Papi, Papá, Kind: „Wie wir durch altruistische Leihmutterschaft Eltern wurden“

Kinderwunsch

Ihr Lieben, als wir die Geschichte von Alessandro, seinem Mann und der gemeinsamen kleinen Tochter Sofia zum ersten mal hörten, wollten wir sofort mehr wissen. Wie war das damals mit dem Kennenlernen, wann kam der Kinderwunsch auf, wie habt ihr euch schließlich für den Weg entschieden, den ihr gegangen seid.

Dabei ist uns bewusst, dass der Weg der Leihmutterschaft durchaus auch kritisch betrachtet wird, wir würden euch trotzdem bitten, dieser individuellen Familiengeschichte eine unvoreingenommene Chance zu geben. Weil sie für die Beteiligten augenscheinlich das ganz große Glück bedeutet…

Lieber Alessandro, erzähl doch erst einmal zum Einstieg, wer alles zu eurer Familie gehört.

Wir sind eine kleine, aber sehr glückliche Familie. In unserer Familie gibt es einen Papi – das ist mein Mann–, einen Papá – der bin ich – eine wunderschöne Tochter, sie heißt Sofia und dazu natürlich auch unser kleiner Hund Max.

Wie habt ihr Zwei euch kennen- und lieben gelernt – und war von Anfang an klar, dass ihr auch einen Kinderwunsch habt?

Ich habe meinen Partner vor zehn Jahren im Urlaub kennengelernt. Das war sehr witzig, weil wir erst jeweils mit mehreren Leuten dort waren – Fabian für die Hochzeit seiner Schwester, ich mit Freunden. Wir haben uns am Strand zum ersten Mal gesehen, ich war 31 und war sofort total fasziniert von seinen wunderschönen blauen Augen. Wir haben sofort begonnen zu quatschen, damals erstmal auf Englisch, ich konnte da noch gar kein Deutsch, ich komme aus Italien. Tja, und nun bin ich durch ihn seit neun Jahren in Deutschland.

Du bist zu ihm gezogen?

 Nicht direkt, erst einmal sind wir zwischen Köln, wo Fabian lebte und Florenz, wo ich wohnte, gependelt. Eine klassische Fernbeziehung. Ursprünglich komme ich aus Modena, einer kleinen Stadt in Nord-Italien, wo Ferrari, Balsamico und Tortellini herkommen 😉 Ich bin dann nach Florenz gegangen, wo ich zwölf Jahre lebte. Nachdem ich Fabian kennengelernt hatte war ich dann jedes zweite Wochenende in Köln. Nach einem Jahr Fernbeziehung hab ich mich dann aber entschieden, ein Sabbatical vom Job zu nehmen, um zu schauen, wie das klappt, wenn wir ein halbes Jahr zusammen in der gleichen Wohnung wohnen.

Und?

Ja, was soll ich sagen? Es hat mega gut geklappt! Bei uns waren auch die Themen Familie und Kind fast ab sofort ein Thema. Der einzige Nachteil, den ich damals für mich als schwuler Mann empfand, war nämlich im Grunde, nicht Vater werden zu können. Ich liebe Kinder und für mich bedeutet Familie eben auch ein Leben mit Kindern. Wir haben dann recht schnell angefangen, die unterschiedlichsten Lösungen für uns zu recherchieren.  

Wie seid ihr das Thema Elternwerden dann ganz konkret angegangen?

Bevor wir wirklich konkret in die Planung in Sachen Kinderwunsch gingen, hat es dann doch noch etwas gedauert. Ab 2015 haben wir ernsthaft darüber gesprochen. Wir haben über Adoption nachgedacht, das nach einem zweiten Gespräch aber dann doch für uns ausgeschlossen. Wir wären recht weit hinten in einer langen Reihe von Wartenden gewesen und vielleicht hätte es auch nie geklappt. Auf ein Kind kommen statistisch 20 Eltern, die voller Hoffnung warten.

Wie ging es dann weiter?

Schließlich war auch das Thema Pflegekind ein Thema. Letztlich haben wir uns auch dagegen entschieden. Vor allem wegen der emotionalen Bindung, die man über die Jahre aufbaut, um es dann doch eventuell wieder in die Ursprungsfamilie zurückgeben zu müssen.  Das war einfach keine vorstellbare Option für uns. Da gibst du so viel Liebe, baust so eine tiefe Verbindung auf – und musst dann doch wieder loslassen. Puh.

