.“ Das ist nur bedingt richtig. Sie muss nicht, sie möchte. Legitim, habe ich schon geschrieben.
    Ich hoffe sehr, dass Corona wenigstens eine positive Seite hat: Dass es ein gesellschaftliches Umdenken einleitet. Mama und Papa möchten arbeiten. Sollen sie! Aber dazu braucht es nicht eine andere Schule, die im Dienste der Ökonomie alles richtet. Es braucht andere Arbeitszeit-, Arbeitsplatz- und Arbeitsteilungsmodelle. Und bei uns Eltern die Überzeugung, dass ein anderes Arbeiten, eines, das unser Leben nicht so sehr dominiert, das gleichberechtigt neben anderen Lebensbereichen steht, ebenso sinnstiftend sein kann. Weil es Platz lässt unter anderem für unsere Kinder. Es sollte für Eltern ohne Dauerspagat möglich sein, Kinder, Partner und Beruf (und mehr?) wirklich unter einen Hut zu bringen.
    Übrigens: Ich hätte gern mehr als drei Kinder. Aber auch mit „nur“ drei ahne ich, dass noch mehr Kinder, ein Ehepartner und ein Beruf (zumal selbständig) in der Heute-Gesellschaft nicht Corona brauchen, um zu erleben, dass so ein Leben ein mehr als störungsanfälliges System ist.
    Meine 22jährige Tochter hat deinen Bericht ebenfalls gelesen. Sie kommentiert ihn so: „Sie hört sich an wie eine beleidigte 15jährige, der man gerade ihr ganzes Leben unbequem gemacht hat.“
    Um mit deinen Worten den Kommentar zu beenden: Setzen, nachdenken.

  2. Hallo.
    Ich bin Mutter zweier Kinder, eines 7. Klasse Gymnasium und eines 4. Klasse mit Wechsel zum Gymnasium nach den Sommerferien. Mein Mann und ich arbeiten seit Jahren selbständig im Homeoffice und haben dadurch keine Veränderung. Einzig die Kinder, die nun den ganzen lieben langen Tag zu Hause sind und motiviert werden müssen, ihre online geschickten Arbeitsblätter durchzuarbeiten. 7. Klasse bin ich in vielen Dingen leider schon raus und kann nicht mehr helfen. Mathe und Physik hat mein Mann zum Glück drauf. Ansonsten bin ich froh, dass unsere Tochter gut allein zurechtkommt trotz ständiger Ablenkung durch ihr Handy. 4. Klasse Grundschule ist ja noch recht einfach zu begleiten. Muss halt ich die 4. Fälle und Subjekt, Prädikat, Objekt erklären. Doch Arbeit und Schule und mittags für alle kochen und Haushalt ist langsam zu viel für mich. Ich bin keine Lehrerin. Es fällt mir verdammt schwer, zu motivieren, dass meine Kinder am Ball bleiben. Unsere Schulen sind technisch schlecht ausgerüstet, die Grundschule hat gar nichts. Online-Unterricht? Was ist das? Ich frage mich, wie das Schuljahr einen sinnvollen, benoteten und bewerteten Abschluss bekommen soll? Das ist doch schlichtweg nicht möglich. Und ich habe schon gehört, dass die Normalität erst mit einem Impfstoff zurückkehrt. Bis dahin wird es keinen normalen Schulbetrieb geben. Das heißt, dass das 1. Halbjahr des kommenden Schuljahres ebenfalls zum größten Teil im Selbststudium stattfinden wird. Warum wird auf das jetzige Schuljahr nicht einfach ein Deckel gelegt? Warum wird nicht einfach das Schuljahr wiederholt? So gibt es keine Lücken in der Schulstoffvermittlung. Es gibt keine Benachteiligungen mancher Kinder aus benachteiligten Schichten? In diesem Jahr fehlt die zweite Hälfte, im kommenden Jahr wahrscheinlich die erste Hälfte. Ja, es müsste eine Lösung für die Einschulkinder geben, da der erste Jahrgang bei Schuljahrwiederholung enorm groß wird. Vielleicht könnten manche Kinder ein Jahr länger im Kindergarten bleiben. Einige Eltern wünschen sich ohnehin eine spätere Einschulung. Die Bildungspolitik muss dringend konstruktiv zusammensitzen und schnellstmöglich eine Entscheidung treffen. Viele Eltern können den Nebenjob Lehrer nicht oder nicht mehr ausüben.

  3. Ich verstehe immer nicht, warum sich diejenigen Lehrer angesprochen fühlen, die es offensichtlich gut machen.

    Unsere Grundschullehrerin ist eine kinderlose Mitdreißigerin. Auch sie hat es in den 6 Wochen Corona Lock-down fertig gebracht nur drei E-Mails zu schreiben.
    Ein Freund hingegen – auch alleinstehend und kinderlos – ist Lehrer an einem Gymnasium. Er schreibt täglich E-Mails mit seinen Schülern, ruft jeden einmal in der Woche an und korrigiert wöchentlich die Aufgaben und gibt Hilfestellung.
    Ein anderer Freund ist Lehrer an einer Brennpunkt-Schule. Seine Schüler haben alle Instagram. Er macht Insta-Stories und erklärt dort die Englisch-Themen.
    Und die Flötenlehrerin meiner Tochter bietet Telefon-Flöten an. Kreativität und Commitment sind die Tugenden der Stunde.
    Wir alle wissen, dass wir uns in einer Ausnahmesituation befinden und dass unserem Bildungssystem die schon lange bekannten Defizite einmal mehr offenbar werden.
    Ich fühle mich von der Autorin sehr abgeholt, denn auch ich ärgere mich über die Lehrerin, die stumpfe Aufgabenblätter sendet und die Eltern beauftragt die Aufgaben zu korrigieren. In der Klasse meiner Tochter gibt es ein paar Kinder, deren Eltern sehr schlecht Deutsch können, um diese Kinder mache ich mir Sorgen, denn ihr Rückstand wird so riesig werden. Aber ich weiß, dass es nicht alle Lehrer sind, sondern ein paar. Und ich weiß, dass die Rahmenbedingungen für alle Lehrer, die gerne digital unterrichten würden, denkbar schlecht sind.
    Ich wünsche mir, dass es gemeinsame Anstrengungen von Eltern und Lehrern gäbe herauszufinden, wie ein digitales Bildungskonzept funktionieren kann.
    Denn es wäre doch zu schön, wenn wir nach Corona nicht einfach nur aufatmen würden, dass alles vorbei ist, sondern mit guten Konzepten der Politik Druck machen würden lieber Milliarden in die Bildung zu stecken, als Branchen zu retten, die unsere Welt zerstört.

  4. Ich gebe vielen Vorrednern völlig recht, es fehlen übergreifende Konzepte und Lösungen für das digitale Lernen zu Hause, seit Jahren wird vom Digitalpakt Schule geredet und nix bzw. wenig ist passiert an den Schulen. Online-Lernen ist kein Selbstläufer und neben den technischen Hürden (jeder ein Laptop, Internet…) ist vor allem die tutorielle Lernbegleitung mega wichtig. Und wenn man das dann gezielt mit Präsenzunterricht verknüpft, könnte es zumindest ansatzweise erfolgreich sein. Und machen wir uns nichts vor, regulär werden die Kinder dieses Schuljahr nicht mehr in ihre Klassen zurückkehren, wir suchen also nach mittel- bis längerfristigen Lösungen. Neben Online-Lernen at home könnte es ja regelmäßig Präsenzunterricht in Kleingruppen geben, die Lehrer müssen dann die Lernbegleitung und -kontrolle wieder verstärkt übernehmen….

    Ich denke, es ist ein strukturelles Problem. Jeder schiebt dem anderen (Lehrern, Schulleitern, Schulträgern, Kommunen, Ländern…) die Schuld in die Schuhe. So kommen wir nicht weiter. Es braucht konstruktive Lösungen, die ausprobiert werden. Und was ich feststelle, es ist sehr unterschiedlich von Schule zu Schule und z.T. von Lehrer zu Lehrer. Ich bin z.B. vom Engagement der Klassenlehrer meines Sohnes (5. KLasse Gesamtschule) echt recht angetan. Man bekommt schnell Feedback bei Rückfragen, sie bieten Online-Videochats über Zoom an, es gibt eine gute Kommunikation und neuerdings auch eine Lernplattform. Es gab schon mehrere Abfragen, welche Kinder keine Endgeräte haben. Diese werden dann finanziert. Vorschläge wurden sogar schnell umgesetzt (ich hatte z.B. vorgeschlagen, dass man online in Kleingruppen arbeitet, zwei Tage später gab es den ersten Online-Unterricht). Und ja, die Lehrer nutzen bei uns (mit Einverständnis der Eltern) Zoom. Das ist nicht DSGVO-entsprechend. Das wurde auch so kommuniziert. Aber zumindest solange, bis es eine DSGVO-Lösung gibt, wird es bei uns gemacht und die Teilnahme ist (wahrscheinlich deswegen) freiwillig. Es machen aber immer erstaunlich viele Kinder mit. Ich kann nur empfehlen: Bringt selbst konstruktive Lösungen, sagt, dass es woanders auch geht. Wir sind halt in der Krise und da ist einiges auf den Kopf gestellt….
    Online-Unterricht mit Videochats ersetzt natürlich nicht den klassischen Unterricht – keinesfalls. Aber besser als nichts. Und ich sehe es auch so, es wird schon sehr viel von den Eltern abverlangt mit der Begleitung des Home-Schoolings, ist hier auch so und wirklich zeitintensiv und z.T. nicht möglich alles zu machen. Ich sehe es als Angebot und nicht Verpflichtung und wir machen nur, was wir schaffen. Ist vielleicht eine naive Sichtweise, aber es entspannt. Und ich scheue mich auch nicht, zu schreiben, dass es zu viel war und wir es nicht schaffen. Mittelfristig (also bis zu den Sommerferien und darüber hinaus) sehe ich , dass Lehrer mit digitalen Lösungen die Lernbegleitung und -kontrolle übernehmen müssen. Das dann in Kombi mit Präsenzeinheiten in Kleingruppen in der Schule.

    Und noch was: Mir fehlt so wie vielen auch eine klare Aussage, dass die Noten dieses Jahr wurscht sind und die Lerninhalte im Home-Schooling noch mal wiederholt werden, damit keiner abgehängt wird. Dazu muss es von oben (Schulministerien) endlich mal klare Ansagen geben, da hängen wir alle in der Luft mit.

  5. Guten Tag, ich möchte mich zu diesem Artikel einmal äußern. Ich bin Lehrerin und ja hey, mit bezahltem Gehalt. Es wird ständig nur auf den Lehrern rumgehackt. Ich möchte mal eine andere Perspektive aufzeigen. Ich habe 3 kleine Kinder mit 0,3,4 Jahren. Wir haben in unserer Schule nur sehr wenig digitale Ausstattung, sodass wir nicht die geringste Möglichkeit haben viel mehr als nur Aufgaben zu schicken. Ich nehme trotzdem meinen Schülern Erklärvideos auf während meine Kinder im Hintergrund schreien – ja auch Lehrer sind Menschen und haben Kinder! – und stelle sie auf youtube, weil wir keine Plattform haben zum Hochladen. Ich überlege mir interaktive Seiten, wo Schüler kommunizieren können, die von „der Zeit“ als sehr einfach im Umgang gelobt werden etc etc. Und was bekommen wir zu hören? Die Kinder sollen nicht auf youtube gehen und in die Programme müsste man sich Stunden einarbeiten. Nebenbei habe ich noch Abi korrigiert, die Rückläufe meiner Schüler korrigiert und zurückgeschickt, versuche den „Mailfluten“ her zu werden und muss meinen Unterricht ja auch vorbereiten. Nein, das kann man nicht immer alles einfach aus der Schublade ziehen. Das ist auch für uns eine Umstellung.
    Unsere Schule ist nicht bereit digitale Programme zu stellen, der Staat schläft seit Jahrzehnten im digitalen Ausbau, einen technischen Support gibt es für Lehrer sowieso nie, auch nicht für die kaputte Technik in der Schule geschweige denn dass wir irgendeine Technik zu Hause gestellt bekommen und wir sind nun die Doofen, weil wir kein „homeschooling“ machen, was gar nicht geht?
    Nebenbei habe ich trotz der 3 kleinen Kindern einmal versucht via skype mit meinem LK „Unterricht “ zu machen und auch das hat mäßig bis gar nicht funktioniert, da unsere Schüler ebenfalls nicht bereit sind sich auf Neues und Digitales einzulassen.
    Ich kann ja alle Eltern verstehen, die einfach überfordert sind momentan, mir geht es aus Elternsicht nicht anders mit 3 Kleinen, die sich oh Wunder auch nicht selbst beschäftigen wollen??? Aber das immer so hinzustellen, als würden Lehrer zu Hause nix schaffen und aber ein unverdientes Gehalt bekommen, das frustriert mich/uns sehr und ich kann es auch einfach nicht mehr hören. Sorry

  6. Ihre Wut ist verständlich. Vor allem mangelt es an Kommunikation in jegliche Richtung. Ich kann ihr versichern, dass die Lehrer genauso mit den Verordnungen von oben allein gelassen werden: https://www.km.bayern.de/download/23016_055_2020_Anlage_Lernen_zuhause_GS_neu.pdf
    Hier wird auch deutlich, wie weit der ledige kinderlose Herr Piazolo vom Lehr- und Lernalltag entfernt ist. Trotzdem existiert hier die Anweisung: „Bitte wählen Sie das Lernangebot so aus, dass die Kinder es grundsätzlich ohne Unterstützung durch die Eltern bearbeiten können.“ Utopisch es ist natürlich trotzdem, aber insgesamt sehr lesenswert wie das Kultusministerium sich das vorstellt. In Summe vor allem als Lehrer nicht leistbar.
    Allerdings wird die Schere zwischen Bildungsbürgertum und bildungsfernen Haushalten OHNE dass irgendwelche Unterlagen zugeschickt werden NOCH größer. Wenn Sie Chancengleichheit wollen WÜRDE, würde sie ihren Kindern einfach nicht helfen. Genau das passiert nämlich „unten“. Aber das will sie natürlich nicht. So besteht zumindest eine Möglichkeit, dass solche Kinder zuhause etwas machen können. Viele Eltern fordern übrigens, dass die Lehrer viele Unterlagen schicken. Sicherlich sind das dann aber auch keine Mütter mit 5 Kindern, die ein Unternehmen leiten. Dass sich die Familie selbst um 5 Kinder kümmert (also Mutter und Vater), war bei diesem Modell also sowieso noch nie der Plan. Der Tag hat eben nunmal nur 24h, die auf 5 Kinder verteilt werden wollen. Wieviel Zeit will also pro Kind verwendet werden? Da ändern auch alle Vereinbarkeitskonzepte nichts daran. Nur wenn die Abschiebemöglichkeiten wegfallen, wird es natürlich unangenehm. Die Sichtweise ist also schon sehr auf dem Elfenbeinturm.
    Trotzdem muss man sagen: 1,5h Arbeitsweg plus Geschäftsreisen fallen weg, insofern existieren auch neue Zeitfenster. Wie werden die genutzt?

  7. Word!!!

    Schon interessant, wie hier manche Lehrer (da brauchen einige gar nicht dazu schreiben, was sie beruflich machen) versuchen, hier krampfhaft andere Lehrer, die es eben NICHT richtig machen, zu verteidigen und in Schutz zu nehmen.

    Wir sind eine 5-köpfige Familie.
    Wir, Mama und Papa, sind Beide Vollzeit berufstätig.
    Der Papa arbeitet im Außendienst – für ihn hat sich am Arbeitspensum nichts geändert.
    Mama arbeitet aktuell im Homeoffice (dank netten Chefs), damit die Kundenbetreuung gewährleistet ist – das Arbeitspensum ist durch Corona gestiegen – ich hänge fast den ganzen Tag am Telefon, weil ich nicht sagen kann „Hey, lieber Kunde, ich hab keine Zeit, weil ich nun als Nebenberuf Lehrerin spielen muss und meinen Kindern gerade Mathe beibringen muss“.

    Bei unserem Grundschulkind, 2. Klasse, ist es aktuell noch am „einfachsten“. Wir bekommen auf einer Website alle Aufgaben für die komplette Woche mitgeteilt. Das sind im Grunde nicht viele. Allerdings kommt hierbei schon das ein oder andere Neue dazu, wo wir unserem Kind neu lernen müssen. Die Lehrerin ist aber jederzeit privat erreichbar, hat ihre Telefonnummern verteilt, und versucht über Plattformen wie Antolin oder auch per Post ihre Schüler zu motivieren! Daumen hoch!

