Psychotherapeutin & Patientin: „Eine Essstörung betrifft die ganze Familie“

Essstörung

Symbolfoto: Pixabay

Ihr Lieben, die Pandemie hat psychische Krankheiten noch einmal befeuert und auf vielen Ebenen verstärkt. Wir haben nun die einmalige Chance bekommen mit der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Anna-Lena Kaufmann UND mit ihrer Patientin Luisa ein Interview zum Thema Esstörung zu führen, das spannende Einblicke, Erkenntnisse und Tipps gibt.

Liebe Anna-Lena Kaufmann, du bist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Expertin für Essstörungen. Hast du das Gefühl, dass die Lockdowns die Probleme deiner Patientinnen noch einmal intensiviert haben?

Expertin für Essstörungen
Psychotherapeutin Anna-Lena Kaufmann

Absolut! Auf der einen Seite wurden Patientinnen, die sich im Heilungsprozess befanden, zurückgeschmissen, auf der anderen Seite stieg die Zahl der Neuerkrankungen. Die Essstörung bietet all das, was COVID nahm – das Gefühl von Struktur, Kontrolle und Sicherheit.

Die meisten Jugendlichen mussten sich selbstständig eine neue Struktur erschaffen, hatten mehr Zeit. In den sozialen Medien wurde postuliert, dass man diese Zeit nutzen sollte für ein „Makeover“, viel Sport und eine Ernährungsumstellung, sodass man als „neuer“ Mensch in den Schulalltag zurückkehrt.

Du hast mit deiner Kollegin Tina Engelmann ein fünfteiliges Elternseminar für Mütter und Väter betroffener Kinder und Jugendlicher entwickelt. Magst du uns einen kleinen Einblick geben, um was es da geht?

In der täglichen Arbeit mit Essstörungs-Betroffenen habe ich schon lange das Gefühl, dass zu wenig Zeit für die Elternarbeit bleibt. Daraus entstand der Wunsch, eine Reihe für Eltern zu konzipieren. Gemeinsam mit Kolleginnen habe ich diese entwickelt. Mein Kind in der Essstörung zu verstehen ist eine der größten Herausforderungen und zeitgleich stellt es die größte Chance für Eltern dar, es zu unterstützen und dabei in der Verbindung zu ihrem Kind zu bleiben. Das ist für den Heilungsprozess der Betroffenen von immenser Bedeutung.

Dazu gehört in unserer Themenreihe für Eltern erst einmal, die Essstörung ansatzweise nachvollziehen und sowohl Kriterien, Diagnose und Behandlungsmethoden theoretisch greifen zu können. Hinzu kommt unsere Aufklärungsarbeit in Bezug auf das gesamte Familiensystem, das von der Essstörung betroffen ist. Das heißt, nicht nur den Betroffenen in den Fokus zu stellen, sondern auch die Geschwisterkinder und die Eltern selbst. Abschließend war uns wichtig, den Eltern einen Einblick in die Ernährungstherapie und deren Wirkung zu geben.

Mit dem Aufbau unseres Seminars machen wir deutlich, wie wichtig es ist, Eltern eine Multiperspektive auf die Essstörung ihres Kindes zu vermitteln. Sie sollen unbedingt wieder das Gefühl bekommen, handlungsfähig zu sein. Darüber hinaus haben wir erlebt, wie wertvoll der Austausch mit anderen betroffenen Eltern ist.

kaufmann
Tina Engelmann und Anna-Lena Kaufmann

Warum hältst du es für so essentiell wichtig, die Familie bzw. das Umfeld mit einzubeziehen?

Zunächst einmal kommen Eltern selbst bei älteren Jugendlichen wieder in die Pflicht, Entscheidungen, z.B. in Bezug auf einen stationären Aufenthalt, für sie treffen zu müssen, weil es den Betroffenen zu Beginn häufig an der Krankheitseinsicht fehlt. Das ist für die meisten ein wirklich tiefgreifender Prozess.

