Hilferuf einer Mutter: Ich kann die Kinder nicht bei Schnupfen zu Hause lassen!

Ihr Lieben, in den letzten Tagen haben wir vermehrt Nachrichten bekommen, dass die Betreuungszeiten der Kitas und Schulen viele Mütter weiterhin vor ein riesige Problem stellen – und vielen von Euch ist jetzt schon Angst und Bange davor, wie im Herbst alles laufen soll. Eine Leserin – nennen wir sie einfach mal Agnes – hat uns diesen Brief weitergeleitet, den sie auch an den Ministerpräsidenten ihres Bundeslandes geschickt hat….

Sehr geehrter Vertreterinnen und Vertreter unseres Landes:

dies ist ein Hilferuf! Ich bin völlig am Ende und bitte Sie eindringlich: sorgen Sie dafür, dass wir in NRW wieder eine verlässliche Kinderbetreuung bekommen! Eine Betreuung, die auch tatsächlich genutzt werden kann und keine, die nur in der Theorie auf dem Papier besteht!

Ich bin alleinerziehende Mutter dreier kleiner Kinder, 3 Jahre, 5 Jahre und 8 Jahre alt, und nahezu voll berufstätig. Ich arbeite in einem Beruf, den ich im Home-office ausüben kann, der jedoch höchste Konzentration verlangt.

Dass die jetzige Pandemie eine nie da gewesene Ausnahmesituation ist und Sie als Politiker vor allergrößte Herausforderungen stellt, ist mir sehr bewusst. Großen Respekt für Ihre Arbeit in diesen schwierigen Zeiten! Wofür ich aber überhaupt kein Verständnis habe ist, dass die Belange und Bedürfnisse und Nöte von Kindern und berufstätigen Eltern nach wie vor die allerletzte Priorität im politischen Handeln zu haben scheinen.

Wochenlangen Shutdown mit Home-Schooling, Home-Kita, Home-office, geschlossenen Spielplätzen und absoluter Isolation (Großeltern fallen wegen Risikogruppenzugehörigkeit weg) haben mich ganz knapp vor einen Burn-out gebracht. Dann kam Ende April endlich die Notbetreuung für Alleinerziehende. Aber schon Anfang Juni mit dem Übergang zum eingeschränkten Regelbetrieb in den Kitas wurde die Situation für viele Alleinerziehende – so auch für mich – wieder prekärer.

Denn die reduzierten Betreuungszeiten reichen nicht aus, die Arbeitszeit abzudecken!

Mit der nun geltenden Regelung, dass Kinder mit leichtesten Krankheitsanzeichen, wie Schnupfen oder Husten, so lange nicht mehr betreut werden dürfen, bis sie 48 Stunden symptomfrei waren, wurde aus der Kita-Öffnung eine totale Farce!

Ich habe drei normal gesunde Kinder. Normal gesund heißt aber, bis zu 12 Infekte im Jahr sind völlig normal und im Rahmen dessen, was das Immunsystem der Kinder braucht, um zu trainieren. Ein Schnupfen dauert mit viel Glück nur ca. 7 Tage. Schon bei Husten sieht es anders aus: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. schreibt „Eine Hustenerkrankung wird meistens durch Infektionen mit Viren (mehr als 90%) der oberen und mittleren Atemwege im Rahmen eines grippalen Infekts ausgelöst und dauert nicht länger als 8 Wochen.“

Meine Kinder werden grundsätzlich nicht gleichzeitig krank – da sie ja andere Kontaktnetze haben, sondern stecken sich im Zweifelsfall nacheinander an. Normaler Weise husten und schnupfen die Kinder in den Kitas von September bis Mai durchgängig ohne Unterbrechung. Was von Kinderärzten als völlig normal angesehen wird.

Auf Grund der aktuellen Regelung gibt es aber ein unvorstellbar großes Problem für berufstätige Eltern! Lassen Sie mich kurz einmal überschlagen: 12 Infekte in den kommenden Monaten, Annahme 6x Schnupfen, 6x Husten (und hier die optimistische Annahme, dass der Husten nur 4 und keine 8 Wochen dauert) = 6*1 Woche + 6*4 Wochen = 30 Wochen pro Kind. Stimmt nicht, dazu kommt ja jeweils noch 2 Tage gesund zuhause: 12*0,29 Wochen = 3,4 Wochen. Insgesamt also gut 33 Wochen, die ein Kind nicht betreut werden darf!!

