Gastbeiträge

04/05/2019 - 07:15

Land-Mama Lisa

Gastbeitrag von Isa: Mein Mann bringt sich einfach nicht genug in den Familien-Alltag ein

Ihr Lieben, unsere Kollegin Isa vom Blog Lari Lara - eine Mama macht Spagat hat einen tollen Mann zu Hause, den sie liebt. Und trotzdem muss sie sich hier einmal ihren Frust von der Seele schreiben, weil sie das Gefühl hat, dass es doch recht vielen so geht, wie ihr. Denn sie findet: Er kümmert sich einfach zu wenig um die Kinder.

"Dieser Artikel sollte eigentlich schon Ende 2017 über meine Finger gehen, aber ich habe lange gezögert, ob ich ihn verfassen soll. Doch ich glaube, dass es in vielen Familien ähnlich aussieht. Vielleicht können wir gemeinsam einen Austausch starten und Hilfestellung bieten. Vielleicht hat auch jemand die Kehrtwende geschafft?

Ich möchte hier nicht meinen Mann in die Pfanne hauen. Er ist ein toller Mann – sonst wäre ich ja nicht mehr mit ihm zusammen. Er ist fleißig, arbeitet viel und kümmert sich im Haus um alle technischen Dinge, die so anfallen. Aber bei einem Thema würde ich mir einfach mehr Unterstützung wünschen: bei den Kindern!

Als wir vor fast neun Jahren zum ersten Mal Eltern wurden, nahm er drei Monate Elternzeit. Danach ging er morgens gegen 7:30 aus dem Haus und war um 18:30 zu Hause. Als wir dann umziehen mussten, wendete sich das Blatt. Nun geht er um 7 aus dem Haus und kommt um 19 Uhr nach Hause. Genau dann, wenn die Kinder ins Bett gehen.

Das höchste der Gefühle ist, dass er mit ihnen Zähne putzt und ihnen eine kurze Geschichte vorliest. Das dauert alles nie länger als 20 Minuten. Für beide Kinder zusammen. Es muss ruck-zuck gehen, denn auch er ist müde und möchte endlich etwas essen und entspannen.

Das verstehe ich auf der einen Seite, auf der anderen Seite freuen sich die Kinder, wenn der Papa endlich zu Hause ist und wollen mehr Quality-Time mit ihm. Unter der Woche ist einfach nicht mehr drin. Doch was ist an den Wochenenden?

Die Wochenenden sind Familienzeit

Am Wochenende sind wir froh, wenn wir zu viert am Frühstückstisch sitzen. Das passiert leider immer seltener, da die Große gerne mal bis 10 Uhr im Bett liegt und die Kleine schon um 7 Uhr ruft „AUFSTEHEN“.
Im Anschluss an das Frühstück geht der Papa meist den Großeinkauf machen – die Kleine kommt da gerne mit. Am Nachmittag haben wir oft Freunde zu Besuch, sind in der Stadt unterwegs oder unternehmen gemeinsam etwas anderes. Aber alleine mit den Kindern macht er nie etwas.

Mama macht das schon!

Die Organisation unserer Unternehmungen liegt komplett bei mir. Ob unter der Woche Verabredungen ausmachen, die Kinder zum Sport fahren, den Essensplan schreiben, das Wochenende planen. Es lastet alles auf meinen Schultern.

Es geht sogar so weit, dass ich meinen Job danach ausrichte. Mein Job muss in unser Leben passen, sonst kann ich ihn nicht annehmen. Mein Mann geht arbeiten, ganz so, als hätte er keine Kinder.

Er muss sich keine Gedanken machen, ob fürs Abendbrot genug Brot und Belag vorhanden ist oder ob die Anmeldefrist für den Schwimmkurs schon verstrichen ist. Das mache ich. Bis zu einem gewissen Punkt ist das auch gut so, da ich in Teilzeit arbeite und den Rest des Tages für die Kinder da bin. Aber einen gewissen Prozentsatz sollte sich auch der Familienvater in die Planungen einbringen.

Die Last auf meinen Schultern ist schwer geworden. Wie lange meine Schultern das noch aushalten weiß ich nicht.

In alten Geschlechterrollen gefangen

Wir haben schon oft darüber geredet, aber es hat sich nichts geändert. Einmal sagte mein Mann, es ist schon ein paar Jahre her, dass er den Dienstagnachmittag übernehmen könnte, um mit der Tochter zum Musikunterricht zu gehen. Dann mache er an dem Tag Home-Office. Leider geschah das nur ein einziges Mal. Dann kamen immer Termine rein. Und weg war die Unterstützung.

Dann übernahm er mal das Turnen am Freitag. Aber nur, weil er freitags sowieso eher Feierabend machen konnte. Nach dem Vereinswechsel bin ich wieder diejenige, die den Freitag wuppt. Sind das die alten Geschlechterrollen, in denen ich gefangen bin?

Familienleben betrifft die ganze Familie

Ich vertrete den Standpunkt, dass das Familienleben von allen Familienmitgliedern mitgestaltet werden sollte. Ich möchte keine Anerkennung von meinem Mann für das, was ich neben meinem Job wuppe. Dafür bin ich Teilzeit beschäftigt.

Was ich möchte ist, dass ich auch mein Leben etwas planen und gestalten kann. Dazu ist es nötig, dass auch mein Mann Zeit mit den Kindern verbringt. Denn ganz ehrlich, hätte ich vor den Kindern gewusst, dass ich als Einzige die Familie meistern muss, hätte ich wahrscheinlich keine Familie gegründet.

