Protokoll live aus dem Mutter-Hirn

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Ich sitze im Büro. Ich habe Hunger. Es ist viel zu tun, weil meine Kollegin krank ist. Der Urlaub steht vor der Tür. An den Nachmittagen jagt eine Abschlussfeier die nächste. Zwei Geburtstage in der eigenen Familie stehen außerdem an.
 
Am Morgen sind wir zu spät aufgestanden, haben den Kindern noch schnell Sachen rausgelegt fürs Frühstück in der Schule, Becher, Teller, Messer, Käse. Dann ruft die Große an, die längst im Bus zur Schule sitzt. Workbook vergessen, ob ich es nachbringen kann.Erstmal Jungs zur Schule bringen.
 
Dann wieder nach Hause, schnell duschen, Tisch abräumen, losfahren zur Schule der Großen. Im Stau merken, dass ich vergessen habe, mich zu schminken. Egal, immerhin frisch geduscht.

 
Im Kopf Experten durchgehen, dir mir für den Text heut im Büro eine Einschätzung geben könnte, weil ich gestern keinen erreichte. In den Mails einen Interviewterminvorschlag für 15h finden. Da bin ich längst wieder auf dem Schulhof und sammle Kinder ein.
 
Hab ich eigentlich genug Sonnencreme für den Urlaub? Wo kriege ich noch Strohhalme für den Kindergeburtstag her?
 
Überhaupt, uh, Katharina hat ja auch noch morgen Geburtstag. Welche Texte bringen wir eigentlich, wenn ich in den Ferien bin? Mein Magen knurrt, erstmal Kantine. Dann noch schnell den zweiten Text für heute fertig machen.
 
Das Kind schickt eine SMS, dass wir an die Impfauffrischung denken müssen ('Täternuss", ich lächle kurz). Die Mutter eines Klassenkameraden schreibt, ob ich ihr Kind heute Nachmittag mit zu uns nehmen kann. Und die Wäsche muss ja auch noch. Nachher, wenn ich fünf Kinder zu Hause betreue.
 
Immerhin hab ich gestern während des Fußballtrainings schon ein paar Sachen eingekauft. Morgen Torte backen und Geschenke einwickeln. Ach, und einchecken muss ich noch, am Wochenende gehts doch auf Mutter-Tochter-Tour… Hoffentlich bleiben alle gesund…
 

KENNT IHR DAS? Das sind Auszüge aus meinem Hirn. Ich glaub, so oder so ähnlich schaut es in fast jedem Working-Mutter-Hirn kurz vor den Sommerferien aus. Und während man im Kopf so rumplant, denkt man eben trotzdem, ach, diese Action, dieses Gebauchtwerden, dieses Multitasking, das werden wir schon noch früh genug wieder vermissen… 😉 

 

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6 Kommentare

  1. Wie Weihnachten- nur schlimmer
    Wer sich heute noch über den Stress vor Weihnachten beschwert muss kinderlos sein. Denn im Vergleich zum Sommer-Ferien-Klassen-Abschluss-Kindergarten-Sommerfest-Elterngespräch-Ausflugs-(…)-Stress ist es doch total easy, dass Weihnachten jedes Jahr ganz plötzlich kommt.

  2. Wie Weihnachten- nur schlimmer
    Wer sich heute noch über den Stress vor Weihnachten beschwert muss kinderlos sein. Denn im Vergleich zum Sommer-Ferien-Klassen-Abschluss-Kindergarten-Sommerfest-Elterngespräch-Ausflugs-(…)-Stress ist es doch total easy, dass Weihnachten jedes Jahr ganz plötzlich kommt.

  3. Mütterkopfchaos
    Ja das kennzeichnen, kenne ich zu gut. Hat mir einen Burn out+psychischer probleme+ das Ende meiner Selbstständigkeit eingebracht. Heute weiß ich nichts von dem Chaos hat sich gelohnt. Heute haben wir wenig Geld, wenig Stress Viel Liebe und Zufriedenheit

  4. Mütterkopfchaos
    Ja das kennzeichnen, kenne ich zu gut. Hat mir einen Burn out+psychischer probleme+ das Ende meiner Selbstständigkeit eingebracht. Heute weiß ich nichts von dem Chaos hat sich gelohnt. Heute haben wir wenig Geld, wenig Stress Viel Liebe und Zufriedenheit

  5. Ich kann nicht mehr…
    Hallo!
    Oh ja… dieses Gedankenchaos kenne ich. Nicht ausschließlich als Mutter, sondern auch aus dem Job (Soziale Arbeit hat oft auch was mit Mütterlichkeit zu tun… irgendwie!) früher.
    Ich kann das nicht mehr gelassen nehmen, denn mich hat das umgeworfen, kank gemacht. Ich werde es nie mehr auf die leichte Schulter nehmen dürfen… die Gefahr einer weiteren depressiven Episode ist zu groß.
    Es war natürlich nicht nur der Alltagswahnsinn, der mich zur Strecke gebracht hat… eine Vorgeschichte gibt es da schon.
    Aber ich möchte trotzdem allen Müttern und Vätern gerne sagen: passt auf Euch auf und setzt Prioritäten, die Euch persönlich und Eure Familie schützen! Auch eine Depression kann lebensbedrohlich werden und zerstört ein Leben in Leichtigkeit.
    Herzliche Grüße von Tanja

  6. Ich kann nicht mehr…
    Hallo!
    Oh ja… dieses Gedankenchaos kenne ich. Nicht ausschließlich als Mutter, sondern auch aus dem Job (Soziale Arbeit hat oft auch was mit Mütterlichkeit zu tun… irgendwie!) früher.
    Ich kann das nicht mehr gelassen nehmen, denn mich hat das umgeworfen, kank gemacht. Ich werde es nie mehr auf die leichte Schulter nehmen dürfen… die Gefahr einer weiteren depressiven Episode ist zu groß.
    Es war natürlich nicht nur der Alltagswahnsinn, der mich zur Strecke gebracht hat… eine Vorgeschichte gibt es da schon.
    Aber ich möchte trotzdem allen Müttern und Vätern gerne sagen: passt auf Euch auf und setzt Prioritäten, die Euch persönlich und Eure Familie schützen! Auch eine Depression kann lebensbedrohlich werden und zerstört ein Leben in Leichtigkeit.
    Herzliche Grüße von Tanja