    Unser mittleres Kind, 5. Klasse Gymnasium (ein nicht unwichtiges Jahr nach Übertritt und vollgepackt mit neuem Lernmaterial) – ja, da ist das dann schon für berufstätige Eltern herausfordernder. Der eine Lehrer schickt alles geballt für eine Woche per E-Mail (gerade in Mathematik fatal, da die Übersicht in einem hingeklatschten lieblosen Word-Dokument, ohne Aufzählungen, fast noch im Blocktext, extrem leidet); ein weiterer Lehrer stellt immer wieder über ein Tausch-Portal Aufgaben zur Verfügung; ein weiterer Lehrer stellt seine Aufgaben über das schuleigene Portal online – ich bekomme täglich mehrere E-Mails (entweder von Lehrern direkt oder Unmengen Portal-Benachrichtungen). Der Eine schickt was am Sonntag (oder stellt es einfach so ins Tausch-Portal, was man täglich kontrollieren soll), ein Anderer mal am Dienstag, usw…
    Ich bin dazu genötigt, diese Unmengen an Material auszudrucken und irgendwie noch den Überblick zu behalten. Was wir schon gemacht haben? Keine Ahnung mehr. Was wir noch machen müssen? Keine Ahnung.
    Dann kommen so E-Mails: „Warum habe ich noch keine Lösung ihres Kindes erhalten?“ – „So viele Schüler haben noch keine Lösungen geschickt.“ – „Wo bleiben die Hefteinträge?“
    Hallo?! a) besitzt mein 10-jähriges Kind beim besten Willen noch keine E-Mail-Adresse. Das läuft über uns Eltern.
    b) wer soll da noch bei so geballten Aufgaben den Überblick behalten, wann was abgegeben werden muss? Ich bin schon froh, wenn unser Kind das noch halbwegs auf dem Schirm hat, nehme es aber nicht übel, wenn nicht.
    Dann kommen neue Themen hinzu. Deutsch und Englisch für mich kein Problem, das kriegen wir schon noch hin. Mathe? Wie soll ich meinem Kind etwas erklären, was ich nicht mal selbst gelernt habe? Richtig! Ich setze mich abends hin, schaue selbst Youtube-Videos und belese mich zu den Themen, um das nur annähernd zu übermitteln. Und dann stellt sich schon die nächste Frage: übermittel ich das meinem Kind überhaupt richtig, so wie es der Lehrer eigentlich dem Kind lernen würde? Was ist, wenn wieder Schule ist und der Lehrer bemängelt plötzlich: der Weg zur Lösung ist falsch?
    Es gibt hier keine Hilfe von dem zuständigen Lehrer! Der lehnt dies strikt ab.

    Und dann kommen wir noch zu unserem großen Kind, das aktuell an der FOS ist. Da kommen so viele Aufgaben und Fristen dazu, dass unser großes Kind oftmals bis zum Abend beschäftigt ist und unter einem extremen Druck steht, weil die Angst hochkommt, das alles nicht mehr zu schaffen.
    Ich würde gerne oftmals bitten, unser Gymi-Kind zu unterstützen, aber ich kann es nicht, weil ich selbst sehe, wie sehr das Kind mit sich selbst und der FOS beschäftigt ist.
    Was man aber hier den Lehrern wirklich zu Gute halten muss: sie bieten mittlerweile auch Online-Unterricht an, stehen mit Rat und Tat und ausführlichen Erklärungen ihren Schülern zur Seite.

    Der Druck für Schüler und Eltern steigt enorm.
    Man will ja als Elternteil definitiv nicht, dass das Kind irgendwas verpasst und dadurch schulisch abfällt. Aber trotzdem bleibt dann eine bestimmte Ungewissheit, ob alles tatsächlich richtig vermittelt wird.

    Aber was mich dann echt in Rage bringt:
    Man bittet den Klassenlehrer (Gymnasium), wirklich höflich, um Hilfe. Man schildert die eigene Situation ausführlich, damit auch die Verzweiflung verstanden wird.
    Und dann wird man wie ein Vollidiot abgewatscht.
    Erstens hatte man das Gefühl, er hat die Nachricht gar nicht richtig verstanden und ausgelegt, wie es für ihn passt. Zweitens – und das finde ich wirklich dreist – bittet er um Verständnis, dass er nun einen sehr hohen Arbeitsaufwand hat und uns nicht helfen kann. Die Kinder sollen sich selbst helfen. Danke! Wir reden hier von 10-jährigen Kindern, die gerade mal den Übertritt hatten und sich nun das neue Lernmaterial selbst beibringen sollen?! Und das mit geballten Aufgabenstellungen, die innerhalb 2 oder 3 Tagen per E-Mail zurückgesendet werden sollen (bei dem Lehrer ist das erst seit kurzem der Wunsch).

    Wo ist denn das Problem, einen Wochenplan zu erstellen? Das machen doch Lehrer im normalen Schulablauf auch? Warum geht das jetzt nicht mehr?
    Montag: Aufgabe 1
    Dienstag: Aufgabe 2
    Mittwoch: Aufgabe 3

    Es entfällt sogar der reguläre Unterricht. Was machen denn Lehrer in dieser Zeit? Es werden nicht alle Aufgaben zur Korrektur zurückgeschickt – ganz im Gegenteil! Wir bekommen oft die Lösungen zugeschickt und sollen noch selbst korrigieren und die Kinder auf ihre Fehler hinweisen.

    Ich habe einen anderen Beruf gelernt.
    Ich bin Mama von 3 Kindern und keine Lehrerin von Grundschulkind und Gymnasiasten.

    Und ich kann auch nicht plötzlich hergehen und zu meinen Kunden sagen: ich hab durch Corona jetzt einen erhöhten Aufwand und kann ihnen da nicht weiterhelfen. Meinen Job mach ich dann so halbherzig und lass am besten die Kunden mit der Situation allein. Irgendwie läuft es dann schon.
    Aussitzen ist da die Devise, oder wie *augenroll*

    JA, ich bin langsam genervt!
    Und ich bin froh, dass zum Glück nicht ALLE Lehrer so sind!

  8. Ich bin auf diesen Artikel eher zufällig gestoßen, da ich im Moment alles zum Thema Schule in den Medien verfolge. Vielleicht habe ich in einem Eltern-Fofum nichts zu suchen, aber ich kommentiere trotzdem mal. Kurz zu mir: Ich bin noch Schülerin. Achte Klasse, wohne in Schleswig-Holstein und bin fast 15. Ich besuche eine Gemeinschaftsschule und einige meiner Mitschüler machen nächstes Jahr ihren Hauptschulabschluss. Eigentlich könnte ich mich jetzt darüber aufregen, dass meine Mitschüler unter anderem auch gute Freunde von mir noch nicht wissen, wann sie in die Schule dürfen. 9-Klässler, die nächstes Jahre ihren MSA schreiben, aber schon. Aber ich rege mich nicht auf, weil für alle (Eltern, Lehrer, Menschen in systemrelevanten Berufen, Menschen im Home-Office oder eben Kinder) die Lage gerade schwer ist. Erstmal muss ich loswerden, dass ich froh bin, dieses Jahr keinen Anschluss zu machen und nächstes Jahr auch nicht.
    Die Schulschließung kam für uns eher überraschend. Wir wussten zwar, das die Schulen in einigen Bundesländern bereits dicht gemacht hatten aber keiner ging davon aus, das unsere Schule geschlossen werden würde. Tja. An diesem Freitag bekamen also hektisch Aufgaben. Die wurden uns praktisch an den Kopf geworfen. Wir bekamen nur Aufgaben in den Fächern, die wir an dem Tag hatten. Um 12 Uhr kam unser Stufenkoordinator und teilte uns mit, dass wir uns erst nach den Osterferien sehen würden. Dann würden wir nach Hause geschickt. Ab Montag, den 16. März erwarteten meine Eltern, dass ich meine Aufgaben bearbeitete. Ich rebellierte im Stillen. Eigentlich hatte ich nämlich in den letzten zwei Wochen vor den Ferien kein Unterricht, sondern eine Art Praktikum. Daher sah ich nicht ein, warum ich die Aufgaben überhaupt bearbeiten sollte. Ich ließ hier und da mal eine Aufgabe aus und bearbeitete die anderen eher…semimotiviert. In den nächsten Tagen stellte unsere Lehrer mehr oder weniger Aufgaben auf der Homepage unserer Schule ins Internet. Es waren recht viele. Und ich musste sie auch in den Ferien bearbeiten, da ich sonst nicht fertig geworden wäre. Dann kamen die Ferien- die keine waren. Erst in den Ferien wurde mir bewusst, was hier gerade abläuft. Ich durfte meine Freunde nicht mehr sehen. (Eine gehört zur Risikogruppe, die anderen werden von ihren Eltern quasi zu Hause eingesperrt)Die Länder machten ihre Grenze dicht und so verbauten sie meine Hoffnungen auf Urlaub. Und verdammtes Klopapier war jetzt fast heilig. Am Montag bekamen wir Post. Unsere Lehrer hatten Aufgabenberge zusammengestellt. Und es sind wirklich viele. Aber jeder einzelne Lehrer hat uns einen netten Gruß hinterlassen und uns aufgefordert, bei Problemen eine E-Mail zu schreiben. Das hat meine Motivation ein bißchen erhöht. Naiv wie man als Fast- Fünfzehnjährige halt ist, dachte ich, die Welt wär‘ nach den Osterferien wieder in Ordnung. Aber im Moment habe ich keine Ahnung, wie es weitergehen soll.
    Fazit: Vielleicht hört es sich so an, aber ich will nicht klingen wie eine jammernde Pubertierende. Ich weiß, dass ich es gut habe. Ich habe einen eigenen Laptop, mein eigenes Zimmer, nur zwei kleine Laute Geschwister und meine Eltern bekommen ihr volles Gehalt und müssen nicht um ihre Jobs bangen oder nur noch arbeiten. Zum Schluss will ich allen Eltern danken. Ich würde mich vermutlich aus dem Fenster stürzen, wenn ich anstatt meiner Eltern meinem leicht bockigen 11-jährigen Bruder plötzlich erklären müsste, wie man ein Haikuu schreibt (Keine Ahnung)
    Danke an euch und alle anderen Corona-Helden da draußen.
    Wir meistern die Krise schon irgendwie.
    1923 hat die Menschheit 6 Krisen in einem Jahr überstanden(selbst beigebracht im Homeschooling 😉

  9. Flo, hm gehen wir davon aus, dass etwa 30 % der Schüler in Deutschland die der von Ihnen angesprochenen Klientel entspricht (13 % der dt. Schüler befinden sich grob gerechnet in Abschlussklassen, also Klasse 10-13, inklusive Haupt- und Realschüler, bei grober Schätzung nehme ich an, dass etwa weitere 17 % in der gymnasialen Mittelstufe sind, das ist sehr großzügig gerechnet), dann suchen wir jetzt nur noch kreative Ideen für die anderen 70 %.

    Schaut man mal in die deutschen Kinderzimmer, dann besitzt sicher nicht jedes eingeschulte Kind (immerhin ab 5 Jahren möglich) ein mobiles oder stationäres Endgerät sowie einen Raum, wo ungestört Videokonferenzen abgehalten werden können.
    Aus meiner eigenen Erfahrung als Lehrerin biete ich derzeit beides an. Die Schüler können entweder die Aufgaben schriftlich erstellen oder mit Hilfe von Zoom oder Jitsi in einer Onlinestunde gemeinsam die Inhalte erarbeiten. Zur Videosprechstunde, die ich zweimal due Woche anbiete, ist bisher noch niemand aufgetaucht und ähnliche Erfahrungen haben Kollegen von mir gemacht. Man kommuniziert lieber per Mail.
    Außerdem ist es sicher wenig sinnvoll wenn 5. Klässler (oder jünger) den ganzen Tag (Ganztagsschule und so) von 7:50 bis 16:30 Uhr vor dem Bildschirm hocken selbst wenn die Voraussetzungen gegeben sind. Eine Abwechslung von Präsenzphasen und selbstorganisiertem Lernen scheint mir sinnvoller. Im Unterricht verbringt man ja auch einiges an Zeit mit Übephasen, wo man hinterher als Lehrer vorlesen lässt und dann korrigiert. Derzeit bekommen meine Schüler sogar den Luxus, dass ich über alle ihre Arbeiten schaue und auf individuelle Probleme hinweise.

    Ich denke wenn man mit Fürsorge, Augenmaß und Nachsucht als Lehrer agiert und bei Problemen offen ist eine Lösung zu finden, dann kann diese Phase derzeit für viele Schüler auch eine Chance sein sich auf wesentliche Inhalte zu konzentrieren.

  10. Dafür, dass wir eine Seuche am Start haben, die durchaus auch Todesopfer aus der Familie und die Freundeskreis mit sich bringen kann, jammern mir zu viele Leute über die falschen Dinge. Es freue sich bitte, wer Arbeit hat und gesunde Kinder. Schlimmstenfalls ist ein Jahr „verloren“. So what. Wir haben volle Supermärkte und genug zu Essen, auch in Armut. Viele Menschen verlieren ihre Existenz. Auch die haben Kinder.

    Niemand verlangt wirklich, dass wir nun in ein paar Wochen unsere Kinder persönlich durchs Abi bringen. Ich könnte das nur in Deutsch und bin sicher nicht ungebildet, komme ab bereits bei Mathe in der 9. Klasse an meine Grenzen.

    Vielen fällt nun auf die Füße, dass sie sich vorher zu wenig darum gekümmert haben, dass sich ihre Kinder mit sich selbst beschäftigen und lernen zu lernen. Bei uns in der Waldorfschule fand das beispielsweise zu wenig statt. Der Große kann gar nichts in der Richtung.

    Die Zeit. Ja. Da muss man Abstriche machen. Dann ist eben nicht mehr alles perfekt. Die Kinder müssen im Haushalt mal mit ran, es gibt nicht immer 3 Gänge warm zum Abendessen und ja, die eigene Freizeit kann man knicken. Aber das größere Problem ist die Pandemie. Nicht unser Lagerkoller und Befindlichkeit, dass Masken tragen doof ist.

  11. Also erstmal haben Lehrer auch Kinder, die für das Homeoffice nicht betreut werden. Ich stelle mir online-Unterricht mit herumhüpfenden und kreischenden Lehrerkindern auch ganz toll vor.
    Abgesehen davon müssen Lehrer sich an die Datenschutzverordnung halten DSGVO. Und die erlaubt es nicht, dass man einfach irgendeine Videoplattform nutzt und dort Online-Unterricht hält. LEIDER! Auf die Schnelle ein funktionierendes eigenes Portal auf die Beine zu stellen bekommt keine Schule hin, dafür fehlt Zeit, Geld und das ausgebildete Personal.
    Und last but not least: Wie fair wäre denn so ein Online-Live-Video-Chat für die Kinder, die zuhause kein Internet haben? Kein eigenes Handy? Keinen eigenen PC/Laptop/Tablet? Für die Kinder, die nur einen Prepaid-Tarif haben oder deren Datenvolumen für den Monat verbraucht ist? Genau. Gar nicht.
    Deshalb dürfen Lehrer Online-Live-Video-Chat nur machen, wenn A alle Eltern zustimmen, dass sie auf jeglichen Datenschutzanspruch gegenüber dem Lehrer verzichten und B alle Schüler auch die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen.
    Kann sein, dass das am Vorzeigegymnasium noch läuft. Aber in der Brennpunktgesamtschule mit 50% nichtdeutscher Muttersprache sieht es schon ganz anders aus…

      1. Ja, sicherlich, denn nur ein Lehrer hat Einblick in die Thematik und weiß genau Bescheid!
        Danke für den tollen Kommentar.Die meisten Eltern wissen oft nicht viel über die Situation an den Schulen und wissen doch alles- oft meinen sie es dann auch noch besser zu wissen. Das ist echt schade.
        Die aktuelle Lage ist schwierig und anstrengend, dennoch denke ich, dass das Homeschooling eine gute Sache ist.
        Bleibt gesund und haltet durch!

      2. Das ist der wohl deutscheste Kommentar überhaupt. Es gibt immer und in jeder Situation 400 Gründe warum etwas nicht geht. Anstatt Live-Unterricht würden übrigens schon 10-15 minütige Videoclips vollkommen ausreichen, die kann sich dann auch jeder ansehen wenn es zeitlich gerade passt. Und wenn man etwas nicht verstanden hat, oh Wunder, schaut man das Video nochmal. Und wer hat denn bitte in Deutschland keinen Internetanschluss?