Das sind harte Worte, ich weiß, aber ich sehe andere Familien, bei denen es anders läuft. Mein Mann arbeitet nicht wie manche Väter unter der Woche in einer anderen Stadt. Diese Väter können nun mal nichts mit den Kindern machen. Es sind nur immer diese Ausreden, die mich wütend und traurig machen. Wo ein Wille, da auch ein Weg, oder?

Was wäre, wenn ich mal weg wäre? Dann würde doch alles einstürzen. Oder würde es dann auf einmal funktionieren?"

 

Foto: pixabay

Tags: Familie, Eltern, Partnerschaft, Beziehung, Hilfe, Unterstützung, Vereinbarkeit, Karriere, Job, Gleichberechtigung

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Kommentare

Nicki — Sa, 05/04/2019 - 07:26

Liebe Isa, Ich versteh genau, wie es dir geht. Mein Mann ist Fahrlehrer, liebt seinen Job sehr und geht meist zwischen 7.30 und 8.30 aus dem Haus... 19.00 wäre bei uns quasi früh Feierabend, denn mit Theorieunterricht 3x die Woche und täglich Nachtfahrten kommt er in der Regel zwischen 22.00 und 23.00 Uhr nach Hause. Der Alltag lastet auch auf meinen Schultern.... Wir haben 3 Kinder. Ich arbeite Teilzeit, 2 volle und einen halben Tag. Seit 2 Jahren ist das so und seither MUSS er sich einbringen: er bringt an den 2 langen Tagen die Kids in Schule und Kindergarten. Aber die restliche Zeit bin ich zuständig : Sportverein, Verabredungen, Arzttermine, Hausaufgaben, Schule..... Mir geht's wie dir: die Last auf den Schultern drückt schwer. Auch ich will nicht Jammern, ich liebe meinen Mann und Wenn er dann mal wirklich da ist, ist er ein klasse Papa. Aber mir geht's wie dir... Ein bisschen mehr Mama-Freizeit ohne vorherigen Organisationsstress wäre toll. Ich wünsch dir weiterhin viel Kraft und wünsche dir, dass deine Schultern nicht mehr so viel tragen müssen. LG, Nicki

Isa — Mo, 05/06/2019 - 15:58

Liebe Nicki, danke für deine Worte. Es ist irgendwie gut zu hören, dass ich nicht alleine bin mit diesem Problem. Hilft zwar auch nicht weiter, aber immerhin :-) Ich wünsche mir ganz einfach, dass er irgendwas übernimmt. Und wenn es nur eine Kleinigkeit ist. Vielleicht bekommen wir es hin.

Sue — Sa, 05/04/2019 - 07:50

Mein Mann auch 'nur' 30 Wochenstunden arbeitet und wir genau den gleichen Beruf haben, ist es bei uns ähnlich. Mein Mann verbringt durchaus mehr Zeit mit den Kindern, aber Anmeldefristen, Arzttermine, Kleidung kaufen, dies und das mit in die Kita bringen, Verabredungen treffen und so weiter, obliegt alles meiner Verantwortung. Seit wir Eltern sind, sind wir auch in die eher konservativen Rollen geschlüpft und es ist mir ein Rätsel, wieso. Er soll/muss/darf seinen Sport regelmäßig machen, aber wenn ich bloß krank bin, muss ich mir Ruhezeiten erkämpfen. Das nervt und frustriert mich auch manchmal, v.a. wenn ich häufig zu hören bekomme, wie engagiert mein Mann ja (vermutlich wg der Teilzeitarbeit) sei...

Isa — Mo, 05/06/2019 - 16:00

Genau, das verstehe ich auch nicht, warum wir uns immer etwas erkämpfen müssen. Ich habe gerade einen Kollegen, der sich mit seiner Frau alles teilt, so weit es seine Vollzeitbeschäftigung zulässt. Das finde ich einfach toll. Denn es geht.

Anja — Sa, 05/04/2019 - 07:51

Ich weiß genau von was du sprichst. Mein Mann ist morgens kurz nach 5 aus dem Haus und war selten vor 18Uhr zuhause... Also er macht es immer noch.. Ist vermutlich noch später zuhause... Aber in seiner eigenen Wohnung. Er hätte locker halb 5 zuhause sein können, es war nicht der Job, der es nicht zugelassen hätte. Ich hab mich getrennt. Nicht nur deswegen... Aber vermutlich hat auch das mit reingespielt. Wir haben 3Kinder,ich bin Vollzeit arbeiten. Von Anfang an war ich diejenige, die dafür verantwortlich war, das morgens jedes Kind zur rechten Zeit am rechten Ort war... Jeden Tag war ich dafür verantwortlich, die Kinder wieder einzusammeln... Jeden Tag hatte ICH die Zeit im Nacken. Das er morgens nicht konnte... Ok... Aber nachmittags hätte er mir hier und da etwas Stress nehmen können... Haben auch viel darüber gesprochen... Hat genau 2mal geklappt. ... Und da geht es nicht nur um die Kinder, sondern eben auch das ganze Familienleben.. Woe du es beschrieben hast... Und so hab ich mir das nicht vorgestellt. Ich habe einen neuen Partner, er hat auch 2Kinder und ich bin endlich wieder lebendig... Wir unternehmen so viel und jeder bringt sich ein. Die Kinder sind jetzt alt genug und fahren allein in die Schule und nach Hause. Ich kann endlich in Ruhe meinen Job machen.. Ohne Zeitdruck. Ich komm nach Hause, die Wohnung ist ordentlich, weil plötzlich jemand da ist, der einfach mit anpackt... Er kommz meist später hei... War dann aber auch schon einkaufen.. So das mir das auch erspart bleibt. JETZT hab ich das Familienleben, was ich mir so gewünscht habe. Ich wünsche dir/euch, dass ihr die Kurve bekommt!!!

