Warum ich in den letzten Tagen etwas fertiger aussah als sonst 😉

Maske gegen Corona

Ihr Lieben, ich erzĂ€hl euch einfach mal wieder einen Schwank aus dem Leben einer ganz normalen Mutter mitten in der Pandemie, ja?! Eine Freundin hat mich ja am 31.1. wahrhaftig auf eine Silvesterparty eingeladen, um diesem Jahr noch eine Chance zu geben und den dunklen Januar zu streichen (fiel natĂŒrlich aus, die Party, wegen der Inzidenzen). Denn ja, der erste Monat des Jahres 2022 hatte es zum Teil schon echt in sich. Das Wetter: Dauerregen, kĂŒhl, nass, es wurde kaum hell. Von Schnee leider keine Spur, dabei rodeln wir so gern. Schade. Ansonsten ist eigentlich nur folgendes passiert:

Das Kind kommt aus dem SchĂŒleraustausch zurĂŒck

Ab Mitte des Monats bereiten wir die Wiederkehr der Tochter aus dem Auslandshalbjahr vor. Hören genau hin, wenn sie schreibt, dass sie sich SO sehr auf Kartoffelgratin und Zimtschnecken und Kaiserschmarrn freut und besorgen alle Zutaten, um ihr die EssenstrĂ€ume zu erfĂŒllen, wenn sie wieder da ist. Außerdem bestelle ich „Welcome back“-Girlanden und möchte es ihr einfach so schön wie möglich machen.

Ich freu mich echt und hab Schmetterlinge im Bauch, wenn ich daran denke. Es war fĂŒr uns alle nicht ganz so einfach wie gedacht und ich bin froh, alle KĂŒken bald wieder im Nest zu haben. Sie wird Samstagsabends wiederkommen, fĂŒr Sonntag laden wir zur Überraschung einige ihrer Freunde und Freundinnen ein.

Ein bisschen Alltag und ein Frisördrama

In der Woche davor nehme ich mit Christopher End einen Podcast zum neuen Schwangerbuch auf. Am nĂ€chsten Tag nehme ich einen weiteren Podcast auf, der noch erscheinen wird. FĂŒr einen Nachmittag haben wir die Söhne zu einem Frisörbesuch ĂŒberredet. Eigentlich wollen sie gar nicht. Aber wenn, dann wollen sie bitte mal einen anderen Salon ausprobieren. Es endet im Drama.

Der eine empfindet sich plötzlich als „Eierkopf“, der andere, der extra drum gebeten hatte, die Haare lang zu lassen und NICHT so auszusehen wie sein Bruder kriegt trotzdem einen Undercut. Ein MissverstĂ€ndnis, das grad in diesem Alter dramatisch sein kann. Ich sehe schon auf dem Frisörstuhl, wie sich ihm der Magen umdreht, als der Herr den Rasierer ansetzt. Wir sprechen das natĂŒrlich sofort an, aber die Haare sind ja nun weg. Sorry.

Eine Seuche im Haus – sie hat nichts mit dem bösen C zu tun

Ziemlich verzweifelt geht’s zur Boosterimpfung. Ich steig da nicht aus. Doch. Mit MĂŒtze. Verdammt. All die Emotionen. Geschafft. Der nĂ€chste Tag: Bis auf Muskelkater im Arm gibtÂŽs keine Nebenwirkungen, aber es beginnt eine BettwĂ€sche-Wasch-Arie fĂŒr mich. An zwei Tagen hintereinander wird alles ab- und wieder neu bezogen, weil eine Person im Haushalt mit einer Seuche kĂ€mpft (mit einer, die nichts mit dem bösen C zu tun, sowas sollÂŽs ja auch noch geben). Vorsorglich wird die ganze Familie behandelt. Haus- und Kinderarztbesuch inklusive. Glamourlife pur. Manchmal fĂŒhlt man sich wie im schlechten Film.