        Es ist absurd, dass von den Eltern, die „nebenbei“ ihrer Vollzeitbeschäftigung nachgehen und damit übrigens den ganzen Spaß finanzieren, noch vorwurfsvoll erwartet wird die Kinder gefälligst ordentlich zu unterrichten.

        An der Schule meines Kleinen scheint man mindestens teilweise im bezahlten Coronaurlaub zu sein. Seit Mitte März haben wir 2 (!!!) E-Mails mit Aufgaben erhalten, eine Weitere als wir nachfragten wie es denn weitergeht, wenn man die Aufgaben erledigt hat. Die Antwort: „Laden Sie sich doch etwas aus dem Internet herunter“.

        Ich sage dafür vielen Dank, die Mitgliedschaft im Förderverein der Schule habe ich daraufhin gekündigt. Meine Frau muss ebenso wie ich auch unter großer gesundheitlicher Gefährdung ihren Job erledigen und wir bekommen in 5 Wochen ganze 3 Lebenszeichen der Lehrkraft? Das ist lächerlich!

    1. Danke für deinen Kommentar!
      Das erste Abebben ist gemeinsam geschafft. Mich wundert es, bei all den berechtigten Kritikpunkten, wie wenig Beachtung der Vermeidung einer zweiten Welle echte Sorgen bereitet.

      1. Und Lehrer wissen immer ganz genau wie es gerade bei den Schülern zuhause läuft? Homeschooling bestimmt ne prima Sache… Bei einigen… Vielleicht…Nicht… Man kan es aber auch nicht alles einfach den Eltern überlassen-6 und setzten!

      2. Es ist schön, hier auch differenzierte Kommentare zu lesen. Leider ist es auch selten. Ja, ich gestehe, ich bin einer von diesen Unmenschen, ein fauler, egoistischer, überbezahlter Lehrer. Meine Frau ist Ärztin, so dass unsere 2 Kindergartenkinder ganz automatisch meine Verantwortung geworden sind. Ich versuche, sie täglich sinnvoll zu beschäftigen, mit Spielen, Basteln, Sport und Bewegung draußen. Natürlich beschweren sich viele Eltern, dass es am Handy manchmal kindertypische Störgeräusche gibt und ich Mails erst nachts beantworte.

        Und ganz ehrlich: ich weiß, dass manche Lehrer faul sind und andere die Sitation innerhalb vieler Familien nicht einschätzen können. Ich kann das auch nicht. Ich kann auch nicht die perfekten Aufgaben geben oder allen gerecht werden. Ich kann noch nicht mal meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden, wenn mir beim Korrigieren von Schülertexten irgendwann die Augen zufallen, oder ich Tippfehler in meinen Arbeitsblättern bemerke. Ich kann es nicht!!!

        Aber ich kann es versuchen, und das tue ich, jeden Tag aufs neue. Und wisst ihr, was mir dabei am meisten fehlt? Eure anstrengenden Kinder!!! So schwer vorstellbar das sein mag, die und der Umgang mit ihnen sind es, die mir die Kraft und Motivation geben, meinen Job so gut wie nur irgend möglich zu machen!

        Könnt ihr euch vorstellen, wie dann pauschales Lehrerbashing sich anfühlt?

        Deshalb: Ja, vieles läuft falsch, aber flucht nicht untereinander, sondern informiert Lehrer und Schulleitungen!

        Solange die euch nicht hören, kann nichts besser werden – und glaubt mir, viele von uns wollen einfach nur das Beste für eure Kinder!!!

        Was Noten angeht: ich glaube nicht, dass irgendeine Note aus dem 2. Halbjahr juristisch Bestand haben kann, also stresst euch nicht, sondern versucht, für euren Nachwuchs das Beste für die Zukunft mitzunehmen. Einige Bundesländer haben entschieden, im Homeschooling keinen neuen Stoff zuzulassen, andere lassen das offen… aber was zählt, ist nicht, ob die letzte Aufgabe gelöst und jeder Lückentext komplett gefüllt ist, sondern dass die Kinder lernen für sich als Gut erkennen und sich an Fortschritten freuen können, statt an schlechten Erklärungen zu verzweifeln. Sagt ihnen, wenn ihr stolz auf sie seid, und helft ihnen, wenn wir sie überfordern (aber sagt das auch uns, damit wir daraus lernen können!!!)

        Aber noch ein Geheimtipp: Falls doch mal ein Lehrer was gut oder richtig machen sollte: sagt es ihnen! Wir verhungern ohne Feedback!

        Diese Situation ist nur für die von uns einfach, die es sich zu einfach machen!

      3. @Enrico
        Bei uns (4. Klasse Grundschule, Baden-Württemberg) haben von 24 Kindern 6 keinen Internet-Anschluss. Sicher hat die Familie ein Handy, aber so ein Datenvolumen ist auch schnell mal weg. Desweiteren hat die Schule weder WLAN noch technische Mittel um Videoclips zu drehen, weil die Stadt beim Medienentwicklungsplan so richtig schön pennt und das Geld lieber für andere Dinge als Schule ausgibt.
        Lehrer: das klingt in der Tat nach sub-obtimaler Kommunikation. Schon mal dran gedacht sich an den Elternbeirat, den Elternbeiratsvorsitz oder die Schulleitung zu wenden? Die sind nämlich in so einem Fall zuständig – und können dann auch was tun, z.B. eine Art Mindeststandard für die Lehrer einrichten, der verpflichtend ist. Leider wurschtelt an den Schulen oft jeder für sich allein, statt die Sache im Teamwork anzugehen.
        Und letztens und wichtigstens: redet miteinander, gebt Feedback, versucht Verständnis zu haben. Das Gegenüber ist auch erst mal ein Mensch.
        LG von einer Elternbeiratsvorsitzenden

    2. @blau Jetzt etwas abseits passt aber ganz gut dazu… Unser Kindergarten hat eine Kommunikations-App gefunden die mit DSGVO UND! Kirchenrecht kompatibel ist, wer will der kann also…

      1. Lieber Steffen,

        ich würde viel Geld zahlen einen Lehrer mit solch einer Ansicht in unserer Schule begrüßen zu dürfen. Wie man an den vielen gefrusteten und überforderten Eltern erkennen kann, sind Sie offenbar die Ausnahme der Regel.

        Und es ist, zumindest für mich, extrem ernüchternd, dem eigenen Nachwuchs nicht die Bildung zu bieten, die man für notwendig erachtet. Ich arbeite aktuell auch bis spät in die Nacht, damit ich tagsüber viel Zeit in das Aushilfslehrerdasein stecken kann.

        Aber man fühlt sich auch völlig im Stich gelassen. Es gibt keinerlei klare Ansagen wie oder wann es weitergeht, welche Konsequenzen der ganze Spaß hat. Unsere Schulleitung übt sich ebenso wie die Lehrkraft im Versteckspiel. Und ein Tag hat nur 24 Stunden, die sich nun auf Vollzeitjob, Lehrerdasein, Mittagessenzubereitung, Motivation für frustrierte Kids und etwas Schlaf aufteilt. Es sollte verständlich sein, dass das an den Nerven zehrt.

        Bleiben Sie gesund und motiviert.

      2. @Sandy

        Wir sind selbst im Elternbeirat. Die Schule verwehrt sich gegen jegliche Vorschläge und verweist auf die Eigenverantwortung der Lehrkräfte und die Ausnahmesituation.

        Ich halte das hier insgesamt für absolut frech. Die Lehrer werden bei Schulbeginn keine Ahnung haben auf welchem Stand welches Kind ist, es wird da sicherlich einige Härtefälle geben. Unser Kind gehört da hoffentlich nicht dazu, zumindest tun wir was wir können, aber wie gesagt: einfach alles einzustellen und die Eltern sich selbst zu überlassen ist in meinen Augen ein absolutes Unding.

    3. Die Pandemie ist aber keine Pandemie und daher haben wir die Probleme! Warum lässt man Schüler Zuhause wenn sie kein bisschen zur Risikogruppe zählen?
      Hätten die Maßnahmen nur 3 Wochen gedauert und dann wieder normal gewesen, ja dann hätte keiner was gesagt! Aber so setzt man einen Kurs fort, wo die Gefahr viel Kleiner ist als erwartet!
      Und das versteht dann keiner mehr!
      Und darum regen sich soviele auf!
      Liebe Grüße aus Österreich!

  12. Hey liebe Stadtlandmama, das ist mir zu einseitig…
    ich halte täglich mehrere Onlinestunden mit Teams in Mathe u Französisch seit der 2.Schulschließwoche (SchülerInnen 10 bis 18J. ), hatte immer wieder Betreuung in der Schule gehalten, korrigiere und begleite Aufgaben, helfe SchülerInnen u Eltern, organisiere, Notebooks werden angefordert und bin da nicht alleine, fast alle tun das u haben sich die Onlineplattform u Videounterrichten per Teams innerhalb weniger Tage (und Nächte) angelernt u für mehr als 120 SchülerInnen eingerichtet… Hab selber 3 Kinder, da läuft das über GoogleClassroom. (Skype u Zoom geht tatsächlich wg Datenschutzproblemen nicht).
    Im Großen u Ganzen läuft s jetzt, …
    Ich sehne mich in die Schule, habe schon Probleme vom Bildschirmschauen, taugt mir gar nicht u einfach ist s auch nicht. Für alle Beteiligten!
    Denke die permanente Sorge, LehrerInnen würden nicht arbeiten u sich nicht kümmern, kann ich dir nehmen… sie führt auch zu nichts, es ist eher sehr frustrierend:(

    Ich maße mir kein Urteil an, was u wie viel andere Berufe im HO leisten u arbeiten… wir haben uns das alles nicht ausgesucht u tragen mit unseren Familien auch Sorgen u Aufgaben herum.
    Im Gymnasium ein Buch lesen mag für ein Kind ein Genuss sein, für das andere eine Qual. Selbstständig arbeiten ebenso, ich hab SchülerInnen, die lieben das🤷‍♂️
    25 Kinder in der Klasse sind verschieden (und ihre Eltern auch).
    Ich wünsche mir endlich etwas mehr Wertschätzung u Miteinander in den Medien, denke das würde uns weiterbringen.
    Und ich versuche mein Bestes mit größtmöglicher Gelassenheit zu geben👍lg aus Wien

  13. Lieber Flo,
    hast du Kinder? Vermutlich nicht. Denn dann würdest du nicht ernsthaft Unterricht für Schüler mit deinen Vorlesungen aus deiner Studentenzeit vergleichen. Das zeigt, dass du absolut keine Ahnung hast. Über den Vergleich kann ich nur lachen. Aber Hauptsache, sich hier über die angebliche Uberbezahlung der Lehrer aufregen und motzen. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass zum Beispiel Siebt- und Achtklässler alters- und pubertätsbedingt nicht dazu imstande sind, länger als maximal 20 Minuten Frontalunterricht konzentriert durchzustehen. Und so wie du das schilderst, soll ich jetzt hier wie in einer Vorlesung vor Studenten digital unterrichten?
    Es stimmt, ich muss mir als Lehrerin gerade keine Sorgen um meine berufliche Zukunft machen aber dafür können wir nichts. Und ja, es gibt auch Menschen wie ich, die versuchen, wie so viele andere in diesem Land gerade, mit zwei Kleinkinder daheim Beruf und Familie gerecht zu werden. Und das ist für alle schwierig. Wenn unser Beruf so einfach und überbezahlt wäre, wie viele meinen, warum haben wir dann überhaupt einen Lehrermangel?

    1. Ich habe hier oft genug dargestellt, dass ein interaktiver Unterricht auch online möglich ist. Die Online-Seminare an meiner Uni wurden von den guten Dozenten auch interaktiv mit Wortmeldungen, Gruppenarbeiten u.s.w. gestaltet. Nur die schlechten Dozenten haben ihre Vorlesung runtergerattert.

      Wenn Du Dir nicht vorstellen kannst, dass so etwas möglich ist, liegt es entweder an mangelnder Qualifikation oder an mangelndem Willen Deinerseits. In beiden Fällen ist es ein Skandal, dass das so durchgeht und Du Dir keine Sorgen um Deinen Job machen musst.

      Ich habe übrigens zwei Kinder (und akzeptiere auch bei denen nicht, wenn sie Unlust mit an den Haaren herbeigezogenen Ausreden kaschieren wollen).

      Und tatsächlich konnte ich auch als Achtklässler einer Schulstunde folgen, ohne alle 20 Minuten herumhampeln zu müssen.

      Außerdem können Kinder in einem digitalen Unterricht mit einem kabellosen Headset sogar mal im Zimmer auf- und ablaufen, wenn es sie nicht auf ihrem Platz hält. So gesehen müsste digitaler Unterricht also wohl sogar noch besser klappen als in einem Klassenzimmer.

      Ich verbuche Deinen Beitrag daher mal getrost unter „Lehrerausreden Folge 1357078“.

  14. Nochmal ich…

    Auch wenn ich selbst ITler bin – und meine Kinder auf eine Waldorfschule gehen… Warum berichten hier so viele Lehrer immer von „nicht vorhandenen Lernsystemen“, die erst „installiert“ werden müssen?!?

    Auch hier 2 Beispiele:

    Mathematik: Die Lehrerin übersendet Arbeitsblätter per Mail, Post (für die „echten“ Waldi´s ;-)), oder WhatsApp. Diese Blätter sollen erstmal eigenständig bearbeitet werden – Tipps und Tricks stehen dabei. Wer dann immer noch FRagen hat, kann Skype, Telefon etc. nutzen – die Lehrer stehen nach kurzer Terminanfrage zur Verfügung. (Für die arbeitende Bevölkerung auch abends!)
    Erfüllte Arbeitsblätter werden auf Aufforderung an die Lehrerin gesendet. Also quasi stichprobenartige Kontrolle. Auch hier geht Post etc. Lösungen werden am nächsten Tag übersendet. (Immer ganz spannend, ob Papa auch die richtigen Lösungen hat!) 😉

    Beispiel 2:

    Deutsch, Englisch, Russisch, Französisch:
    Lektüre wurde ausgegeben bzw. gekauft. Arbeitsblätter mit klassischen Aufgaben werden übersendet. Prinzip wie bei 1.

    Nochmal die Frage – und das ist nicht böse gemeint:

    Für WAS benötigt man ein „Lernsystem“ oder ähnliches?

    Klar – Arbeitsblätter müssen vorbereitet werden. Aber ich gehe davon aus, dass jeder Lehrer zumindest MS Word bedienen kann…

    Gruss

    MO

      1. Liebe Tina,

        nochmal: Ich komme direkt aus der IT und kenne mich sehr gut mit der DSGVO aus. Grundsätzlich ist die DSGVO KEIN Hindernis. Dies sind Aussagen von Menschen, die die Verordnung einfach nur falsch verstehen!
        Denn:

        Eine Übersendung der Schulaufgaben über MEHRERE Kommunikationswege ist möglich. Dabei darf ich mich natürlich nicht nur auf einen beschränken!
        Eine Fragestunde – wie Sie bei uns durchgeführt wird – ist natürlich auch möglich. Unter der Voraussetzung, dass die Eltern dafür das Einverständnis geben. Auch hier müssen wieder mehrere Kommunikationswege angeboten werden.

        In einem Punkt gebe ich Dir recht:

        Eine Beschulung von MEHREREN Schülern über Skype und WhatsApp ist zur Zeit datenschutzrechtlich bedenklich. Also lieber nicht machen.

        Aber: Das habe ich hier nicht beschrieben.

        Also liebe Tina:

        Bitte Bälle flach halten und nicht immer der DSGVO die Schuld geben… 😉

        1. Ich darf unter absolut gar keinen Umständen Whatsapp oder Skype zur Kommunikation nutzen. Das hat das Ministerium klargestellt. Wie Sie die DSGVO interpretieren ist dabei völlig unerheblich.
          Aber Sie haben recht, das haben sie ursprünglich nicht flächendeckend gefordert, aber wir dürfen es auch nicht mit einzelnen Kinder einsetzen – auch nicht, wenn Eltern zustimmen.
          Mehrere Kommunikationswege finde ich als völlig kontraproduktiv. Das ist verwirrend für Schüler, ich würde bei meine 120 Schülern sicher mal einen übersehen, der mir auf dem weniger beliebten Weg eine Frage stellt und es bringt auch keinen Mehrertrag.

          1. Liebe Tina,

            vorweg: Ich möchte hier kein „Lehrer-Bashing“ betreiben – das ist mir ganz wichtig!
            Problem ist doch folgendes:
            HomeSchooling im „modischen“ Falle bedeutet Konferenzen, Chats, Lernsysteme – was auch immer. Die gibt es zur Zeit zwar haufenweise auf dem Markt – aber keines ist (auch teilweise zu recht!) flächendeckend freigegeben.