Isa — Mo, 05/06/2019 - 16:01

Ich freue mich, dass du einen Weg gefunden hast, mit dem du glücklich bist.

Julia — Sa, 05/04/2019 - 07:56

Bei uns ist es ähnlich. Mein Mann hat eine 60 Stunden Arbeitswoche und bringt noch Arbeit mit nach Hause. Er hat nur „leider“ das Pech, dass unsere Kinder erst gegen 22 Uhr ins Bett gehen. Daher muss er die Kinder noch etwas bespaßen, was ich aber gut finde. So sehen die Kinder zumindest ihren Papa. Dafür haben wir gar keine Paarzeit, aber das finde ich nicht so schlimm. Vielleicht sollten Deine Kids auch mal etwas später ins Bett gehen, so dass Ihr noch gemeinsam essen könnt?

Vereni — Sa, 05/04/2019 - 09:07

Ich kann deinen Text zu 100 % nachvollziehen. Ich gehe 5 Std.Teilzeit arbeiten. Vormittags. Wir haben 2 Kinder 5 und 8. Mein Mann verlässt um 10.30 Uhr das Haus und kommt um 20.30 Uhr heim. Seit 12 Jahren. Somit bleibt unter der Woche alles an mir hängen. Eigene Hobbies, Arzttermine usw.hab ich dann nicht. Am Samstag gehen wir gemeinsam einkaufen. Aber alles zusammen. Ab und zu gehen beide Kinder mit Oma und Opa mit. Somit habe ich für mich mal Zeit. Aber dass der Papa etwas alleine mit den Kindern unternimmt kommt so gut wie nie vor. Muss dazu sagen im Sommer ist er dann im Garten und kümmert sich ums Haus. Mitlerweile können die Kinder auch viel allein machen. Trotzdem hat man nie komplett eine Auszeit für sich. Sonntags machen wir zusammen Ausflüge. Aber alle Veranstaltungen, Sporttermine, Schulveranstaltungen , Elternabende uvm mache ich komplett allein. Und manchmal kommt man an seine Grenzen. Die Arbeitszeit kann er nicht wechseln. Er müsste woanders arbeiten. Aber selbst da bin ich mir sicher, dass es so bleiben würde.

Sabine Brütting — Fr, 05/10/2019 - 15:50

unter der Woche VOR der Arbeit den Einkauf erledigen? Supermärkte machen doch zwischen 7 und 8 auf. Oder die Kinder zur Schule bringen? Oder sich morgens um die Wäsche kümmern?

Gast — Sa, 05/04/2019 - 09:12

Wir arbeiten beide Teilzeit, beide in Führungspositionen.Wenn die Kinder krank sind teilen wir es uns gut auf, wer zuhause bleiben kann .Und auch so versucht er sich einzubringen.Aber mir Terminen, Hausaufgaben ,Elternabend und ähnlichem das bleibt alles an mir hängen.Er hat keine Übersicht und daher auch ganz klar, dass könnte er nicht leisten.Dann würde er es einfach ausfallen lassen.es mich persönlich auf die Palme bringt; ich mach das ja auch nicht ,weil es soooo viel Spaß macht.Beim ins Bett bringen wechseln wir uns ab und das tut mir und den Kindern schon sehr gut. Insgesamt ist er Hauptverdiener und hat einen fahrtweg von einfach eine Stunde-trozdem diachronen wir regelmäßig ,wie wir in diesem Klischee landen konnten.Und wie wir rauskommen können-Lösungen gibt es nicht wirklich. Ich kann nur sagen es wird einfacher, mit dem älter werden der Kinder. Einfach mal kleine Aus Zeiten, wie ein Hobby einplanen, wo es sein Abend ist(mir allem was dazu gehört).bei uns ist es der Mittwoch Nachmittag, sein Tag mit Zuständigkeit komplett-ich arbeite da ;-) Alles Gute

Clarissa — Sa, 05/04/2019 - 09:39

Ich kann den Text überhaupt nicht nachvollziehen. Ihr habt eine klassische Aufgabenverteilung die beinhaltet dass dein Mann einen grossen Teil der ausserhäusigen Erwerbstätigkeit übernimmt und du einen grösseren Teil zuhause. Das erscheint fair. Wenn Du zuhause eine gleichberechtigte Aufteilung wünscht solltest du dich von den Grenzen in deinem Kopf verabschieden und deine Stundenzahl im Job aufstocken. Warum soll eine Vollzeitstelle mit 2 Kindern im Schulalter nicht möglich sein ? Warum stellst du dir nicht jemanden ein der Arbeiten übernimmt die dir selbst nicht liegen ?

Elena Mustermann — Sa, 05/04/2019 - 13:04

Möglich ist alles, aber zu welchem Preis? Ich glaube nicht, dass es der Autorin darum geht, Vollzeit zu arbeiten, sondern etwas mehr um Wertschätzung, Anerkennung und Unterstützung. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn die Autorin Vollzeit arbeiten ginge, auch weiterhin Haushalt und Familienmanagement ihre Sache blieben. Und dann ist der Burnout nicht weit. Außerdem möchten meist Frauen auch Zeit mit Kindern verbringen und dann gerät die Karriere in den Hintergrund. Männer definieren sich meist über ihren Job. Familie/Kinder laufen nebenbei. Manchmal ein Trugschluss.