Das Zusammenleben mit einem Kind, das an einer Essstörung leidet, ist für die ganze Familie sehr belastend. Eltern können dazu beitragen, dass das Kind den Weg aus der Essstörung findet und können verhindern, die Essstörung ungewollt zu verstärken. Dafür müssen sie sich selbst unbedingt beraten lassen. Denn nicht zuletzt sind es häufig die elterlichen Emotionen in Bezug auf die Erkrankung, die den Heilungsprozess der Betroffenen beeinflussen können. Eltern sind mit der Erkrankung ihres Kindes aufgefordert sich mit ihren eigenen Ängsten oder Schuldthemen auseinanderzusetzen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Blick auf die Geschwisterkinder der Betroffenen. Sie kommen häufig zu kurz, wollen nicht weiter auffallen, die Erkrankung verstärken oder ihren Eltern zur Last fallen. Auch für sie ändert sich das gesamte Familiengefüge. Auch sie benötigen ein Unterstützungsangebot, das Raum für Öffnung und Austausch bietet.

Um über diese Zusammenhänge aufzuklären, haben meine Kollegin Tina Engelmann und ich GEDANKENWERK gegründet. In der Praxis für Psychotherapie und Coaching wollen wir gemeinsam ein ganzheitliches Angebot schaffen, das es allen am Familiensystem Beteiligten in der Erkrankung ermöglicht, die notwendige Unterstützung zu erhalten. Darüber hinaus arbeiten wir gerade an einem Online-Kurs, der es uns praxisübergreifend ermöglicht, mehr betroffene Eltern und Familien zu erreichen.

In deinem Elternseminar hat auch eine Betroffene selbst ihre Erfahrungen geteilt – was den Eltern sehr geholfen hat, warum genau? 

Die Eltern haben sich abgeholt gefühlt. Sie haben ihre eigenen Kinder wiedererkannt und Luisa (Name geändert) hat ihnen Hoffnung gegeben, dass es besser werden kann – auch wenn die aktuelle Situation sehr schwer ist.

Nun haben wir die Chance, auch ihr ein paar Fragen zu stellen. Liebe Luisa, ab welchem Alter ging das bei dir los mit dem Kontrollieren deiner Nahrung? 

So richtig los ging es bei mir im Alter von ca. elf Jahren. Da wurde es auch recht schnell ziemlich akut, sodass ich direkt zur Behandlung in eine Klinik musste. Allerdings ging es bei mir schon mit ca. acht Jahren los, dass ich mir Gedanken darum machte, ob gewisse Nahrungsmittel „zu ungesund“ sein könnten und ob ich sie überhaupt noch essen kann. Ich verglich mich auch da schon mit anderen Mädchen im Freibad.

Seit wann bist du in Behandlung und wer oder was hat dich dazu veranlasst?

Magersucht

Wie gesagt, ich bin seit meinem 11. Lebensjahr in Behandlung, allerdings mit zwischenzeitlichen Unterbrechungen. So war ich fünfmal stationär in Behandlung und bei verschiedenen Therapeutinnen zwischen den Aufenthalten auch ambulant. Mit 17 Jahren merkte ich, dass ich so, wie es war, nicht weiterkam und entschloss mich zu einer Therapiepause für mich.

Mit fast 19 fasste ich dann den Entschluss, es noch einmal aus eigenem Antrieb zu versuchen und habe dann einen Therapieplatz bei Frau Kaufmann bekommen. Ich stellte schnell fest, dass ich mich mittlerweile ganz anders auf die Therapie einlassen konnte und sie mir viel besser weiterhalf. Ich hatte zwar auch vorher schon wichtige Erkenntnisse und konnte Sachen zum Positiven verändern, allerdings war ich nie so 100% dabei, da es eigentlich immer meine Eltern waren, die früher die treibende Kraft bezüglich der Therapie waren.

Wie geht es dir heute?

Heute geht´s mir im Großen und Ganzen ganz gut. Ich habe letztes Jahr mein Abitur bestanden und möchte dieses Jahr anfangen, zu studieren. Ich wohne schon seit zweieinhalb Jahren alleine, unternehme gerne etwas mit Freunden, habe einen Freund, arbeite in einem Nebenjob usw. Das wäre noch vor einigen Jahren unvorstellbar gewesen. Insbesondere in den letzten zwei Jahren konnte ich nochmal viel über mich selbst lernen und an mir arbeiten. Darauf bin ich sehr stolz.

