Unglücklich im Job – wie das meinen Familienalltag beeinträchtigt


Mein Name ist Lara, im Sommer habe ich hier eine Leserfrage gestellt, in der es darum ging, wie verständnisvoll Eure Chefs sind. Meiner hat mir nämlich im Bewerbungsgespräch ganz viel Familienfreundlichkeit versprochen – doch die Realität sah anders aus…

Mittlerweile bin ich sieben Monate im neuen Job und ich überlege nun tatsächlich zu kündigen. Zum einen geht es nach wie vor um das Thema Kinderbetreuung. Wir alle wissen, wie schwer das gerade ist und wie oft Kinder zu Hause bleiben müssen. Nach wie vor hat mein Chef dafür kein Verständnis und alle meine Angebote, dann im Home Office zu arbeiten oder Überstunden abzubummeln, werden abgelehnt. 

Dazu kommt die schlechte Stimmung im Allgemeinen. Ich wurde gar nicht richtig eingearbeitet, habe deshalb auch Fehler gemacht. Das fand mein Chef natürlich nicht lustig und es gab mehrere unangenehme Gespräche. Ich merke, dass mein Chef mir nicht vertraut, einen Großteil meiner Arbeitszeit verbringe ich nun damit, mich zu rechtfertigen oder ihm darzulegen, wie ich was wann bearbeitet habe. Denn er hat mir mehrmals ein schlechtes Zeitmanagement vorgehalten. 

Das alles belastet mich sehr, mittlerweile ist es soweit, dass ich nicht mehr richtig abschalten kann, wenn ich nach Hause komme oder Urlaub habe. Und das wiederum schlägt sich auch in meiner Beziehung zu meinem Mann und unserem Kind nieder. Ich stehe ständig unter Strom, bin gereizt, weil ich immer im Kopf habe, was am nächsten Tag wohl im Job los sein wird, wofür ich mich wieder rechtfertigen muss oder was ich wieder „falsch“ gemacht habe. 

Deshalb werde ich den Job wohl aufgeben und in meinen alten Job gehen. Das ist zwar ein Rückschritt, aber da hatte ich wenigstens ein nettes Team und ich weiß, was mich erwartet.

Dennoch ist es für mich eine Niederlage. Eine Niederlage, die ich noch nie in meinem beruflichen Leben hatte und hoffentlich auch nicht nochmal haben werde…Wer hat schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht und erzählt mir davon?

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6 Kommentare

  1. 1. Fühl Dich ganz herzlich gedrückt !
    2. Wenn keine Aussicht darauf besteht, dass der Chef bald wechselt, musst wirklich Du wechseln.
    Ich hatte die gleiche Situation und die zwei Jahre waren schrecklich. Aber ich wusste, dass der Chef gehen wird. Mit dem neuen Chef war auch ich dann wieder ein neuer Mensch.
    Überlege Dir, was Du bereuen würdest am Sterbebett. Es werden die guten Tage mit deiner Familie sein und nicht die fehlende Karrierestufe.
    Alles Gute Dir!!

  2. Ich kann dich in deiner Situation sehr gut verstehen, ich selber hatte auch eine ähnliche Zeit hinter mir, wobei sich alles in der gleichen Firma abgespielt hatte. Ich hatte mich nach 6 Monaten als Führungskraft dazu entschlossen wieder auf meine alte Stelle zurück zu gehen. Seitdem bin ich ausgeglichener und entspannter. Mir ist meine Familie und mein Privatleben wichtiger als die Arbeit und dafür verzichte ich gern auch auf Geld.

    Und nur weil du vielleicht wieder zurück in deiner alten Firma gehst, heißt es noch lange nicht, dass du irgendwann dich auf die gleiche Stelle bei einer anderen Firma bewerben kannst.

  3. Liebe Lara, ich versteh dich nur zu gut. Ich bin eigentlich schon lange unglücklich im Job. Im Grunde seit ich Mama bin. Habe das Gefühl dadurch nur noch halb so viel wert zu sein. Könnte ja ausfallen wegen krankem Kind usw.
    Hatte leider relativ viel Job Wechsel. Bin Apothekerin und arbeite in einer kleinen Apotheke mit 20h pro Woche. Mein Problem ist dass ich mich total unterfordert fühle. Hatte mal eine tolle Stelle in der Klinik und an der Uni in München. Jetzt läuft irgendwie alles an mir vorbei und ich versuche so gut es geht meinen Alltag mit Job Familie und unseren Tieren zu managen. Corona belastet mich psychisch auch grad sehr. Und wie es mit meiner Tochter schulisch weitergeht… Sie ist jetzt in der ersten Klasse…

  4. Mir ging es auch schon so und ich habe sogar gekündigt und musste ne kurze Zeit als arbeitslos überbrücken, das war für mich ein Riesen Gesichtsverlust, aber ehrlich, mit so nem Chef kannst du nur krank werden. Sei froh, dass du es erkennst und freue dich dass du den Schritt zurück machen kannst. Das wird dann ein Schritt nach vorne für deine mentale Gesundheit ❤️

  5. Gibt es bei den keine Gleichstellungsbeauftragte? Das könnte sehr hilfreich sein. Und einen ganz klaren Gespräch mit ihm führen und neutralen Person muss auch anwesend sein! Und ihn ganz direkt fragen, wieso er sich als kinderfreundlich bewirbt was gar nicht stimmt und wie er sich vorgestellt hat und dass er ein Problem mit dir hat, da er dich quasi mobbt. Manchmal muss man auf den Tisch hauen, auch wenn es total schwer ist. Aber da du den Job ja wechselst, trau dich! Aber natürlich unter normalen Ton 😉
    Sieh das als Chance, einen Neustart zu machen. Manchmal muss man einen Schritt zurück, um 2 Schritte voran gehen zu können.

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