            HomeSchooling im „alten“ Falle bedeutet für mich: Wie bekomme ich Arbeitsblätter, Fragen zu Lektüren etc. zu den Schülern. Unsere Schule hat da nun mal MEHRERE Wege festgelegt! (Und wichtig: Immer an die Eltern!!!)
            Wer kein Laptop, Handy, etc. hat, bekommt die Arbeitsmittel per Post, kann diese beim Lehrer abholen usw.

            WhatsApp wird NUR für Fotos dieser Blätter genutzt. In diesem Sinne also kein Datenschutzproblem, weil ich schlicht und ergreifend keine personenbezogenen Daten bearbeite.

            Die Lehrer legen einen Zeitraum fest, bis wann die Aufgaben fertig sein müssen. Ein ausgewählter Kreis muss diese dann stichprobenweise übersenden. Auch hier wieder: Mehrere Kommunikationswege. Morgen z.B. hole ich eine neue Lektüre nach der Arbeit ab.

            Für Schüler, die Fragen haben, bietet jeder Lehrer individuell „Fragestunden“ an – heisst z.B.: Heute abend könnte meine Tochter zwischen 17:00 Uhr und 21:00 Uhr die entsprechenden Lehrer anrufen (Telefon der Eltern, Handy, eigenes Handy) oder die Fragen aufschreiben und übersenden (Post/Mail etc.). Die Schüler erarbeiten sich den Stoff somit selber und melden sich nur bei Fragen. Damit diese Fragen auch gesichert sind, bekommen die Eltern die Lösungen mitgeteilt und können somit alles nachvollziehen.

            Die Möglichkeit von WhatsApp und Skype ist ein zusätzlicher Kommunikationsweg – sowohl für die Übersendung von Arbeitsblättern, als auch für die „Fragestunde“. Immer in EINZELSITZUNG und auch nur, wenn Eltern und Lehrer dies wirklich anbieten/freigeben.

            Auch hier: Kein Datenschutzproblem.

            Das Schulamt geht bei der Nutzung von WhatsApp / Skype von der „Normalsituation“ aus – heisst, dass hier Prüfungen, relevant Ergebnisse etc. übersendet werden. Dies ist NATÜRLICH ein datenschutzrechtliches Problem, da Benotung, Urkunden etc.
            Wir befinden uns aber nicht in einer „Normalsituation“ – dementsprechend benoten (zumindest) unsere Lehrer nichts – im Gegenteil: Sie bieten einen zusätzlichen Service an!

            Wichtig ist also nur folgendes: Für alle Beteiligten müssen Kommunikationswege dasein – keiner darf benachteiligt werden, weil die Internetleitung zu lahm oder gar kein Handy vorhanden ist.

            Ich finde (ohne Sie persönlich anzugreifen!), dass Sie es sich zu einfach machen… Sorry! Zusätzlich sind 120 Schüler nicht wirklich eine Ausrede – oder? Damit müssten Sie doch auch auf dem Pausenhof, dem Flur oder Abends zu Hause genug zu tun haben.

            Noch ein Beispiel meiner jüngsten Tochter:

            Die Arbeitsmappe der vergangenen Tage/Wochen soll bis zum WE bei der Lehrerin sein. Nicht um zu korrigieren, sondern um einfach „da“ zu sein, Rückmeldung zu geben… Und wissen Sie was? Da ich diese Mappe bestimmt nicht über WhatsApp schicke, setze ich mich ins Auto und werfe diese in Ihren Briefkasten…

            Es geht sooo einfach – und es funktioniert!

            Oder habe ich jetzt wieder etwas übersehen?

        2. Hallo Mo,

          ich arbeite im Bildungsbreich, aber nicht an einer öffentlichen Schule. Für uns ist der Einsatz von WhatsApp ausgeschlossen, sowohl im Einzelkontakt als auch für Gruppen, mit und ohne Corona.

          Ich vermute dass du/deine Firma als ITler mit Kundinnen / anderen Firmen privatrechtliche Verträge schließt, im Rahmen der gesetzlichen Grenzen verfügen also beide Parteien über Vertragsfreiheit, es kann jedesmal neu entschieden werden welche vertraglichen Inhalte sich als der jeweiligen Situation angemessen oder eben auch nicht angemessen darstellen.

          Unabhängig von den allgemeinen Datenschutzverordnungen ist an dieser Stelle die – auch rechtliche – Situation von SchülerInnen, Eltern und TeilnehmerInnen einer Vielzahl von Bildungsmaßnahmen, die durch BAMF und Jobcenter (mit)finanziert werden eine komplett andere. Ihre Daten sind sehr sensibel und auch in diesem Sinne zu behandeln. Daher bestehen
          zurecht unterschiedlichen Handhabungen.

          Und, liebe Tina : niemals den Ball flach halten 🙂 !!!

          LG

          1. Hallo Barbara,

            ich habe Tina gerade geantwortet. Meine weiteren Ausführungen sind daher bei Ihr zu sehen.

            Natürlich ist der Einsatz von Skype und WhatsApp ausgeschlossen, sobald ich datenschutzrechtliche Probleme bekomme. Da spielt es keine Rolle, ob Schule, Firma, Kunden oder sonstige privatrechtliche Verträge.

            Ausgeschlossen ist also zur Zeit der Einsatz bei mehreren Anwesenden,sowie personenbezogenen Daten (Stichwort „3 oder mehrere Merkmale“).

            Für eine (EINZEL-) Fragestunde kann und darf dies aber eingesetzte werden!

            Schlussendlich ist es aber auch eine Entscheidung der Schule, des Schulamtes, der Firma, Konzernführung etc.

            Was ich eigentlich sagen will:

            Es gibt so viele funktionierende, GUTE Wege – warum diese nicht nutzen?

            (Und das im Bereich Bildung/Weiterbildung über BAMF & Jobcenter der Datenschutz EXTREM wichtig ist, ist mir klar! ;-))

            Wir / Ihr (ohne Bashing!) heben immer viel zu schnell den Finger um mitzuteilen: „Das geht aber nicht…“

            DOCH – es geht und funktioniert!

    1. Wow, Flo, komm mal von deinem privilegierten Ross herunter. Deine Kommentare hier sind unter aller Sau und strotzen nur so von Privilegien. Es ist toll, dass DU dich als Achtklässler gut konzentrieren und nicht „herumhampeln“ musstest. Es ist toll, dass DU zu Hause scheinbar mit allen Endgeräten, einer tollen Internetverbindung und viel Platz ausgestattet bist. Zudem scheint es dir nicht an finanziellen Mitteln, Nahrung o. ä. zu mangeln. Das freut mich sehr für dich! Wirklich!

      Allerdings sieht es für viele Familien ganz anders aus. Ich habe Kontakt zu Eltern, die Analphabeten sind, kein Deutsch können, keinen PC/Laptop zu Hause haben. Ich habe Schülerinnen und Schüler, die mit 14 Jahren ebenfalls kaum Lesen und Schreiben können. Schülerinnen und Schüler, die Förderbedarf im Lernen, emotional-sozialen Bereich oder in der geistigen Entwicklung haben. Diesen Kindern und Jugendlichen fällt es extrem schwer, am Onlineunterricht teilzunehmen. Ich habe Schülerinnen und Schüler, die zu 5. in einer 3-Zimmerwohnung wohnen und sich ein Endgerät teilen. Wie sollen diese Kinder und Jugendlichen konzentriert am Onlineunterricht teilnehmen, wenn um sie herum die Geschwister toben? Wie sollen diese Kinder am Onlineunterricht teilnehmen, wenn die Geschwister vielleicht auch zu dieser Zeit per Videochat beschult werden sollen? Ich bringe diesen Kinder Material persönlich vorbei oder schicke es er per Post. (Du darfst raten, wer das Porto dafür bezahlt. Ich gebe dir einen Tipp: Mein Arbeitgeber ist es nicht.)
      Ich unterrichte Schülerinnen und Schüler, die im „normalen“ Schulalltag keine Ruhe und Struktur finden, die keine 20 Minuten sitzen können, ohne „herumzuzappeln“. Denkst du, sie schaffen es, konzentriert am Onlineunterricht teilzunehmen? Von den Familien, die keinen Internetzugang haben, hast du ja schon gehört. Wie sollen diese an einer Videokonferenz teilnehmen, wenn das monatliche Datenvolumen 5GB beträgt? Und ja, davon gibt es mehr Familien als du denkst.

      Abgesehen davon, unterrichte ich Kinder und Jugendliche, die teilweise auch in Notunterkünften leben. Es sind Eltern dabei, die in der Mitte des Monats schon nicht mehr wissen, wie sie die Lebensmittel bis Monatsende bezahlen sollen. Diese Familien haben existenzielle Ängste, da steht Schule nicht an erster Stelle.

      Ich finde dein Lehrkräfte-Bashing hier so dermaßen unangebracht. Du kannst überhaupt nicht wissen und einschätzen, was Lehrkräfte alles an Ideen, Zeit und Geld investieren, um Unterricht möglich zu machen. Und es ist schön, dass du dich mit der DSGVO auskennst, uns Lehrkräften ist es verboten (!) bestimmte Medien zu nutzen, um mit den Schülerinnen und Schülern zu kommunizieren. Einige von uns haben nicht mal eine Dienstemail-Adresse und wickeln jegliche Kommunikation über ihre privaten E-Mail Adresse ab, das im übrigen auch verboten ist. Wir Lehrkräfte begeben uns derzeit in so viele Grauzonen.

      Das kannst du nun gerne in dein Buch der 1001 Ausreden von Lehrkräften aufnehmen. Du kannst aber auch gerne mal versuchen, dich in andere Menschen hineinzuversetzen und mal aus deiner Bubble herauszukommen.

      1. Ich habe die „Privilegien“, die etwa der Durchschnitt der Menschen in diesem Land hat. Man nennt das Mittelschicht. Auf diesen (glücklicherweise doch noch recht großen) Teil der Gesellschaft bezogen sich meine Beiträge.
        Dass es für sozial Schwache, Menschen mit besonderem Förderbedarf u.s.w. spezielle, individuelle und unbürokratische Hilfen braucht, habe ich meinen Beiträgen immer wieder betont. Das hast Du wohl leider überlesen. Leute, die kaum Deutsch können, dürften auch nicht die Hauptzielgruppe dieses Blogs hier bilden.

        Finde es übrigens lustig, wenn eine unkündbare Beamtin mit ziemlich hoher Besoldung anderen Menschen ihre „Privilegien“ vorwirft.
        Wenn Du Lehrerin auf einer Brennpunktschule bist, bzw. Du in Notunterkünften oder auf auf einer Integrationsschule für Menschen mit Behinderung unterrichtest, brauchst Du Dich von meinen Beiträgen ausdrücklich nicht angesprochen zu fühlen. Aber dann eignet sich Dein sehr spezielles Beispiel eben auch nicht zur allgemeinen Verteidigung eines hochbezahlten und verbeamteten Berufsstandes, der sich im Empfinden einer breiten Öffentlichkeit in dieser Krise nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

        Was mir auffällt ist, dass manche Lehrer eben Dinge möglich machen und andere sich auf „Datenschutz“, „Überforderung“, „Gleichbehandlung“ oder meinetwegen „Juckreiz am großen Fußzeh“ zurückziehen, um zu begründen, was alles nicht geht. Und leider scheint mir der Anteil derer, die sich auf ein bequemes „das geht nicht“ zurückziehen deutlich größer zu sein, als der Anteil derer, die einfach anpacken.

        Man stelle sich mal vor, das Krankenhauspersonal würde ebenso sturen „Dienst nach Vorschrift“ leisten wie weite Teile der Lehrerschaft. Dann hätten wir wahrscheinlich schon mehr Coronatote als Italien und Spanien zusammengenommen.

        Dabei lassen sich viele datenschutzrechtliche Probleme dadurch lösen, dass man von den betroffenen Eltern einfach eine entsprechende schriftliche Zustimmungserklärung einholt. Die meisten Eltern werden wohl eine derartige Erklärung mit Freuden unterschreiben, wenn ihre Kinder dafür anständigen und modernen digitalen Unterricht erhalten. Dann müsste man nur für die paar übrigbleibenden Hardcore-Verweigerer Sonderlösungen finden. Diese sollten sich dann m.E. aber auch nicht beschweren, wenn es bei ihnen nicht optimal läuft.

        Lehrer sehen sich selbst als hochqualifiziert und professionell an? Dann sollen sie es bitte beweisen und professionelle und hochqualifizierte Lösungen anbieten. Die richtig guten Lehrer bekommen das nämlich auch hin, sind halt nur leider in der Minderheit und vor allem sind es wohl auch nicht die guten Lehrer, die hier in Beiträgen herumjammern.

        In einem heute auf diesem Blog veröffentlichten Interview mit einer Lehrerin schämt sich Selbige nicht, davon zu lamentieren, sie müsse ja nun sooo viel „koordinieren“, sich „digital fortbilden“ und „mit Kollegen diskutieren wie es nun weitergeht“, dass sie gar keine Zeit mehr für ihre eigentliche Aufgabe habe.
        Außerdem würde es den Kindern ja sowieso reichen, wenn man ihnen einen Wochenplan zuschickt, den sie dann bearbeiten können. Alles andere würde die Kids doch eh „nur überfordern“. Da scheint die Dame wohl ihre eigene Bequemlichkeit dermaßen für ihr gottgegebenes Naturrecht zu halten, dass sie es nicht einmal mehr gemerkt hat, wie weit sie mit solchen Aussagen die Hose herunterlässt.
        So etwas kann man sich doch einfach nicht mehr ausdenken…

        1. Da ich keine unkündbare Beamtin mit ziemlich hoher Besoldung bin, fühle ich mich von deinen Beiträgen überhaupt nicht angesprochen. Daran merkt man wieder einmal, dass du von der aktuellen Bildungslandschaft keine Ahnung hast. (Dass ich nicht verbeamtet bin, liegt nicht an mir, sondern an dem Bundesland, in dem ich arbeite. Und mir ist es auch herzlich egal, ich habe diesen Beruf nicht aufgrund der Besoldung gewählt.) Aber spricht da vielleicht der Neid aus dir? Auf die unkündbaren Beamtinnen und Beamten?

          Mein spezielles Beispiel ist kein spezielles Beispiel. Es betrifft viele Elternhäuser, viele Kinder. Aber das möchtest du einfach nicht wahrhaben. Wie gesagt, bleib in deiner heilen Welt, in der die Lehrkräfte die Buhmänner sind, die einfach zu faul sind, um vernünftig arbeiten zu wollen. (Ich beschule seit einigen Tagen sowohl Schülerinnen und Schüler in der Schule, als auch per Online-Unterricht. Davon spricht übrigens auch niemand.)

  15. Ich bin Lehrerin und habe selbst 3 Schulkinder zuhause ( einmal Grundschule, zweimal Gymnasium), kenne also beide Seiten, bzw stecke in beiden Rollen. Ich finde, wir sollten uns bewusst machen, das dies eine außergewöhnliche Situation ist, die einfach scheisse ist, sorry für die Wortwahl. Aber es ist einfach schrecklich, auf einmal zuhause sitzen zu müssen,,die einzige Bezugsperson die Kinder zu sein, wo früher Erzieher und Lehrer waren, keine Hobbies, Sport, Freunde mehr zu haben. Da kann man auch mal motzen und unzufrieden sein. Aber warum muss es da jetzt Schuldige geben, die alles falsch machen? Man könnte ja auch die Angebote als das nehmen, was sie sind. Eben Angebote, um diese Zeit zu überbrücken. Die helfen, Normalität aufrecht zu erhalten, sinnvolle Beschäftigung bieten. Und wenn es zu viel ist, nicht machbar ist, dann kommuniziert man eben mal mit den Lehrern, die haben doch Verständnis! Benotet werden darf jetzt sowieso nichts. Also nicht verrückt machen!

    1. @ Franzo Ernsthaft? Ich glaube da geht jedes Bundesland und wahrscheinlich jede Schule anders vor. Mein Neffe mußte in den Osterferien „Tests“ in allen Fächern schreiben um zu dokumentieren das er die zuvor gestellten Aufgaben bearbeitet hat… Soviel zum Verständnis der Situation. Da kann man Glück haben oder eben nicht!

    2. Danke, Franzi! Das ist hier der erste und einzige vernünftige Kommentar!
      Ich bin Grundschullehrern und in ständigem Austausch mit „meinen“ Eltern und gebe „anderen“ Eltern als einzigen Tipp:
      Gesunden Menschenverstand einschalten und mit den Lehrern kommunizieren!

