Wir leben in der Sperrzone: Magdalena über die Isolation in Italien

Mein Name ist Magdalena, ich lebe mit meinem Mann und meinen drei Kindern (6, 4 und fast 8 Monate) in der Nähe von Venedig. Seit fünf Wochen leben wir praktisch total abgeschottet von der Außenwelt.

Vor knapp einem Jahr sind wir nach Italien gezogen, mein Mann hat dort einen neuen Job angenommen. Er ist Schwede und arbeitet dort für eine schwedische Firma. Er darf mit einer Sondergenehmigung noch täglich zur Arbeit fahren – die Kinder und ich müssen zu Hause bleiben.

Wir haben das Glück, dass wir in einem Haus mit Garten leben – aber ehrlich gesagt, nach fünf Wochen alleine zu Hause ist das alles nicht mehr lustig. Das Schlimmste ist: Wir wissen alle nicht, wie lange wir noch so leben werden.

Meine Kinder vermissen ihre Freunde so, ich sehne mich nach Ausgehen, nach unbeschwertem Zusammensein. Am Anfang haben meine Kinder noch gefragt: Wann gehen wir auf den Spielplatz, wann gehen wir wieder in die Kita? Wann treffen wir Freunde? Jetzt fragen sie kaum noch danach…

Ich versuche, die Tage mit den Kindern positiv zu gestalten und gut zu strukturieren. Ich glaube, anders hält man die Wochen nicht durch.

Diese Isolation ist für uns alle schlimm. Ich schreibe mit Freunden und Bekannten per WhatsApp, aber dass wir uns nicht persönlich sehen können, macht uns irre.

Ich glaube, viele Italiener haben den Virus lange nicht ernst genommen. Schon als es hieß, man solle weniger rausgehen, waren die Eisdielen und Restaurants noch gut besucht. Meinen Mann und mich hat das geschockt. Mein Mann hat relativ früh begriffen, was da auf uns zu kommt – wir sind gut versorgt mit Lebensmitteln und allem, was wir brauchen. Mein Mann ist auch derjenige, der einkaufen geht. Obwohl wir in der Sperrzone leben, gibt es genug Lebensmittel. Da gibt es also keine Engpässe.

Wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, sind die Straßen leer. Kein Verkehr, keine Menschen. Ab und zu hören wir den Krankenwagen. Das ist eine sehr seltsame Stimmung.

Ich habe keine Angst vor dem Virus. Wir sind jung und gesund und ohne Vorerkrankungen – dafür bin ich sehr dankbar. Aber dieses Alleinsein – das zehrt an uns allen….

Ich hoffe, dass wir alle diese Zeiten gut überstehen und bald Normalität eintritt.



1 comment

  1. Oh, Mann! Was für gruselige Zeiten. Mit Kindern eine Ausgangssperre aushalten ist echt hart. Nur wie lange können wir das aushalten ? Es kommt einem vor, als ob man ständig in einem sehr schlimmen Katastrophenfall mitspielen würde. Echt surreal das Ganze. Haltet die Ohren steif!!

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