Gast — Sa, 05/04/2019 - 20:20

Ich finde es einfach vermessen zu fordern er müsse sich mehr einbringen wenn er Vollzeit arbeitet und auch noch den Einkauf und ein Kind samstags übernimmt und die Kinder jeden Abend ins Bett bringt. Wann soll er denn die zusätzliche Familienarbeit übernehmen nachts ? Wer gleich viel arbeitet wie der Partner kann auch mehr verlangen. Wer das nicht tut verhandelt einfach schlecht...das müssen viele Frauen leider einfach lernen. Im übrigen lässt sich vieles effizient organisieren. Im Jahr 2019 kann man den wocheneinkauf zb prima per Internet erledigen und hat so mehr Zeit für anderes

Ichlachmichschlapp — Fr, 05/10/2019 - 11:09

Deine Rechnung scheint auf den ersten Blick nachvollziehbar, wer Vollzeit arbeitet, muss sich nicht um die Kinder und deren Belange kümmern, um den Haushalt auch nicht. Wer hingegen Teilzeit arbeitet, stockt seine Wochenarbeitszeit also durch Um-die-Kinder-kümmern aus und den Haushalt und die Koordination des ganzen Lebens. Wie viele Wochenstunden braucht man für die Planung dreier (oder vierer) Leben? Hat bestimmt schon mal jemand ausgerechnet.

Elena Mustermann — Sa, 05/04/2019 - 10:02

Deine Kids gehen kurz nach 19 Uhr ins Bett und schlafen bis 10 Uhr morgens! Glückwunsch! Solche Langschläfer hat nicht jeder! Feier den Feierabend. Den habe ich nämlich nicht. Liebe Grüße

Michaela — Sa, 05/04/2019 - 10:07

Im nächsten Leben heirate ich einen Lehrer oder werde Lehrerin! Der perfekte Job mit Kindern. Warum habe ich das mit 20 nicht gewusst! Echt schade. Ich habe auch hier so einen 60 Stunden arbeitenden Mann, der ehrgeizig ist und sich neben bei weiterbildet, Motorbootführerschein macht, Halbmarathone läuft und und und. Ich kann verstehen, wie Du Dich fühlst. Er macht sein Ding und Du kümmerst Dich um die ganze Familie. Irgendwie unfair. Das ist aber die Vereinbarkeitslüge. Eine Freundin und ihr Mann arbeiten beide je 30 Stunden. Dann geht es. Das ist dann recht fair. Sie verdient aber auch mehr. Da meist die Männer mehr verdienen, arbeiten sie halt auch mehr. Und so bleiben doch meist die Rollen klassisch verteilt. Ich bin mit meinen drei kleinen Kids zu Hause und genieße meine "Freiheit", keine beruflichen Termine zu haben. Wenn die Kids größer sind, schauen wir mal weiter.

Merle — Sa, 05/04/2019 - 13:34

Mein Mann ist Lehrer, aber ich würde im Leben nicht tauschen wollen. Ganztagsschule und dann noch Klassenlehrer, Kummerkasten und Ersatzpapi, Erzieher, Sozialarbeiter...nein danke. Ferien hin oder her, unter der Woche ist er ab 6.45 Uhr aus dem Haus und vor 18.00 Uhr wegen Unterrichtsvor-/nachbereitung meistens nicht ansprechbar. Es gibt sicher auch Schule, wo es "wie früher" läuft. Aber es lassen sich längst nicht alle über einen Kamm scheren.

Julia — Sa, 05/04/2019 - 13:49

Ich bin auch Lehrerin und ein Lehrer in Vollzeit ist bestimmt nicht mehr zuhause als jemand anders der Vollzeit arbeitet. Auch wir müssen unsere Stunden machen, die weit über das eigt. Unterrichten hinaus gehen... Elterngespräche, Konferenzen, Unterrichtsplanung, Kontrolle der schriftlichen Arbeiten etc. Und das findet alles auch in den so super tollen Ferien statt. Wirklich witzig, dass alle immer noch denken, Lehrer hätten nachmittags frei. Dann macht mal alle diesen Job :)

Nadja — Sa, 05/04/2019 - 10:07

Liebe Isa, bei uns ist es ähnlich und vor ein paar Jahren, habe ich mir die gleichen Gedanken gemacht wie du. Dann bin ich zu dem Schluss gekommen, dass man nicht über Jahre unzufrieden sein kann mit einer Situation, die man nicht ändern kann. Ich habe mich inzwischen sehr gut arrangiert und kaufe mir die Hilfe, die ich brauche. Wir haben einen Babysitter und eine Putzhilfe, und wenn ich wieder arbeiten gehe werden wir eine Haushälterin einstellen. Mein Mann verbringt wann immer er kann Quality time mit den Kindern, nur unter der Woche geht das eben nicht durch seine berufliche Belastung. Ich sehe, dass er engagiert ist und seine volle verbleibende Kraft in den Dienst der Familie stellt. Ich finde es zum Beispiel toll, dass dein Mann nach einer Arbeitswoche voller 12 Stunden Tage samstags noch den Einkauf macht, mit Kleinkind! Das ist nicht selbstverständlich. Ich wünsche dir alles Gute und dass du zu einer Lösung kommst.