Ich habe aber wie gesagt 3 Kinder, die in der Regel nach einander und nicht gleichzeitig krank werden!

Ich muss deshalb davon ausgehen, dass es im nächsten Jahr nicht eine einzige Woche geben wird, in der ich arbeiten kann und gleichzeitig meine Kinder betreut weiß!!

Die bisherigen Regelungen helfen überhaupt nicht weiter: die wenigen Kindkrank-Tage sind ein winziger Tropfen auf den heißen Stein und auch die Corona-Lohnfortzahlung gibt es ja nicht, wenn die Einrichtung auf dem Papier theoretisch auf hätte.

Zudem hilft die Corona-Lohnfortzahlung alleinerziehenden Eltern nicht wirklich weiter! Die ist toll für Familien mit zwei Gehältern, wo nur der Wegfall eines Gehaltes kompensiert werden muss. Aber als Alleinerziehende ist auch die Corona-Lohnfortzahlung wegen geschlossener Betreuungseinrichtung nur ein Tropfen auf den heißen Stein, der nicht einmal reichen würde, die Miete zu bezahlen.

Um es kurz zusammen zu fassen: Kinderbetreuung in Kitas besteht de facto nicht! Als Alleinerziehende bin ich darauf angewiesen zu arbeiten (ich habe sogar nur einen befristeten Vertrag). Die totale Überforderung, alles alleine regeln zu müssen, Arbeit und Kinderbetreuung, hat mich bis zum Burn-out gebracht. Eine Mutter-Kind-Kur hatte ich bereits Anfang des Jahres (als alles noch vergleichsweise „easy“ in einer Vor-Corona-Welt lief) verordnet bekommen: Nur wurde die mir leider wieder abgesagt, weil die allermeisten Mutter-Kind-Kliniken keine Kinder unter 6 Jahren mehr aufnehmen (meine auch nicht). Bei der aktuellen Platzvergabe sind die Kliniken bei Anfang Sommer 2021. Vorher besteht für mich also keine Möglichkeit, dieses Hilfsangebot zu nutzen.

Es gibt schlicht keine Möglichkeit für mich und meine Kinder, dieses Jahr irgendwie zu überstehen, es sei denn, Sie sorgen dafür, dass es wieder eine verlässliche Kinderbetreuung gibt!!

Es kann nicht sein, dass

– in allen Lebensbereichen immer weiter gelockert wird; das Nicht-tragen von Masken im Alltag keinerlei Konsequenz zu haben scheint (Menschen, die in Geschäften ihre Maske „korrekt“ tragen, sind inzwischen zur Minderheit geworden),

– gleichzeitig es längst nicht mehr darum geht, ob Kinder Super-spreader sein könnten, sondern allein noch darum, ob sie vielleicht doch annähernd genauso ansteckend sein könnten wie Erwachsene (und viele Studien sagen ja sogar, dass Kinder „harmlos“ sind, was das Infektionsgeschehen betrifft) und trotzdem in keinem anderen Bereich so hart durchgegriffen wird, wie bei den Kindern!!

Wem außer den Kindern wird abverlangt, bei jedem noch so kleinen Schnupfen so lange zuhause zu bleiben, bis sie 2 ganze Tage wieder gesund waren??!!

Wieso wird trotz der verbreiteten Studienlage, dass Kinder das Infektionsgeschehen nicht treiben, immer noch am allerhärtesten bei den Allerkleinsten durchgegriffen??

Kinderschutzorganisationen warnen vor vermehrter Gewalt gegen Kinder – und ich muss leider sagen, dass ich diese Warnung für sehr berechtigt halte!! Wenn in einigen Monaten und Jahren herauskommt, was diese Zeit für Kinder bedeutet hat, wird die Politik nicht sagen können, sie hätte davon nichts gewusst…. ich bin absolut überzeugt von gewaltfreier Erziehung, aber auch ich schreie meine Kinder inzwischen viel zu häufig an, wenn ich nach einer Videokonferenz wieder feststelle, dass die nächste Tür bemalt ist, die nächsten wichtigen Unterlagen zerschnitten wurden, die Geschwister sich wieder bis aufs Blut streiten… Bei der Erziehungsberatungsstelle habe ich natürlich auch schon um Hilfe gefragt. Die Antwort lautete: „Ihre Kinder sind noch so klein, das ist die Trotzphase, die brauchen mehr Aufmerksamkeit.“ Und genau da sind wir wieder beim Kern des Problems!