      1. Wir sind angewiesen, die Arbeit als Hausaufgaben zu betrachten, und diese dürfen ausdrücklich nicht benotet werden. Wie die Lehrer später damit umgehen, steht natürlich auf einem anderen Blatt, das wird jeder Lehrer individuell handhaben. Aber auch da hilft Gemotze nicht weiter, sondern konstruktiver Dialog. Ich denke, man kann davon ausgehen, dass 95% der Lehrer aucg6nur das Beste für die Schüler wollen.

        1. @Franzi Worüber soll denn da ein Dialog geführt werden? Oder sonstwwie kommunizieren? Ob benotet oder nicht ist doch völlig unwichtig… wenn ein Lernfortschritt aus Aufgaben seitens des Schülers dokumentiert werden soll mittels eines Test/ Hausaufgabenüberprüfung die doch eigentlich nur als Angebot dienen sollten und nicht als „Unterricht-Ersatz“ !? Dann erschließt sich mir der Sinn dahinter nicht, zumal wenn die Lehrkraft im Anschluß mit dem Eindruck der erbrachten Leistungen (wenn auch unbenotet) machen kann was sie will. Tut mir leid 🤷🏻‍♀️

          1. Svenja,
            Die Lehrer meiner Kinder lassen auch Tests schreiben. Diese müssen sie unbenotet lassen. ABER: es ist schlicht vom Korrekturaufwand besser, wenn man nur 30 Tests korrigiert als wenn man sich jede Hausaufgabe bestehend aus 10 Seiten 30 mal zusenden lässt. Das ist einfach Arbeitsökonomie und hat in erster Linie nichts mit Benotung oder Bestrafung oder Meinungsbildung zu tun. Aber als Lehrerin kann ich natürlich bestätigen, dass Kinder, die da zerupfte, zerknüllte Zettel einreichen in gewisser Weise ein Bild hinterlassen. Das lässt sich nicht vermeiden. Wir sind Menschen. Andererseits versuche ich gerade diese Kinder anzurufen, um nachzuhorchen, woran es liegen könnte. Anfangs habe ich gar nichts einreichen lassen, da kam von Eltern die Rückmeldung, dass sie sich dies aber sehr wünschen würden, weil die Kinder das Lernangebot nicht ernst nehmen würden. In den ersten drei Wochen habe ich nur Aufgaben zur Wiederholung gestellt. Jetzt gab es eine ganz klare Ansage vom Ministerium und wir müssen die Aufgaben einmal wöchentlich zusenden lassen und einmal wöchentlich die Lösungen ausgeben. Auch wenn diese bei uns im Buch stehen, muss ich nun eine Mail mit Lösungen schicken.

          2. Was genau wäre denn besser? Wochen- oder monatelang nichts zu tun? Dann würde wahrscheinlich über unausgelastete Kinder gemeckert, die nichts zu tun haben. Meckern ist immer leicht.
            Worüber kommunizieren? Wie die Kinder klar kommen, ob die Eltern zu viel unterstützen müssen oder ob es angemessen ist. Vielleicht-Gott bewahre- mal ein Lob?!

          3. Ich bin wahrscheinlich einfach zu doof und steige jetzt aus. Ich glaube ich werde absichtlich falsch verstanden oder ich verstehe den Unterschied zwischen Lernangebot und verpflichtender Lernaufgabe mit erwartetem Lernfortschritt nicht, kann ja sein… Wir haben bisher bei unserem Schulkind NICHTS von der Lehrerin gehört und auch keine Möglichkeit zur Kontakraufnahme gehabt bis letzte Woche und ich spreche von einer 1.Klasse! Das einzige was wir mitgeteilt bekommen ist wann, wo und wie wir die neuen Aufgaben abzuholen haben. Viel Interesse scheint da also nicht zu bestehen. Bisher habe ich als Rückmeldung bekommen das meine Tochter alles ohne Probleme und angemessen erledigt, offensichtlich wohnt hier jetzt jemand andered den ich mit meiner Tochter verwechsel… Ich bin nunmal die „Mama“ und nicht „Frau Lehrerin“ . Ich persönlich kann mich darauf einstellen die nächsten zwei Monate von Montag bis Freitag jeden Tag Diskussionen darüber zu führen warum sie die Aufgaben zu hause mit MIR erledigen MUSS! Sie ist nicht zi blöd sie sieht es schlichtweg mit gerade 7 Jahren einfach nicht ein! Das Aufgaben ausgegeben werden ist völlig ok, aber die Erwartungshaltung die daran geknüpft ist/wird steht meiner Meinung nach in keinem Verhältnis! Auch das Bildungssystem muß sich der Ausnahmesituation stellen, tut es meiner Meinung nach nicht, tut mir leid!

        2. Tina, aber das ist doch genau der Punkt… Sie haben die Anweisung erhalten zu überprüfen ob die ELTERN und KINDER den ausgegebenen Lernzielen hinterherkommen oder nicht … Wie die Eltern den Kindern das jetzt vermitteln deren Problem🤷🏻‍♀️ den täglichen Kampf, die ständige Motivation das Problem der Eltern. Oben hieß es doch noch es sei Angebot um die Zeit sinnvoll nutzen zu können… Ein Angebot beinhaltet auch eine gewisse Freiwilligkeit, wenn am Ende steht das die Aufgaben überprüft werden ist es kein Angebot mehr, sondern eine Aufgabe! Test beinhalten nunmal eine Überprüfung von etwas erlerntem, und meiner Meinung nach ist es dabei völlig egal ob benotet oder nicht! Der Schüler kann sich noch so abgemüht haben den Stoff durchzuarbeiten, in weiten Teilen ist er auf sich allein gestellt und kann eben nicht in die Interaktion mit dem Lehrer gehen wenn er etwas nicht versteht. Das sieht der Lehrer aber alles nicht, der sieht im Zweifelsfall das zernüllte Papier und denkt sich war ja klar bei Schüler XY. Dann muß man das Kind aber auch endlich mal beim Namen nennen und sagen das der Bildungsauftrag ans Elternhaus überhegangen ist. Punkt. Manche Kinder haben dann Glück und werden unterstützt, manche Eltern geben ihr bestes kommen aber schnell an ihre Grenzen und dem Rest ist es eben egal! So viel zum Thema Chancengleichheit. Die leid tragenden sind so oder so die Schüler! Im übrigen lag im meinem aller ersten Kommentar auch wenn es nicht so rüber kam die Betonung darauf das die Überprüfung in den FERIEN statt fand, also eigentlich unterrichtsfreier Zeit ! Auch wenn die Kinder gerade die Schule als Gebäude nicht aufsuchen steht ihnen Zeit zu um sich zu erholen!

          1. Das mit den Ferien habe ich tatsächlich überlesen. Das ist sicher nicht ok und kann entsprechend angefochten werden. Das bringt natürlich nur etwas, wenn die Note 5 oder 6 ist – also nicht teilgenommen.

            Ich denke, die meisten Kinder (ab Klasse 5 definitiv, einige auch ab Klasse 4) können mit ihren Lehrern in Kontakt treten und selbst Fragen stellen. Meine Kinder schreiben einfach Mails an ihre Lehrer. Das haben wir ihnen anfangs mal gezeigt und nun ist das ein Selbstläufer. Ich lasse meine eigenen Kinder völlig selbstständig arbeiten. Das geht. Ja, sie machen Fehler, aber bislang haben die Lehrer immer freundlich geantwortet. Ich frage täglich nach, ob sie fleißig gearbeitet haben oder wie sie sich einschätzen von der Zeit her und freitags überprüfe ich, ob alles abgegeben wurde. Mehr Zeit investiere ich nicht in die Schulaufgaben anderer Lehrer. Natürlich war mal eine unliebsame Aufgabe spät dran und prompt kam die Nachricht des Lehrers, dass die Aufgabe noch fehle. Wie in der Schule. Auch das ist nicht mein Schuh. Wenn mein Kind Aufgaben spät abgibt, ist das nicht meine Aufgabe Ausreden zu erfinden oder die Aufgabe spätabends noch nachzureichen. Das kann mein Kind (Kl. 5) selbst und es gehört zum Lernen.
            Viele meiner Schüler haben Konzentrationsschwierigkeiten, sind oft müde, können sich nicht organisieren, das merken die Eltern jetzt und melden genau das zurück. Da finden wir individuell Lösungen, ich reduziere die Aufgaben oder oder. aber auch ich stehe normalerweise vor der Herausforderung diese Kinder zum Arbeiten zu bewegen und den Lernstoff durchzuboxen, während ich noch 29 weitere Schüler betreue. Das ist genau unser Alltag. Eltern haben doch einige Vorteile gegenüber ihren Kindern und die Kinder haben jetzt deutlich mehr Ruhe und können in ihrem Tempo arbeiten. Es ist nicht nur negativ.

          2. @Tina
            Ich habe es oben schon geschrieben, das Interesse besteht seitens der Klassenlehrerin meiner Tochter scheinbar nicht… In der 1.Klasse überfordert mich der Lerninhalt nicht, aber die ewigen Diskussionen warum die Aufgaben zuhause erledigt werden sollen/müssen zermürben! Ich sitze nicht daneben um die Aufgaben zusammen mit meiner Tochter durchzugehen, sondern damit überhaupt etwas gemacht wird! Seit dieser Woche auch um neue Lerninhalte zu erklären.

            Bisher bekam ich seitens der Lehrerin einfach eine andere Rückmeldung bezüglich der „Leistungsbereitschaft “ meiner Tochter als es sich z. Z. am „Küchentisch“ darstellt! Ich sehe nur, das meine Tochter zuhause wesentlich langsamer bis gar nicht gewillt ist sich auf den Lerninhalt einzulassen! Eben weil ihr das geregelte Lernumfeld dazu fehlt. Nur um das noch klar zu stellen, meine Tochter hat in „normalen Zeiten“ keine Probleme zuhause ihr Hausaufgaben zu erledigen! Und das auch völlig selbstständig!

        3. Ich habe es so satt. Immer sind die Lehrer an allem Schuld. Egal ob vor oder nach Corona. Zuvor hat man zu wenig gemacht, ist der Individualität nicht nachgekommen, jetzt macht man zuviel und es ist ja so schwierig mit den Kindern zu Hause. So als Info, eure Kinder sind in der Schule nicht anderst als zu Hause. Ich gebe mir wirklich grosse Mühe, habe selbst auch Kinder welche zu Hause im Homeschooling sind. Habe jeden Tag mit jedem meiner Schüler Kontakt erkläre mit Videos und Livecalls den Schülern die Inhalte. Korrigiere teilweise bis 2 Uhr in der Nacht jede Aufgabe aller meiner Schüler. Schreibe individuelle Erklärungen u.s.w. Gleichzeitig beschule ich auch meine eigenen Kinder und habe Kleinkinder, die nicht immer verstehen warum die Mama mit komischen Kopfhörern dasitzt. Und wenn ihr das Gefühl habt es kommt von oben etwas wie Richtlinien: Nein! Und ja die Welt ist nicht gerecht. Es gibt Kinder die bekommrn zu Hause keine Hilfe, aber zur Info das haben sie vorher auch nicht. Und ja wenn man 5 Kinder hat kann man nicht der Welt die Schuld dafür geben. Zur Info habe selbst 4 Kinder, und es geht, wenn man will. Ich weiss wenn ich 4 Kinder habe kann ich nicht noch tausend andere Dinge tun. Wenn ich dies gewollt hätte, hätte ich nicht 4 Kinder gehabt. Man kann nicht alles haben. Aber heute will man ALLES! Verzichten, nein das will man nicht und wenn es nicht läuft sind immer andere Schuld.

      2. @Kristina Ihr Einsatz für ihr „Eltern“ ist sehr schön, aber das ist eben leider nicht immer so! Wir haben hier eine Tochter 1. Klasse wo außer der Abholtermin kein Kontakt zur Klassenlehrerin bestand. Einen Tag vor den Osterferien gab es das Angebot das man sich bei Problemen melden kann. Nach fast 14Tagen finde ich das reichlich spät wenn wirklich Probleme bestehen, vorher gab es keine Kontaktangebote. Ob es besser wird mit der neu eingeführten APP mag ich bezweifeln. Jetzt liegt das neue Unterrichtsmaterial parat, gleich mit dem Hinweis das es sich nicht vermeiden lässt das jetzt auch neues erlernt werden soll/muss. Zur Selbstkontrolle ob man als Elternteil auch alles mit ihrem Kind abgearbeitet haben darf man das auch gleich abzeichnen! Ich verstehe das nicht nur als Angebot die Zeit sinnvoll zu überbrücken, wie im Ausgangskommentar geschrieben, sondern als Aufforderung dies zu erledigen. Und sind wir mal ehrlich keiner hat auch nur die geringste Ahnung wie lange das noch so geht. Ich gehe nicht davon aus das meine Tochter in diesem Schuljahr die Schule auch nur noch einen Tag von innen sehen wird. Es bleibt mir also nichts anderes übrig als jeden Tag aufs neue um jedes Arbeitblatt zu feilschen damit sie den Anschluß nicht verliert und bei Wiederholungen wann auch immer das sein soll zumindests schonmal was davon gehört hat. Oh wunder hat meine Tochter nämlich kaum Motivation sich zuhause hinzusetzen während die kleinen Geschwister spielen oder sonst was machen, selbst wenn die „Kleinen“ auch „Aufgaben“ machen. Es ist jeden Tag ein Drahtseilakt wieviel kann ich verlangen ohne den Familienfrieden in dem so ganz anderen Alltag zu gefährden! Also was soll ich den Lehrern da kommunizieren? Meine Tochter hat keine Lust die Aufgaben zu erledigen weil ihr das geregelte Lernumfeld dafür fehlt und deswegen hat sie nichts davon erledigt… Ich gehe nicht davon aus das ich dazu eine positive Rückmeldung erhalte.

  16. Ein wunderbarer, ehrlicher Artikel, den ich unbedingt mal kommentieren möchte! Warum? Weil er endlich mal aufzeigt, dass es zwar EIN grosses Problem gibt – es aber „individuelle Lösungen“ geben muss! Seit Tagen diskutiere ich in einem Väter-Forum – irgendwie sind wir alle Egoisten geworden, die nur auf Ihr persönliches/eigenes Zeil aus sind. Sommerferien streichen? Ein Grossteil der Väter war dafür, da diese bereits einen Grossteil Ihrer Urlaubstage verbraucht haben. Andere Fürsprecher haben noch nicht mal schulpflichtige Kinder… Wie gesagt: Es freut mich, dass Sie in diesem Artikel ALLE betroffenen Gruppen sehen.

    Aber – seien wir mal ehrlich: Ich selbst habe z.B. 3 Kinder (1. Klasse, 3. Klasse, 8. Klasse) an einer Waldorfschule. Und ja: Auch hier findet Schule statt! (Nur um die blöden Sprüche gleich vorweg zu nehmen!)

    Wir werden mit Schulaufgaben ohne Ende versorgt – sogar Sport ist vorgesehen.

    Darum geht es mir aber nicht! Bitte, liebe Eltern – rechnet aus, wieviel in diesem Schuljahr WIRKLICH und REALISTISCH noch gelaufen wäre! Abschlussfahrten, Exerzitien, Medientage, Projektwochen, Ferien wegen Feiertagen, etc. Ganz realistisch!

    Betrachte ich dies bei meiner ältesten Tochter, reden wir von ca. 16 Tagen an denen real Unterricht gelaufen wäre…
    So what?!?
    Schenkt Euch dieses Schuljahr einfach! Und im kommenden oder im Lehrbetrieb oder an der Uni (oder wo auch immer) wird der „verpasste“ Stoff halt nachgeholt!
    Im Übrigen ERWARTE ich von einem Abschlussschüler, dass er Stoff selber erarbeiten kann… Thema Selbständigkeit. Die Kinder werden nicht dümmer in die Welt hinausgehen!