Mara — Sa, 05/04/2019 - 13:19

Ich denke schon, dass die Rollenverteilung von beiden Seiten verantwortet wird. Ich könnte so nie leben. Und mein Mann auch nicht. Er bringt sich sogar mehr ein, wobei ich auch eher einen „Männer-üblichen“ Beruf habe und mein Mann einen familienfreundlichen. Er könnte es sich aber auch niemals anders vorstellen. Orga, Verabredungen, Geschenke, Kleidung kaufen.... sowas mach auch alles ich... das nervt mich manchmal, aber ich mache das eigentlich ganz gerne! Ich gehe jeden Samstag zum Sport, bin dann 2,5 Std außer Haus und mein Mann mit unseren 3 kleinen Kindern allein. Auch unter der Woche arbeite ich 2x bis abends und mein Mann macht alles! Konflikte gibt es trotzdem viele, weil die Aufgaben eben nicht klar verteilt sind. Wir nehmen uns auch beide genug Freiraum für uns selbst.

Claudia — Sa, 05/04/2019 - 13:37

Liebe Isa, ich verstehe deinen Frust total und alle Kommentare hier haben schon viele tolle Tipps und aufmunternde Worte da gelassen. Ich würde gerne einen anderen Ansatz verfolgen, weil ich weiß das man Männer häufig nur mit rationalen Dingen "kriegt". Vielleicht kannst du ihm meinen Artikel zum Thema Mental Load zum Lesen geben. Es geht darum, das alle Dinge, an die du denkst - Sport der Kinder, Einkaufslisten, Geburtstagsgeschenke etc pp - auch Sachen sind, die erledigt werden müssen. Und um deinen Mann besser in den Ablauf einzubinden, muss er die Dinge erst einmal "wissen". Sobald ihm bewusst ist, was du alles erledigst könnte vielleicht ein Umdenken stattfinden, was meinst du? Es klingt ein bisschen so, als denke dein Mann "das bisschen Haushalt..".. Vielleicht hilft ihm ein Fingerzeig darauf, das du alles tust und du kannst etwas abgeben. Aus Erfahrung zeigt sich, das Männer nicht anfangen Geschenke zu kaufen, sondern dann doch bevorzugen mit den Kindern zum Sport zu gehen. Das scheint ihnen dann irgendwie das kleinere Übel zu sein. Vielleicht kannst du ihn ja so zu seinem Glück "zwingen". Anbei der Link zur Erläuterung von Mental Load für deinen Gatten ;) https://fulltime-magazin.de/mental-load/ Viel Erfolg, Claudia

Anna — So, 05/05/2019 - 05:43

Es gibt hier zwei Probleme. Zum einen das typische Modell der Mann arbeit voll und die Frau Teilzeit. Das müsst ihr ändern. Dein Mann muss Stunden reduzieren und/oder mehr Homeoffice aushandeln. Dann habt ihr halt solange die Kinder noch kleiner sind ein paar Euro weniger in der Kasse - die Lebenszeit qualitativ hochwertig zu verbringen ist viel wichtiger, und wenn sie groß sind könnt ihr immer noch beide auf Vollzeit gehen und was für die Rente tun. Das zweite Problem ist das der mental load, aber das wird vielleicht automatisch besser wenn dein Mann weniger arbeitet.

Momo — So, 05/05/2019 - 08:51

Klingt so wie bei uns damals. Ich hatte das Gefühl, dass er durch seine Arbeit vor dem Familienalltag flüchtet. Das Wochenende hat er für sich alleine geplant, oder sich in den Keller verdrückt um (in meinen Augen unnötige) Dinge zu reparieren. Nach der Geburt von Kind Nr. 2 habe ich ihn zum Mediator belommen und mir das noch eine Weile angeschaut, danach folgte die Trennung und mein Auszug! Nun besteht er auf die Umgangsregelung "jedes 2. Wochenende" und unternimmt seitdem etwas mit seinen Kindern. Ich regel nach wie vor den Alltag komplett alleine (inkl. Halbtagsjob). Es ist nicht immer leicht, aber mir geht es wesentlich besser seit der Trennung und der tägliche Ärger über Mann bleibt aus. Und die Kinder haben mehr von ihrem Vater als vorher. Traurig aber wahr!

Sandra — So, 05/05/2019 - 09:47

Liebe Lisa, Ich kann Dich gut verstehen. Wir sind nach der Geburt unseres 1. Kindes auch erstmal in das klassische Modell gerutscht und haben Jahre gebraucht, da wieder rauszukommen. Aber Veränderung ist möglich. Meiner Erfahrung nach erst, wenn es gehen muss. Ich arbeite mittlerweile Vollzeit und mein Mann 80%. Es hat lange gedauert bis er sich getraut hat zu reduzieren und das obwohl auch Männer die gleichen Ansprüche auf Elternzeit haben. Männer sind viel vorsichtiger dabei auf der Arbeit unbequem zu sein oder auch nur Gefahr zu laufen unbequem sein zu können. Und ich habe scheinbar unverrückbare Wahrheiten auch irgendwie immer akzeptiert. Er ist schon immer morgens um 6 aus dem Haus. Das ging anscheinend nicht anders. Als aber meine Mutter wegen einer Schulter-OP morgens die Kinder nicht betreuen konnte, ging plötzlich doch auch 7 Uhr. Dabei hatte er schon immer Gleitzeit und es wäre bestimmt auch vorher schon anders gegangen. Hatte ich nur gar nicht mehr eingefordert! Ich bin erstaunt, wie viele Mütter um mich herum das genauso machen - zur Lasten der eigenen Zufriedenheit. Meine These ist, dass Mamas so viel für die Familie und den Job machen, wie sie gerade eben unter bringen können. Väter gehen da lieber den Weg des geringsten Widerstands. Und solange der Widerstand zu Hause geringer ist als der auf der Arbeit, ändert sich auch nichts. Ich weiss, dass ich da provokativ bin, aber ich freue mich über alle die es anders hinbekommen. Genauso wie ich mich freue, dass wir Veränderungen geschafft haben, mal besser in der Umsetzung, mal schlechter und auch jeden Tag aufs neue.