Später hat uns das Thema Leihmutterschaft viel Energie gekostet. Wir haben unheimlich viel Zeit darein investiert, weil es zwar viele verschiedene Möglichkeiten gibt, für uns aber auch ethische Fragen im Raum standen. Wäre das vertretbar? Für uns wäre es im Falle einer Leihmutterschaft wichtig, dass sie nicht genetisch involviert ist. Dass sie also nicht ihr leibliches Kind austrägt, sondern ein Kind mit anderen genetischen Wurzeln.  Tatsächlich haben wir das dann geschafft.

Was bedeutet das konkret?

Das heißt: Es gibt eine Frau, die die Eizelle spendet und eine Frau, die das Kind als Leihmutter austrägt, mit dem Kind aber nicht blutsverwandt ist. Es gibt also keine genetische Verbindung.

Wie habt ihr das geschafft?

Wir haben es in Kanada mit der Hilfe von einer Klinik in San Diego, Kalifornien, geschafft. Die Frau, die die Eizelle gespendet hat, kommt aus Kalifornien und die Leitmutter kommt aus Kanada. Warum Kanada? Kanada ist eines der wenigen Länder, das nur die Altruistische Leihmutterschaft erlaubt (Anm. d. Red.: das heißt, die Frau bekommt kein Geld für das Austragen des Kindes, sondern lediglich eine Kostenerstattung für die anfallenden Kosten). Insgesamt sind es nur drei Länder weltweit, in denen ausschließlich diese Möglichkeit erlaubt ist. Aus diesem und einigen weiteren Gründen haben wir uns entschieden, Kanada zu wählen.

Das Land hat seit vielen Jahren Erfahrung mit Leihmutterschaft und seit 2004 gibt es einen rechtssicheren Weg dank des Assisted Human Reproduction Act. So ist es Frauen, die aus altruistischen Motiven Paaren helfen möchten, ein Kind zu bekommen, nicht nur möglich gemacht worden, sondern es wird auch gesellschaftlich total akzeptiert. Um auszuschließen, dass die Frauen es nur aus Geld-Gründen machen, bekommen sie keine finanzielle Kompensation dafür.

Das hat uns beeindruckt, wir wollten nämlich kein ausnutzendes System von kommerzieller Leihmutterschaft unterstützen, sondern wirklich sichergehen, dass die Frau das aus freien Stücken tut. Kosten, die entstehen, sind pränatale Vitamine, benötigte Medikamente im Verfahren und in der Schwangerschaft, Umstandskleidung, Reisekosten zu Arztterminen.

Das hat uns sehr zugesagt und die Vorstellung, dass wir auf diese Weise mit einer eigenen Samenspende ein leibliches Kind bekommen könnten, hat uns gefallen. Es schafft ja durchaus eine emotionale Verbindung, wenn man etwas von sich selbst im eigenen Kind wiedersieht – im Gesicht, in seinem Verhalten. Also entschieden wir uns schlussendlich für diesen Weg.

Wie funktionierte dieser Weg ganz konkret?

Auf dem Weg zu unserem Wunschkind haben wir viel Unterstützung von einem Freund von uns bekommen, der für eine Klinik in San Diego arbeitet. Er hat uns geholfen die Kontakte mit einer Agentur in Kanada zu knüpfen, um dann die Möglichkeit zu bekommen, eine Leihmutter kennenzulernen. Nicht wir haben die Leihmutter ausgewählt, sondern genau andersrum. Sie hat unser Profil entdeckt und wollte uns kennenlernen.

Wie war das Kennenlernen?

Das erste Kennenlernen war per Skype und für uns war es sofort Liebe. Wir sind heute noch in Kontakt mit „Laura“, sie ist uns eine echte Freundin geworden, wir nennen sie nicht Leihmutter, weil sie einfach viel mehr für uns geworden ist.

Werdet ihr eurem Kind davon erzählen?

Natürlich. Für uns ist Transparenz für unsere Tochter sehr wichtig. Sie kennt „Laura“ und wir skypen alle zwei Wochen. Sie hat auch selbst einen Sohn, der acht Jahre alt ist.

Habt ihr die Leihmutter persönlich getroffen? Wie war das beim ersten Kennenlernen?

Wir kennen die ganze Familie von „Laura“, denn bevor unsere Tochter Sofia auf die Welt kam, haben wir die ganze Familie und ihre Freunde in Kanada besucht und kennengelernt.  Wir waren vier Wochen vor der Geburt da und sind auch bis vier Wochen nach der Geburt dortgeblieben.