    Beispiel der IHK Kassel:
    Der Sohn eines Freundes wäre jetzt zur Zwischenprüfung gegangen. Verpflichtend ist diese PRüfung nur für diejenigen, die die Ausbildung verkürzen wollen. Ansonsten freiwillig. Die IHK hat ALLE Azubi´s angeschrieben: …“Sie haben bereits gute Leistungen gezeigt – daher gehen wir davon aus, dass Sie auch OHNE Zwischenprüfung verkürzen können“… Also: Prüfung geschenkt. Weil man den Azubi´s vertraut! (Auch so ein Thema…)

    Noch mal ganz kurz eine Rückmeldung auf die Aussagen von Rebecca:
    Ich habe grundsätzlich ein hohe Meinung von Lehrern. Aber die Aussage: … ich muss jetzt Adobe, etc. lernen…, ist schon ein wenig einfach. Denn ICH, als Elternteil muss mich ja jetzt plötzlich auch mit Themen beschäftigen, die ich vorher nicht konnte! Stichwort Kunst – oder ein Musikinstrument – oder, oder, oder…

    Und nebenbei – als erfahrener ITler kann ich nur sagen:

    Videokonferenzen mit 30+ Teilnehmern sind zumindest in meinem Beruf keine Seltenheit. Und das sogar noch in mehreren Sprachen! Man benötigt halt nur einen sogenannten „Moderator“ – also quasi Lehrer…

    Auch die Aussage „die Schüler“ haben keine Zeit ist aus meiner Sicht ziemlich einfach. Ich würde meine Kinder vor das Telefon/den PC kleben, wenn auch nur einmal die Aussage kommen würde, Sie hätten keine Zeit.

    Also: Alles nicht einfach – aber bitte links und rechts schauen!

    Danke für Gehör

    MO

    1. Ich kann das immer kaum glauben, wenn ich irgendwo höre, ein Lehrer wäre in der gesamten Schulschließung nicht erreichbar gewesen. Lehrer haben eine Dienstpflicht und alle haben Anweisungen bekommen, wie sie während der Krise agieren sollen. Natürlich weiß ich nicht genau, wie es in den einzelnen Bundesländern jeweils genau ablief, aber als Elternteil würde ich doch dann ganz schnell bei der Schulleitung nachfragen, wie der Lehrer erreichbar ist? Das kann es wirklich nicht sein.

      Jetzt noch die umgekehrte Seite: Wir standen den Eltern auf verschiedenen Kanälen zur Verfügung und sie hätten uns jederzeit erreichen können. Ich habe auch Telefontermine angeboten. In der ganzen Zeit habe ich kaum mal was von den Eltern gehört. Auch haben es viele nicht geschafft, die Texte oder Hausaufgaben ihrer Sprösslinge abzufotografieren und mir zu schicken (was 10 Sekunden dauert; ich habe das für meine Kinder auch gemacht), aber dann liest man überall, die Lehrer machen Coronaferien oder geben den Schülern kein Feedback? Manchmal frage ich mich, ob das bewusst so gemacht wird, um seinen Frust über die Krise loszuwerden. Fehlt nur noch, dass einer behauptet, die Lehrer hätten das Virus gezüchtet, um zusätzliche Ferien zu haben!!! 🙁

  17. Es läuft nicht gut mit dem Homeschooling. Auf der Webseite unserer Grundschule gibt es neben den Schulaufgaben noch viele schöne Ideen zur Beschäftigung (Fotoprojekte, Insektenhotels oder Feenschlösser bauen, Kräutergarten anlegen usw.). Hierfür brauchen die Kinder allerdings die elterliche Unterstützung und ich bezweifle sowieso, dass alle Eltern regelmäßig die Schulhomepage durchklicken. Viele Kinder bekommen von den Angeboten also gar nichts mit. Von Seiten der Schule ging auch nie eine E-Mail an die Eltern raus, dabei liegen die E-Mailadressen vor. Unsere Lehrerin kommuniziert immerhin über unsere Eltern-WhatsApp-Gruppe, aber auch da sind nur die Hälfte der Eltern überhaupt drin.

  18. In einigen Punkten gebe ich dem Artikel recht, aber Online-Unterricht kann auch nicht überall die Lösung sein. Nicht jeder hat das passende Gerät dafür (und nein, Grundschulkinder haben längst nicht alle ein Smartphone, Tablet oder ähnliches) und in ländlichen Gebieten ist in Deutschland leider nicht überall eine Internetverbindung, die es zu lässt, dass mehrere Menschen gleichzeitig vernünftig im Internet arbeiten. So einfach lässt sich das nicht alles umsetzen. Zu dem kenne ich einige Lehrer, die ihre Tage gerade damit verbringen, Videos für ihre Klassen aufnehmen und über verschiedene Kanäle mit ihren SchülerInnen kommunizieren.

    1. Liebe Mamas und Papas, ich habe auch drei schulpflichtige Kinder ( 2.,8. und 9. Klasse) uns arbeite nur noch Spätschichten in einem großen Discounter um vormittags dem Homeschooling einigermaßen gerecht zu werden. Das Resultat ist: ich kann wieder das Volumen eines Kreises berechnen, weiß wie das Passé compossé im Französischen gebildet wird, aber auch das Haushalt und Garten völlig zu kurz kommen, ich auf der Arbeit unkonzentriert bin und vor den Osterferien kurz vor einem Zusammenbruch stand, so dass meine Ärztin mich jetzt erst Mal arbeitsunfähig geschrieben hat.
      So kann es definitiv nicht weiter gehen und auch wenn es von der Regierung nicht gewollt ist, werden meine Freundin und ich uns die Kinder nun tageweise hin und her schieben. Mit Hände waschen und Mundschutz natürlich, aber so haben wir uns ein bisschen Freiraum geschaffen um wieder zu ausgeglichenen Mamis in mehr oder weniger auf geräumten Wohnungen zu sein.
      Vielleicht ist das ein Weg der für den einen oder anderen die Situation etwas erleichtert.
      Nein ich bin auch kein Lehrer und kann das alles bei weitem nicht so gut. Auch ich würde mich über onlineunterricht sehr freuen aber bis dahin brauchen wir Kraft und gute Ideen.

      Starke Nerven
      Melanie

  19. Ich finde dieses Lehrerbashing unmöglich. Wie schon zuvor gesagt gibt es viele Lehrer, die sich außerordentlich engagieren!! Dennoch ist der Tonfall nicht nur hier,sondern auch in den Medien im Allgemeinen, oft negativ. Die Lehrer, die faulen Säcke. Kein Wunder, dass wir in diesem Beruf eine so hohe Anzahl an Krebs- und Burnout -Erkrankungen haben. Man reißt sich den Hintern auf und wird dafür von vorne bis hinten kritisiert. Gesellschaftliche Anerkennung gleich null. Gibt es einen Faulpelz, sind es natürlich alle anderen auch. Diese Verurteilung kann ich in keiner anderen Berufsgruppe so massiv erkennen. Ich bin selbst Lehrerin und versuche, den Schülern so gut es geht beizustehen. Das übrigens mit zwei Kita – Kindern zu Hause . Das sieht natürlich keiner. Als Lehrer ist man Lehrer und keine Privatperson und sowieso für alles Misslingen verantwortlich.

    1. Ich halte nicht die Lehrer für verantwortlich (und ich glaube die Autorin des Artikels tut das auch nicht), sie sind letztlich auch nur die ausführenden Personen des Bildungssystems. Viele geben mit Sicherheit ihr Bestes, aber dir Erwartungshaltung die an die Eltern/ Schüler herangetragen wird die Aufgaben zu bearbeiten ist auch nicht in Ordnung! Die Autorin des Artikels hat doch recht, die Kinder müssen so viel leisten und haben NULL Normalität. Viele Erwachsene gehen zumindest zeitweise ihren beruflichen Tätigkeiten nach und können so ein kleines Stück „Alltag“ leben. Die Kinder sind von jetzt auf gleich zuhause „eingesperrt“ und als Normalität soll ich sie am Küchentisch Schulaufgaben machen lassen? Entweder haben wir ein Krise oder nicht! Entweder müssen wir alle Opfer bringen oder nicht! Warum gilt das dann nicht auch für die Bildung der Kinder? Warum dürfen die in dieser Ausnahmesituation nicht einfach nur Kind sein? Jetzt die oberen Jahrgangsstufen mal ausgenommen die selbstständig arbeiten mittlerweile beherrschen sollten… Das Halbjahr und wahrscheinlich auxh das nächste Schuljahr sind doch eh verloren!

  20. Im Übrigen ärgere ich mich doch massiv über manche der Ausreden, die uns Rebecca hier zu präsentieren versucht:

    – „Und natürlich haben gar nicht alle meine Schüler (wie sie ja richtig gesagt haben) einen Laptop. Es bleibt also trotzdem das Problem der Ungleichbehandlung, das wir Lehrer in der aktuellen Situation nicht lösen können, egal was wir tun.“

    Adobe Connect funtkioniert auch über Mobilgeräte und fast alle Schülerinnen und Schüler haben heute zumindest ein Smartphone.
    Tatsächlich sollte eine Gesellschaft natürlich für die wenigen Schüler, die über keinerlei Digitalgeräte verfügen solidarische Lösungen finden. Aber wie hoch ist deren Anteil tatsächlich?

    – „Auch ich (und das gilt auch für die Kollegen mit denen ich in Kontakt stehe) würde lieber wieder richtig unterrichten, aber ein online Kurs mit 32 Kindern ist, sagen wir mal vorsichtig, unübersichtlich bzw. in sinnvoller Weise undurchführbar.“

    Dann teilt man in 2 mal 16 Schüler auf. Dies ist eine kleinere Gruppengröße, als bei den Vorlesungen an der Uni Kassel. Außerdem wären potentielle Unterrichtsstörer durch dieses System viel leichter identifizierbar als im normalen Unterricht, da immer wenn man etwas sagt, das Mikrofonsymbol neben der Person angezeigt wird. Und ich glaube, als Sitzungsleiter konnte man sogar Teilnehmer muten. Theoretisch könnte man so auch mit 50 Schülern einen disziplinierten Unterricht durchziehen.

    – „Leider scheiterte es dann an der Terminplanung, da die Kinder (verständlicherweise) auch nicht immer dann konnten wenn ich „ihre“ Stunde angesetzt hatte.“

    Was haben die Schüler denn jetzt in der Coronakrise für unaufschiebbare Termine?! Das ist doch wirklich faule Ausrede pur. Die Schüler HABEN gefälligst Zeit zu haben!
    Schließlich haben wir in Deutschland ja immer noch eine Schulpflicht. Dann kann man also wohl die Stunden zu den Zeiten stattfinden lassen, in denen normalerweise Unterricht wäre. Mit Präsenzpflicht und ggf. Eintrag und Sanktionen für unentschuldigtes Fehlen. Im regulären Schulbetrieb kann sich doch auch kein Schüler hinstellen und sagen: „Neee also Mittwoch habe ich Vormittags leider überhaupt keine Zeit für Schule.“ Dann käme nämlich irgendwann die Polizei und würde die Schulpflicht durchsetzen.

    1. Haha… mit 50 SchülerInnen disziplinierten Unterricht u diese alle muten😀das ist eine Vorlesung, aber kein Unterricht!
      Tut mir leid, Unterricht lebt von der Interaktion u (Nach)Fragen u kindlicher Lebendigkeit.
      Dann können sie sich ein Lehrvideo anschauen, das ist eben der Unterschied, wie ich Medien zum Unterrichten richtig einsetze…
      Ich will keinen Unterricht ‚durchziehen‘, sondern sinnvoll gestalten. Und ja, ich lerne seit Mitte März dank oder wegen Corona, dass es funktionieren kann u wird, aber über Nacht gehts nicht. Weit entfernt von tollem OnlineUnterricht, lg
      P. S. ich würde mir kein solches Urteil über Menschen anderer Berufe im HO anmaßen, was sie leisten oder nicht.. warum das ein solches Bedürfnis stets ist??

      1. „Was haben die Schüler denn jetzt in der Coronakrise für unaufschiebbare Termine?! Das ist doch wirklich faule Ausrede pur. Die Schüler HABEN gefälligst Zeit zu haben!“

        Flo, sag das doch mal den Schülern oder Eltern! Ich habe von einer meiner Klassen zu hören bekommen, 9:00 sei zu früh für eine Videokonferenz! Aber auch um 10:00 nahm an der 3. Konferenz keiner mehr teil! Wir DÜRFEN sie schlicht und einfach nicht dazu verpflichten!

        Das ist keine Ausrede.

        Darüber hinaus dürfen wir auch nicht auf eigene Faust irgendetwas aussuchen (Lernplattform, was auch immer), sondern nur das, was von der Schulleitung vorgegeben wird. Punkt.

        All die Beschwerden, die Lehrer sich gerade anhören dürfen, gehören an die Schulleitungen bzw. Kultusministerien gerichtet, niemand sonst!
        Die Lehrer sind nur die „Exekutive“. Wir müssen uns an alle Vorgaben halten.

    2. Zu ihren Anmerkungen: Nicht alle Kinder haben Smartphones mit Internetkontingent – Smartphones haben bei meinen Schülern tatsächlich fast alle, außer drei, Internetkontingent haben in den unteren Klassenstufen nicht einmal die Hälfte.
      Nicht alle Familien haben zu Hause ausreichend Bandbreite für alle Kinder. Es gibt Familien mit mehr als zwei Kindern, da reicht die Bandbreite oft schon nicht aus – ich habe Schüler mit 12 Geschwistern, selbst wenn davon nur 7 schulpflichtig sind, frage ich mich, wie diese sinnvoll vor einem Gerät sitzen und Aufgaben anhören sollen. Und gibt es in der Familie tatsächlich ausreichend Platz, damit man nicht zwei Lehrer gleichzeitig hört während die jüngeren Geschwister die Küche unter Wasser setzen?
      Ich persönlich habe „nur“ zwei Kinder. Wenn die Lehrer gleichzeitig Unterricht per Videokonferenz machen wollen, während ich mit Eltern telefoniere und mein Mann womöglich gerade eine Fernwartung vornimmt, dann wird es auch bei uns schwierig.
      Wenn sie jede Klasse in zwei Gruppen teilen und jeder Gruppe eine einstündige Konferenz zugestehen, dann sind das bei meinen 5 Klassen 10 Stunden Videokonferenz, selbst wenn ich nur jeden zweiten Tag eine Konferenz halte sind es noch 5 Stunden täglich, die sich nicht überschneiden dürfen und deren Termine sich nicht mit den Konferenzen der Kollegen überschneiden dürfen und die sich in meinem Fall auch nicht mit den Konferenzen meiner eigenen Kinder überschneiden dürfen und möglichst nicht mit den Arbeitsterminen meines Mannes. Und dann soll laut Ihren Forderungen der reguläre Stundenplan (mit eigentlich 4 Stunden Mathe) beibehalten werden. Zusätzlich müssen die Schüler alle zu genau diesen Zeiten an den Rechner/ins Internet dürfen, auch wenn ihre Eltern gerade Ruhe für ihr Homeoffice brauchen oder obwohl die Geschwister gerade für ihre Videokonferenzen Bandbreite benötigen. Und das Fach muss einfach auch passen. Es bringt im Chemieunterricht nichts, den Lehrer zu sehen, der in seinem Arbeitszimmer auch nur den Lesetext durchgeht und auf das Youtube-Video verweist, weil er ja nun auch keinen Bunsenbrenner im Wohnzimmer hat oder wenn ich im Matheunterricht Aufgaben beaufsichtige. Dann verschieben sich die Hausaufgaben nur und die Kinder haben nur noch Schule und Schlafen. Und Mittagessen muss dann in allen Familien pünktlich während der Pausenzeiten gegessen werden. Bei zwei Kindern an unterschiedlichen Schulen wird also zu unterschiedlichen Zeiten gegessen.
      Da machen individuelle Rückfragen per Mail mehr Sinn. Zumal man in Videokonferenzen häufig die Situation hat, dass dann die übrigen 29 Kinder die Matheaufgaben desjenigen sehen, der sie der Lehrerin zeigen möchte, um zu hören, wo der Fehler liegt. Ich bin mir sicher, Mobbing per whatsapp ist auch in Coronazeiten noch möglich.
      Rein mit Videokonferenz lässt sich Unterricht aktuell nicht bestreiten. Es gibt kein Allheilmittel. Man kann uns Lehrern aber durchaus zutrauen, dass wir den Unterricht, so gut es aktuell möglich ist, für alle unsere Schützlinge sinnvoll planen und dass wir auch in der Lage sind, auf Rückfragen oder Bedenken der Eltern einzugehen.
      Ich als Lehrerin wünsche mir aber gerade von den gut-behüteten Kindern, dass diese sich nun darin üben, mich bei Problemen selbst zu kontaktieren statt ihre Eltern vorzuschicken. DANN kann ein echter Dialog über Unterrichtsthemen entstehen. Momentan unterhalte ich mich vorwiegend mit Eltern am Telefon oder per Mail, die mir immer wieder versichern, dass sie alles im Griff haben. Da kann ich dann nur sagen, dass ich die Lösungen verschicken werde und um Korrektur bitte. Wie soll ich darauf anders reagieren? Denken Eltern, die Kinder würden im normalen Unterricht alle als Superhirne glänzen und immer wissen, was zu tun ist? Ich weiß, dass die Kinder Rückfragen haben werden, aber wenn mich keiner fragt…
      Andersherum erreiche ich meine weniger gutsituierten Schüler selber, die mir aber nur sagen können, dass sie vielleicht nächste Woche auch Aufgaben ansehen können, so dass ich diesen nur am Telefon die wichtigsten Aufgaben durchgebe, damit sie wenigstens im Thema bleiben.