Trotzdem gibt es immer noch Momente, wo meine Essstörung versucht, sich einzuschleichen, aber es wird immer weniger und ich lerne immer besser damit umzugehen bzw. die Auslöser dafür zu vermeiden. Zum Glück bestimmt meine Essstörung heute nicht mehr mein Leben und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich sie in einiger Zeit ganz hinter mir lassen kann.  

Was nervt dich am meisten an der Erkrankung? Und was an deinem Umfeld in Bezug auf die Essstörung?

An der Erkrankung nervt mich am meisten, dass sie das ganze Leben so stark beeinflussen kann und einem Dinge (vor allem über sich selbst) einredet, die man eigentlich gar nicht so sieht. Außerdem rückt sie Dinge, die eigentlich gar nicht so wichtig sind (wie das Aussehen) so stark in den Fokus, dass die Dinge, die einem wirklich wichtig sind, schnell in den Hintergrund gedrückt werden (z.B. Interessen, Hobbys, Freundschaften).

Außerdem finde ich es rückblickend erschreckend, wie gefährlich eine Essstörung werden kann, das nimmt man in dem Moment häufig leider gar nicht so wahr. Trotzdem bin ich der Essstörung – so schlimm sie auch war – auch irgendwie dankbar, dass sie mich in Bezug auf einige Dinge wachgerüttelt hat.  

Zum Beispiel?

An meinem Umfeld hat mich in Bezug auf die Essstörung häufig mangelndes Verständnis (z.B. in Esssituationen, aber auch in Bezug auf starke Gefühle) genervt. Außerdem fand ich es schade, dass viele Menschen einen schnell nur noch als „die Essstörung“ wahrnehmen und den Menschen, der dahintersteckt, übersehen, wobei es gerade wichtig ist, sich auch losgelöst von der Essstörung gesehen zu fühlen.

Welche Tipps hättest du für Menschen, die mit Betroffenen zu tun haben?

Eine Essstörung betrifft in gewisser Art und Weise immer die ganze Familie, deswegen finde ich es wichtig, sich umfassend über das Thema zu informieren, z.B. wie man am besten helfen kann, was man lieber nicht sagen oder tun sollte etc.  – und natürlich mit der betroffenen Person darüber zu sprechen, was sie als hilfreich empfindet. Außerdem finde ich es wichtig, auch einmal bei sich selbst hinzuschauen, ob es bei einem selbst als Elternteil oder innerhalb der Familie evtl. Verhaltensweisen gibt, die ungünstig für den Heilungsweg sein könnten (z.B. ungesunde Streitkultur, Aussehen/Gewicht/Diäten werden viel besprochen usw.)

An welchen Stellen hattest du im Elternseminar das Gefühl, dass du den Zuhörenden vielleicht ein Aha-Erlebnis verschafft hast, was war ihnen bis dahin nicht so klar?

Ich glaube, dass viele Eltern erleichtert waren, dass sie bzw. ihre Kinder nicht die Einzigen sind, die so etwas erleben, insbesondere, weil man sich in gewissen Situationen sehr hilflos fühlen kann und man in einigen Situationen auch wirklich nicht viel machen kann außer da zu sein und es durchzustehen. Außerdem glaube ich, dass gut rübergekommen ist, dass es nicht hilfreich ist, das Kind zum Essen zu überreden oder zu versuchen, es von Gegenmaßnahmen anzubringen und das auch wirklich häufig nichts nutzt. Trotzdem konnte ich aber gut nachempfinden, dass es schwierig ist, so etwas auszuhalten.

Was möchtest du den Eltern Betroffener noch mitgeben?

Essstörung

Ich möchte den Eltern gerne mitgeben, dass es meiner Meinung nach ganz wichtig ist, wenn sie ihren Kindern ein gesundes Selbstbild/Selbstwertgefühl mitgeben und ihnen eine gute Beziehung zu sich selbst und zum Essen vermitteln möchten, selbst ein gutes Vorbild in dem Bezug zu sein. Sich also nicht selbst schlechtzureden, ein gesundes Essverhalten an den Tag zu legen ohne Diäten oder Ähnliches. Und klarzumachen, dass jeder Körper anders aussieht, aber jeder gut so ist, wie er eben ist.  