Schließlich kommt es zu TestosteronĂŒberschuss bei einer Person im Haushalt und wir geraten an mehreren Tagen so aneinander, dass ICH schon anbiete, ins Internat auszuwandern. Hello, Wachstumsschub, plötzlich sind alle Hosen zu kurz. Wir befinden uns noch immer in derselben Woche. Nun kommt die Tochter wieder. Wir wienern das Haus, hĂ€ngen Girlanden, pusten Luftballons auf, verpacken noch einige Weihnachtsgeschenke, die wir nicht verschickt haben und fahren abends zum Airport. Mit peinlichen Willkommensschildern. Sie im Arm zu halten ist unwirklich. Und wunderschön.

Welcome back, jetzt sind alle Kinder wieder da

Am nĂ€chsten Tag gibtÂŽs ein Großfamilienwilkommensmittagessen und dann kommen zur Überraschung die Freunde. Schön. Am Montag haben wir dann etwas Zeit fĂŒr uns, denn es sind Zeugniskonferenzen und somit ist schulfrei. Nachmittags bin ich fĂŒr neue Einlagen beim OrthopĂ€den, danach blinkt die WarnApp mal wieder rot.  

Am Dienstag ist wieder Schule, morgens sitzen endlich wieder drei Kinder am FrĂŒhstĂŒckstisch! Wie voll das plötzlich ist 😉 Am Morgen sind in der Schule alle Tests negativ. Nachmittags steht Physio fĂŒr den einen Sohn an, dann Training. Zwischendrin mit dem anderen Sohn in die Arkaden fahren, weil wir noch ein technisches Accessoire brauchen. Als wir grad bezahlen wollen, geht ein Alarm los. Es fahren SchutzvorhĂ€nge runter, sodass wir die Stockwerke nicht mehr wechseln können. Unruhe.

Evakuierung aus dem Einkaufszentrum

Der Sohn filmte die Evakuierung

Erst heißt es, wir könnten noch eben bezahlen und wĂŒrden dann evakuiert. Plötzlich eine weitere Durchsage: „Nein, alle raus. Sofort.“ Ich nehme das Kind an die Hand und wir verlassen mit sĂ€mtlichen Mitarbeitenden und Kunden das Haus. „Bleiben Sie ruhig“, schallt es aus den Lausprechern. Zehn, fĂŒnfzehn Minuten verharren wir draußen mit all den anderen. Hören Sirenen. Trauen uns nicht ins Parkhaus, um wegzufahren. Dann Entwarnung. Nur ein fehlgeschlagener Feueralarm. Mein Adrenalinpegel reicht mir eigentlich fĂŒr heute. Aber der Tag ist ja noch nicht zu Ende.

Weil der andere Sohn am Abend irgendwie schlapp wirkt, teste ich ihn vorsichtshalber nochmal – auch, weil es einige positive FĂ€lle in der Schulklasse gibt – und kippe fast um: Sofort sind zwei Striche zu sehen. Corona in da house. Das darf nicht wahr sein. Was tun wir jetzt?

Corona: Der Schnelltest ist positiv

Ruhig bleiben. Kontakte informieren. PCR Test organisieren. Großes Kind trösten, das sich so auf zu Hause und die Schule gefreut hatte und nun wieder ausgebremst wird. Anderes Kind beruhigen, dass es sich nicht zwingend ansteckt. Coronakind Mut machen. Uns als Eltern mal in den Arm nehmen. Am Ende erwarten uns sieben Tage QuarantĂ€ne (wir hĂ€tten uns nicht mit isolieren mĂŒssen durch die Boosterung, empfanden das unserer Umgebung gegenĂŒber aber als fair, es war ja auch unser erstes Mal und wir wollten niemanden gefĂ€hrden). Das Kind bekommt nur einen leichten Schnupfen, alle anderen bleiben negativ und verschont. GlĂŒck im UnglĂŒck!