      1. @ Carmen:

        Die Möglichkeit Leute zu muten wirkt tatsächlich sehr disziplinierend auf Störenfriede (bzw. wenn es nicht wirkt, merkt es auch keiner, weil den Betreffenden ja keiner mehr hört).

        Übrigens: Auch wenn man auf das Muten verzichtet, sind Störer an dem Mikrofonsymbol neben ihrem Namen schnell identifizierbar und können entsprechend sanktioniert werden.

        Lebendiger Unterricht lässt sich auch online gestalten. Man kann auch dort Wortmeldungen abgeben, nachfragen, Gruppenarbeiten durchführen und eigene Ergebnisse mit anderen teilen.

        Wie lebendig das ist, hängt von der Qualität des Lehrers/ Dozenten ab.

        Da hatten wir im Studium auch sehr unterschiedliche Typen, von denen manche nur dröge Vorträge gehalten haben, während andere interaktive und lebendige Veranstaltungen aus ihren Vorlesungen gemacht haben.

        Wenn „lebendiger Unterricht“ am Ende als Ausrede dafür herhalten soll, nun in der Krise keinen Unterricht durchzuführen und ein Schuljahr als „gescheitert“ zu deklarieren, dann habe ich als Vater aber lieber einen weniger lebendigen Unterricht für meine Kinder als gar keinen.

        Schließlich müssen wir aktuell alle mit etwas weniger Lebendigkeit im öffentlichen Leben klarkommen.

        Aber Rebecca hätte wohl lieber ein „gescheitertes“ Schuljahr mit dem kleinen unbedeutenden Nebeneffekt, dass sie dann Urlaub bis Sommerferien hätte. Selbstredend unter voller Weiterbezahlung aller Beamtenbezüge.

        Und natürlich „maße ich mir an“, als Vater über die Arbeit von Lehrern zu urteilen. Ich maße mir auch an, über die Arbeit eines Bäckers zu urteilen, der mir die Brötchen bäckt. Wenn ich seine Brötchen schlecht finde, sehe ich es als mein gutes Recht dies auch zu sagen und zwar auch dann, wenn ich selbst keine besseren Brötchen backen könnte. Dass Du es als „Anmaßung“ empfindest, wenn ein Vater sich ein Urteil über die Arbeit von Lehrern erlaubt, lässt tief blicken. Dort wo es mich bzw. meine Kinder betrifft, darf ich urteilen und muss mich nicht mit durchschaubaren und plumpen Ausreden abspeisen lassen.

        Ich will nicht hören, was alles angeblich nicht geht. Ich will Lösungen sehen.

        @ Tina:

        Zu Deinem Beitrag möchte ich sagen, dass zumindest in meiner Schulzeit der Chemieunterricht weniger mit dem Bunsenbrenner, sondern mehr mit Formeln auf Papier und an der Tafel stattfand. Die Experimente waren höchstens gelegentliche Highlights vielleicht zwei Mal im Halbjahr (vorzugsweise letzte Chemiestunde vor den Ferien).

        Übrigens mussten wir auch im regulären Unterricht Aufgaben an der Tafel präsentieren und wurden gelegentlich von der Klasse ausgelacht, wenn wir es mal vergeigt hatten. Eigene Ergebnisse vor anderen präsentieren zu können, ist eine wichtige Qualifikation und ich würde ja wetten, dass auch heute noch Schüler ihre Ergebnisse vor anderen präsentieren müssen und dafür auch gelegentlich von Klassenkameraden ausgelacht werden. Das Argument, dass dann ja „andere die Aufgaben sehen könnten“ und es deshalb zu ganz fürchterlichem Mobbing käme, ist ebenso vorgeschoben und durchschaubar, wie das meiste Andere was hier von Lehrkräften präsentiert wird.

        Dass sich Termine von Unterrichtsstunden der Lehrkräfte und Konferenzen nicht überschneiden, muss man auch im normalen Schulbetrieb sicherstellen. Eine besondere Situation ist das nicht.

        Und Argumente von Eltern von wegen „da ist aber bei uns zu Hause Essenzeit“ würde ich schlicht nicht gelten lassen, genauso wenig, wie ich die Ausreden mancher Lehrer hier gelten lasse. Im normalen Schulbetrieb können die Eltern ihre Kids auch nicht Mittags zum Essen aus dem Unterricht rufen.
        Die Eltern haben den Fortgang des Schulbetriebes natürlich ebenso zu gewährleisten wie die Lehrer.

        Daher sehe ich Eltern auch in der Pflicht, ihren Kindern Onlineressourcen für einen geregelten digitalen Schulbetrieb bereitzustellen. Im regulären Schulbetrieb müssen sie ja auch ggf. dafür Sorge tragen, dass ihre Kinder zum Unterricht erscheinen und dafür eventuell auch eigene Kosten tragen. Daher will ich auch von Elternseite keine lahmen Ausreden hören.

        Bei Leuten die unwillig sind, müsste halt das Jugendamt für Motivation sorgen und wer meint, in der Unterrichtszeit „nicht ins Internet zu dürfen“ oder „mit der Familie essen zu müssen“ kann auch die entsprechende Quittung über die Benotung bekommen und darf das Versäumte gerne im nächsten Schuljahr in Form einer „Ehrenrunde“ nachholen.

        Wirklich sozial Schwache brauchen natürlich schnelle und unbürokratische Unterstützung. Aber für alle anderen (Eltern und Lehrer) möchte ich es noch einmal betonen: NO EXCUSES!

        1. Sie sehen dahinter nur die Ausrede eines faulen Lehrers – aber wirklich faul ist doch die Forderung nach ‚weiter, wie bisher, aber am Computer‘.

          Zu Ihren Aussagen:
          Störenfriede muten oder sanktionieren – deshalb sind Sie ITler und nicht Lehrer.

          Lebendiger Unterricht muss nicht zwangsläufig über Videokonferenz abgehalten werden. z.T. verhindern Videokonferenzen eben genau diesen von Ihnen geforderten lebendigen Unterricht. Nur weil 31 Personen im Videochat miteinander sprechen können, ist es nicht lebendig.

          „zumindest in meiner Schulzeit der Chemieunterricht weniger mit dem Bunsenbrenner, sondern mehr mit Formeln auf Papier und an der Tafel stattfand“
          Gut. Das geht hervorragend mit Buch und Anleitung per Mail. Die Frage ist ja: Welches Medium ist geeignet? Formeln zu erarbeiten fällt den meisten Kindern sicherlich leichter mit einer detaillierten Anleitung – ggf. mit Youtube-Videos – die sie mehrfach wiederholen können, wo sie ihrem Tagesrhythmus entsprechend arbeiten können etc. Da sind doch Videokonferenzen oder Chaträume völlig fehl am Platz. Klar sind sie möglich, aber sind sie an jeder Stelle sinnvoll? Und das können Sie mir glauben: Diese Gedanken machen wir uns für jede einzelne Stunde und wenn die Mehrzahl meiner Stunden ohne Online-Plattform besser funktionieren, dann brauche ich von meinen Schülern nicht verlangen, sich irgendwo anzumelden, sondern ich verzichte auch in der einen Stunde darauf, in der es vielleicht sinnvoll gewesen wäre.

          „Übrigens mussten wir auch im regulären Unterricht Aufgaben an der Tafel präsentieren und wurden gelegentlich von der Klasse ausgelacht, wenn wir es mal vergeigt hatten.“
          Ja und weil das schon immer so war, sollten wir die Kinder jetzt mit ihrer Scham alleine lassen! Wir setzen noch einen drauf: Ausgelacht werden ohne das unterstützende Lächeln der Freunde sehen zu können. Zumal ich gar nicht vorbereitete Präsentationen meinte, sondern es gibt auch die ganz simplen Vertiefungsaufgaben, wo der Lehrer herumgeht oder sich die Aufgaben zwischendurch mal vorzeigen lässt. Gerade diese regelmäßige Rückmeldung ist wichtig, würde aber bei exponentieller Nutzung von Videokonferenzen komplett ausfallen (nicht nur wegen der Lacher der Mitschüler, sondern schon aus Zeitgründen. Es dauert einfach länger jeden Schüler einzeln aufzurufen, dass er bitte mal sein Blatt in die Kamera halten möge und dann genau zu erklären, wo etwas verbessert werden müsste, als es dauert in einem Klassenraum herumzugehen und kurz auf die zu verbessernde Stelle zu zeigen). Auf Präsentationen kann ich im Moment auch mal verzichten, aber auch die könnte man sich ja aufnehmen und zuschicken lassen, das ist deutlich entspannter als sie in einem Online-Klassenraum durchzuführen.

          „Dass sich Termine[…] nicht überschneiden, muss man auch im normalen Schulbetrieb sicherstellen. Eine besondere Situation ist das nicht.“ Doch, denn jetzt müssten sie neben den Lehrern, deren Kinder und die Geschwisterkinder der geschwisterreichen Schüler einrechnen. Und schon reichen 24 Stunden nicht aus. (Oder sie machen halt Videokonferenz-Stakkato daraus. Bei uns wären sechs Personen im Homeschooling und eine im Home-Office an einer 50 MBit Leitung. Schon bei zwei Videokonferenzen muss man auf den Chat bauen, weil Sprache abgehackt klingt, bei dreien klappt es selbst mit dem Chat nicht mehr problemlos, spätestens wenn noch ein Handy nebenbei Mails abruft, ist komplett Ende und wenn dann die Nachbarin frei hat und Netflix gucken will… gut das merkt sie immer recht schnell.)

          „Und Argumente von Eltern von wegen „da ist aber bei uns zu Hause Essenzeit“ würde ich schlicht nicht gelten lassen“ Sie haben mich nicht verstanden: Sie möchten eine Entlastung der Eltern erreichen, indem Sie die faulen Lehrer dazu bringen, ihren Unterricht wie bisher abzuhalten. Wenn sie aber Onlineunterricht, wie in der Schule anbieten, dann spielen die Eltern Mensapersonal für alle Schulen ihrer Kinder, d.h. bei drei Kindern an drei Schulen, bereiten sie zu drei unterschiedlichen Zeiten Essen vor, während sie versuchen die Technik am Laufen zu halten. Das wäre eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und wir könnten Wetten abschließen, wie lange es dauert bis alle Eltern mit Burnout am Boden liegen. Aber das kann mir egal sein. Ich als Lehrerin fordere – in ihrer Utopie- ja nur, dass es funktioniert. Wenn es nicht funktioniert, sind die Anderen schuld. Würde ich mir Gedanken über Alternativen machen, wäre ich nur eine weitere von diesen faulen Lehrern.

          „Daher sehe ich Eltern auch in der Pflicht, ihren Kindern Onlineressourcen für einen geregelten digitalen Schulbetrieb bereitzustellen.“
          Generell sehe ich das durchaus auch so. Aber warum bringen wir Lehrern unseren Schülern Äpfel zum Essen mit oder bezahlen das Busticket? Weil es immer wieder Eltern gibt, die eben das nicht schaffen. Nur, weil ein einzelner Vater sich mehr Computerzeit für seine Kinder wünscht, kann man nicht die restliche Klasse hintenüber fallen lassen. Wir kennen unsere Schüler.

          Jugendamt: die sind selbst personell unterbesetzt und insbesondere Schüler in Kinderheimen haben die größten Probleme mit digitalem Lernen. Da ist das Jugendamt schon involviert. Wen wollen Sie da vorbei schicken? Und was sollen die dann machen? Es gibt keine „Computer-Besitzpflicht“ in Deutschland, die sie durchsetzen könnten. Und was machen Sie mit Eltern, die selbst nicht schlau genug sind, einen Computer zu bedienen? Ich habe Eltern, die brauchen ein dreiviertel Jahr, um einen Zirkel zu kaufen und schreiben mir dann ins Hausheft, sie wüssten nicht, wo man einen bekommt. Soll da das Jugendamt jemanden stellen, der den Computer morgens einschaltet und abends wieder aus? (und nein, das sind keine Einzelfälle.)
          Benotung/Ehrenrunde: Lesen sie den Runderlass des Ministeriums. Beides ist nicht vorgesehen. Und nein, ich kann da nicht einfach machen, was ich will.

  21. Danke!
    Mir aus meiner Seele gesprochen!

    *Wenn ich Lehrerin hätte werden wollen, hätte ich auf Lehramt studiert. Hab ich aber nicht!
    Ich bin ITlerin!

  22. Wie Sie richtig bemerken, haben nicht alle Familien für jedes Kind ein eigenes Zimmer mit eigenem Laptop, an dem dann sechs bis acht Schulstunden am Tag abgerissen werden. Natürlich mit halber Stunde Mittagspause, in der dann das Essen bereitzustehen hat wie in der Mensa.
    Niemand verlangt, dass Eltern mit ihren Kindern die Schulaufgaben machen, auch Ihre Kinder werden ihre Lehrkräfte über Mail oder eine andere Plattform bei Fragen erreichen können. Probieren Sie das einfach mal aus, die Kinder selbstgesteuert lernen zu lassen!

    1. Sehr schöne Idee. Meine Tochter würde nichts tun. Warum? Weil selbstbestimmtes Lernen vielleicht bei einem sehr sehr kleinen Prozentsatz funktioniert. Mein Kind fällt da leider nicht mit rein.
      Was sie allerdings toll findet, dass sie nun meinen Laptop regelmäßig benutzen darf. Blöd nur, dass ich dann nicht nebenher mein HomeOffice stemmen kann.
      Man kann es drehen und wenden wie es will – Home Schooling ist keine Lösung auf lange Sicht.

  23. Hallo, ich finde die gesamte Situation auch recht schwierig für alle Beteiligten. Ich lasse meinen Drittklässler täglich eine Stunde alleine Aufgaben lösen, während der Papa im Homeoffice sitzt, meine Vorschülerin bekommt für die Zeit Mal- oder Bastelprojekte. Am frühen Nachmittag (wir haben Kurzarbeit mit 1/2 Arbeitszeit) komme ich dann von der Arbeit nach Hause und sehe es mir an. Größere Projekte in Sachkunde machen wir am Wochenende oder ich zerlege sie ihm in mehrere kleine Teilschritte. Ich bin da recht gelassen, denn ich habe als Grundschülerin ähnliche Erfahrungen machen dürfen bzw. noch wesentlich konfusere… was soll ich sagen, 1989 war ich in der zweiten Klasse, 1990 in der dritten Klasse in den neuen Bundesländern. D. h. es herrschte das blanke Chaos der Lehrpläne, nicht mal die Lehrer wußten so recht mit welchen Materialien sie uns in welcher Intention unterrichten sollen. Wir hatten zeitweise nicht mal jeder ein Buch. Zudem schwankte mein Bundesland eine ganze Weile hin und her an welches alte Bundesland nun die Bildung angepasst wird… beide Bundesländer hatten natürlich verschiedene Systeme, sogar verschiedene Jahrgangsstufen in denen der Übertritt in die weiterführenden Schulen statt fand. Dazu waren meine Eltern quasi über Nacht arbeitslos, mein Vater machte sich dann selbstständig- also selbst und ständig! Plötzlich arbeitete meine Mutter in 2 Schichten, nachdem sie vorher monatelang zu Hause war- sie hatte Glück und fand bei einem neuen großen Arbeitgeber in der Region eine Stelle- natürlich auch mit vollem Einsatz, denn Arbeitgeber ließen sich damals nicht auf Sonderregelungen für Eltern wie verkürzte Arbeitszeit oder Gleitzeit ein. Auch in der Schule fehlten plötzlich einige Lehrer u. a. meine Klassenlehrerin, sie fanden in den alten Bundesländern bessere Anstellungen… als die politische Wende noch nicht vollendet war fehlten übrigens auch plötzlich viele Mitschüler und auch Freunde über Nacht, die mit ihren Eltern in Nacht- und Nebelaktionen in den Westen geflohen sind. Ihre Wohnungen standen dann leer, manche habe ich Jahre später wieder gefunden, manche bis heute nicht… Ich habe dann 2000 Abitur gemacht, eine Lehre, ein Studium und stehe heute fest mit beiden Beinen im Leben und auch im Beruf. Mein Mann hat ähnliche Erfahrungen durch, nur dass bei ihm mitten in der Pubertät eine Leistungssportkarriere beendet wurde. Auch er hat’s verkraftet und führt ein gutes Leben! Was ich mit meiner Schilderung erreichen möchte ist: Das Wichtigste jetzt ist die Gesundheit und alles andere wird werden! Es geht doch jedem so, nicht nur ein paar Kindern oder einem halben Land. Nein es ist weltweit- weltweit lernen die Kinder gerade zu Hause, freilich unter verschiedenen Vorraussetzungen, manche digitaler, manche analoger… manche alleiner manche mit mehr Hilfe. Sie lernen dabei soviel fürs Leben, wir sollten sie dabei nur begleiten und nicht unsere Ängste auf sie übertragen! Wir sollten es ihnen zutrauen, Kinder können das!