Außerdem finde ich es wichtig, Kindern einen gesunden Umgang mit Emotionen beizubringen und vorzuleben, denn Essstörungen haben häufig viel mit Gefühlen, denen z.B. nicht genügend Raum gegeben wird, zu tun. Bei mir sind es auch heute noch immer die Situationen, die mit starken Gefühlen wie Wut, Angst oder Trauer einhergehen, in denen meine Essstörung sich meldet. Ich merke dann, dass ich mich immer noch in dem Prozess befinde, einen gesunden Umgang damit zu erlernen und die „Essstörungs-Methoden“ zu verlernen.

Insgesamt ist es meiner Meinung nach einfach wichtig, offen für die Themen zu sein, die die Essstörung hervorbringt und sich darauf einzulassen, denn beispielsweise sehe ich meine Erkrankung für meine Familie und mich auch als große Chance, Dinge, die schon immer so waren, und die meine Eltern vielleicht schon so mit auf den Weg bekommen haben, zu ändern und etwas zum Positiven zu bewegen. Ich persönlich glaube nämlich, dass – wenn das nicht passiert wäre – alles noch so wäre wie vor der Essstörung und ich heute niemals so glücklich wäre.

Danke für diese Einblicke, liebe Luisa! Und nochmal zurück zu Anna Lena Kaufmann: Wo siehst du die Hauptquellen für Essstörungen heutzutage? 

Es gibt nicht die eine Ursache. Bei der Entstehung einer Essstörung wird von einem multifaktoriellen Modell ausgegangen. Das heißt, es kommen immer mehrere Faktoren – biologische, familiäre, individuelle und soziokulturelle – zusammen, wenn sich eine Essstörung entwickelt. Und das in einer unterschiedlichen Gewichtung. Auffallend ist häufig das mangelnde Selbstwertgefühl. Das stellt für mich so etwas wie den Nährboden der Essstörung dar. Es wird auch viel zu der genetischen Komponente geforscht. Sie ist in den letzten Jahren immer relevanter geworden.

Welche Rolle spielt die Vorbildfunktion der Eltern, wenn sie vielleicht selbst nicht überzeugt, sind von ihrem Körperbild?

Wir sind als Eltern immer Vorbild und das sollten wir im Hinterkopf haben. Wie reden wir über uns, unsere Figur? Wie gehen wir mit uns und unseren Emotionen um? Dürfen unsere Kinder ihre Emotionen leben? Was leben wir unseren Kindern vor? Auch wenn das eigene Kind keine Essstörung hat, sollten wir diese Punkte immer wieder reflektieren.

Hältst du auch die sozialen Medien für einen Stressfaktor, der den Ausbruch der Erkrankung begünstigen kann? 

Die sozialen Medien stellen definitiv ein Puzzleteil dar. In der Pubertät ist es normal, sich zu vergleichen. Wie will ich sein, wie sind andere? Heutzutage ist aufgrund der Reichweite ein anderes Vergleichen möglich. Viele Jugendliche, die sich in den sozialen Medien bewegen, haben das Gefühl, sie schneiden viel schlechter ab, sind nicht so schön wie die anderen, unternehmen nicht so viel, haben nicht so viele Follower…

Erschreckend ist, dass heutzutage fast alle Jugendlichen/ jungen Erwachsenen Nutzer von Instagram und Co. mit Filtern arbeiten und damit meine ich nicht die Filter, die das Bild etwas heller oder dunkler machen. Mittlerweile ist alles über Filter veränderbar, längere Beine, schmalere Taille, weißere Zähne, selbst die Urlaubsbräune kann man sich via Filter erschaffen. Und auch wenn vielen Jugendlichen heutzutage bewusst ist, dass Filter verwendet werden – es bleibt der Gedanke, dass alle anderen so schön sind. Die sozialen Medien fördern die Körperunzufriedenheit, die einen Risikofaktor für die Entstehung der Essstörung darstellt.

„Dann iss doch halt einfach mal ein Stück Torte“ – wie kann dem Umfeld klargemacht werden, dass das nicht einfach so geht, dass es eine Erkrankung und keine fehlende Willensstärke ist?