Bitte tun Sie etwas!! Ich kann nicht mehr!

1. Schaffen Sie die unsinnige Regelung ab, dass erkältete Kinder nicht mehr betreut werden dürfen (da müssen andere Regelungen her, um das Corona-Geschehen zu kontrollieren, z.B. regelmäßige Pool-Tests)!

2. Sorgen Sie für mehr Unterstützung insbesondere für Alleinerziehende, wenn die Kinder doch zuhause betreut werden müssen!

3. Sorgen Sie dafür, dass Mutter-Kind-Kurkliniken wieder Mütter mit kleinen Kindern aufnehmen müssen (denn gerade die sind aktuell am stärksten Kurbedürftig)!

Mit freundlichen Grüßen, eine verzweifelte Mutter


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29 comments

  1. Das gesamte Vorgehen der Politik zeigt worauf es der Gesellschaft leider ankommt: Senioren sind eine hart umkämpfte Wählerschaft, denen macht man es recht! Kinder haben kein Wahlrecht. Kinder sind auch nicht die hart umkämpften Konsumenten… ich meine sogar gelesen zu haben, dass ein Politiker sagte: Kita- und Schulschließungen sind wirtschaftlich die günstigste Lösung Kontakte zu beschränken. Nur sinnlos, wenn gerade Kinder gar nicht so infektiös sind. Über kurz oder lang wird die Politik an flächendeckenden Tests nicht vorbei kommen. Hier in Sachsen wird bei Symptomen gerade bei Schulkindern großzügig getestet, damit sie bei negativen Test und milden Erkältungssymptomen wieder in die Schule können… auch Lehrer und ich meine auch Erzieherinnen können sich großzügig testen lassen. Und ja, wir Eltern müssen laut werden! Auch dahingehend, dass Kinder die Zukunft einer Gesellschaft sind und diese daher einen festen Platz darin brauchen!

    1. Es sind viele wichtige Punkte schon in den Leserbriefen erwähnt worden. Und jeder, der sich über jammernde Mütter während Corona aufregt, der sollte mal (am besten per Virtual Reality) die Anstrengung erfahren, arbeitend, alleinerziehend oder auch chronisch krank 2 oder 3 Kleinkinder oder Grundschulkinder 3-4 Monate unter den aktuellen Bedingungen zu betreuen. Abhilfe für die Schnupfensaison wird nur großzügigstes Testen bringen. Kinder und Lehrer-Ehemann waren vor 3 Wochen fiebrig. Test hat 2 min. gedauert, Ergebnis war nach 24 h da, negativ. Alle konnten wieder in Schule oder Kindergarten zurück. Es ist jetzt Juli. Bis zum Beginn der Erkältungssaison sollte es möglich sein, für Familien (und natürlich den Rest der Bevölkerung) einfach und schnell zugängliche und kinderfreundliche Testmöglichkeien anzubieten. Das sollte aus meiner Sicht organisatorisch und logistisch möglich sein. Deutschland ist kein Entwicklungsland! Und die Gesundheit der Älteren und Schwächeren darf nicht auf Kosten der Gesundheit der Frauen und Mütter geschützt werden.

  2. Mir graut auch vor der Erkältungszeit im Herbst. Mir ist es zwar möglich ab und an im Homeoffice zu arbeiten, aber die Belastung ist doch immens, Homeoffice, Homekindergarden und dann auch Homeschooling ist einfach heftig. Die Zeit der Kindergartenschließung war sehr anstrengend und die Erschöpfung wirkt immer noch nach, zumindest fanden die Kinder die Zeit zu Hause trotzdem gut. Aber es kann doch nicht die Lösung sein, dass Eltern wieder mal alleine gelassen und bestraft werden. In den Augen der Politik sind Kinder immer noch Privatvergnügen. Eine Lösung weiß ich nicht und ich verstehe auch, warum Kitas und Schulen so streng sind. Wir hatten auch schon überlegt, ob ein Elternteil wieder ganz zu Hause bleiben sollte. ABER: dies ist doch von Politik u d Gesetz gar nicht gewollt, Stichpunkt nachehelicher Unterhalt und Rente.