      1. Klar, gerne! Manchmal kann es ganz interessant sein, zu schauen, was alles trotz äußerer schwieriger Umstände geschafft werden kann. Ich denke da z. B. auch an die Generation unserer Großeltern, die ihre Schulzeit im Krieg oder in der Nachkriegszeit hatten. Meine Mutter z. B. musste Ende der 50iger Jahre eine Kohle mit in die Schule bringen, damit sie im Winter den Klassenraum beheizen konnten… Und wie gesagt, auch wir Wende- Kinder (so nennt man uns manchmal) sind heute keine verlorene Generation.

  24. Liebe Rebecca,
    ich schließe mich Ihren Worten voll und ganz an. Ich bin ebenfalls Lehrerin und mit der Situation völlig unzufrieden. Wir reißen uns den A… auf, ich bin täglich zu mehreren Zeiten für meine Schüler online, „live“ zu erreichen, habe Kontakt zu allen(telefonisch, per Mail, per Videokonferenz, per Chat…) teilweise gleichzeitig in Videokonferenzen, teilweise einzeln, um individuelle Ängste, Sorgen, Nöte, Psychologie bin ich nicht, und die Fragen zum Unterricht/Stoff … aufzufangen, bereite nebenbei meinen Unterricht so vor, dass er möglichst gut alleine und ich meine alleine ohne Eltern machbar ist, korrigiere mir einen Wolf, damit die Schüler Rückmeldung zu ihren Arbeiten bekommen, arbeite mich in Onlineprogramme, Videoschnittprogramme … ein, denn das habe ich nicht gelernt, da gibt es ja extra Berufe zu und habe übrigens vierjährige Zwillinge, die nicht in die Kita dürfen, die ihre Freunde etc vermissen und mich brauchen. Also mach ich das alles auch mit eine Hand, während ich mit der anderen ein oder sogar zwei Kinder tröste, beschäftige…
    Meine Schüler haben schon den öfteren auch mit meinen Kindern „telefoniert und konferiert“.
    Ich selber habe auch Ängste und Sorgen, bin aber immer angehalten positive Gedanken Durchhalteparolen zu verteilen, denn dafür sind wir ja wohl hoffenrlich/gefälligst da. Meine Sorgen werden dabei übergangen.
    Viele von uns Lehrern geben wirklich ihr bestes und versuchen alle Kinder zu erreichen und abzuholen. Aber es scheitert dann oft an der technischen Ausstattung dort, wie ja erwähnt. Und das Halbjahr knicken, das können wirklich nur die Politiker, nicht wir Lehrer, auch wenn wir da von auch profitieren würden.
    Und dass es auch Kolleg*innen gibt, die nix tun, ist bestimmt so, aber auch nicht jeder andere Mensch dieser Welt geht kreativ mit der Situation um.

  25. Hallo Alexandra,
    in sehr vielen Aussagen sprichst Du mir aus der Seele. Ich habe zwar „nur“ 2 Jungs in den Klassen 2 und 3, aber dieses ganze ‚Homeschooling‘ läuft genauso wie bei Euch. Meine Jungs bekommen ebenfalls zig Arbeitsblätter und wir als Eltern den Druck, bis dann und dann muss das und das fertig, korrekt und verstanden sein. Das schlimmste, bisher mussten meine Jungs immer nur Mathe und Deutsch zuhause machen. Sonst Nichts! Das ist zwar alles sehr wichtig, aber auch der Grundschulaltag gibt mehr Fächer her. Ist somit abwechslungsreich. Zuhause nur Mathe und Deutsch – das macht ein paar Tage spass, aber Wochen über Wochen!!! Auch frage ich mich, wie die Kids das ganze Versäumte im irgendwann stattfindenden Schulunterricht aufholen. Wird dann Mathe und Deutsch aus dem Stundenplan gestrichen um Sachunterricht, Musik, Kunst usw. aufzuholen?

    Haltet alle die Ohren steif, passt auf Euch auf und liebe grüße
    Andrea

  26. That’s it! Danke!!

    Ich teile exakt diese Sichtweise. Woher sollen diese plötzlichen Ressourcen für die Beschulung der eigenen Kinder denn kommen? Was ist mit all jenen, die allein gelassen werden? Warum schaffen es so viele Arbeitnehmer/Selbständige etc. kreativ mit der Herausforderung umzugehen, aber viele Lehrer schaffen noch nicht mal die wöchentliche Email?

    Ausnahmesituation erfordert Kreativität und Mut, vielleicht einfach mal die ausgetretenen Pfade zu verlassen. Wir sind alle bereit, Einsatz zu zeigen. Aber aktuell Lehrpläne von Eltern verfolgen zu lassen, ist nicht zielführend.

    1. Ich finde den Artikel gut er ist aus der Seele vieler Eltern geschrieben.Es geht nicht die Lehrer schlecht zu machen die hatten doch auch noch nicht solch eine Krisensituation.Ich habe ein anderes Problem wer denkt denn an die vielen Omas,Opas,Tanten und Onkeln die die Kinder in dieser Zeit abwechselnd betreuen, weil die alleinerziehenden Mütter und Väter arbeiten müssen.Bei uns ist es so das ich als Oma und der Opa unser Enkelkind betreue, bekoche,spiele und die wöchentlichen Schulaufgaben mit Ihm löse,ach und ich gehe auch noch selbst Vollzeit in der Pflege arbeiten.Aber man macht es ja für das Kind.Ich hoffe das bald eine Lösung gefunden wird. Ich unterstütze den Satz,ich will auch keine Lehrerin sein, und ich bin überzeugt viele andere auch nicht.Liebe Grüße an alle die die Kinder in der schwierigen Zeit betreuen.

  27. Netter Artikel, aber er macht mir viel zu sehr gegen uns Lehrer mobil. Meiner Erfahrung nach, sehen die meisten Lehrer die gleichen Probleme wie Sie. Alle deutschen Lehrerverbände haben bereits mehrfach auf die akute Problematik der Ungleichbehandlung der Kinder hingewiesen, sowie auf die Unmöglichkeit diese Zuhause erbrachten Leistungen zu bewerten.
    Auch ich (und das gilt auch für die Kollegen mit denen ich in Kontakt stehe) würde lieber wieder richtig unterrichten, aber ein online Kurs mit 32 Kindern ist, sagen wir mal vorsichtig, unübersichtlich bzw. in sinnvoller Weise undurchführbar. Und dauerhafte Videos von mir selbst für meine Schüler zu erstellen: Bitte haben sie Verständnis, dass ich hinterher nicht meine Videos bei YouTube wiederfinden möchte (Stichwort Privatsphäre). Außerdem gibt es solche Videos zu den meisten Themen schon zu hauf und wahrscheinlich wesentlich besser, als ich mir das zutraue, zumal das auch quasi nichts mit Unterricht zu tun hat, der ja von Interaktion lebt. Also meine normalen Lerngruppen teilen, sagen wir mal in 10er Gruppen fur „live“ streams. Das macht bei acht Lerngruppen die ich derzeit betreue 24 Einzelstunden, bzw. 48 Stunden, wenn ich mich jeder dieser Gruppen zwei Stunden die Woche widme. Klingt machbar, habe ich versucht. Leider scheiterte es dann an der Terminplanung, da die Kinder (verständlicherweise) auch nicht immer dann konnten wenn ich „ihre“ Stunde angesetzt hatte. Und natürlich haben gar nicht alle meine Schüler (wie sie ja richtig gesagt haben) einen Laptop. Es bleibt also trotzdem das Problem der Ungleichbehandlung, das wir Lehrer in der aktuellen Situation nicht lösen können, egal was wir tun.
    Für die zweite, und meiner Meinung nach auch sinnvollere Lösung, nämlich das Halbjahr einfach für „gescheitert“ zu erklären zeichnen aber nicht wir Lehrer verantwortlich, sondern die Politik.
    Für die aktuelle konfuse Situation, die für uns nicht weniger unbefriedigend ist als für Eltern und Schüler, können wir Lehrer nichts.

    1. Der Artikel spricht mir aus der Seele. Was ist schon dabei, den Lernstoff mal ordentlich auszudünnen und nur das Allernötigste zu machen? Was braucht man aus 13 Jahren Schule wirklich fürs Leben, Studium, Ausbildung? Nicht ansatzweise das, was den jungen Menschen tagtäglich in der Schule abverlangt wird.

      1. Sorry, liebe Rebecca, aber Dein Beitrag zeigt, warum die Kritik an weiten Teilen der Lehrerschaft absolut berechtigt ist.

        Es gibt genug Möglichkeiten, Unterricht auch online durchzuführen. Als ich ein berufsbegleitendes Masterstudium an der Uni Kassel absolviert habe, hatten wir fast ausschließlich Online-Vorlesungen via Adobe Connect und nur sehr wenige Präsenztage. Die Größe unserer Studiengruppe betrug ca. 20 Personen.

        In Adobe Connect konnte der Dozent, Texte, Powerpoint-Präsentationen, Excel Tabellen, eine virtuelle Tafel u.s.w. für alle anzeigen lassen. Es gab die Möglichkeit zu Wortmeldungen, außerdem konnte man durch ein Icon anzeigen, ob einem das Tempo der Erklärungen zu schnell oder zu langsam war und ob man etwas nicht verstanden hatte. Man konnte auch eigene Ergebnisse z.B. als PowerPoint-, Excel- oder Word-Datei für die ganze Gruppe zur Diskussion stellen. Durch verschiedene Chatrooms waren sogar Online-Gruppenarbeiten möglich, mit anschließender gemeinsamer Präsentation der Ergebnisse. Nebenbei gab es auch einen Chat, in dem man Anmerkungen notieren konnte, ohne gleich den Ablauf der Vorlesung zu stören.

        Übrigens lief bei den Vorlesungen fast immer eine PowerPoint, manchmal auch PDF-Dateien oder Excel-Tabellen. Das Gesicht des Dozenten war nie zu sehen, so dass auch die Persönlichkeitsrechte des Dozenten und der Studierenden gewahrt wurden.

        Das Niveau der Online-Vorlesungen war zu den Präsenzvorlesungen absolut gleichwertig.

        Anstatt also sich wortreich dafür zu rechtfertigen, was alles angeblich nicht geht oder gar ein ganzes Schulhalbjahr als „gescheitert“ zu erklären, würde ich von der gutbezahlten Lehrerschaft lieber einmal Ideen dazu hören, was geht.
        Und bitte erzähle mir niemand, dass das Online-Lernen, welches ich während meines berufsbegleitenden Studiums erlebt habe, bei Schülern nicht umzusetzen sei, vor allem nicht, bevor man es nicht wirklich ehrlich und ernsthaft versucht hat.

        Ok… für Grundschulkinder geht es vielleicht tatsächlich nicht. Aber spätestens in einer gymnasialen Mittelstufe halte ich es ohne Probleme für möglich. Das Problem dabei dürfte aber ohnehin weniger die Medienkompetenz der Kids sein, sondern vielmehr fehlende Flexibilität und mangelnde Medienkompetenz der Lehrkräfte. Diese werden aber gut genug bezahlt, dass man es von ihnen verlangen kann, derartige Möglichkeiten zu erlernen und ggf. auch selbst gangbare Wege für ihren Unterricht zu entwerfen.

        Liebe Lehrer: Ihr seid in der Bringschuld! NO EXCUSES!

        1. Die aktuelle Situation mit einem vorbereiteten Masterstudium zu vergleichen ist meiner Ansicht nach nicht möglich.
          Es wurde den Lehrern wenig Zeit gegeben. Es gibt keine einheitlichen Plattformen von den Ländern für die Lehrkräfte. Alle Plattformen werden selbst gesucht und getestet. Da kommt man wieder zum Problem mit dem Datenschutz. Man darf nicht einfach so alles. Man kann auch von Eltern nicht verlangen bestimmte Apps zu nutzen, finde ich. Aktuell müssen wir das aber, da eine Kommunikation sonst sehr schwierig ist.
          Ich glaube Ihnen, dass es am Gymnasium tatsächlich nur wenige Kinder ohne mobile Endgeräte gibt. Bei mir an der Gemeinschaftsschule im sozialen Brennpunkt ist das anders.
          Ich habe gestern mit meinen Schülern eine Videokonferenz abgehalten. Aber das ist tatsächlich schwierig, wenn man an einer Datei arbeiten muss und die Schüler nur ihr Handy haben und da zwischen den Programmen hin und her wechseln müssen.
          Inhalte die selbst erarbeitet werden müssen, müssen anders aufbereitet werden. Das steht ganz außer Frage. Aber Videokonferenzen sind da auch nicht die Pauschalantwort.

        2. Und dieses Adobe Connect können die Schüler kostenlos nutzen ohne sich registrieren zu müssen? Und wie viel Datenvolumen braucht das so? Die Schüler schwimmen oft nicht im Geld/Datenvolumen. Schüler in Klasse 5 können nicht mal eine Email schreiben, geschweigedenn einen Anhang einfügen.
          Ideen können die Lehrer noch und nöcher haben. Lehrer haben das zu tun, was ihnen der Schulleiter sagt. Und wenn der sagt: kein Onlineunterricht wegen Datenschutz und mangelnder Ausstattung der Schüler, dann ist das so und fertig. Der Chef hat auch in der Schule das sagen.

          1. Dann müssen betreffende Schulleiter von den Eltern eindeutig zur Rede gestellt und klar angeprangert werden. Öffentlicher Druck kann Wunder wirken.

            Allerdings scheint Rebecca, die hier ein wahres Feuerwerk an Ausreden abgeschossen hat, keine Schulleiterin, sondern eine Lehrerin zu sein. Zumindest nach ihrem eigenen Bekunden. Sie würde lieber das Schuljahr für „gescheitert“ erklären lassen und hätte dann als (natürlich völlig unbeabsichtigten^^) Nebeneffekt Urlaub auf Balkonien mindestens bis Sommerferienbeginn. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt!

            Ich stimme allerdings zu, dass es problematisch sein mag, Schülern auf einer öffentlichen Schule die Nutzung einer privaten App aufzuzwingen.
            Es gibt allerdings auch Plattformen wie ILIAS, die man auch ohne Installation irgendwelcher Apps nutzen kann. Diese Plattform steht online zur Verfügung, stammt aus Deutschland und wird von vielen öffentlichen Hochschulen genutzt.

            In meinem Bachelorstudium auf einer öffentlichen Hochschule war die Nutzung von ILIAS zumindest in meinem Fachbereich verpflichtend. Da frage ich mich ja schon, warum das was auf einer öffentlichen Hochschule möglich ist, nicht auch in Gymnasien ab Mittelstufe möglich sein sollte. Schließlich werden viele der Gymnasiasten auch irgendwann mal Studenten sein.

            Ich denke wo ein Wille ist, wäre auch ein Weg. Leider scheint es eher am Willen zu mangeln. Dagegen hilft nur eine (hoffentlich so richtig wütende!) Elternschaft, die den Verweigerern unter den Lehrern und Schulleitern so dermaßen den Marsch bläst, dass es für sie aufwändiger wird, sich mit den zornigen Eltern auseinanderzusetzen, als endlich vernünftigen digitalen Unterricht anzubieten.

            Recht gebe ich Sabrina allerdings darin, dass es für Schulen in Brennpunkten und Schulen mit vielen Integrationskindern individuellere Lösungen braucht.
            Auch wenn ich weiter der Auffassung bin, dass die Jugendlichen in den sozialen Brennpunkten der Großstädte weniger unter einem Mangel an Smartphones und Datenvolumen leiden (für Youtube, Snapchat, TikTok, WA und Insta scheint immer genug Datenvolumen vorhanden zu sein), sondern unter ganz anderen sozialen Problemen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.