Auf der einen Seite sollten das die Ärzte und Therapeuten tun, in dem sie den Eltern erklären, dass es sich nicht nur um eine Phase handelt. Eine Essstörung ist eine schwere psychische Erkrankung, eine der schwersten Erkrankungen des Jugendalters. Leider gibt es noch immer viele Vorurteile im Bezug auf psychische Erkrankungen.

In diesem Bereich wünsche ich mir noch mehr Aufklärungsarbeit und Offenheit, sodass die Mythen in Bezug auf die Essstörungen weiter abgebaut werden können und die Scham der Betroffenen nachlässt. Auch das bezwecken wir mit GEDANKENWERK und wollen uns bewusst Instagram zunutze machen, um über psychische Krankheiten aufzuklären und konkrete Erste-Hilfe-Maßnahmen teilen.

Zudem möchten wir aber auch über den bedeutsamen Aspekt des Selbstwertes für uns und in unserer Gesellschaft sprechen. Wie schon oben angedeutet: Mit dem Wissen, was wir jetzt über die Bedeutung des Selbstwertes für uns und unser Leben haben, müssen wir es schaffen, unseren Kindern von Anfang an einen Raum zu öffnen, diesen aus sich heraus zu entwickeln. Dies ist nicht nur die Voraussetzung für ein selbstbewusstes und erfülltes Leben. Wir glauben auch, dass dadurch einigen psychischen Erkrankungen vorgebeugt werden kann.

Wie lang dauert die Therapie in der Regel? Und ab wann sprichst du von Heilung?

Die Behandlungsdauer liegt in der Regel bei mehreren Jahren und je eher die Behandlung beginnt, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg. Das medizinische Verständnis von Heilung ist das Nachlassen der Symptomatik. Für mich und die Patienten/innen umfasst es jedoch viel mehr. Ich wünsche mir, dass die Patienten/innen, wenn sie die Therapie beenden ein entspanntes Verhältnis zum Essen haben, sie ihren Körper akzeptieren, und sich um diesen kümmern. Sie sollen mit sich und ihren Bedürfnissen in Verbindung sein, ihre Gefühle wahrnehmen und sich trauen, diese auszudrücken.

Auf welche Anzeichen können und sollten Eltern achten?

In der Regel bemühen sich die Betroffenen, ihr Essverhalten und ggf. das Untergewicht zu verschleiern. Es gibt jedoch einige Punkte, die auf eine Essstörung hindeuten können.

  • Der Junge/das Mädchen findet sich zu dick und lehnt den eigenen Körper ab
  • Die Gedanken kreisen nur um Essen und die Figur
  • Vergleicht sich viel mit anderen
  • Kontrolliertes Essen, Essen wird vermehrt eingeschränkt, „ungesundes“ Essen wird gemieden
  • Lebensmittel werden in „gut“ und „schlecht“ unterteilt
  • Mahlzeiten werden ausgelassen, häufige Ausreden wie „Ich habe schon gegessen“
  • Das Kind zieht sich zurück, ist vermehrt traurig, hat die Lust an Dingen verloren, die vorher Spaß gemacht haben
  • Es kann auch sein, dass das Kind auf einmal in vielen Bereichen einen starken Perfektionismus an den Tag legt
  • Lebensmittel werden gehortet
  • Das Kind liest in Kochbüchern, kocht und backt, isst selbst nicht mit
  • Das Kind geht nach dem Essen direkt auf die Toilette
  • Exzessiver Sport – Sport wird zwanghaft betrieben, nicht weil es Spaß macht
  • Körperliche Veränderungen, Ausbleiben der Periode

Ab wann sollten sich Eltern um Hilfe bemühen?

Sobald Eltern das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt oder sie mehrere der genannten Anzeichen bei ihrem Kind feststellen, sollten sie sich an eine Beratungsstelle wenden oder es bei dem behandelnden Arzt/ der behandelnden Ärztin abklären lassen.

Gut ist es, sich direkt an jemanden zu wenden, der sich mit Essstörungen auskennt. Ich höre immer wieder von Eltern und Patientinnen, dass sie zu Beginn nicht ernstgenommen wurden und dass dies die Essstörung noch einmal verschlimmert hat. Ich kann alle Eltern nur bestärken, auf ihr Gefühl zu hören und sich ansonsten noch um eine zweite Meinung zu bemühen.

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