  3. Liebe Anna, ich bin ganz bei dir, dass kranke Kinder und Erwachsene ins Bett gehören. Dennoch gibt es einen ich nenne ihn mal einen Übergangsbereich, indem jede*r von uns Arbeiten geht oder die Kinder in Kita und Schule schickt, wenn diese Nase etwas läuft oder der Hals schmerzt. Realität auch ist, dass der Druck seitens von Arbeitgebern auf Arbeitnehmer hoch ist, bei der Arbeit zu erscheinen…ansonsten kann das auch den Arbeitsplatz kosten…Das ist das Dilemma in denen die meisten Eltern und besonders Alleinerziehende stecken. Darauf ist das Arbeitsleben nicht eingestellt…also ein strukturelles Problem….und das ist was ich in diesem Brief lese…ein Anklagen von strukturellen Problemen…und kein assoziales Verhalten….aber die Blickwinkel sind Ja immer verschieden…

  4. Ich bin wirklich entsetzt so etwas zu lesen. Bei allem nötigen Verständnis für die Situation für die Eltern, aber kranke Kinder gehören nicht in eine Einrichtung wie Krippe/Kindergarten/Hort oder Schule. Dies war bereits vor Corona schon so! Wie Eltern so mit der Gesundheit ihrer Kinder umgehen können grenzt an Kindswohlgefährdung. Da brauche ich noch nicht mal von den anderen Kindern oder den Mitarbeitern sprechen. Ein absolut unsoziales Verhalten!!! Warum hat man dann überhaupt Kinder bekommen, wenn man nicht mal im Krankheitsfall für eine adequate Betreuung sorgen kann Und die ist nicht die Kita. Es gibt z. B. Vereine die Familien im Kinderkrankheitsfall betreuen.

    1. Liebe Anna, es geht hier nicht um kranke Kinder sondern Kindern denen ein bisschen die Nase läuft die aber ansonsten top fit sind. Toll wenn es bei euch anders ist, aber auch von meinen Dreien hat von November bis März IMMER einer ein bisschen Husten oder ne laufende Nase. Das juckt die Kinder meistens auch nicht groß (und wenn doch, bleiben sie natürlich zu Hause).

      1. Bitte genau lesen.Es geht hier nicht um richtig kranke Kinder.Es geht um schneidende und Hustenreiz Kinder. Ein Schnupfen bedeutet nicht gleich,dass das Kind wirklich krank ist.Rotznasen haben die Kleinen so häufig,dass es im Winter schon zur Normalität wird.Die Aurorin schreibt nicht, dass sie ein richtig krankes Kind mit Schnupfen und Fieber in die Betreuung geben möchte.Sie spricht lediglich davon,dass nun bereits bei einer laufenden Nase das Kind nicht in die Einrichtung kommen darf.Also bitte nicht mit „Kindswohlgefährdung “ etc argumentieren

    2. Und wenn du Vereine kennst, die Schnupfen-Kinder betreuen oder sonstwie Familien im Krankheitsfall unterstützen, dann immer her damit! Damit wäre sicher vielen geholfen, leider kenn ich da aber bisher gar nichts…

    3. Liebe Anna, sowas kann doch nur jemand schreiben, der entweder keine Kinder oder keinen Beruf hat?! Oder asozial ist?!
      Mein Mann und ich sind gemeinsam jobmäßig in relativ komfortablen Situationen-und selbst da ist es ein beschissener (sorry!) Spagat zwischen „Kind ist wieder halbwegs gesund“ und Verantwortung gegenüber den Kindern in meiner Klasse (bin Lehrerin an einer Mini-Schule) und meinen Kolleginnen, die das dann auffangen müssen, wenn ich fehle…
      Und das geht allen arbeitenden Menschen so, wenn sie nicht asozial sind! Sie sind zerrissen zwischen den verschiedenen „Verantwortungen“.

      Und jetzt Corona…letzte Woche hatte der Mann meiner Tagesmutter urplötzlich hohes Fieber?! Tagesmutter sagt natürlich ab…soll das (wenn auch nur ganz evtl. ansteckende) Kind zur Oma??? Oder zur schwangeren Tante??? Das ist doch verantwortungslos! Also ist mein Mann daheim geblieben und hat vier Termine an einem Tag abgesagt?!