Wie war das?

Es war wunderschön zu sehen, wie offen und tolerant die kanadische Kultur ist und dass es der Familie gut geht. Wir sahen: „Laura“ hatte einen Job, eine tolle Wohnung, ein wunderschönes Auto, ihr Vater hat ein Unternehmen, ihre Freundinnen sind tolle Menschen und sie haben keine Not oder Ähnliches. Das heißt: Sie brauchten kein Geld, sie wollten einfach helfen.

Wow!

Ja! Dazu kommt, dass „Laura“ lange einen Kinderwunsch hatte, bevor sie schwanger wurde und sie hat die Schwangerschaft mit ihrem Sohn dann so genossen, dass sie das gern noch einmal erleben wollte. Sie hatte einfach sehr schöne Erinnerungen daran. Sie wollte ein Stück von ihrem Glück weiterzugeben, einem Paar wie uns den Traum vom eigenen Kind erfüllen helfen, darum hat sich sich in der Agentur listen lassen. Wichtig dabei: Die Frau sucht sich das Paar aus, bei sie sich vorstellen kann, die Leihmutter zu werden. Sie hat also letztelich uns ausgewählt, nicht wir sie, weil sie unsere Geschichte so spannend fand. Für sie kam es tatsächlich aber auch nur in Frage, wenn unser Kind nicht ihre genetische Tochter wäre.

Und das habt ihr dann genau so gemacht?

Ja, ganz genauso. „Laura“ hat immer betont, wie wunderschön es wäre, zu sehen, dass Sofia in unserer Familie mit so viel Liebe aufwächst. Das hat sie super glücklich gemacht und das macht es sie heute noch. Sie hatte auch kein Problem damit, Sofia nach der Geburt abzugeben, weil ja von Beginn der Schwangerschaft an klar war, dass sie unser Baby austrägt und es bei uns aufwachsen würde.

Wie habt ihr euch geeinigt, wer der leibliche Vater sein wird?

Für uns war nicht wichtig, wer der Vater genetisch wird, uns war einfach nur wichtig, eine Familie zu gründen. Vom ersten Moment seit Sofia auf der Welt war, war sie unsere Tochter. Es gibt keine leibliche Verbindung, die bei uns einen Unterschied machen könnte. Aus diesem Grund sagen wir auf die Frage nach der Vaterschaft immer nur: Sie ist unsere Tochter. Wichtig ist nicht der genetische Aspekt, sondern unsere Liebe und Erziehung, die sie prägen. 

Welche Emotionen gingen dir durch den Kopf, als der Schwangerschaftstest positiv war? Wie habt ihr reagiert?

Als wir das Ergebnis bekamen, dass unsere Freundin schwanger war? Das war WOW, wie ein Feuerwerk im Bauch. Das ist etwas, das du nie konkretisieren konntest und dann passiert es wirklich und du weißt, dass in neun Monaten ein Kind euer Leben komplett umkrempeln würde. Das war für uns wunderschön.

Wart ihr dann neun Monate lang mit schwanger?

Wir waren auf jeden Fall mit schwanger, ich habe 12 Kilo zugenommen! 😉 Das ist die psychische Schwangerschaft, wir haben jede Woche mit „Laura“ geskypt und engen Kontakt gehabt. Später sind wir hingeflogen und es war für uns so schön, diesen Bauch anzufassen, dieses Herz zu spüren. Wir haben die ganzen Untersuchungen mitbekommen, sie hat uns per Skype „mitgenommen“. So konnten wir immer die Entwicklung von unserem süßen Engel sehen. Am Ende war es wunderschön, auch zur Geburt vor Ort zu sein. Es war wohl die schnellste Geburt, die man je hätte erleben können, ich glaube, es waren 26 Minuten. Dann war Sofia da.

Erzähl mal von diesem ersten Moment….

Als Erstes wurde sie mir auf den Arm gelegt.  Zweieinhalb Stunden hatte ich sie so, hab ihr die erste Milch gegeben und allein dieses kleine Wesen von Auge zu Auge zu sehen…. Für mich war das einfach der schönste und emotionalste Moment in meinem Leben. Das Stärkste, was ich je erlebt habe.

Wie waren die ersten Wochen? Euphorisch? Völlig fertig? Emotional überfordernd? Mit Babyblues?