SiBo — So, 05/05/2019 - 12:17

Hm. Klingt wie ein klassischer Fall von Teilzeitfalle. Ich würde Dir auch raten, schnell wieder Vollzeit zu arbeiten. Das ist auch besser für Rente und Karriere und Gehalt. Ich hoffe, Du lässt Dich finanziell von Deinem Mann absichern. Klingt unromantisch, ist aber wichtig.

Jennifer — So, 05/05/2019 - 12:33

Danke für deinen Artikel und deinen Mut! Bei uns ist es ähnlich.. seit fast 7 Jahren und unsere Ehe hat bereits sehr darunter gelitten, sodass ich mir nicht mehr sicher bin, ob sie noch zu retten ist.. mein Mann kümmert sich morgens um die Kinder und bringt sie zur Tagesmutter/Schule. Das war es dann aber auch. Er arbeitet 40 Std/Woche plus 3-7 Überstunden/Woche, die er weder bezahlt noch ausgeglichen bekommt. Seine Arbeit ist ständig Thema, weil er die Kinder (und manchmal auch mich) einige Tage teilweise nur morgens kurz sieht (um sie wegzubringen). Er ist weder in einer Führungsposition noch ist die Stelle besonders gut bezahlt. Er verwirklicht sich darin auch nicht selbst, sodass ich einfach kein Verständnis aufbringen kann, warum er die Arbeit ständig der Familie vorzieht. Ich wünsche mir, dass er seine Stunden reduziert oder die Firma wechselt.. Er sucht nach anderen Stellenangeboten, findet auch genügend mit wesentlich besseren Konditionen, bewirbt sich aber nicht.. Ich finde schon, dass die Verantwortung, ob die Familie gut "funktioniert", auch mit beim Mann liegt. Ich schränke mich beruflich auch ein, um meine Kinder zu erleben und begleiten zu können. Dafür haben WIR eben auch eine Familie gegründet..

Andrea — So, 05/05/2019 - 23:50

… und habe als Rat, redet sehr offen mit dem Partner über die eigenen Gefühle und Bedürfnisse. Es kann sich etwas ändern, was muss jede Familie für sich rausfinden. Hier meine Geschichte: Auch wir haben nach der Geburt unseres 1. Kindes zunächst ganz bewusst das klassische Familienmodell gewählt- Mann geht arbeiten, Frau bleibt bei den Kindern daheim. Uns war sehr wichtig die ersten Jahre die Kinder selbst zu betreuen und wir waren in der glücklichen Lage, dass wir nicht auf meinen Verdienst zum Überleben angewiesen sind. Zudem kann ich leicht in meinen Beruf zurückkehren und hatte nie Ambitionen weiter Karriere zu machen. Natürlich mussten wir uns einschränken, aber das war es uns wert. Mein Mann nahm seine zwei Elternzeitmonate und alles lief harmonisch. Unter der Woche war zwar ich hauptsächlich für Kind und Haushalt verantwortlich, aber mein Mann kam meist so gegen 18 Uhr zum Abendessen heim und übernahm gerne das Abendprogramm. Am Wochenende genoss er das Papa-Sein und unterstützte mich auch im Haushalt. So hatte ich mir unser Familienleben vorgestellt. Nach der Geburt unseres 2. Kindes blieb mein Mann zwar auch vier Wochen daheim, allerdings hatten wir inzwischen Haus und Garten, was versorgt werden musste und so bespaßte ich die Kinder auch samstags meist allein. Mein Mann bekam zudem innerhalb der Firma eine neue Aufgabe. Was zunächst als Karrieresprung aussah, entpuppte sich als Flop. Mein Mann der eh schon jeden Tag fast 2 Stunden pendelte, musste nun mehrmals im Monat für einige Tage auf Geschäftsreise und ich stand mit den Kindern allein da. Es fehlte uns immer mehr Paarzeit, da unser 2. Kind das erste Lebensjahr selten vor 22 Uhr schlief und ich wurde zunehmend frustrierter. Meinem Mann fiel es schwer die Arbeit nicht gedanklich mit nach Hause zu nehmen und entfernte sich im Alltag immer weiter von uns. Da unser 2. Kind ein echt anstrengendes Baby war und mein Mann einfach zu wenig Zeit daheim verbrachte, traute er sich nicht zu, mit beiden Kindern am Wochenende auch mal allein zu bleiben. Ich kam mir wie gefangen in der Mutterrolle vor und es begann in unserer Beziehung zu kriseln. Er spürte meine Unzufriedenheit, konnte sie aber nicht nachvollziehen - schließlich tat er sein bestes uns finanziell gut zu versorgen und Haus und Grund instand zu halten. Als ich im Streit meinem Mann dann vorhielt, so kein drittes Kind mehr zu wollen, hat uns das wachgerüttelt. Wir haben uns eine Paarauszeit genommen und viel geredet. Uns war beiden klar, so kann es nicht weitergehen. Mein Mann hat sich dann intern auf eine andere, familienfreundlichere Stelle beworben, auch wenn es erstmal einen Karriereknick bedeutete. Er pendelt zwar immer noch, ist jetzt aber jeden Abend um 17.30Uhr daheim, freitags um 14Uhr. Er liest und beantwortet daheim auch keine Mails mehr. Das tut uns allen so gut. Die Kinder und der Mann genießen die Papa-Zeit Freitag nachmittags und ich meine Auszeit. Ich stemme zwar nach wie vor noch den Großteil der Familienaufgaben, aber weiß, dass mein Mann die Kinder auch mal ohne mich gewuppt bekommt. Der Vorgesetzte meines Mannes fand seine Haltung so gut und gesund, dass er inzwischen firmenintern als Vorbild gilt. Mein Mann bekam die Führung seiner neuen Abteilung übertragen und ist gehaltsmäßig seitdem echt gut gestellt. Ich habe als das 2. Kind in den Kindergarten kam wieder angefangen, drei Vormittage zu arbeiten, was großen Spaß gemacht hat. Aber etwas fehlte noch. Darum lassen wir unser Familienleben nochmal auf den Kopf stellen. Im Juni kommt unser 3. Kind, auf das wir uns sehr freuen.