      Aber klar, wir sind wahrscheinlich einfach ein bisschen zu doof, eine adäquate(!) Betreuung zu organisieren!

    4. Es gäbe so viel zu entgegnet, aber dann würde ich mich für meine Worte schämen.
      Nur so viel: bitte mehr Verständnis und weniger Urteil…

  5. Danke Danke Danke das du die Gedanken so vieler Eltern auf Papier gebracht hast!!! Dieser Brief bringt es auf den Punkt und muss gehört, verstanden und bearbeitet werden!
    Ich habe „nur“ 2 Kinder und einen Mann – und dennoch treibt uns diese Situation in den Wahnsinn. Kleine Kinder haben dauernd Schnupfen, Husten. Das ist normal und auch gut so. Ich habe jetzt im Sommer bereits Kind Krank Tage nehmen müssen … WEGEN Schnupfen… was ist ab September wenn die richtige Erkältungszeit losgeht? Jeder der mehr als 1 Kind hat weiß, dass Geschwister grundsätzlich nacheinander krank werden. Haben die Politiker alle keine Kinder?? Kann sich von denen niemand in berufstätige Eltern reinversetzen??

    1. Hallo,
      bei einigen Kommentaren kann ich nur den Kopf schütteln und wütend weiter klicken. Asozial? Sorry, asozial ist dein Kommentar! Hier geht es nicht um kranke Kinder – die gehören nach Hause – hier geht es um eine laufende Nase! Es geht um die absurden Regelungen, die nach wie vor nur Kinder und Familien treffen, aber am Strand, in Restaurants und neuerdings in Kinos tummeln sich die Menschen.
      Wir Eltern sind teilweise noch am Limit, haben erst seid dieser Woche wieder Betreuung, nach 16 Wochen!!! Und das genau drei Wochen, denn dann ist Sommerschliessung. Und wir sind auch Arbeitnehmer und zwar in wichtigen Jobs, die uns rein zufällig vielleicht auch noch Spaß machen, nur leider nicht systemrelevant. Und das ganze hat nicht mal was mit Aufopferung zu tun, sondern mit Gleichberechtigung. Hier sind nämlich Mutter und Vater am Limit.

      Vielen Dank für Deinen Brief „Agnes“, auch wir haben aus unserem Landkreis einen aufgesetzt.

      Ich wünsche mir etwas mehr Verständnis und Unterstützung, auch und vor allem von Eltern.

  6. 3, 5 und 8 OK Frage wo ist der Vater oder die Väter?
    Also ich will nichts sagen bin selber Vater aber dieses rumgeheule mancher Mütter geht mir echt auf den Sack. Man könnte meinen Kinder sind das neue Luxus Symbol. Die Situation im mom ist für alle beschissen aber bei manchen Müttern könnte man denken das Leben ist vorbei weil man sich mal selber um ein Kind kümmern muss und es nicht einfach abgeben.

    1. Hallo Sebastian, bist du alleinerziehend, hast drei Kinder und arbeitest Vollzeit? Wenn nicht dann finde ich deinen Kommentar unangemessen und eindeutig unter der Gürtellinie, weil abwertend. Gruß, Yvonne

      1. Hallo Sebastian,
        Da kann ich dir nur zustimmen!!!
        Leider hat dieses Jammern von manchen Müttern während Corona extrem zu genommen. Selbstaufopferung bis zum geht nicht mehr bloß nichts abgeben🙄und den Heiligenschein verlieren. Auch Väter haben Pflichten und Rechte.

    2. Was ist denn das für eine Wortwahl? Und was hat solch ein Kommentar in einem Forum verloren, in dem Eltern Eltern, aber vor allem Mütter Mütter unterstützen? Dieses Bashing – von Sebastian, aber auch von den anderen, die hier „rechtschaffen“ (Kindeswohlgefährdung???) versuchen, die Autorin niederzumachen, ist unerträglich.
      *My favourite season is the fall of patriarchy.*

    3. Hallo Sebastian! Es gibt leider auch Väter die nicht präsent sind und Frau alleine dasteht. Ich finde ihrem Kommentar nicht angebracht. Sie haben kein Hintergrundwissen und urteilen. Es gibt in der heutigen Situation, genug alleinerziehende Mütter und Väter, die jeden Tag vor einer fast unlösbaren Herausforderung stehen, weil ihr Expartner nicht so präsent ist,wie es der Fall sein sollte! Es freut mich für ihre Familie, das es bei Ihnen ,trotz der schwierigen Situation in den letzten Wochen, alles wie am Schnürchen läuft. Aber schlußfolgern sie bitte nicht,das es bei anderen auch so aussieht ! Ich bin auch alleinerziehend mit 3 Kindern und habe die Situation auch nicht als extrem empfunden, aber ich habe auch andere Voraussetzungen . Ich finde man sollte mehr Verständnis zeigen und vielleicht eine helfende Hand anbieten, anstelle zu urteilen.