Wir sind dann noch vier Wochen in Kanada geblieben und waren sehr, sehr glücklich. Müde auch, Sofia war alle anderthalb Stunden wach. Aber wenn die Kleine auch nur ein Geräusch machte oder wenn dich ein Blick von ihr traf, war alle Müdigkeit vergessen.

Kinderwunsch

Heute seid ihr glücklich zu dritt. Würdet ihr alles wieder so machen?

Heute sind wir zu dritt und ich kann dir sagen, ich würde das eine Milliarde Mal wieder machen. Weil es ein Wunder war, eine wunderschöne Reise. Was ein Baby als neues Familienmitglied mitbringen kann, ist unbeschreiblich. Und unbeschreiblich ist auch die Art von Liebe, die man entwickelt. Sie ist mit nichts vergleichbar, nicht mit einer Beziehung oder mit einer Liebe, die man für die eigenen Eltern oder für Freunde oder Freundinnen empfindet.

Es ist einfach so anders, so viel tiefer. Du hast diese große Verantwortung, die gleichzeitig ein bisschen Druck macht, weil du natürlich immer auch ein paar Ängste hast, dass etwas passieren könnte. Die Gesundheit, die Umwelt, jetzt Corona….

Was hat sich verändert?

Diese große Liebe verändert ja auch dich selbst ganz stark. Wir zwei sind viel ruhiger geworden. Wir überlegen gemeinsam, wie wir am besten mit ihr umgehen können, wie wir sie erziehen können. Wir lesen viel darüber. Versuchen aber gleichzeitig, auch ein bisschen verrückt zu bleiben und auch spielerisch mit ihr umzugehen, ganz toll zusammen zu singen, Klavier zu spielen. Wir sind definitiv eine sehr musikalische Familie und auch Sofia liebt Musik. Wir freuen uns immer, wenn wir zusammen singen und Klavierspielen können. Ein Kind zu bekommen, war einfach die genau richtige Entscheidung für uns.

Das klingt alles fast zu schön, um wahr zu sein.

Ach was, natürlich ist es mit einem Kind nicht immer einfach und schön, manchmal ist das auch schwierig und problematisch. Aber diese Probleme und Schwierigkeiten als Familie zusammen zu meistern, während alle Familienmitglieder das gleiche Ziel haben – also zusammenbleiben und über Probleme zu sprechen und sie zu lösen – dann ist das kein Problem, sondern einfach das Leben.

Es existiert kein Leben ohne Herausforderungen. Aber es macht jeden Tag Spaß aufzustehen, diese kleine Maus zu sehen, wie sie sich entwickelt und wie die Kleine neue Worte oder neue Bewegungen lebt, Sofia ist jetzt zwei und das ist einfach auch ein super witziges Alter.

Was möchtest du anderen Familien mit Kinderwunsch mit auf den Weg geben?

Was ich Familien rate oder wünsche, egal ob hetero oder gay, man muss einfach versuchen, das als positive Erfahrung zu nehmen, man muss das wirklich wollen. Kinder sind kein Spielzeug, das man sich anschafft und wieder weglegt. Es ist wichtig, man selbst zu bleiben und möglichst diesem Wesen viel Liebe zu geben. Kinder brauchen kaum materielle Dinge, sie brauchen keine Statussymbole, sie sind pure Menschen und brauchen Präsenz, Liebe und viel Geduld.

Sie müssen die Welt entdecken und das ist manchmal gar nicht so leicht. Und in diesen Momenten müssen wir dableiben, ruhig bleiben und den kleinen Menschen begleiten.

Für uns als schwules Paar oder für schwule Paare, die Eltern werden möchten, ist es noch schwieriger wegen des ganzen Prozesses, aber wenn man es wirklich will, findet sich ein Weg. Und ja, so ein Kind verändert im Alltag und für die Beziehung vieles, es wird auch ein bisschen Leichtigkeit nehmen, darüber sollte man sich im Klaren sein. So eine Entscheidung sollte dringend mit Herz, Bauch und Leidenschaft getroffen werden.

Neben der Euphorie und Vorfreude ist es wichtig, sich zu fragen, ob das mit Kind zu schaffen ist, wie Freunde und Bekannte das erleben, die schon Kinder haben. Und wenn man sich darüber dann im Klaren ist, wenn dann alles geregelt ist und es losgehen kann…. Dann wird es einfach wunderschön.