Ramona — Mo, 05/06/2019 - 06:11

Wenn dein Mann immer gegen 18:30 Uhr nach Hause kommt, dann lass ihn den Wocheneinkauf doch unter der Woche abends machen. Dann habt ihr den schon mal aus dem Wochenende. Wir halten uns am Wochenende möglichst immer einen Tag frei, an dem wir nichts unternehmen, keine Freunde (geplant) treffen, sondern ganz bewusst als Familie zu Hause verbringen. Da spielen wir, lesen, kuscheln oder jeder macht sein Ding. Denn auch der Mann braucht mal Freizeit. Und ich kann dann in der Regel auch tun, was ich will, weil die Kinder sich gern allein und mit ihren Spielsachen beschäftigen.

Kathrin — Mo, 05/06/2019 - 10:27

Hallo, bei uns zu Hause läuft es ähnlich, wie bei Euch. Mein Mann Arbeit Vollzeit, ich 30 Std.. Uns beiden macht unser Job viel Spaß, wobei mir die Nachmittage mit den Kids sehr wichtig sind und mir auch viel Spaß machen. Daher übernehme ich 4 davon und der Mann einen. An dem arbeite ich lange und gehe auch zum Sport. Montags geht er abends zum Sport. Grundsätzlich stimmen wir uns über Abendtermine ab... wobei der Mann berufsbedingt mehr Abendtermine hat und ich eher aus der Freizeitgestaltung heraus. Da ist aber auch jeder gleichberechtigt bei uns. Auch so mit freien Wochenenden. Wobei es durchschnittlich nur einmal im Jahr für mich und einmal im Jahr für ihn zutrifft. Hauptsächlich verbringen wir die Zeit schon gerne zu viert (2 Kinder 6 und 8). Mein Mann konnte jederzeit die Kids alleine übernehmen, macht dann einiges anders als ich, aber macht es. Einkaufen geht er auch am Samstag mit 1 oder beiden Kindern, weil er es gerne so zelebriert. Wir besprechen vorher, was wir brauchen und er schafft es ran. Wenn wir am WE unterwegs sind, macht er es eben in der Woche. Brot und Milch bringt in der Woche der mit, bei dem es passt... da gibt es auch schnell mal ne SOS WhatsApp. Unterm Strich ist es sicher eine Paarfrage, wie es läuft und wie es empfunden wird. Ich organisiere alles rund um die Kids sehr gerne, würde aber sicher häufiger mal mit leerem Kühlschrank da stehen... oder sämtliche Freundesgeburtstage vergessen. Mit leerem Tank los fahren etc... dafür weiß er eben nicht so sehr mit den Kinderterminen Bescheid. Freizeittechnisch sind wir eigene Menschen geblieben, die beide ihren Bedürfnissen nachkommen, aber auch gerne mal gemeinsam aus gehen. Da übernehmen dann die Großeltern. Was ich sagen will, ist dass man sich als Paar einig sein sollte über die Aufteilung und es so regeln sollte, dass sich beide respektiert fühlen.

Carmen — Mo, 05/06/2019 - 13:43

Hallo, auch ich habe einen Mann, der sich oft weniger einbringt, als ich es mir wünschen würde- aber da hilft letzlich nur einfordern. Wir machen z. B. schon mal im Vorfeld die gemeinsame Urlaubsplanung und da wird mein Mann "verdonnert" an den Wichtigen Tagen (z. B. Geburtstag) frei zu nehmen. Auch ich richte meinen Job auf die Kinder aus... was Folgen bei meiner Berufswahl hat. ABer: wenn die Kinder wegen schulfrei/ Kita geschlossen mal außerhalb der Ferien zu Haus bleiben müssen, muss er ran. Meist nimmt er dann für diese Tage einen Halben Tag Urlaub (denn ab mittag bin ich ja wieder da)und arbeitet dann an dem TAg weniger. Bisher war das nie ein Problem- ggf. führt er dann doch das ein oder andere dringende berufliche Telefonat von zu Haus aus. Und ja, auch an mir bleiben solche Termine wie Elternabende i. d. R. allein hängen.... aber es macht auch wenig Sinn, dass meinen Mann zu überlassen- denn ich bin dann doch wieder diejenige, die mit den Kids Hausaufgaben macht etc.... In seltenen Fällen gehen wir auch mal zu zweit hin, aber dann müssen es schon wirklich wichtige Elterngespräche sein- denn dann will erst der Babysitter organisiert sein. Naja, und was das geminesame Unternehmen mit den Kindern angeht, haben wir ein ganz anderes Problem: Die kids sind so Mama-fixiert, dass sie mit dem Papa allein selten was machen wollen...