  7. Super Brief! Hut ab! Werde auch einen Brief aufsetzen…
    Wir Eltern müssen möglichst die Arbeitgeber auch mit ins Boot holen, die haben meist auch kein Interesse dran, dass Eltern ausbrennen und dann langfristig vollständig ausfallen.
    Von den Kinderärzten würde ich mir auch einen Aufschrei wünschen… wegen jedem Pieps sollen wir dort antanzen (jedes kleinste Fieber muss laut Kita-Träger mit dem Kinderarzt abgeklärt werden) Darauf hat aber auch kein Kinderarzt Lust…

  8. Großartig, dass du diesen Brief geschrieben hast. Ich hoffe er Würde es gehört. Vielleicht sollten wir Eltern ein Musterbrief verfassen und alle auffordern ihn zu verschicken. Uns hat es diese Woche schon getroffen . 2 Kinder krank …ich muss sagen Gott sei Dank ICH auch…so dass ich sie betreuen konnte. Ich war wegen Krankmeldung beim Arzt deswegen wurde ich getestet. Wahrscheinlich ist das der einzige Weg…bei Symptomen gleich testen lassen und mit negativ Test Kinder in die Einrichtung schicken . Mir graut es auch soooo vor dem Herbst mit 2 kleinen Kindern, einem Pubertier und Eltetn die im öffentlichen Dienst sind….Danke für die klaren Worte an die richtige Stelle ….

  9. Ich frage mich schon seit einiger Zeit wo der Aufschrei bleibt! In allen Lebensbereichen werden immer mehr Lockerungen erlassen nur was Familien und Kinder angeht, da scheint die Politik taub und blind gleichzeitig zu sein!!! Was die letzten Wochen mit gezeigt haben:
    1. Wir Familien mit Kindern haben KEINE Lobby.
    2. Anscheinend ist es so: wer am lautesten „schreit“ (oder die bessere Lobby hat) wird von der Politik mit Lockerungen belohnt.
    3. Und viele denken immer noch: Mutti macht’s schon irgendwie… Homeoffice plus Homeschooling plus Kleinkindbetreuung plus Haushalt, ne is klar!?!?
    4. Wir Eltern müssen endlich anfangen uns und unsere Nöte lauthals zu kommunizieren und einzufordern! Jammern und daheim rumsitzen wird nichts ändern. Es gibt tolle Initiativen (zB. Familien in der Krise, http://www.familieninderkrise.com oder auch bei Facebook zu finden) und unterstützenswerte Petitionen (zB. „Kinder brauchen Kinder“ von Claudia Mauritz) wo wirklich versucht wird was zu bewegen.

    LASST UNS ELTERN ENDLICH FÜR UNSERE RECHTE ALS FAMILIE KÄMPFEN!

    1. Ich schreibe diesen Kommentar mit dem Blick einer Mama von zwei Kindern und dem Blick einer Lehrerin.
      Mamasicht: Volle Zustimmung dafür, dass es wirklich schwierig wird, wenn die Kinder auch wegen Schnupfen nicht in die Schule oder Kita gehen können.
      Lehrersicht: Ich fühle mich unwohl bei dem Gedanken womöglich ohne Schutz vor schniefenden und hustenden Kindern zu stehen. Wie soll ich sicher sein, dass es wirklich „nur“ einer der normalen Infekte ist. Wie soll ich mich und meine Familie (mit Risikogruppe) schützen?
      Also werden momentan auch an unserer Schule die Kinder mit Schnupfen nach Hause geschickt, wenn möglich zum Testen.
      Das zieht dann aber den (berechtigten) Unwillen der Kinderärzte, Eltern Arbeitgeber… nach sich.
      Deswegen erscheint es mir ungemein wichtig, dass sich Vertreter aller Beteiligten gemeinsam überlegen, wie mit dieser Situation umgegangen werden kann. Sicherlich werden Zugeständnisse von allen Seiten nötig sein, aber es kann nicht sein, dass eine oder mehrere Parteien völlig im Regen stehen gelassen werden.