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6 comments

  1. Liebe Familie,
    ich wünsche euch Eltern und eurem kleinen Mädchen alles Gute.
    Wenn man den Text liest, scheint alles reibungslos gelaufen zu sein. Ob das der Komplexität des Themas gerecht wird? Was ist mit Fragen nach seiner eigenen Identät von Sofia wenn sie älter wird.
    „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“? – Darf man das? Das Thema Leihmutterschaft ist zu recht sehr strittig und ich finde es gut, dass die Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist. Hier ist wahrscheinlich die absolute Ausnahme beschrieben worden, in der die Leihmutter ihren Körper tatsächlich aus uneigennützen Gründen für die Schwangerschaft „zur Verfügung stellt“. Erinnert mich ein bisschen an Geschichten von Edelnutten, die als Paradebespiel hergenommen werden, um Prostitution zu romantisieren.
    Ein Frauenkörper ist kein Gefäß, in dem man beliebig Kinder austragen kann wie in einer Maschine. Ein Schwangerschaft macht etwas mit der Mutter und auch mit dem Kind, es prägt beide fürs Leben.
    Das Paar schreibt eine Pflegeelternschaft kam nicht in Frage, da eine eventuelle Trennung sie zu schwer treffen würde. Und die Trennung des Neugeborenen von seiner Mutter, in der es 9 Monate leben durfte? Was ist damit?
    Hat man ein recht auf Kinder? Muss etwas möglich gemacht werden, was biologisch eigentlich unmöglich ist (ein homosexuelles Paar bekommt ein Kind?) Wo sind die Grenzen unserer Gesellschaft?

    Nachdenkliche Grüße
    Lilu

    1. Ich finde diesen Kommentar sehr verletzend. Vor allem die Frage, ob etwas möglich gemacht werden muss, dass biologisch unmöglich ist. Ich finde diese Frage homofeindlich und übergriffig.
      Geht es nicht darum, dass Kinder in Familien aufwachsen, in denen sie geliebt werden? Sollte es da nicht egal sein, welches Geschlecht die Eltern haben oder auch welche Elternkonstellation es ist? Unsere Gesellschaft ist bunt. Es gibt nicht mehr das eine Familienmodell, sondern viele Möglichkeiten um als Familie zusammen zu leben.
      Auch die Frage nach der Trennung des Neugeborenen von der Mutter finde ich unpassend. Die Mutter wurde nicht dazu gezwungen. Weder dazu schwanger zu werden, noch dazu das Kind abzugeben. Sie hat noch nicht mal einen Benefit davon.
      Das mit Sexarbeit zu vergleichen ist absolut unangebracht.
      Nur weil man sich etwas für sich und sein Leben nicht vorstellen kann, sollte man darauf achten, andere, die so leben nicht unnötig zu verurteilen.

      1. Hallo Lilu,
        die Leihmutter ist nicht die (biologische) Mutter, sondern die Frau die das Baby ausgetragen hat. Das wurde hier klar beschrieben, evtl. hast Du das ja nicht richtig verstanden. Zu der Leihmutter besteht ein enger Kontakt, auch das wurde hier beschrieben. In dieser schönen Geschichte wurde einem wunderbaren kleinen Mädchen das Leben geschenkt und die Chance, in einer liebevollen Familie glücklich und behütet aufzuwachsen. Das findest Du falsch? Aber Heterosexuelle haben ein Grundrecht auf Kinder, egal wie (un)qualifiziert sie für den anspruchsvollen Elternjob sind? Die Leihmutterschaft ist hierzulande nicht erlaubt, weil es anscheinend leider noch zu viele Menschen gibt, die so engstirnig denken. Ich behaupte: Ein Paar, was eine solch lange und beschwerliche Reise auf sich genommen hat um Eltern zu werden wird alles daran setzen, damit ihr Kind in Liebe und Geborgenheit aufwächst. Und so wie der Vater hier agiert, wird er die Kleine auch dann unterstützen, wenn sie irgendwann einmal älter ist und Fragen stellt. Mehr kann man sich für einen kleinen Menschen doch nicht wünschen. Das einzige Problem, was für diese kleine Familie auftreten kann, sind die Menschen in unserer Gesellschaft die glauben, dass sich Familienglück nur durch das klassische Rollenmodell definiert.

  2. Eine sehr schöne Geschichte.
    Mich würde interessieren, ob Sofia irgendwann auch die Möglichkeit hat, ihre leibliche Mutter kennenzulernen?

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