Simone — Mo, 05/06/2019 - 22:35

Bei uns ist das Kind im Kindergarten, wir arbeiten beide 80% und ich habe das Gefühl, wir schaukeln das Ganze recht ausgeglichen. Wir wechseln uns immer ab, einer bringt morgens, der andere holt abends, was gut funktioniert. Außerdem bekommen wir alle 2 Wochen Unterstützung durch eine Putzfrau und der Staubsaugerroboter ist auch sein Geld wert - kann ich sehr empfehlen. Zu den Hobbies vom Kind begleiten wir abwechselnd, am Abend hat jeder von uns mal Sport oder ein Hobby. Jetzt freuen wir uns aber schon auf die Ferien, es braucht auch mal längere Auszeiten von solch durchgetakteten Zeiten....

Christian Eineder — Mi, 05/08/2019 - 08:46

Vermutlich ist der Mann der Autorin in einer Arbeitswelt "gefangen", die im viele Stunden in der Firma arbeitenden Mann als Idealbild hat. Wenn er das erkennen kann, dann kann er a) ein Gespräch mit dem Arbeitgeber führen warum familienfreundlich profitabler ist (faktisch erwiesen, mehr dazu gern bei christian@easyfaM.com) oder b) er sucht sich einen familienfreundlichen Arbeitgeber aus (siehe Netzwerk Erfolgsfaktor Familie, 7.600 Betriebe regional gelistet). Wie haben wir die gerechte Aufgabenverteilung gelöst? Wir haben beide Karriere gemacht und die Kinder hatten dennoch immer die Priorität 1. So lief es: Meine Frau und ich litten lange unter dem gleichen Thema und probierten soooo viel aus, damit Haushalt ein Teamergebnis der Eltern und Kinder wird und die Lasten sich gleichmäßiger verteilen. Denn, wir wollte auf keinen Fall, dass sich Heidi komplett auf die Kinder konzentriert und wir uns als Paar langfristig auseinander leben - weil die Leben irgendwann zu unterschiedlich wären. Wir fanden irgendwann einen wundervollen Weg: Wir entwickelten millionfach bewährte Agile Methoden aus dem Business für Familien weiter. Sie führen jeden nach seinen Möglichkeiten und den Aufgabenprioritäten an die richtigen Aufgaben. Durch den sichtbaren Fortschritt, die Transparenz und den spielerischen Wettbewerb kommt jeder in eine sympathische Vorbildrolle. Auch Papa will nicht immer der Dumme vor der Familie sein und leistet selbstverständlich seinen fairen Beitrag. So bekamen wir sehr niederschwellig und äußerst sympathisch eine gerechte Rollenverteilung. Denn, Heidi hat die Männerschwäche erkannt: Sie hat alle Tätigkeiten im Kopf, wir Männer verlassen uns darauf. Die Änderung: Alle wöchentlich sich wiederholenden Aufgaben werden visualisiert als Magnetcoin. Jeder hat eine Figur und weiß, dass er bis Samstagabend drei Aufgaben im Haushalt zu erledigen hat. Jeder entscheidet selbst, wann was gemacht wird. Da v.a. die Kinder schlau sind, wissen sie dass nur am Anfang die einfachen Lieblingsaufgaben da sind. Also erledigen sie ihren Beitrag früh in der Woche, ohne dass du was sagen musst. Wenn Heidi oder ich heimkommen und erst mal Pause und Familie brauchen, dann gab es früher Stress, weil Heidi mit der Aufgabenliste loslegte. Heute ist es tiefenentspannt, weil die Aufgaben griffbereit und für alle einsehbar auf dem Vorratsboard sind - und niemand infrage stellt dass Haushalt ein Teamergebnis ist. Denn wenn später wieder Energie da ist (z.B. beim Mann) oder Langeweile (bei den Kindern), dann erledigt man mal wieder was. Der ganze Freundeskreis hat das übernommen und ist happy. Viele Kinderärzte, Familienpädagogen und Psychologen empfehlen es. Seit 2019 ist es im Handel: das easyfaM Taskboard https://www.easyfam.com/de/shop/easyfam-taskboard. Aus diesem Anfang ist seeeehr viel mehr entstanden. Alle Tools und Methoden geben wir heute auf easyfaM.com an Familien weiter, die mehr Zeit, mehr Familie und mehr Wohlstand wollen. Kind und Beruf darf kein Widerspruch sein. Die komplette Story im Newsletter bei www.easyfaM.com

Duddu — Fr, 05/10/2019 - 11:22

Hallo! Ich komme direkt zum Punkt, aus meiner Erfahrung hat sich gezeigt, es wird sich keine Verhaltensänderung einstellen, wenn es keinen Leidensdruck gibt. Wenn ich also abends nach Hause komme, das von mir erwartete und akzeptierte erledige und mich dann rausziehe, dann bin ich vermutlich damit zufrieden. Sofern ich keine andere Rückmeldung bekomme, die solche Konsequenzen für mein Leben hat, die es weniger angenehm als vorher machen (Leidensdruck). Die meisten von uns sind vermutlich so erzogen worden, nett, hilfsbereit, fürsorglich und insgesamt nicht störend zu sein. Mir scheint, dass sich dieses Verhalten auch in unseren Beziehungen widerspiegelt.

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