  10. Diese Leserin spricht mir aus der Seele. Wenn ich mir vorstelle wie oft Kinder erkältet sind….meine dreijährige Tochter hat in den kalten Monaten ständig Schnupfen. Es kann keine Lösung sein, Kinder mit leichten erkältungssymptomen aus der Betreuung auszuschließen. Auch meine Familie (Partner, Ich und zwei Kinder) würde es vor riesiger Herausforderung stellen…..einfach unglaublich um wahr zu sein!

    1. Mir geht’s da so wie dir, stjerne: einerseits wird es echt schwierig, die Kinder bei jedem Schnupfen zu Hause zu lassen, andererseits kann ich gut verstehen, dass die Kitas und Schulen gerade keine schniefenden und hustenden Kinder haben wollen. Ich wäre mit einer Regelung zufrieden, dass Kinder mit Erkältungssymptomen zu Hause bleiben müssen, aber die 48 Stunden ohne Symptome Regel abschafft wird. Und ich möchte auch nicht mit jedem Schnupfen zum Kinderarzt gehen müssen.

    2. Hallo, ich bin auch Alleinerziehend von 2 Kindern. Sie sind 3+6 und gehen nochin den Kindergarten.
      Da ich Krankenschwester bin kann ich leider kein Homeoffice machen.
      Ich bin seit 2 Wochen zuhause da als erstes der große Husten hatte wo ich von Station gerufen wurde. Ich musste 2 Tage zuhause bleiben obwohl er bei mir nicht einmal gehustet oder schnupfen hatte.
      Dann war die kleine dran. Wurde wieder von Station gerufen weil ihre Nase laufen würde. Blieb die Woche dann zuhause. Montags war nichts mehr zu sehen und ich ging wieder auf Arbeit. Wurde wieder angerufen das die Nase laufen würde. Bin jetzt die ganze Woche zuhause geblieben. Was wird das erst im Winter????
      Auch deckt das Krankengeld bei weitem nicht mein normalen verdienst. Ich fühle mich im Stichgelassen….

  11. Das was du da schreibst ist wirklich ein sehr trauriges Thema, dass so viele Familien im Stich gelassen werden. Das die Wirtschaft wieder läuft ist wichtig doch das kann sie tausend mal besser wenn Eltern wieder entlastet werden.

    Das schlimme daran ist doch, dass die Kinder wenn sie verdchnupft sind angesehen werden, als ob sie Corona hätten.

    Gruß

    1. Ich will mein krankes Kind nicht in die Kita schicken und ich will auch nicht, dass es andere tun! Fand ich vor Corona schon mies! Ich will, dass der Krankenschein meiner Tochter einfach genauso behandelt wird wie meiner! Ne einfache Lohnfortzahlung. Diese Beschränkung der Tage und auch das wenige Geld das ich von der Krankenkasse bekomme ist einfach lächerlich und zeigt Mal wieder, wie man Familien sieht: schön, dass du neue Rentenzähler Erzieher, aber erwarte bitte keine Unterstützung!

  12. Mich hat es nicht ganz so hart erwischt, Hut ab vor dieser Leistung, aber auch als berufstätige Mama mit Partner und zwei Kindern, graut es mir vor der Erkältungssaison und dem nach Hause schicken bei den kleinsten Anzeichen.
    Einen winzigen hoffnungsschimmer kann ich dir an die Hand geben, es gibt auch jetzt Mutter-Kind-Kliniken, die trotz der Pandemie Klein- und Kleinstkinder aufnehmen, wenn es auch nicht so viele sind, wie normalerweise. Dazu kannst du dich gerne an die Kurberatung Deutschland wenden, hier werden dir passende Kliniken herausgesucht, die vor Sommer 2021 noch Kapazitäten mit U6 Kindern haben.

    1. Thea, ja genau das wäre in einer Pandemie der einzig richtige politische Weg! Dann wären Eltern auch nicht mehr gezwungen angeschlagene Kinder zu schicken und das Viren- Ping- Pong in den Einrichtungen ginge zurück. Plus großzügig testen, dass man Klarheit hat!

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