Positiv: Zwei Striche

Meine Launen sind trotzdem extrem, mir macht das emotionale Drumherum doch ziemlich zu schaffen. Einen Tag voller Hoffnung („Wir schaffen das schon“), den nĂ€chsten wieder komplett schwarzsehend („Es wird wohl nie mehr besser werden mit dieser Drecks-Pandemie“). Aber jetzt, nach der Freitestung, sind wir wieder drin im Spiel des Lebens. Da ist wieder ein bisschen Alltag und auch wenn wir nicht wissen, wie lang das jetzt wieder hĂ€lt und wann uns die nĂ€chste FlexibilitĂ€t und Krisenintervention abverlangt wird, wissen wir diesen Hauch von wiedergekehrter „NormalitĂ€t“ (sofern man davon sprechen kann bei Inzidenzen von ĂŒber 3000 bei den Kindern zwischen 5 und 14 und fortwĂ€hrender PrĂ€senzpflicht an der Schule) grad sehr zu schĂ€tzen.

Was Eltern verdient haben: Applaus von Balkonen und ManagergehÀlter

Ich erzĂ€hle das alles nicht, um Mitleid zu erheischen, sondern um zu zeigen, was so ein Elternleben eben auch an manchen Tagen und in manchen Wochen und vor allem wĂ€hrend weltweiter Pandemien bedeuten kann. So wie uns hier ergeht es grad Tausenden von Familien und alle, alle, alle von ihnen haben die krasseste Hochachtung EVER verdient: Applaus von Balkonen, ManagergehĂ€lter, All-Inclu-Urlaube und rote Teppiche mit Blitzlichtgewitter. Mindestens! Ihr habt meinen allerallergrĂ¶ĂŸten Respekt!

P.S. Falls hier die Frage aufkommt, wo denn der Vater wĂ€hrend all dem war: NatĂŒrlich zu Hause. Im Homeoffice. Der nimmt so etwas aber meist weniger emotional als ich und selbst, wenn es ihn schlaucht (vor allem ich und mein GefĂŒhlskarussell), sieht man es ihm im Gegensatz zu mir nicht direkt an. Gute Gene halt….

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5 comments

  1. Wir mein Mann und Ich haben es immer genossen wenn unsere enkelin zum schlafen kam. Und das seit Sie ein baby war und noch heute mit 11jahre und daseinmal im Monat. Wir backen zusammen machen spiele umd gehen zum shoppen. Und das mit 74 Jahre.

  2. Ich dank Euch so herzlich fĂŒr das Dran-Teilhaben-Lassen an Eurem „Familienwahnsinn“ – da kommt einem der eigene plötzlich auch so herrlich normal vor. Zu meinen drei Kindern kommen plötzlich noch die Schwiegereltern dazu, die -hoppla!- bitte versorgt werden möchten! Na klar, von mir, mein Mann kann ja nicht kochen 😏 Aber danke, dass Ihr mit Euren BeitrĂ€gen so viel Mut macht, dass man trotzdem immer noch auch an sich selber denken darf. Ich hĂ€tte so Lust drauf, das auch zu machen!

  3. Danke fĂŒr den authentischen Beitrag. Unser Januar hatte es auch in sich.
    Hört dieser….mit Corona denn nie auf!? Der normale Alltag reicht ja schonđŸ€Ł

  4. Das trifft so ziemlich unseren Januar; Auto kaputt- was sie wollen ein gebrauchtes Auto fĂŒr 5Personen kaufen? Das ist schlecht, gerade gibts die nicht
Corona war dann auch noch zu Besuch und nach gefĂŒhlter ewig langer QuarantĂ€ne sind die Zahlen an der Schule so hoch das die Kinder wieder zuhause bleiben mĂŒssenđŸ˜”â€đŸ’«
    Irgendwie ist das auch nicht besser als im letzen Jahr đŸ˜·

    1. Wenn diese „Seuche“ das war, was ich denke, dann hoffe ich ihr seid es los und es kommt nicht wieder. Bei uns kĂ€mpft ein Kind schon seit Jahren immer wieder damit, und es macht mich wahnsinnig. WĂ€re vielleicht auch mal einen Blogpost hier wert, so zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

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